Interview mit The Chariot
Interview mit The Chariot am 21.01.2007 Was hat das noch mit Musik zu tun?
The chariot Im Rahmen ihrer diesjährigen Europa Tour, die The Chariot auch nach Giessen führte, hatte Dosenmusik Gelegenheit für ein Interview. Für dieses standen Fronman Josh Scogan, Gitarrist Dan Eaton und Drummer Jake Ryan zur verfügung. Scogan hat dabei die Rolle des Band-Sprachrohrs übernommen, während die anderen zwei Details ergänzen. Lest was The Chariot euch zu sagen haben!

Dosenmusik: Hallo, und los geht's! Stell doch mal einem Unbekanntem eure Band möglichst passend vor!
The Chariot: (langes, nachdenkliches Schweigen) hm, das ist wirklich schwer, eigentlich habe ich keine Ahnung was ich sagen soll, Fun-Time Rock´n Roll eben (lacht)
Dosenmusik: Euer Line-up hat sich in letzter Zeit ziemlich geändert, wie kam es dazu?
The Chariot: Das war so in etwa vor 7 Monaten, da sind unser damaliger Gitarrist und Bassist aus persönlichen Gründen ausgestiegen. Wir konnten die beiden dann aber recht schnell durch 2 gute Bekannte aus unserem Freundeskreis ersetzen. Dann wollten wir aber wieder 2 Gitarristen in der Band haben, so wie ganz am Anfang, weil das einfach live besser klingt. Auch da konnten wir schnell jemand finden und jetzt sind wir wieder zu fünft. Das ist ist jetzt auch das endgültige Line Up für "The Chariot", denke ich zumindest, wir sind uns in allen Belangen einig und es läuft einfach wunderbar.
Dosenmusik: Welche Bedeutung hat euer Bandname?
The Chariot: Der geht auf eine Stelle in der Bibel zurück, in der Elias in einem Wagen aus Feuer (chariot of fire) gen Himmel zu Gott fährt. Ich finde diese Geschichte wirklich sehr beeindruckend und inspirierend. Und da ich außerdem keinen typischen Metal-Bandnamen haben wollte hat das sehr gut gepasst.
Dosenmusik: Ist deshalb auch der Titel eures letzten Albums so ausdrücklich positiv? Everything is alive, everything is breathing... im Gegensatz zu As I Lay Dying oder Every Time I Die?
The Chariot: Hehe, genau, aber wir wollen uns damit nicht über andere Bands lustig machen. Es soll einfach nur ein Parodie sein, ein Gegensatz zu dem ganzen "die-death" Gelaber. Denn wir haben zwar alle irgendwie kleine Probleme, aber insgesamt ist das Leben doch ein gute Sache! Also ich mag mein Leben. Wir sind auch keine tough guys oder Bösewichte, sondern einfach ganz lockere Typen.
Dosenmusik: Die Bibel habt ihr ja gerade schon erwähnt und ihr seit ja auch als christlich Band bekannt...
The Chariot: Ja, wir sind alles Gläubige Christen, aber wir wollen niemand mit zu unserem Glauben bekehren. Aber das ist schon ein wichtiger Teil unserer Persönlichkeiten, deswegen stehen wir offen dazu und achten darauf dass das auch irgendwie herüberkommt. Wir probieren auch so oft es geht in die Kirche zu gehen, aber das lässt sich manchmal mit dem Touren nicht vereinbaren. Also probieren wir einfach moralisch gute Menschen zu sein.
Dosenmusik: Was wäre wenn ein Mitglied seinen Glauben an die Religion verlieren würde?
The Chariot: Also wir sind in erster Linie doch Freunde, fast schon eine kleine Familie. Und aus einer Familie schmeißt man ja auch nicht einfach jemanden raus, bloß weil er etwas schlimmes getan hat oder man nicht mehr mit seinen Ansichten übereinstimmt. Deswegen glaube ich, dass das kein Problem wäre und wir trotzdem gemeinsam Musik machen könnten.
Dosenmusik: Euer letztes Album klingt sehr roh, definitiv keine Hochglanzproduktion, sondern viel Feedback und Gequietsche. Ist das absichtlich so?
The Chariot: Ja, absolut. Ich stehe ja sehr auf alte Aufnahmen, insbesondere Jerry Lee Lewis, weil man da noch die Leidenschaft der Künstler wirklich raushören kann. Zu der Zeit war ich auch extrem genervt von den ganzen polierten Produktionen im Hardcore und Metal Genre, insbesondere auch auf unserem Label. Wir haben uns dann eine Herausforderung gesucht, nämlich das Album wirklich live einzuspielen, so wie es eben kommt. Natürlich haben wir viele verschiedene Takes eingespielt, aber eben dann den ausgewählt, der das beste Feeling hatte, egal ob sich jemand verspielt hatte. Es gab dann auch viele Diskussionen um das ganze Feedback. Sollten wir das stellenweise raus schneiden, oder leiser machen? Aber wir meinten, wenn wir das schon machen, dann auch konsequent, sonst könnten wir es auch sein lassen. Dieses Konzept ein möglichst rauhes, unpoliertes und echtes, ja fast schon live Album zu machen lag uns wirklich am Herzen und so haben wir das auch durchgezogen. Unser Label war davon nicht unbedingt begeistert und wir wußten auch, dass wir kein massentaugliches Album aufgenommen hatten.
Dosenmusik: Klingt die "Unsung" EP deshalb ein ganzes eck "sauberer", weil das Label Druck gemacht hat?
The Chariot: Also uns ist es immer völlig egal gewesen, was irgendein Label sagt...(lacht)...ich finde auch dass die EP immer noch sehr rau klingt. Allerdings muss man sagen dass wir uns in der Zeit dazwischen als Musiker deutlich weiter entwickelt haben, und das hört man auch. Außerdem hatten konnten wir uns dann auch wesentlich besseres Equipment leisten, was das Feedback doch reduzierte. Es war also keine bewusste Entscheidung eine besser klingende Platte aufzunehmen, und ich bin auch immer noch der Meinung, dass man das im unserem Genre keine polierten Produktionen braucht!
Dosenmusik: Was darf man denn von eurer neuen Platte "The Fiancee" erwarten?
The Chariot: Also wir wollen niemals zweimal das gleiche machen und als Band auch immer besser werden. Mich als Fan würde es enttäuschen, wenn eine Band die ich mag sich nicht weiter entwickelt, deshalb hoffe ich dass das unsere Fans genauso sehen und die neuen Songs genauso mögen. Wir sind zumindest mit uns sehr zufrieden und dass ist ja auch erstmal das wichtigste. Für uns ist es die definitive "The Chariot" Platte. Es stehen wirklich alle Mitglieder zu 100% hinter den Songs und wir haben uns kontinuierlich gesteigert, so dass die Lieder die wir zuletzt geschrieben auch nochmal besser sind, als die, die wir zu Beginn der Songwriting Phase geschrieben haben, weshalb wir diese dann stellenweise auch nochmal umgeschrieben haben..Das hat dann aber dazu geführt, dass wir das Intensitätslevel konstant auf dem Maximum halten wollen, was aber manchmal nicht so einfach ist. Wir haben uns dann oft gefragt ob wir Parts nicht noch besser machen könnten, andererseits waren die bisherigen Parts auch nicht schlecht, was uns manchmal dann in ein Dilemma führte. Insgesamt würde ich sagen, dass das neue Album etwas punkiger klingt, aber immer noch sehr roh, echt, unverfälscht. Dieses Album ist auch wirklich eine gemeinsame Leistung."Everything is alive..." habe ich (Josh Scogin) bis auf kleine Außnahmen ganz alleine geschrieben, und ich höre auch, dass das ein einziger alleine geschrieben hat. An "The Fiancee" hingegen sind wir alle beteiligt gewesen und das hört man auch an der Vielseitigkeit.
Dosenmusik: Wie entsteht denn ein neuer Chariot Song im allgemeinem?
The Chariot: Das ist von Song zu Song verschieden gewesen. In den meisten Fällen stand erst die Musik und dann kamen Vocals dazu, aber ab und an auch genau andersherum. Ich hatte ein paar Texte, von denen ich wollte, das sie auf bestimmte Weise musikalisch ausgedrückt und umgesetzt werden, damit das Feeling, was ich mit dem Text verbinde auch wirklich herüber kommt. In Sachen Musik, manchmal kam jemand mit kompletten Songs zur Probe, manchmal hatten wir nur einzelne Riffs die wir dann gemeinsam weiter verarbeitet haben. Insgesamt haben wir alles gemeinsam besprochen und uns genau überlegt wie wir was machen.
Dosenmusik: Wie läuft denn eure Tour bislang und was für einen Eindruck habt ihr von Europa?
The Chariot: Also bislang lief alles wunderbar. Aber Europa ist wirklich anders, wir eben das Leben in den USA gewöhnt, z.B. Fast Food an jeder Ecke, unbegrenzte Ladenöffnungszeiten...aber wir sitzen gerne im Bus und fahren durch die Gegend. Was uns besonders gefällt sind die ganzen alten Gebäude alle historischen Stätten. Wir sind schon beeindruckt wenn wir vor sowas stehen und darüber nachdenken, dass manche Dinge hundert Jahre bevor Amerika überhaupt entdeckt wurde gebaut wurden.
Dosenmusik: Und wie ist das Publikum so für euch?
The Chariot: Also ich bin ja jedesmal total überrascht, dass hier fast jeder Englisch kann, obwohl es nicht eure Muttersprache ist. Aber auch, dass Leute unsere Musik hören, die kein Wort Englisch können. Es ist für uns auf jeden Fall eine Ehre hier zu spielen und dass kommt auch von den Leuten zurück. Man merkt es, dass sie sich irgendwie mehr freuen, dass eine Band von so weit weg herkommt. Unsere Fans in Amerika sind auch toll, aber hier spürt man doch die Begeisterung noch stärker. Was ich an Europa wirklich mag,ist dass die Leute in erster Linie wegen der Musik zu einer Show kommen. Wie gesagt, ich mag unsere Fans zu Hause, aber es scheint da auch eine Menge Kritiker zu geben, die sich mehr Gedanken über unsere Frisuren oder Hosen machen. Sind ihre Hosen eng genug, oder schon zu eng? Sind sie Straight Edge oder nicht mehr? Christen oder nicht? Was hat das denn noch mit Musik zu tun? Hier ist unser Publikum auch viel gemischter, egal ob Metal, Hardcore oder Emo. Das Publikum in USA ist auch manchmal etwas gleichgültig, viele kommen nur zu Konzerten, weil ihre Freunde da sind, nicht wegen der Bands. Und hier hört man dann stellenweise Geschichten wie weit manche gereist sind, oder dass sie extra wegen uns die Schule geschwänzt haben. Da fühlt man sich doch irgendwie besonders! Da kann man einfach nur Danke sagen.
Dosenmusik: So, eure abschließenden Worte, was sollte die Welt noch unbedingt von euch wissen?
Chariot: Achja, Mist immer diese Frage, wir sollten uns da mal ne coole Antwort einfallen lassen....hm, also Josh hat noch nie die Indiana Jones Trilogy gesehen, vielleicht kann ihm ja jemand der das Interview liest die Videos zukommen lassen....macht keine Kohlensäure mehr in euer Mineralwasser, dass ist komisch....und lang lebe der Döner Kebab!

Josh Scogin - Vocals
Jon Terrey - Guitar
Dan Eaton - Guitar
Jake Ryan - Drums
Jon (KC Wolf) Kindler - Bass

www.thechariot.com

autor: Vorstadtkind | 21.01.2007
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