Interview mit Underoath
Interview mit Aaron und Christopher im Luxor Köln am 17.09.2008 Es liegt in der Natur der Menschen, dramatische Stories zu erfinden
underoath An einem kalten Tag im September traf ich Schlagzeuger Aaron Gillespie und Keyboarder Christopher Dudley von Underoath vor ihrem ausverkauften Konzert im Luxor in Köln zu einem Interview.

Dosenmusik: Hey, ihr kommt aus Florida. Wie bewältigt ihr das kalte Wetter hier?
Aaron: Mit Jacken!
Chris: Ich hasse kaltes Wetter.
Aaron: Aber wir sind hier nicht so oft draußen. Da funktioniert das schon.
Chris: Ja, man gewöhnt sich daran.
Dosenmusik:Ihr seid sehr erfolgreich in den USA. Die Show heute ist zwar ausverkauft, allerdings ist das hier eher ein kleiner Club. Müsst ihr euch etwas umstellen, wenn ihr außerhalb der Staaten spielt?
Aaron: Nein, es ist alles völlig gleich.
Chris: Das ist alles das Selbe, Mann. Dosenmusik:Ihr spielt dort also auch in kleinen Clubs?
Aaron: Naja, nein, nicht mehr. Aber am Ende spielst du ja doch die gleichen Songs. Du steckst die gleiche Mühe rein, egal wie viele Leute kommen, wo immer du bist. Egal ob kleiner Club oder großer Club, ob USA oder Europa.
Dosenmusik: Euer neues Album heißt "Lost In The Sound Of Separation". Was ist eurer Meinung nach das wichtigste Thema, das es behandelt?
Aaron: Ich denke, dass Menschen viele Probleme und Ärger in ihrem Leben haben. Aber sie kämpfen und geben ihre Hoffnung nicht auf. Aber das ist meine persönliche Ansicht. Es ist mir sehr wichtig, dass wenn ich Lyrics schreibe, die Leute die Dinge darein interpretieren können, die sie wollen.
Dosenmusik: Reflektiert das Album eine gewisse Episode eures Lebens?
Aaron: Ja. Die letzten beiden Jahre. Alles was wir durchgemacht haben. Ich glaube insgesamt zeigt es unsere lezten beiden Jahre recht gut.
Dosenmusik: Viele Leute haben erwartet, dass ihr ein weiteres "Pop-Album" wie "They're Only Chasing Safety" veröffentlicht. Warum habt ihr den riskanteren Weg gewählt und euch musikalisch eher an "Define The Great Line" orientiert?
Chris: Das war einfach, wie es aus uns herauskam. Als wir damals "We're Only Chasing Safety" veröffentlicht haben, wurde gesagt, es sei ein Pop-Album, aber das hatten wir nie vorgehabt! Und diesmal ist es genau das gleiche. Wir haben uns nie vorgenommen, ein Pop-Album zu veröffentlichen und riesengroß rauszukommen.
Dosenmusik: Man sagt, dass dieses Album das emotionalste und wütendste ist, das ihr jemals veröffentlicht habt..
Aaron: Da stimme ich zu.
Chrid: Ich auch. Ich mag es.
Dosenmusik: Ihr habt das Album wieder mit Adam von Killswitch Engage produziert. War es anders mit ihm zu arbeiten, jetzt wo ihr euch besser und länger kennt?
Chris: Wir sind alle zufrieden. Er ist immer noch derselbe, wir sind immer noch die selben. Es passt gut, da gab es keine großen Veränderungen.
Dosenmusik: Wer kam auf die Idee zu "septembeard.com", der Website, auf der ihr eure Fans dazu aufgerufen habt, sich bis zur Veröffentlichung des Albums Bärte wachsen zu lassen?
Chris: Es war ein Mitarbeiter unserer Plattenlabel. Es war also keine direkte Idee von uns. Er hat uns vorgeschlagen, das zu machen und wir sagten "Ja, cool, das machen wir."
Dosenmusik: Und du hast deinen Bart nocht?
Chris: Haha, nein, inzwischen ist er wieder abrasiert.
Aaron: Und ich habe da nicht mitgemacht.
Dosenmusik: Panic At The Disco haben eine ähnliche Aktion gestartet. Ihre Fans sollten sich Oberlippenbärte ankleben und Fotos davon machen...
Chris: Echt? Wann haben sie das gemacht?
Dosenmusik: Anfang des Jahres, bevor sie ihr neues Album veröffentlicht haben.
Chris: Oh! Das wusste ich gar nicht.
Dosenmusik: Okay, ich dachte es sei jetzt trendig, so eine neue Haarkultur zu betreiben.
Chris: Haha, nein ich weiß nicht.
Dosenmusik: Aaron, du hast eine andere Band gegründet...
Aaron: Lass uns jetzt nicht darüber reden.
Dosenmusik: Nagut. Underoath besteht seit zehn Jahren. Habt ihr das gefeiert?
Chris: Es fühlt sich nicht nach zehn Jahren an.
Aaron: Es sind auch nicht wirklich zehn Jahre. Ich bin schließlich der einzige, der auch wirklich seit Anfang an dabei ist. Ich habe mir selbst einen Kuchen gebacken.
Dosenmusik: Es gab eine Menge negative Berichte und Gerüchte über euch in der Presse...
Aaron: Wenn es darüber ist, dass ich schwul bin: Es stimmt nicht. Nein, also ich habe keine Ahnung wovon du redest.
Dosenmusik: Dass ihr euch auflöst, Drogenprobleme habt, etc.
Chris: Es lustig zu sehen, was sich Leute ausdenken, wenn nichts da ist. Es ist lustig.
Dosenmusik: Meinst du, dass sich die Leute immer die Skandale rauspicken und darüber berichten wollen?
Chris: Auf jeden Fall! Es liegt in der Natur der Menschen, dramatische Stories zu erfinden. Es gab Zeiten, in denen wir Probleme hatten, aber das ist eine lange Zeit her.
Dosenmusik: Nehmt ihr diese Berichte mittlerweile etwas mehr mit Humor? Ihr hattet da zum Beispiel die "We believe in dino-tours" in den USA...
Chris: Ja genau. Es war lustig, wir haben mit NOFX auf einem Festival gespielt. Und dann meinte ihr Sänger, wir würden nicht an Dinosaurier glauben, weil wir Christen sind. Dann haben wir uns dazu entschieden, diese T-Shirts zu machen, auf denen stand "We believe in dinos". Es war alles ein großer Witz.
Dosenmusik: Du hast gerade erwähnt, dass ihr eine christliche Band seid. Hattet ihr jemals Erfahrungen mit Gott, während ihr Musik macht?
Aaron: Ich denke, Gottes Geist ist überall. Ich fühle ihn immer, egal ob ich alleine in meinem Zimmer oder auf der Bühne bin. Aber ich hatte noch kein brennendes-Busch-Erlebnis oder so etwas.
Dosenmusik: Du bist das einzige Mitglied, das seit Beginn in der Band ist. Wie ist es, so viele Mitglieder kommen und gehen zu sehen?
Aaron: Das ist schwer zu beschreiben, weil sich die Band auf so unterschiedliche Weisen verändert hat. Richtig angefangen hat es ja auch noch nicht 1998, sondern erst 2003. Seitdem fühle ich mich erst wirklich richtig in der Band.
Dosenmusik: Wann habt ihr damit angefangen, eure Instrumente zu spielen?
Aaron: Als ich drei war, bei meiner Mutter zu Hause.
Dosenmusik: Da hast du dein erstes Drumset bekommen?
Aaron: Ja, ein Fake-Drumset.
Chris: Ich fing an, als ich fünfzehn war. Ist noch nicht so lange her. Dosenmusik: Okay, möchtet ihr noch zum Abschluss etwas besonderes sagen?
Aaron: Vielen Dank für das Interview.
Chris: Eure Coke hier in Glasflaschen ist großartig! Ich wünschte, die gäb es auch bei mir zu Hause.
Dosenmusik: Aber die kommt doch aus den USA, habt ihr da keine Glasflaschen?
Aaron: Nein, nicht wirklich.
Chris: Es ist verdammt schwer, die zu bekommen.
Dosenmusik: Echt? Warum?
Chris: Wenn ich das wüsste! Es ist echt komisch, weil Coke so viel besser aus Glas als aus Dosen oder Plastikflaschen schmeckt.
Dosenmusik: Wir haben nicht mehr so viele Dosen hier.
Aaron: Wirklich? Das ist verrückt.
Dosenmusik: Ja, weil hier seit ein paar Jahren Pfand auf Dosen eingeführt wurde, da lohnt es sich wohl nicht mehr so.
Chris: Das sollten wir auch mal einführen.
Aaron: Das wäre echt mal eine gute Idee...
Dosenmusik: Nagut, also vielen Dank für das Interview und viel Spaß heute Abend!

Gesang: Spencer Chamberlain
Gitarre: Timothy McTague
Gitarre: James Smith
Bass: Grant Brandell
Schlagzeug, Gesang: Aaron Gillespie
Keyboard: Christopher Dudley

www.underoath777.com

Autor: panic-at-my-disco | 30.09.08
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