Interview mit Tribute To Nothing
Interview mit Samuel Turner im Circus Maximus Koblenz am 25.3.08 Es nicht schlecht mit einer der besten existierenden Punkbands verglichen zu werden.
Tribute To Nothing In einem kleinen Koblenzer Club trafen wir uns mit dem Sänger der bereits seit 1992 bestehenden Band "Tribute To Nothing". Nach einem ausführlichen Lob des deutschen Bieres begann er mit diesem in der Hand unsere Fragen zu beantworten.

Dosenmusik: Hey Sam, wie geht es dir?
Samuel: Sehr gut! Nur ein bisschen müde. Wir sind gerade aus Berlin gekommen.
Dosenmusik: Wie war die Show dort?
Samuel: Wirklich gut.
Dosenmusik: Sieht so aus, als würdet ihr mehr Shows in Deutschland als in eurer Heimat spielen.
Samuel: Ja das stimmt. Wir haben etwa seit einem Jahr nicht mehr in England gespielt, wir waren einfach schon zu oft da. Aber im Juni werden wir wieder dort unterwegs sein und im Sommer auf ein paar Festivals spielen.
Dosenmusik: Ihr seid eine der am längsten bestehenden Bands in ganz Worcesterhire. Seid ihr stolz darauf?
Samuel: Oh ja. Aber vermutlich liegt das daran, dass alle anderen Bands aufgegeben haben.
Dosenmusik: Was ist deiner Ansicht nach dafür verantwortlich, dass ihr nun so viele Jahre lang in dieser Formation besteht, außer dass drei von euch Brüder sind?
Samuel: Das hat viel damit zu tun. Deinen Brüdern und Schwestern kannst du sagen was du denkst. Gibt es eine Auseinandersetzung ist das in zehn Minuten erledigt. Wir kennen uns mittlerweile so gut, sind auf Tour den ganzen Tag zusammen, sehen uns ständig, schlafen in den gleichen Hotelzimmern und so weiter. Da hilft es, dass wir verwandt sind und auch Kris schon seit zwölf Jahren kennen.
Dosenmusik: Gibt es da nicht auch Zeiten, in denen ihr euch auf die Nerven und für eine Weile aus dem Weg geht?
Samuel: Jeder, mit dem man so viel Zeit verbringt, geht einem auf Dauer auf die Nerven. Nur haben wir auch die selben Freunde, trinken in den gleichen Bars und sehen die gleichen Leute. Da ist es manchmal schwer voneinander wegzukommen.
Dosenmusik: Macht es dich traurig, junge Bands zu sehen, die nur kurz aber dafür sehr viel mehr Erfolg haben als ihr?
Samuel: Egal was du tust, da ist immer jemand, der es besser macht oder zumindest mehr Erfolg damit hat. Aber berühmt zu werden, war auch nicht der Grund, warum wir in einer Band spielen wollten. Wir wollten nur Musik machen und Spaß haben.
Dosenmusik: Ist das auch der Grund, warum ihr bei einem Indie-Label geblieben und trotz Angebote nicht zu einem Major-Label gewechselt seid?
Samuel: Richtig! Als wir früher einmal bei einem Independent-Label unter Vertrag waren, wurde es von einem großen Label aufgekauft. Die haben eine Menge Scheiße mit uns gemacht. Deswegen haben wir uns gesagt: Nie wieder.
Dosenmusik: Wolltet ihr das auch mit dem Titel eures neuen Albums "Breathe how you want to breathe" ausdrücken?
Samuel: Ja. Es geht darum, dass du genau das tun sollst was du willst. Niemand kann dich besitzen. Mach einfach das Beste aus deinem Leben.
Dosenmusik: Ihr klingt darauf viel melodischer als vor drei oder vier Jahren. Wie kam es zu dieser Veränderung?
Samuel: Wir haben niemals darauf bestanden melodisch zu klingen. Vielleicht sind wir einfach besser darin geworden Songs zu schreiben. Es passierte einfach.
Dosenmusik: Wie reagiert ihr auf die Vorwürfe alter Fans, die behaupten, ihr hättet den Stil gewechselt um mehr Alben zu verkaufen?
Samuel: Wenn das stimmt, dann hat es nicht funktioniert. Ich denke einfach, wenn man schon so lange in einer Band spielt und immer den gleichen Stil beibehält, fängt es an zu langweilen. Als Musiker willst du auch mal etwas Neues ausprobieren. Wir hatten nie vor, ein melodisches Album zu schreiben. Wir machen es einfach und sehen was passiert.
Dosenmusik: Was sagst du über die Bezeichnung "Emo" die manche Kritiker benutzen, um euren Sound zu beschreiben?
Samuel: Als wir mit der Band angefangen haben, wurden wir als "Hardcore" gelabelt. Damals, in den späten Achtzigern, Anfang der Neunziger, waren noch Bands wie Fugazi "Emo". Aber heute sind das zum Beispiel My Chemical Romance. Wir fühlen uns nicht so, wir sind eher eine Punkrock-Band.
Dosenmusik: Ärgert euch der ewige Vergleich mit Hot Water Music?
Samuel: Es ärgert mich nicht wirklich. Als wir angefangen haben, hat mich die Band nicht interessiert. Aber seit zwei, drei Jahren denke ich wirklich, dass Hot Water Music großartig ist. Es nicht schlecht mit einer der besten existierenden Punkbands verglichen zu werden.
Dosenmusik: Vor zehn Jahren habt ihr euer eigenes Label "Lockjaw Records" gegründet. Leitet ihr es immer noch selbst?
Samuel: Nein, wir haben leider nicht mehr die Zeit dazu. In England konnten wir uns darum kümmern, aber nicht mehr, als wir angefangen haben, in Europa zu touren. Aber wir haben noch Kontakt zu den Leuten, die es jetzt leiten.
Dosenmusik: Was für Voraussetzungen muss deiner Ansicht nach eine Band haben, um einen Vertrag bei Lockjaw zu bekommen?
Samuel: Es gibt keinen bestimmten Stil. Wenn wir eine Band mögen und sie gut ist dann nehmen wir sie gerne. Aber keine Band ist perfekt, die richtige Einstellung ist wichtig. Lockjaw ist nur ein kleines Label, wenn du also ein großer berühmter Rockstar werden willst, dann ist es das falsche.
Dosenmusik: Gibt es einen Insider-Tip, irgendeine Band bei eurem Label, die wir uns anhören sollten?
Samuel: Thisfamiliarsmile. Die waren letzten November mit uns auf Tour und sind echt super.
Dosenmusik: Bei einem Konzert in Köln hatte dein Bruder einen Unfall. Was ist passiert?
Samuel: Er stand hinter mir, ich kam mit meiner Gitarre nach unten und habe sie ihm in den Kopf gehauen. Er verlor das Bewusstsein und musste ins Krankenhaus. Wir hatten erst drei Songs gespielt!
Dosenmusik: Ja, es war schade, dass ihr so früh aufgehört habt.
Samuel: Das war grässlich. Wir hatten uns so auf diese Show gefreut, weil es die erste mit Boysetsfire war. Und dann passiert sowas...
Dosenmusik: Aber es geht ihm wieder gut, oder?
Samuel: Ja, er ist wieder in Ordnung.
Dosenmusik: Das ist ja die Hauptsache. Vielen Dank für das Interview!

Guitar/Vocals: Samuel Turner
Guitar: Kris Stammer
Bass: Jim Turner
Drums: Ben Turner

www.tributetonothing.com

Autor: panic-at-my-disco | 27.3.08
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