Interview mit The Dillinger Escape Plan

Interview mit Liam Wilson im Schlachthof am 24.03.2008 Zum Beispiel meine Mutter, nicht das ich Alben für meine Mutter mache, aber sogar ihr gefällt das Ire Works.
The Dillinger Escape Plan Während des Gigs von Stolen Babies, hatten wir Gelegenheit mit Bassist Liam Wilson von The Dillinger Escape Plan ein sehr langes und überaus witziges Gespräch zu führen.

Dosenmusik: Wie gefällt dir denn die Tour bisher?
Liam: Die Tour ist super, wir hatten noch nie so viel Zeit während einer Tour wie bei dieser. Und außerdem kommen wir in Städte zurück die wir schon kannten. Und alles ist viel größer, wir hätten nie gedacht, dass die Karten so schnell weggehen.
Dosenmusik: Diese Show heute war schon knapp einen Monat vor beginn ausverkauft.
Liam: Ist das nicht unglaublich, wow. Das erinnert mich an eine Szene auf der Tour. Greg dreht sich zu mir um und mein, sag mal seit wann sind wir eine richtige Band geworden?!
Dosenmusik: Hattet ihr das vorher nicht erwartet? Ihr seid immerhin schon lange im Geschäft.
Liam: Nein nicht wirklich wir versuchen immer unsere Erwartungen so gering wie möglich zu halten. Wir sind zwar keine Pessimisten, wir wissen schon, dass wir uns nicht verschlechtern werden. Wir denken es wird bestimmt genauso gut wie früher und wenn wir uns dann verbessern ist es umso überwältigender. Und es spornt uns ja auch an, wir wollen unser Level halten und nicht für die nächsten 5 Jahre dann irgendwie nur so dahin dümpeln.
Dosenmusik: Ihr seid heute mir Poison The Well auf Tour, davor gabs eine kleine Show mit Coheed and Cambria und als ich euch das erste mal gesehen hab, wart ihr mit System Of A Down zusammen auf Tour. Das sind ja nun komplett verschiedene Richtungen sucht ihr euch das bewusst aus?
Liam: Entweder ist es unsere Wahl oder, im Falle von System Of A Down war es natürlich deren Wahl. Genauso bei Coheed und AFI, wir achten schon drauf das wenn wir bei einer Tour dabei sind nicht nur ein Lückenfüller sind. Außerdem willst du ja nicht mir 5 Bands spielen die genauso klingen wie deine Band. Ich mein klar das darf man nicht übertreiben ich würd jetzt nicht mit einer Folkband die Bühne teilen, aber Squarepusher, das wäre genial oder Slayer oder Blonde Redhead, ich will mich da auch nicht zu sehr auf ein Genre festlegen. Ich hoffe einfach, dass es bei einem Konzert um die Musik geht. Außerdem bringen irgendwelche Typen ihre Freundinnen mit auf Konzert und die hassen unsere Platte aber sollen ja trotzdem unterhalten werden.
Dosenmusik: Und dafür hab ihr diesmal Poison The Well und Stolen Babies dabei?
Liam: Bei Stolen Babies ist das mehr die eine Hand wäscht die andere Geschichte. Wir haben nachgefragt ob sie mit der Tour einverstanden sind und ob sie Bock darauf haben. Bei Poison The Well ist es dann eher, wer ist frei wer will es machen und wo wir auch wissen das es keine Arschlöcher sind. Ich meine wir sind sogar ein einem Punkt wo wir auch ohne Support überleben könnten. Aber wir haben dann unsere Liste von verschiedenen Bands die wir kennen mit denen wir vorher auf Tour waren und wo wir wissen das klappt. Vielleicht ist die Band die auf der Tour mit dabei ist, dann nicht unsere erste Wahl gewesen aber viele Bands die wir gern mitgenommen hätten, passen terminlich nicht in die Tour.
Dosenmusik: Kommen wir mal zu eueren Memberkarusell.
Liam: Ja ich glaub wir sind bei 11, aber Poison The Well sind bei 34 oder so. (lacht)
Dosenmusik: Der letzte war ja eher tragischer Natur, wie geht eine Band damit um?
Liam: Er war mehr schockierend. Genauso wie jeder andere auch, man nimmt sich eine Woche Pause, man fragt durch seid ihr noch dabei wollen wir die Band weiter am leben erhalten. Man macht einfach weiter, klar denkt man im ersten Moment, scheiße, aber dann geht's weiter du rufts Leute an die du kennst und es geht einfach weiter. Nach ein paar Wochen wussten wir, dass wir das Album fertig bekommen, wussten zwar noch nicht ob Chris wieder mit auf Tour gehen kann aber darüber wollten wir später nachdenken. Erstmal dann ums Album kümmern. Denn beim touren kommt es dann wieder auf andere Sachen an. Ich meine ich würde nie einen Drummer mitnehmen der super geil an den Drums ist aber auf ner Tour nicht funktioniert. Dann nehme ich lieber einen der nicht so genial am Schlagzeug ist aber dafür auf der Tour mit der Band harmoniert. Klar das mit Chris war immer ein Thema damals. Und jeder sagte man das ist so tragisch aber die waren halt nicht in der Band. Für uns war es manchmal sehr schwierig und als Chris dann weg war. Fielen uns auch Steine von den Schultern, mit Chris gabs viel Negativität in der Band oder seltsame soziale Momente. Er hatte immer diese "Comand And Conquer" Mentalität, wenn er mit mir gesprochen hat, hat er über Ben abgezogen und so was braucht man einfach nicht in einer Band. Weil dann hatte ich was gegen Ben war eigentlich gar nicht wirklich existiert hatte. Und so ne scheiße brauche ich echt nicht ich will einfach meinen Bass spielen und mehr nicht.
Dosenmusik: Noch eine Frage zu eurem neuen Drummer Gil, der war vorher bei den Stolen Babies?
Liam: Nee, der ist bei den Stolen Babies und bei uns, der spielt gerade. Er spielt heute Abend zwei Sets.
Dosenmusik: Euren letzten Drummer habt ihr ja sozusagen an Coheed and Cambria verloren, gibt's da jetzt Rivalitäten?
Liam: Wir waren mit denen ja für 4 Shows auf Tour und ganz ehrlich wir mögen sie nicht besonders. Das wichtige war für uns war, wie Chris vorher über die Band gesprochen hat. Für uns waren sie nie wichtig, sie waren nicht mal auf unserem Radar. Ich denke jede Band hat diesen leichten Ergeiz besser zu sein als andere Bands. Und wenn Chris jetzt lieber bei denen spielen will, soll er sich sein Ding durchziehen. Mich kümmerts relativ wenig. Wenn du all deinen Drummer Kollegen zeigen willst, dass es besser ist ein gutes Gehalt zu bekommen als Spass zu haben, das ist seine Entscheidung, die akzeptiere ich aber ich unterstütze sie nicht, weil ich ganz anders Denke. Ich brauche keinen Luxus ich will das machen was mir Spass macht.
Dosenmusik: Wie fühlst du dich eigentlich weil alle anderen jetzigen Bandmitglieder sind ja später als du eingestiegen, wenn du ältere Songs spielst?
Liam: Das stimmt ich bin jetzt seid 8 Jahren dabei uns somit das älteste Bandmitglied aber kein Gründungsmitglied. Vor 7 Jahren war das vielleicht noch ein anderes Gefühl aber mittlerweile denke ich, dass ich mit die Bands zueigen gemacht habe. Es fühlt sich schon so an als das es mein Baby ist. Aber ich suche natürlich noch immer nach meinen Momentum, wenn du auf der Bühne stehst hast du nur diesen einen Take. Ich hoffe und wünsche mir, dass ich es einmal hinbekommt auf der Bühne so anzugehen, das es sich anhört wie auf der Platte. Das ist noch immer mein größtes Ziel. Und dieses Ziel teilst du mit 4 anderen Leuten auf der Bühne die das auch erreichen wollen. Klar am Anfang kam es mir vor als würde ich Coversongs spielen, obwohl ich die alten Sachen wirklich drauf hatte. Aber ich hab alles mitgemacht mit der Band, als ich dabei war wurde unsere Fangemeine größer und so weiter. Klar hab ich am Anfang auch Fehler gemacht und dann waren die Jungs sauer auf mich und ich hatte Angst jetzt werde ich rausgeschmissen. Aber nach einer weile hat sich das eingespielt, die Fans haben mich akzeptiert und ich konnte mich wirklich die in die Band Miteinbringen. Und jetzt ohne Chris ist noch das ganze Drama weg und die Band funktioniert einfach besser, da wir aufeinander zugehen und drüber sprechen was passiert. Wenn einer in der Band ein Problem hat, dann sagt er das und genauso verhalten sich auch unsere neuen Bandmitglieder.
Dosenmusik: Kommen wir mal zur aktuellen Platte. Mit Ire Works habt ihr eure Musikalischen grenzen noch weiter ausgedehnt, ihr habt nun auch elektronische Sachen mit drin. Ist es eigentlich ein Ziel der Band möglichst viele Musikrichtungen zu vereinen?
Liam: Nein ich denke nicht, es ist nicht so das wir alles in einen Topf werfen und schauen was dann dabei rauskommt. Wir haben noch nie einen Surf-Part in einem Song gehabt oder Nickelback geht grad ab wir brauchen einen Countrysong. Wir schauen eher was wir haben und lassen es einfach wachsen. Außerdem wollen wir uns ja musikalisch nicht in eine Ecke stellen lassen. Ich will nicht auf eine Musikkarriere wie die von Slayer zurückblicken, die können nix anderes spielen. Ich will nicht in 10 Jahren sagen, man ich hab keine Heavy Riffs mehr. Von daher ist es nie so berechnend das wir sagen so jetzt müssen wir in diese oder jene Richtung was aufnehmen. Das passiert nicht einmal mit den harten Sachen. Es ist nicht so das wir sagen, scheiße wir brauchen noch einen neuen "Basher" so nennen wir das. Klar die kommen dann manchmal auf und wir wollen dann noch so einen Basher mit aufnehmen. Aber am ende suchen wir uns die 10 besten Songs raus. Daher entsteht alles ziemlich natürlich denke ich. Außerdem haben wir keine Angst auch mal Dinge auszuprobieren, wie zum Beispiel das mit der elektronischen Musik. Denn vieles entsteht ja daraus. Du hast erstmal ein Muster in deinem Programm was einen einfach Rhythmus vorgibt. Und dann versuchst du diesen Rhythmus der im Computer durch ein paar Knopfdrücke entsteht in einen Drumbeat umzusetzen. Dann kommen Gitarren dazu und so weiter. Und manchmal ist es einfach so, dass du es dann elektronisch lässt, als kleines Hörbonbon.
Dosenmusik: Also kann man "Fix Your Face" als Basher bezeichnen. Da hab ihr ja mit eurem alten Sänger zusammen gearbeitet, wie war das?
Liam: Ja genau ein richtiger Basher. Ich hab gar nicht mit ihm zusammen gearbeitet. Greg und ich waren die letzten die zum Album was aufgenommen haben. Das hat er alles mit Ben gemacht. Normalerweise ist es so das der Bass vor den Vocals kommt manchmal auch andersrum was für mich denn seltsam ist. Denn normalerweise schweiße ich alles zusammen und besonders interessant wird es wenn man elektronische Elemente mit in den Songs hat, dann muss ich mich nicht immer nach der Kickdrum oder der Rhythmusgitarre richten sondern kann einfach das elektronische aufgreifen und da was spielen. Auch wenn man das nachher beim Mix nicht mehr wirklich hört, ich weiß dass es da ist. Daher war diese Aufnahme besonders gut, denn ich hab alles zusammengeschweißt genauso wie das ein Bassspieler immer machen sollte. Was Dimitri angeht, Ben ist nach Hause geflogen und hat an Pianosachen gearbeitet zu Mouth Of Ghost, wir hatten dann immer nur E-Mail Kontakt, weil wir in Kalifornien waren zum aufnehmen. Das kam einfach so, wir wollten uns eh Treffen das er was macht, das war schon so angedacht aber alles sehr schwammig. Und irgendwie hat es Ben dann geschafft nen Mikro aufzutreiben und hat einfach was aufgenommen. Von daher war es keine so große Reunion wie man sich das vielleicht denkt. Sondern für den Song hats einfach gepasst. Wir haben uns eh alle vorher auf einer Hochzeit gesehen, da war wirklich jeder vor Ort bis auf Chris. Wir sind schon sehr familiär, Adam war während den Ire Works aufnahmen mal im Studio mit uns und damals als die Geschichte mir Chris losging und wir uns ständig E-Mails deswegen geschrieben haben, war jeder im CC auch die früheren Bandmitglieder sogar unser früherer Manager, wir sind schon darauf bedacht das alles sehr familiär zu halten. Und viele Fans sehen das ja nicht so, die denken dann er ist zurück weil er auf dem Album ist. Für uns war er nie weg, er hat seine Familie und wir haben die Band aber da besteht weiterhin Kontakt.
Dosenmusik: Ich hab mir damals euren Stream angehört, fürs Review von Ire Works. Ihr beginnt mit zwei Bashern und dann kommt Black Bubblegum. Warum dieser plötzliche "Umbruch"?
Liam: Nunja das ist alles wohl überlegt. Zuerst haben wir Fix Your Face, was wirklich ein grandioser Opener ist. Danach Lurch, der einfach als Folgesong dahin muss. Außerdem wollten wir damit klarstellen woher wir kommen und den Fans auch zeigen, dass wir es noch immer können. Natürlich auch um zu den Leuten die Angst zu nehmen das durch den Weggang von Chris irgendwas verloren geht. Daher kamen die zwei Songs zuerst um die Leute auch einzufangen damit sie sich mit dem Album identifizieren können. Und wenn du sie dann hast, kannst du Dynamik mit reinbringen und dann kommt einfach dieser Song. Wenn du dir mal vorstellst wie hätten Black Bubbelgum auf dem Album gegen Mouth Of Ghost umgetauscht, dann währe das nen super lahmer Abgang der CD geworden. So kommt er sehr früh und ist damit auch ein Stückweit aus dem Weg. Denn wenn es die Leute hassen, dann können sie es einfach wegdrücken. Und vielleicht nach ein paar Durchgängen hassen sie es weniger. Es ist der dritte Song und ich denke auch ein sehr catchiger, von daher entweder du magst ihn nach ein paar Durchgängen oder wirst ihn immer überspringen. Aber so haben wir wenigsten Dynamik mit ins Spiel.
Dosenmusik: Es hört sich an als würdet ihr Alben planen so wie ich wenn ich ein Mix-Tape oder Mix-CD für jemanden zusammenstelle.
Liam: Jup genauso ist das, ich kann mir heute nicht mehr vorstellen Black Bubblegum an einer anderen Position auf dem Album zu haben. Außerdem wollte ich auch Leuten die Chance geben die nicht so sehr auf das Harte stehen einen Einstieg in das Album zu finden. Die sollten nicht unbedingt von den Bashern abgeschreckt werden. Zum Beispiel meine Mutter, nicht das ich Alben für meine Mutter mache, aber sogar ihr gefällt das Album. Ich frage mich dann schon machen wir hier noch das richtige aber darauf wollen wir ja auch irgendwie hinaus.
Dosenmusik: Mir gefällt zum Beispiel Mouth Of Ghost wirklich gut, ist einer meiner Lieblingssongs vom Album.
Liam: Siehste bei dem waren wir uns Nichtmahl sicher ob es auf Album schafft. Sogar ganz am Ende waren wir uns einfach nicht sicher. Wir hören es ja nie am stück sondern es ist immer ein Stückwerk. Erst am Ende kommt alles zusammen dann hörst du es zum ersten Mal richtig und da merkst du dann ob es stimmig ist.
Dosenmusik: Also für mich hört sich das so an, dass ein Album eher so was wie eine Probe ist für eine folgende Tour?
Liam: Ja stimmt das könnte man so sagen. Besonders bei diesem Album. Bei Miss Maschine war es so, dass wir einige Song aufgenommen haben, dann wieder auf Tour. Dann wieder ein paar Tage im Studio und zurück auf Tour. Mit Ire Works waren wir wirklich die ganze Zeit zusammen in Kalifornien und haben uns nur um das Album gekümmert. 3 Monate immer im gleichen Hotel aufgewacht. Greg erstmal getreten und dann aufgestanden und sofort übers Album gesprochen, zum Studio und weiter nur übers Album gesprochen und dann wieder nach Hause und noch immer das Album im Kopf. Es war dadurch sehr viel einfacher Ideen zu entwickeln und darüber zureden. Schlechte Sachen aussortieren und gute weiter zu entwickeln.
Dosenmusik: So beim nächsten Album wird dieses Konzept wieder benutzt?
Liam: Ich würde es mir wünschen, ja auf jeden fall.
Dosenmusik: Ich hab auf eurer Myspace Seite gelesen das es 2 Songs gibt die ihr vom neuen Album noch nicht live gespielt habt, hören wir die heute?
Liam: Echt, hmm also ich denke eher das es so 6 Songs sind die wir noch nicht gespielt haben. Wir haben noch nie Mouth Of Ghost live gespielt. Und ich wusste Nichtmahl wie wir den spielen sollten. Denn momentan ist ein Dillinger Set noch ziemlich Bashig. Vielleicht in 10 Jahren oder so, aber momentan gibt's eher noch was auf die Ohren. Ich mein klar wir spielen Black Bubblegum, Milk Lizard und Setting Fire aber der Rest ist ziemlich schnell. Bei Mouth Of Ghost wüssten wir einfach nicht wie wir das einbauen sollten und vor allem Live kommt er denke ich nicht zu gut rüber wie auf dem Album, dafür ist er viel zu ruhig obwohl ich ihn liebe.
Dosenmusik: Ihr könntet ihn doch als letzten Songs spielen bevor ihr dann eine Zugabe gebt?
Liam: Zugaben, wir spielen keine Zugaben. Also wirklich nur sehr sehr sehr ganz selten. Außerdem will ich keinen Song spielen der live nicht perfekt ist. Zum Beispiel wollen wir Horse on Earth live spielen, aber Ich und Ben erinnern uns an manche Passagen dieses Songs einfach nicht mehr. Daher müssen wir uns die Aufnahmen noch mal richtig genau anhören. Aber um das zu machen müssen wir unseren Produzenten anrufen und der ist immer beschäftigt. Ich weiß das klingt total dumm das wir Songs geschrieben haben an die wir uns nicht mehr erinnern. Aber gerade durch die Mitgliederwechsel ist das natürlich schnell mal passiert.
Dosenmusik: Noch eine Frage zum Album, ich weiß jetzt nicht ob du damit was zutun hast, aber was bedeutet diese Botschaft auf dem Album?
Liam: Ich bin dafür komplett verantwortlich. Habt ihr die Übersetzung gelesen?
Dosenmusik: Klar wir haben es gelesen und fragen uns nun an wen diese Botschaft gerichtet ist?
Liam: Achso, na eigentlich ist sie nicht wirklich an jemanden spezielles gerichtet. Kennt ihr OK Computer, nach dem Motto wir müssen Produktiver, Glücklicher sein und so weiter. Es ist mehr eine Zusammenstellung von Zitaten, zum Beispiel das eine hier: JUST LIE DOWN ON THE FLOOR AND KEEP CALM. Das ist ein Zitat von John Dillinger als er die Banken ausraubte. Sind alles Zitate von verschiedenen Leuten zum beispiel dieses hier: AS IF YOU COULD KILL TIME WITHOUT INJURING ETERNITY. Das ist von Richard Feymann, dem Erfinder der Nano Technologie und er hat auch an der Atombombe mitgearbeitet. Es sind alles Zitate von Menschen die ich sehr respektiere. Es gibt also kein direkten Adressanten. Wir wollten auch mit dem Cover was anderes kreieren. Wir wollen komplett weg von Dillinger, man sollte eingentlich das Album vom Cover her gar nicht mit uns in Verbindung bringen können. Es sollte eigentlich nicht einmal Dillinger auf dem Cover stehen. Es sollte so sein, dass jemand der nur das Cover und Booklet findet sich fragt, was zur Hölle ist das, es sieht zwar aus wie ein Booklet aber zu welcher Band? Es sollte einfach Kunst darstellen.
Dosenmusik: Wenn wir gerade schon beim Cover sind. Das letzte wurde von Dimitri entworfen und nun habt ihr wieder einen anderen Musiker, der für euch das Cover erstellt hat. Haben Musiker ein anderes Verständnis beim designen von Covern als nicht Musiker?
Liam: Ja natürlich, ok Dimitri hat eigentlich nur beim Layout geholfen. Also so wirklich Einfluss hatte er auf das Design nicht. Und der Designer bei Miss Maschine hatten wir jemanden der einfach das was wir als Band musikalischen machen am besten grafisch umsetzten konnte. Er war immerhin mit uns 6 Mal auf Tour. Dieses Biomechanische und gleichzeitig Snoppische und Sexy das hat alles gut gepasst. Und nun wollten wir wieder was anderes. Und diesmal haben wir mit Paul Romano von Mastodon gesprochen, er ist ein guter Freund von mir und er hat gemeint das Artwork ist toll aber es ist nicht Dillinger. Von daher Musiker haben einen ganz andere Perspektive auf das Artwork. Aber wir werden immer bei Musikern bleiben wenn es ums Artwork geht. Wir haben uns auch andere Sachen angesehen aber das waren dann meist Entwürfe die auf jede Band passen oder deren Design gut auf einem T-Shirt aussieht aber eben nicht auf unsere Platte soll. Daher haben wir uns auch bei Ire Works wieder an Miss Maschine Artist Brian gewand und er sagte uns gleich, redet mal mit Shelby über eure Ideen der passt da besser als ich. Und was war super nachdem wir unsere Ideen mit Shelby ausgetauscht hatten war das Cover nach einigen Tagen fertig. Und uns hat es gefallen es war Künstlerisch und ansprechend. Ich meine es ist ein Blaues Dreieck auf einem Schwarzen Hintergrund und trotzdem löst es irgendwas in die aus und das wollen wir erfahren. Mit dem Cover ist es wie mir der Musik, Greg will sicherlich nicht, dass du dich in die Lyrics einließt und sie wörtlich nimmst, sondern es möchte damit gewisse Gefühle auslösen. Genauso als mich unser Produzent gefragt hat, wie möchtest du das deine Bassgitarre klingt, ich ihm sagte ich will das sie wie eine Kettensäge klingt. Ich will damit was zersägen ich weiß nicht wie man das beschreiben kann.
Dosenmusik: Ich hab ja Milk Lizard als Musikvideo ausgesucht, erzähl uns doch mal was dazu, mach das Spass?
Liam: Ich hasse Musik Videos, weil man da immer vortäuscht die Songs zu spielen. Das wird dir jeder sagen. Und vor allem vertraust du dich ja einem anderen an der deine Vision umsetzt. Wir haben mit dem Zwillingsbruder von einen aus Stolen Babies zusammengearbeitet, der meinte er könnte zwei Videos zum Preis von einem machen. Naja und nachdem wir fertig waren, sagten wir das Video ist ok. Nicht mehr und nicht weniger, es ist ok. Wir sind halt noch nicht an den Punkt wo wir alles bekommen was wir wollen. Das ist zum Beispiel auch bei Relapse so, vielen Fragen immer seid ihr glücklich bei Relaspe, klar sind wir das aber es gibt da noch mehr. Zum Beispiel würden wir bei einem Major unterschreiben, ja vielleicht weil ein Major wieder andere vorteile hat, aber da auch nicht gewährleistet ist was sie in die band investieren. Mir geht's immer darum wie die Band rüberkommt. Wenns da nach mir gehen würde, hätte ich gern mal ein Musikvideo von Chris Cunningham, darin würde ich das Geld stecken. Ich muss keinen Bentley fahren ich würde das Geld in das Vermächtnis der Band stecken in Videos und die Produktion und so weiter. Aber momentan können wir das nicht, das frustriert natürlich schon ein wenig. Wir sind halt eine Band die viel Streetcredits vorweisen kann. Viele andere Bands mögen uns wir sind einfach eine Bands Band. Und das fühlt sich sehr gut an. Und so sehe ich auch Chris er hat zwar keinen Film raus gebracht aber wenn du seine Videos siehst dann weißt du wer er ist. Und mit solchen Leuten würde ich sehr gerne enger zusammenarbeiten. Also es ist schon frustrierend wenn du am ende ein Video hast was deinen Vorstellungen nicht gerecht wird. Und vor allem gehst dann darum ob es sich verkauft, ob es bei MTV laufen kann und all der Mist. Ich bin da noch zu sehr DIY angestellt, mich kümmerst nicht ob es sich verkauft, na ja in gewisser weise schon aber eigentlich ist es mir wurscht. Und dann kommen die immer an und haben all diese Regeln die Band muss im Video zu sehen sein, und ich will mich da eigentlich nicht sehen. Diesen verranzten Bart und wie ich da zum Song abgehe, können wir das nicht als Silhouette machen?
Dosenmusik: Sind also für euch Live Videos viel besser?
Liam: Ja und Nein. Erstens wir versuchen das nicht so häufig vorkommen zu lassen denn es bringt uns immer wieder in Schwierigkeiten. Wir haben da einige Verfahren offen wo uns so ein Video ab und zu mal hilft aber manchmal auch eben nicht. Denn es dient halt immer als Beweißmittel.
Dosenmusik: Wie Greg als er Headwalked im Virgin Megastore?
Liam: Ja genau das hilft uns nicht! Das hilft uns natürlich nicht beim rechtlichen Aspekt, aber immerhin sehen dann auch Leute die Band die normalerweise die Musik gar niemals hören würden. Aber ich kanns schon verstehen ich meine so ein Video ist was Authentisches. Du musstest auf der Show sein um es filmen zu können, es ist wie ein T-Shirt was du nur auf der Tour bekommst. Das mag ich so am Hardcore da sind die Leute authentischer, zum Beispiel liebe ich Integrity aber ich würde von ihnen kein shirt tragen weil ich sie noch nie live gesehen hab. Und das gleiche hab ich dann auch bei Videos, ich mein es ist eine gute Dokumentation der Ereignisse aber es ist nicht das wahre. Oder man kann es nicht vergleichen mit dem Momentan als man da war und es erlebt hat.
Dosenmusik: Genau so wie ich damals Metallica mit 20000 anderen Menschen gesehen habe. Das kann man gar nicht richtig beschreiben.
Liam: Genau, Metallica wäre vielleicht auch in einer Halle mit 500 oder 300 Leuten richtig gut gewesen aber vor 20000 tausend. Das ist ja schon fast was Religiöses. Da kommen so viele Menschen nur wegen dieser einen Band und alle verbindet etwas. Da geht bei mir auch meine Punkattitüde sofort flöten. Ich will mit dieser Band so groß werden wie nur irgendwie möglich ohne dabei etwas opfern zu müssen. Nicht für mein Ego sondern für meine Seele, denn da sind 20000 tausend Menschen die von dir etwas erwarten. Dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich, sorry das ich hier grad abschweife. Der Grund warum ich mit der Musik angefangen habe war das ich auf Konzerte gegangen bin oder MTV gesehen hab und immer nach dem Lückenfüller gesucht habe, nach dem Sound der mich umhaut. Ich wollte nie so brutal sein wie Carcass aber ich wolle immer so schnell wie Slayer sein. Und dann bist du alt genug du kaufst dein erstes Instrument und gründest eine Band mit Gleichgesinnten. Aber es haut am Anfang eigentlich nie wirklich hin, selbst wenn du richtig gute Songs schreibt, Dillinger Qualität, es passt noch nicht. Und dann so nach und nach entwickelst du dich und die Songs werden immer besser. Mit Ire Works hab ich persönlich momentan meinen Zenit erreicht aber es muss noch weitergehen. Ich spüre, dass da noch mehr ist, also weiter geht's. Es ist schon unglaublich ein Teil davon zu sein und damit zu wachsen. Es ist super die Fans zu sehen wie sie auf deine Sachen reagieren und zu wissen oder zu hoffen das du dieser Lückenfüller bist für Ihre Lücke die sie füllen wollen wie ich als ich damals in ihrem alter war.
Dosenmusik: Und welche anderen Bands oder Musiker füllen bei dir die Lücke?
Liam: Also wenn es um meine Inspiration geht, da kommen sehr viele Einflüsse zusammen. Ich liebe Sixteen Horsepower, Cenic, Death, Blonde Redhead, Living Colour eine wirklich wilde Kombination ich liebe auch King Dynamite. Und es geht da nicht immer nur um die Musik sondern es kann auch durch lesen eines Interviews entstanden sein. Der Grund warum ich Bassist geworden bin ist, ich hab mir Bands angeschaut und fand immer das der Bassist immer der coole Typ im Hintergrund ist. Klar dann siehts so aus als ob Slash der coolste ist, oder Axel Rose oder Lars...
Dosenmusik: ...genau und du hast dir Duff angeschaut und gesagt, wow der ist cool! (alle lachen)
Liam: Nein, Duff war nicht jeder welcher. Ich hab nicht mal Axel Rose gemocht bis ich zu Dillinger kam, was schon irgendwie seltsam ist. Aber Flea zum Beispiel als er in dem Video diese komischen fellartigen Hosen getragen hat. Oder Ben Sheppard, ich reagiere da auch auf die Personen in einer Band. Der Typ ist geil, damit kann ich mich identifizieren. Du siehst also es geht nicht immer um die Musik sondern du kannst dich mit Personen Identifizieren oder mit einem T-Shirt einer Band, das hat schon fast was Esoterisches. Ich hab zum Beispiel Carcass toll gefunden weil sie Vegetarier sind, damit konnte ich mich identifizieren.
Dosenmusik: Du lässt dich also von mehr als nur der Musik anderer Bands inspirieren?
Liam: Auf jeden fall, ich hab erst kürzlich für ein Bassisten Magazin ein Artikel geschrieben und darin berichtet was für mich in den letzten zwei Jahren die große Weiterentwicklung war. Eine Weiterentwicklung die mit Ire Works ihren größten Sprung gemacht hat. Und es war Yoga! Ich geh zum Yoga weil ich nicht unbedingt gelenkig bin normalerweise denken die Leute ja das man besonders gelenkig sein muss um Yoga machen zu können. Und das war das gleiche mit dem Bass spielen ich wollte Bass spielen nicht weil ich darin besonders gut war, sondern weil ich darin besonders gut werden wollte. Und Yoga hat mir in den letzten zwei Jahren dabei sehr geholfen.
Dosenmusik: So als letzte Frage was sind die Zukunftspläne von Dillinger Escape Plan?
Liam: Erstens die Welt vom Terrorismus befreien. Zweitens Marihuana zu legalisieren.
Dosenmusik: Das haben wir schon versucht hat nicht funktioniert...
Liam: ...ich geb noch nicht auf. Nee im ernst ich, hoffe und das meine ich ihm weitergehend pessimistischen optimistischem sinne, noch mindestens ein neues Album zu veröffentlichen. Und das sage ich bei jedem Album, ich sag niemals ich will noch Zehn andere machen aber ich hoffe darauf wird es hinauslaufen. Ich mach das lieber von Album zu Album immer wieder eins mehr. Ich meine wir sind praktisch von Relapse jetzt runter, wir schulden ihnen noch eine DVD und die kommt dann irgendwann. Und ehrlich wissen wir noch nicht wie es weitergeht. Wir müssen uns jetzt Gedanken machen wie wir die Situation angehen und bewältigen wollen. Wir wollen weiterhin so kreativ bleiben und ein möglichst perfektes Paket am Ende abliefern. Es sollte uns überlassen sein wie wir uns in Zukunft präsentieren. Ob wir ins Digitale Zeitalter voll einsteigen oder ob wir Puristisch bleiben. Ob wir weniger schreiben dafür mehr Touren oder weniger Touren und mehr schreiben. Wir werden ja auch älter, wollen wir Familien, darüber müssen wir reden. Wahrscheinlich gibt's noch 6 - 7 Member changes. (alle lachen)


Greg Puciato – vocals (2001–present)
Ben Weinman – guitars (1997–present)
Jeff Tuttle – guitars (live, 2007–present)
Liam Wilson – bass guitar (1999–present)
Gil Sharone – drums, percussion (2007–present)

www.ireworks.net

Autor: CUBTB, Coney | 18.05.2008
Dosenmusik : der neue Shop
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