Interview mit Three
E-Mail Interview mit Sänger Joey im Juli 2007 Als Coheed einen Proberaum brauchten, stellten wir ihnen unseren Platz ein Jahr lang jeden Samstag zur Verfügung.
Three Dosenmusik: Euer neues Album heißt "The end is begun". Sieht ganz danach aus, als ob ihr ziemlich dunkle Zukunftsaussichten habt...
Joey Eppard: Ja, auf den ersten Blick wirkt es eher dunkel. Aber jedes Ende ist ein neuer Anfang, das ist eine Sache der Interpretation. Die Wahrheit ist, wir sind gewissermaßen kurz vor einem Ende. Wir müssen das sein. Wir können auswählen, den Kreislauf der Gewalt, nutzlosen Leides und den Verbrauch der Ressourcen unserer Erde zu beenden. Oder wir entscheiden uns dafür, zu erlauben, dass das Ende uns aufbraucht. Beide Male müssen wir aber mit den Konsequenzen unserer Aktionen oder Nicht-Aktionen leben. Wir beschließen ob das Ende gut oder schlecht ist. Dieses Album ist ein Mischling aus der Melancholie und der Hoffnung, die aus den Aschen unserer Selbstzerstörung und unseren Selbstbetrugs aufsteigt. Ich denke, die letzte Zeile des letzten Liedes fasst das am besten zusammen: "It’s the last day of the world, all the stars fired up to unfurl. Gonna meet you in the space within. You and I, we’ll race the light and win."
Dosenmusik: Was sind die größten Unterschiede zwischen eurem ersten Album "Wake Pig" und "The end is begun"?
Joey Eppard: Glaub's oder nicht, obwohl "Wake Pig" unsere erste weltweite Veröffentlichung ist, ist es nicht unser erstes Album. 2000 veröffentlichten wir "Paint by Number" und 2003 erschien "Summer Camp Nightmare". Ich produzierte, konstruierte und mischte "Wake Pig" alleine, während wir "The End is Begun" zusammen als eine Band produzierten, und einen Techniker für die Aufnahmen anheuerten. Abgemischt wurde es von Toby Wright. TEIB hat einen größeren Sound als Pig. Wir haben zurück an die Zeiten der Schallplatten gedacht, mit ihren zwei Seiten verschiedener Stimmungen. So schlägt das Album ab dem siebten Track, Been to the Future", eine völlig andere Richtung ein.
Dosenmusik: Eure Musik wird offensichtlich von Coheed and Cambria beeinflusst. Wie würdest du eure Beziehung zu ihnen beschreiben?
Joey Eppard: Ich muss manchmal lachen wenn wir diese Frage gestellt bekommen. Ja, Coheed and Cambria hatten über Jahre hinweg eine sehr positive Auswirkung auf unsere Musik, aber der Einfluss ist beiderseitig. Ich erinnere mich, wie sie vor langer Zeit Shows für uns eröffnet haben (unter dem Namen Shabutie and Leader 1). 3 ist das ältere Coheed. Unser erstes Album "Paint by Number" wurde 1998 aufgenommen. Ich bin mir sicher, wenn es jetzt erst erscheinen würde, würden Leute denken, dass es ebenfalls stark von Coheed beeinflusst wurde. Als Coheed, damals noch unter dem Namen Shabutie, ihren Schlagzeuger verloren, worben sie den Schlagzeuger von 3, meinen Bruder Josh, an. Als Coheed einen Proberaum brauchten, stellten wir ihnen unseren Platz ein Jahr lang jeden Samstag zur Verfügung. In der ersten Zeit war es für uns finanziell schwierig zu touren, weil wir ein paar Jahre älter waren und nicht mehr unter den Dächern unserer Eltern lebten. Deswegen blieb unsere Band so lange im Geheimen. Coheed war, wie auch immer, in der Lage schonungslos zu touren und ihre Fan-Basis explodierte.
Zu sehen, wie sie buchstäblich vom Proben in meinem Wohnzimmer auf den Bildschirm des Fernsehers sprangen reichte aus, um uns zum Durchhalten anzuregen.
Dosenmusik: In euren Liedern gibt es immer sehr lange und starke instrumentale Parts aber auch viele unterschiedliche Gesangsteile. Was ist schwieriger und was aus deiner Sicht wichtiger?
Joey Eppard: Ich denke, die Balance zwischen den beiden ist das Wichtigste. So weit wie schwierig, die menschliche Stimme hat weder Bünde noch Stimmgeräte. Du musst in einer guten körperlichen Verfassung sein, damit die Stimme sauber arbeiten kann. Das macht das Singen zum schwierigsten Teil.
Dosenmusik: Wie schreibt ihr Lieder?
Joey Eppard: Die besten scheinen sich selbst zu schreiben. Für dieses Album habe ich mit einigen akustischen Demos angefangen, ein paar waren gut entwickelt, andere eher etwas roh. Wir hörten sie uns als Band an und wählten die Ideen aus, die für das, was wir in dieser Zeit fühlten, am besten passten. Der nächste Schritt war die Vor-Produktion, bei der wir hauptsächlich das Aufnehmen der Songs übten. Hierbei trafen wir die Entscheidungen über die Anordnung und den Aufbau. Als wir dann feste Demos der ganzen Band entwickelt hatten, nahm ich sie mit nach Hause und perfektionierte den Gesang, die Melodien und die Lyrics.
Dosenmusik: Erzähl uns, wie ihr zusammen gefunden habt.
Joey Eppard: 3 begann 1993 im Untergeschoss des Hauses meiner Eltern. Ich und Bassist Chris Bittner co-produzierten alle damaligen Coheed and Cambria Aufnahmen. Wir brauchten einen Schlagzeuger, also schoben wir eine Snare vor meinen kleinen Bruder Josh und es klickte. Wir waren zwar Kinder aber wir waren sehr ernst in dem was wir machten. Unser Start war es, als Opener für eine ausgezeichnete New Yorker Pogressive Punk Band namens Peacebomb zu spielen. Ihre Kreativität und spontanen Live Shows inspirierten sehr viel des frühen 3 Materials. Wir entwickelten schnell eine feste lokale Fan-Basis und das Ansehen dafür, Musik zu spielen, die als sehr anspruchsvoll für eine so junge Gruppe Musiker galt. Wir tauschten Arbeitsstunden gegen Zeit im Studio um die Demos zu machen, die endlich zu unserem ersten Deal mit Universal führten. Wir waren auf dem halben Weg der Arbeiten zu unserem ersten Albums "Paint By Number", als uns eine Unternehmensfusion links liegen ließ: Sie warfen jeden Künstler raus, der keine 150.000 Platten im Jahr verkauft hat. Da wir noch nicht einmal unser erstes Album fertig gestellt hatten, hatten wir keine Chance. Das war ein vernichtender Schlag der nur kurz nach der ersten Inkarnation 3 auflöste. Josh hörte auf, Schlagzeug zu spielen und Chris ging als Praktikant zurück zu dem Studio, in dem wir arbeiteten. Nach einiger Zeit in der nichts passierte, verwandelte ich meinen Frust in den Entschluss, mit dem Projekt vorwärts zu kommen.
In den folgenden Jahren stellte ich eine neue Band zusammen und veröffentlichte einige Alben bei Planet Noise Records. Mittlerweile brauchten unsere guten Freunde Coheed and Cambria, die zu dieser Zeit noch unter dem Namen "Shabutie" bekannt waren, einen Schlagzeuger und fragten meinen Bruder, der nach zwei Jahren Pause wieder damit angefangen hatte, Schlagzeug zu spielen. Sie unterschrieben einen Vertrag mit Equalvision und gingen auf Tour, mit schnell wachsender nationaler Bekanntheit.
In 2004 hatte ich schließlich mein erträumtes Line-Up zusammengestellt, darunter auch Mitglieder der Band, die 3 in den frühen Tagen beeinflusst hat: Peacebomb. Das Projekt war zu einem vollen Kreis geworden, mit einer gereiften Rückkehr zu unseren progressiven Wurzeln. Mit dem neuen Team nahmen wir die Sache selbst in die Hand, wir errichteten ein Studio und nahmen "Wake Pig" auf, unser erstes selbstproduziertes MetalBlade Records Debüt.
Dosenmusik: Warum habt ihr den einfachen Namen "Three" gewählt?
Joey Eppard: 3 ist ein Konzept. Wir leben in einer 3-dimensionalen physischen Raum, auf dem dritten Planet von der Sonne, nehmen die Zeit als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wahr, in einer Form die aus Geist, Körper und Seele besteht. 3 ist der Höhepunkt der Triangel, die Erhabenheit unserer dualistischen "Gut gegen Böse"-Sichtweise des Lebens.
Dosenmusik: Für die Leser, die euch nicht kennen: Beschreibe eure Band in drei Worten.
Joey Eppard: Three: Original. Melodisch. Progressiv.
Dosenmusik: Was sind eure eigenen liebsten Künstler?
Joey Eppard: The Beatles, Led Zeppelin, Stevie Wonder, Elliot Smith, Imogen Heap and Rudolph Steiner.
Dosenmusik: Wann können wir erwarten, euch hier in Europa auf Tour zu sehen?
Joey Eppard: So wie es bis jetzt aussieht werden wir mit Porcupine Tree und dann Dream Theater touren, in den USA und dann auch in Europa. Wahrscheinlich im Herbst, und ebenso im neuen Jahr.


Joey Eppard - vocals, acoustic and electric guitars
Chris Gartdrumm - drums and backing vocals
Billy Riker - guitars, strange effects
Joe Stote - percussion, keyboards
Daniel Grimsland – bass

www.theband3.com

autor: panic-at-my-disco | 21.07.2007
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