Interview mit Unearth
Interview mit Gitarrist Ken Susi am 19.05.2006 Wir hatten auch noch andere Titel zur Auswahl - turkey tits zum Beispiel
Unearth dosenmusik: hallo! ich bin simon. schön, dich kennenzulernen! du bist ken, oder!?
ken: genau! ken susi, gitarrist von unearth.
dosenmusik: perfekt! damit du weißt, für wen du dieses interview machst... ich gehöre zu einer website namens dosenmusik.de. im prinzip ist es ein e-zine mit news, reviews und interviews. dazu gibts eine community mit über 3000 mitgliedern und wir veranstalten clubabende und konzerte.
ken: hört sich gut an. (grinst)
dosenmusik: also, ich hab einige fragen vorbereitet. here we go! diese tour ist die europäische ausgabe der sounds of the underground tour und ihr seid jetzt seit ein paar tagen mit den anderen bands unterwegs. wie läuft alles bisher?
ken: soweit so gut. tolle hallen, viele leute, man kann sich kaum bessere bands für so eine tour vorstellen - all that remains, madball, terror - wir haben alle eine tolle zeit miteinander.
dosenmusik: ihr füllt schon größere hallen in den usa. ist das eine schwere umstellung?
ken: nein, ganz und garnicht! die hallen auf dieser tour sind nicht wirklich kleiner und wenn dann hat das ja auch sein gutes. das hängt alles von der stimmung des publikums ab und wie groß eine halle ist, hat nichts mit dem spaß zu tun, den man auf konzerten haben kann.
dosenmusik: weißt du, warum die sounds of the underground tour fünf mal in deutschland halt macht, aber dafür nur drei mal in england und jeweils nur ein mal in den anderen ländern?
ken: oh, mann, keine ahnung! ich wach jeden morgen auf und irgendjemand muss mir sagen, wo wir jetzt sind. (grinst) wahrscheinlich gibt es bestimmte gegenden und märkte, die für die bosse einfach wichtig sind oder vielleicht sind das die einzigen möglichkeiten die zwei wochen, die diese tour andauert, am besten und gewinnbringendsten auszunutzen.
dosenmusik: gut, kann alles sein. ich wollte jetzt sowas hören wie: die deutschen fans sind die besten! und hier sind die meisten fans dieser musik! everyone else sucks! (grinst)
ken: (lacht) genauso ist es ja auch!
dosenmusik: moving on! wie verbringt ihr die zeit zwischen den shows?
ken: meistens spielen wir dieses spiel namens mafia. wir sitzen den ganzen tag irgendwo rum und brüllen uns gegenseitig an.
dosenmusik: mafia, das computerspiel?
ken: nein, nein. das kartenspiel! man wird dann entweder dazugewählt oder abgewählt.
dosenmusik: (grinst) und du darfst grad nicht mitspielen?
ken: madball machen gerade ihren soundcheck und danach fangen wir gleich ein neues spiel an, wo ich dann wieder miteinsteige.
dosenmusik: wenn ihr auf eine tour geht, dann sind von allen seiten helfende hände dabei, die euch unter anderem die bühne vorbereiten, euer gear prüfen, während den shows sound und licht regeln und die ganze zeit euer merch verkaufen. sind da ein paar leute dabei, die schon länger mit euch unterwegs sind und irgendwie auch zur band dazugehören?
ken: der typ, mit dem du vorhin geredet hast, ist iano dovi. er war früher bassist bei poison the well, jetzt ist er unser tourmanager. dann gibts noch sean kenny. er ist unser sound engineer und auch schon seit mitterweile fast 4 jahren bei uns.
dosenmusik: also die sind dann auch bei allen tourneen in der ganzen welt dabei?
ken: ja, sind sie. einer ist auch erst vor 1 jahr dazu gekommen, greg middleton, er ist zuständig für alles, was unsere gitarren betrifft.
dosenmusik: sind da über die jahre auch freundschaften entstanden?
ken: ja, sicher. iano wohnt zurzeit bei mir. ein anderer gitarrentechniker wohnt auch in der nähe und wir sehen uns schon recht häufig, auch außerhalb von tourneen.
dosenmusik: ich hab mir eure studio-reports angeschaut, die ihr in den letzten wochen online gestellt habt.
ken: oh, yeah!? (grinst)
dosenmusik: ja, witzige sachen macht ihr da auch, aber was ich fragen wollte - wie funktioniert sowas? ihr seht auf diesen aufnahmen aus, als wärt ihr eine sehr lange zeit in dem studio gewesen. sperrt ihr euch einfach solange ein, bis ihr alle songs fertig aufgenommen habt, egal wie lange das dauert oder habt ihr einen zeitplan, den ihr einhalten müsst?
ken: naja, also meistens sieht das schon so aus, dass wir sehr sehr viel zeit im studio verbringen. jeder macht sein ding, wir hängen zusammen rum und brüten über unseren songs. das war ein riesiges studio.
dosenmusik: habt ihr auch da geschlafen?
ken: nein. ein paar meter die straße runter hatten wir zwei zimmer in einem hotel gemietet.
dosenmusik: und wie sieht dann eure zusammenarbeit aus? wie schreibt ihr neue songs?
ken: wir spielen irgendwelche riffs, die wir dann versuchen zu verbinden, dinge fallen raus, andere ideen kommen dazu, das ist alles ein kollektiver entwicklungsprozess.
dosenmusik: das heißt, jeder trägt die gleiche verantwortung?
ken: nicht unbedingt. es gibt schon ein paar von uns, die mehr an den songs schreiben und arbeiten als andere, aber wir liegen alle auf einer wellenlänge. es ist ein ganz gelockertes und freies umfeld ohne druck und stress. wir neigen zwar dazu, viel zu diskutieren, aber das ist dann eher produktiv als kontraproduktiv.
dosenmusik: du bist neben unearth noch anderweitig im musikbusiness beschäftigt - du produzierst!?
ken: richtig! ich produziere alben. irgendwas ist immer zu tun. ich bin ständig beschäftigt.
dosenmusik: ich hab vor einigen wochen eins deiner alben rezensiert, "your ghost is a gift" von ligeia.
(ein anderer meldet sich zu wort) phil: hey! ich hab da drauf gesungen!
ken: oh, cool! das ist phil von all that remains. (zeigt auf den typ neben sich) er hat da ein paar vocals beisgesteuert. sexy! (grinst)
(stimme aus einem anderen raum) wir spielen gleich eine neue runde. hey, ken! ready for mafia!?
ken: ich mach grad ein interview! komme gleich rüber!
dosenmusik: dann kommen wir jetzt am besten zu eurem neuen album "III: in the eyes of fire". ihr habt dafür mit dem typen zusammengearbeitet, der schon soundgarden, den deftones und pantera ihren unverwechselbaren sound verliehen hat. wie war die arbeit mit terry date?
ken: terry war eine neue erfahrung für uns. wir haben mit adam von killswitch engage bei den letzten 3 alben zusammengearbeitet. um ehrlich zu sein, adam ist schon ein guter produzent und wir werden sicherlich in zukunft wieder mit ihm arbeiten. wir haben ihm auch vorher gesagt, dass wir dieses mal terry date bei uns ist, aber wir wollten einfach mal etwas neues probieren. mehr rock, mehr live-orientiert und er hielt es für eine gute idee, dass wir mal etwas verändern und uns von den vielen anderen bands abheben.
dosenmusik: da kann man ja nur gespannt sein, was da auf uns zukommt! gibt es eine story zu dem titel der platte "III: in the eyes of fire"? "the oncoming storm" hat ja definitiv eine bedeutung setzt man ihn in relation zu den lyrics.
ken: ja, das hat schon einen bestimmt vibe. das neue album sollte für jeden von uns etwas besonderes werden. wir alle hatten die meinung, dass wir ein sehr hartes, sehr schnelles und aggressives album machen wollen. darauf waren wir bei unseren aufnahmen sehr fokussiert und der titel gibt genau diese stimmung wieder.
dosenmusik: in eurem letzten studio-report zeigt ihr zu beginn eine art tafel mit allem möglichen gekritzel drauf. im hintergrund läufft einer eurer neuen songs und, ganz ehrlich, der breakdown ist wahnsinnig! man hört den song nur kurz, aber wenn man sowas von eurer neuen platte erwarten kann, dann wird das ein mächtiges album.
ken: (lacht) wollen wirs hoffen! wir hatten auch noch andere titel zur auswahl - turkey tits zum beispiel.
dosenmusik: nicht dein ernst, oder!?
ken: doch. (grinst) das ist einer der vielen arbeitstitel, die wir hatten, bis wir uns dann tatsächlich etwas handfestes überlegt haben.
dosenmusik: das neue album erscheint auf metalblade records. wieso habt ihr eulogy recordings verlassen?
ken: eulogy ist ein tolles label, aber wir sind mittlerweile einfach gewachsen und wir brauchten einfach ein größeres label mit mehr möglichkeiten, um nochmal einen push zu kriegen. es gab mehrere plattenfirmen, die zur auswahl standen und metalblade ist es schließlich geworden und bisher klappt die kooperation wirklich sehr gut.
dosenmusik: aber gerade metalblade fallen in letzter zeit immer häufiger dadurch auf, dass sie allen bands einen vertrag geben, die auch nur ansatzweise was mit dem metalcore zu tun haben. findest du nicht, dass...
ken: (unterbricht mich) nein, nein, nein! metalblade haben sehr viele bands unter vertrag, die nichts mit dem metalcore genre zu tun haben. die sogenannten metalcore bands sind wahrscheinlich die, von denen die meisten was mitbekommen.
dosenmusik: das stimmt! und genau das ist doch das problem! die meisten bekommen nur das mit, was man ihnen direkt vorsetzt.
ken: ja, aber man darf nicht vergessen, dass bei metalblade so viele andere bands vertreten sind - einige tolle neue gruppen, power metal bands, heavy metal bands - das ist es doch, was wir letztlich alle machen: heavy metal! ich konnte den begriff metalcore sowieso noch nie leiden.
dosenmusik: unearth gibt es jetzt seid 1998. damals gab es diese diskussion noch gar nicht.
ken: eigentlich glaube ich, es gab damals nur eine band, die das gemacht hat, was alle heute machen und das war cave in. die haben diesen emo-gesang mit der harten musik verbunden. wir sind schon lange dabei und gehören auf jeden fall zu den ursprünglichen bands, zu den vorreitern, die dieses genre besitzt.
dosenmusik: das stimmt und eure große fanbase gibt dir recht, aber wie wollt ihr auch in zukunft aus dieser riesigen menge an bands herausragen?
ken: es gibt bands die kopieren andere und dann gibt es bands, die machen wirklich musik. ich kann mir nicht vorstellen, dass bands wie killswitch engage oder lamb of god zuhause rumhocken und sich vor angst um ihr zukunft in die hose machen oder dass irgendjemand ihr feuer klaut. sie haben diese art musik begründet. wir achten nicht auf andere bands, die jetzt un din zukunft dazukommen. wir konzentrieren uns auf unsere musik und darauf, den ursprünglichen bands und ihrer musik gerecht zu werden.
dosenmusik: ok. nach dieser tour werdet ihr in den usa auf dem ozzfest spielen. wenn ich richtig informiert bin, habt ihr in den vergangenen jahren bereits bei sounds of the underground und auch schon beim ozzfest mitgemacht. ist es das, was einer band früher oder später passiert? dass sich die dinge anfangen zu wiederholen? oder testet ihr auch mal komplett neue dinge?
ken: naja, dieses jahr unterscheidet sich schon mal komplett von den letzten jahren. allein schon weil wir nicht mehr vormittags oder nachmittags vor einer handvoll menschen spielen. wir sind nicht mehr dieser rotation ausgesetzt, die es beim ozzfest gibt. wir haben einen permanenten platz bekommen. also das ist schon mal anders. wir haben viel mehr fans dieses mal und das bedeutet mittlerweile einfach mehr, dort zu spielen.
dosenmusik: was ist mit neuen erfahrungen und ich meine komplett neue erfahrungen!? zum beispiel welche kontinente habt ihr noch nicht besucht?
ken: wir waren eigentlich schon überall. amerika sowieso, europa auch und australien und asien haben wir auch schon mal besucht. wäre schön, wenn das in zukunft mehr wird und häufiger klappt.
dosenmusik: und wie siehts mit neuen musikalischen ausrichtungen?
ken: wie auf eine snare drum zu furzen? (grinst)
dosenmusik: (lacht) ja, zum beispiel!
ken: ok, aber was meinst du genau damit?
dosenmusik: was ich damit meine ist, dass es doch andere dinge geben muss in zukunft oder wird es immer so weiter gehen, bis man es irgendwann einfach leid ist!? sicher entwickelt ihr euch weiter, aber was wird später aus unearth? oder was interessiert dich noch außer unearth? vielleicht nebenprojekte?
ken: oh, ok! trevor hat ein record label und ich bin mitglied einer anderen rockband namens burn your wishes. naja, es ist mehr oder weniger eine funband. ich mache das zusammen mit adam von killswitch engage, derek von seemless und iano, unserem tourmanager und dem ehemaligen bassisten von poison the well.
dosenmusik: geht ihr auch auf tour?
ken: bisher nicht. wir versuchen momentan unsere erste platte zu schreiben und aufzunehmen. wir haben einfach eine gute zeit zusammen.
dosenmusik: hört sich gut an. wie sieht eure setlist auf dieser tour aus? spielt ihr auch ein paar neue songs?
ken: wir richten den fokus je nach publikum schon größtenteils auf unsere hits und spielen hier und da auch mal einen neuen song.
dosenmusik: wievie zeit habt ihr? 30 minuten?
ken: wir wollten heute eigentlich ein 3 stunden set spielen (schaut in richting der anderen bands), aber die jungs haben wohl was dagegen. es sind wahrscheinlich so 25 minuten. das ändert sich aber auch von abend zu abend.
dosenmusik: (grinst) damit du jetzt wieder die jungs deiner band und der anderen bands beim mafia zocken anschreien kannst, hier meine letzte frage: was ist das beste und was ist das schlechteste daran, in einer band zu sein?
ken: das beste ist, musik zu machen, die welt zu sehen und zu erkennen, dass sich harte arbeit bezahlt macht. menschen kommen zu deinen shows und singen deine lyrics...
(singende stimme aus dem hintergrund) "singing the songs about love..."
ken: siehst du!? genau das meine ich! das bedeutet uns einfach sehr viel.
dosenmusik: und was ist die kehrseite der medaille?
ken: nun ja, das schlechteste daran, in einer band zu sein, für mich jedenfalls, ist, dass man seine familie viel zu selten sieht. sie wissen alle, dass ich sie liebe, genau wie meinen beruf, also geht das schon irgendwie in ordnung denke ich.
dosenmusik: hast du eine freundin, die zuhause auf dich wartet?
ken: naja, weißt du, ich bin hier und da in ein paar schlampen eingetaucht, aber momentan hab ich eine freundin, also mal gucken, wie das läuft. wer weiß, wahrscheinlich ist bald schluss. (lacht)
dosenmusik: das hoffe ich nicht! (lacht) ok, ich denke, damit sind wir jetzt soweit fertig.
ken: ok, vielen dank! sag allen, sie sollen das interview lesen und unsere alben kaufen!
dosenmusik: das ist hiermit geschehen! danke für das interview und viel spaß heute abend!
ken: das wünsch ich dir auch! lass es dir gutgehen!


Trevor Phipps - vocals
Buz McGrath - guitar
Ken Susi - guitar
John "Slo" Maggard - bass
Mike Justian - drums

www.unearth.tv

autor: Coney | 25.05.2006
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