Interview mit Whitechapel
E-Mail Interview mit Alex Wade am 15.08.2008 Wir versuchen einfach die brutalste und düsterste Musik zu schreiben.
Whitechapel Whitechapel sind eine recht junge Band aus Tennessee, die sich nach der Heimatstadt von Jack The Ripper benannt haben. Warum sie sich so nennen und warum das aktuelle Album ein Konzeptalbum ist, veriet und Alex.

Dosenmusik: Whitechapel ist eine noch recht junge Band, erzählt uns doch mal wie sie entstanden ist.
Alex: Die Band wurde 2006 im Februar von Ben, Brandon und Phil gegründet. Die haben zusammen gejammed und ein paar Ideen aufgeschrieben, da sie vage eine Band in Planung hatten. Ich kenne Phil da wir in der Lokalen Szene in kleineren Bands zusammengespielt hatten. Phil hat mir ihr Material gezeigt und ich hab mich sofort darin verliebt. Es war genau das was ich spielen wollte also habe ich damals meine aktuelle Band verlassen. Von dort hab ich auch gleich den Schlagzeuger mitgenommen und meinen Freund Gabe an den bass geholt, das war auch gleichzeitig das erste Line-Up. Dann hatte Brandon einen Motorradunfall der leider seinen Arm unbrauchbar machte und so ersetze ihn Zach, der nun unser aktuelles Line-Up komplettiert.
Dosenmusik: Warum eigentlich Whitechapel, wir wissen das es die Stadt ist wo Jack the Ripper sein Unwesen trieb. Nun seid ihr aus Tennessee, gibt es nicht auch in den Staaten genügend Serienmörder?
Alex: Wir wollten eine kurzen Namen der etwas bedeutet, hinter dem eine dunkle Geschichte steckt. Irgendwer hat dann Whitechapel erwähnt und dabei ist es dann geblieben, wir lieben den Namen einfach.
Dosenmusik: Es gibt ja mittlerweile eine Menge Deathcore-Bands, was unterscheidet Whitechapel von denen?
Alex: Ich denke unsere Musik ist noch düsterer und böser als bei den meisten Deathcore-Bands. Außerdem haben wir 3 Gitarristen, was für eine Deathcore-Band doch recht ungewöhnlich ist.
Dosenmusik: Das Songwriting hat sich stark verbessert gegenüber den Vorgängern. Ihr klingt sehr düster und brutal, trotzdem hab ihr eine schöne Atmosphäre um die Songs gestrickt. Wie können wir uns den Entstehungsprozess der Songs vorstellen?
Alex: Wir versuchen einfach die brutalste und düsterste Musik zu schreiben. Wir fangen normalerweise mit die Gitarren an und schreiben verschiedene Ideen und Riffs auf. Dann nehmen wir davon die besten und fangen an sie mit Schlagzeug zu untermalen. Als letztes steuert Phil dann noch die Gesangsparts dazu bis es dann komplett ist.
Dosenmusik: Ihr seid ja zu sechst, heißt das 6 Mal mehr Kreativität oder 6 Mal mehr unterschiedliche Meinungen?
Alex: Jede Menge Kreativität, da werden so viele Ideen durch den Raum geschmissen, dass hilft ungemein alles fertig zu bekommen. Klar manchmal hab ich auch schon gedacht, wie wäre es mit weniger Bandmitgliedern aber momentan ist das das stärkste Line-Up und wir erreichen viel zusammen.
Dosenmusik: Wem darf ich denn eigentlich für diese drastischen und brutalen Breakdowns danken, die erinnern mich stark an Emmure. Mit denen wart ihr ja auch zusammen auf Tour. Gibt es noch andere Bands die euch musikalisch beeinflussen?
Alex: Haha, alle Gitarristen helfen beim Schreiben von solchen Breakdowns. Wir haben eine Menge von verschiedenen Einflüssen aus dem Metalbereich, hier mal einige Blood Has Been Shed, The Acacia Strain, Cannibal Corpse, Suffocation, Aborted, Dying Fetus, Meshuggah, usw.
Dosenmusik: Da wir ja gerade bei Einflüssen sind, ist Jack the Ripper ein großer Faktor bei euch oder woher stammen diese Horrorgeschichten?
Alex: Die erste CD war stark von Jack the Ripper und seinen Morden beeinflusst, die aktuelle CD hat damit nichts mehr zu tun. Es war cool das auf dem ersten Album zu verarbeiten mit dem zweiten wollten wir uns aber weiterentwickeln.
Dosenmusik: Warum habt ihr euch für ein Konzeptalbum entschieden? Ist es schwerer Songs für so ein Konzeptalbum zu schreiben oder sogar leichter weil ihr praktisch eine lange Geschichte erzählt?
Alex: Definitiv das letztere, es ist einfacher für mich, weil ich habe dann schon eine Vorstellung worum es in dem Song gehen soll. Ich muss mir also nicht jedes Mal etwas Neues überlegen. Wir wollten diesmal ein Konzeptalbum machen, weil wir es vorher noch nie gemacht haben und es ausprobieren wollten. Wir haben gefallen daran gefunden daher werden wohl die zukünftigen Alben auch Konzeptalben werden.
Dosenmusik: Etwas anderes was mich positiv überrascht hat, waren die instrumentalen Stücke auf dem Album. Hattet ihr nicht angst das würde die Geschwindigkeit des Albums bremsen?
Alex: Die Cd ist durchweg 100% schnell und brutal. Wir wollten den Zuhörern eine kleine Atempause gönnen und alles ein bisschen abkühlen. Nur um dann mit dem nächsten Lieder voll Attacke zu gehen. Außerdem ist das instrumentale Stück ein klarer Moment in der Geschichte und das wollten wir auf die Musik übertragen.
Dosenmusik: Ihr seid mit Whitechapel ja recht schnell berühmt geworden, was hat sich in euren privaten Leben dadurch alles geändert? Ist es zum Beispiel sehr schwer mit euren Familien in Kontakt zu bleiben usw?
Alex: Es wird manchmal schon sehr scher, immerhin waren wir das ja nicht gewöhnt und nun sind wir ständig unterwegs. Aber glücklicherweise erhalten wir viele Anrufe von daheim und unseren Freunden und dadurch bleiben wir alle sehr normal.
Dosenmusik: Wie sieht es aus mit alten Jobs, war es schwer diese aufzugeben? Obwohl ich mir das nicht vorstellen kann immerhin Tourt ihr durch die Welt und was Geileres kann es geben?
Alex: Genau, als es an der Zeit war unsere Jobs für die Band aufzugeben hat keine von uns darüber ernsthaft nachgedacht, das war ne Selbstverständlichkeit. Wie du schon sagst, wer würde freiwillig darauf verzichten durch die Welt zu reisen und all die schönen Städte zu sehen zu denen man sonst nie gekommen wäre. Zudem waren all unsere Jobs scheiße, hahaha Phil und Ich haben in einer Firma gearbeitet die Cheerleader Outfits bedruckt, Gabe arbeitete in einer Fabrik, Zach hat für eine Farbenfirma gearbeitet und Kevin war ein Kredithai, haha.
Dosenmusik: Was hat sich noch alles geändert nach dem Wechsel zu Metal Blade? Hattet ihr zum Beispiel mehr Geld oder Zeit für die "This is Exile"?
Alex: Nein, nicht wirklich mehr Zeit, hahaha die Jungs wollen uns schon beschäftigt halten, aber das ist ja auch nur gut für uns. Ich mag es schon, dass sie so stark hinter uns her sind und uns ständig antreiben. Die finanziellen Mittel die Metal Blade bereitstellt haben uns sehr geholfen wenn es an die Aufnahmen, Touren und andere Bereiche des Musikgeschäfts geht.
Dosenmusik: Wer hat eigentlich das Cover zu "This Is Exile" entworfen, und ist es schwierig eure Musik in Cd Cover oder Videos zu visualisieren?
Alex: Colin Mark von Rain Song Design hat das Cover entworfen. I denke er hat einen sehr guten Job gemacht und das Konzept des Albums perfekt wiedergegeben. Schwer scheint ihm das nicht gefallen zu sein, er hat sich unsere Lyrics durchgelesen und hatte sofort eine Idee.
Dosenmusik: Und bei Videos, machen euch Videodrehs Spaß?
Alex: Der Videodreh war wirklich anstrengend aber trotzdem sehr lustig. David Brodsky hat es gedreht und der ist wirklich nen richtig cooler Typ. Er wusste genau wie er uns bei Laune und in Bewegung hält, immerhin haben wir 9 Stunden dafür gebraucht. Daher war es körperlich schon sehr hart, aber durch Davids Wissen und seine sehr guten Produktionsfähigkeiten haben wir ein grandioses Endresultat erhalten.
Dosenmusik: Wie sieht eigentlich die Szene in Tennessee aus? Die einzige Band die mir aus der Region einfällt ist, Nights Like These. Was denkst du ist besser, eine kleine Szene in der man schnell bekannt wird oder eine große Szene in der viel Unterstützung geboten wird?
Alex: Ich denke hier gibt es noch so nen halbes dutzend anderer Bands. Ich glaube auch nicht das das eine oder andere Szenario Vorteile bringt. Es gibt ja auch noch andere Bands die viel unbekannter sind wie zum Beispiel Tony Danza Extravaganza und A Different Breed Of Killer aus unserer Heimatstadt.
Dosenmusik: Da schließt sich die Frage gleich an, auf welche Bands sollte man dann ein Auge werfen?
Alex: Wie gesagt A Different Breed Of Killer und unsere Freunde von Impending Doom, beides großartige brutale Bands.
Dosenmusik: Ihr habt ne Menge Touren anstehen, zuerst die Summer Slaughter Tour und dann ohne Pause nach Europa zur Never Say Die Tour. Worauf freut ihr euch am meisten und was erwartet ihr von den Touren?
Alex: Klar ist es definitiv eine sehr hektische Zeit für uns aber nach den ganzen Touren werden wir hoffentlich eine größere Fangemeinschaft haben die sich auch noch über mehrere Länder erstreckt. Ich glaube am meisten fiebere ich der Europatour entgegen, da wir viele neue Eindrücke sammeln werden und viele neue Länder kennenlernen. Ich glaube das wird eine gigantische Erfahrung für uns werden.
Dosenmusik: Wenn ihr in England seid geht's dann zum Whitechapel Ortsschild und es werden Fotos gemacht?
Alex: Hahaha, ja das versuchen wir auf jeden Fall zu machen. Wir müssen ja unbedingt nach Whitechapel und uns dort austoben.
Dosenmusik: Famous Last Words
Alex: Vielen Dank fürs Interview es war mir ein Vergnügen. Ich kann es kaum abwarten nach England zu kommen und versucht uns auf der Never say Die Tour zu sehen.

Phil Bozeman - vocals
Ben Savage - guitar
Alex Wade - guitar
Zach Householder - guitar
Gabe Crisp - bass
Kevin Lane - drums


www.whitechapelmetal.com

Autor: CUBTB | 19.08.2008
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