Interview mit The Blackout
Interview mit Gavin Butler, Matthew Davies, Gareth Lawrence & Sean Smith am 13.01.2008 in Köln Ich werde die ganze britische Presse bekämpfen!
The Blackout Gibt es auch unsympathische, kurzangebundene Bands aus Wales? Scheinbar nicht, denn auch das Sextett aus dem kleinen Ort Merthyr Tydfil war bei ihrem Treffen mit uns gut gelaunt und schon voller Vorfreude auf das Konzert am Abend.

Dosenmusik: Ihr seid ja jetzt zum dritten Mal hier, einmal mit Lostprophets, einmal auf der Taste of Chaos Tour, was können wir von eurer ersten eigenen Show erwarten?
Sean: Wir sind nie weggewesen!
Gavin: Wir sind eigentlich alle Deutsch!
Sean: (auf Deutsch) Und das ist gut!
Gavin: Nein, aber im Ernst, da wir diesmal die Headliner sind könnt ihr wesentlich mehr Lieder erwarten.
Sean: Und mehr Gefluche, und wir haben diesmal einen Backdrop! Naja, und weniger Platz auf der Bühne.
Gavin: Ja, wobei das eigentlich besser ist. Es ist so intimer und unberechenbarer.
Dosenmusik: Warum fangt ihr ausgerechnet jetzt an auf der Bühne mehr zu fluchen?
Gavin: Jetzt wo wir älter sind dürfen wir es endlich.
Gareth: Jetzt sind uns unsere Eltern auch nicht mehr böse deswegen. Ich habe eine Nachricht von meiner Mutter bekommen, in der stand, dass ich es jetzt darf. Nur nicht wenn wir in England spielen, darum nutzen wir es hier aus.
Dosenmusik: Was war bisher das Beste und Schlechteste, was euch auf Tour passiert ist?
Gareth: Es ist zwar erst die vierte Show auf dieser Tour, aber bisher ist Gott sei Dank noch nichts Schlimmes passiert. Das Beste was passiert ist, ist, dass wir überhaupt wieder auf Tour sind. Wir haben schon zu lange zuhause vorm PC rumgesessen und nichts getan.
Gavin: Wir sind einfach glücklich wieder auf Tour zu sein, vor allem auf einer Headlining Tour, wo so viele Leute wirklich nur für uns kommen, das haut mich echt um.
Gareth: Letzten Donnerstag haben wir auf dem Eurosonic Festival vor ziemlich vielen Leuten gespielt, bei denen wir dann einfach so getan haben als ob sie nur für uns gekommen wären.
Am Freitag waren wir dann in Nijmegen und gestern in Rotterdam, und da waren dann jeweils 300 Leute nur für uns da, und das war einfach nur toll. Als ich am spielen war ist mir das ganze ziemlich unwirklich vorgekommen, dass wir so weit von zuhause weg sind und trotzdem noch so viele Leute kommen, um uns live zu sehen.
Gavin: Dadurch sind die Shows an sich bisher das Highlight, und ich denke sie werden es auch bleiben, es ist immer schön neue Leute zu treffen.
Dosenmusik: Welches Konzert war denn für euch bisher das beste, was ihr je gespielt habt?
Gareth: Wir haben bei einem Festival namens Give it a Name gespielt, im Earls Court in London und das war für mich bisher das Unvergesslichste was die Größe angeht. Auf unserer letzten Tour haben wir aber auch eine Show im Mean Fiddler in London gespielt, zu der an die 800 Leute gekommen sind und das war bisher unsere größte eigene Show. Der Grund warum das so unglaublich war, ist, dass wir in dem Venue schon ein paar mal als Vorgruppe gespielt haben, und es dann selbst voll zu bekommen.....
Dosenmusik: Was macht ihr denn auf Tour um die Zeit zwischen den Konzerten totzuschlagen, außer am Laptop zu sitzen?
Sean: Und abgesehen vom Sex? Miteinander?
Gavin: Wir spielen ziemlich viele Computer-Spiele, hauptsächlich auf der Xbox.
Matthew: Und wir wrestlen.
Sean: Genau, wir haben enge Hosen an und wrestlen miteinander. Auf dem Dach von unserem Tourbus.
Gareth: Entweder in engen Hosen, oder unten ohne..
Matthew: Aber heute regnet es, darum lassen wir es lieber, was schade ist, denn es macht wirklich Spaß.
Gavin: James, ich und unser Techniker Richard sind heute in die Innenstadt gefahren, das machen wir mittlerweile eigentlich in den meisten Städten, in denen wir spielen, da es immer schön ist neue Orte kennen zu lernen. Ich meine, wenn wir schon mal hier sind können wir uns ja auch was ansehen. Wir waren am Dom, und bei Burger King, gutes typisch deutsches Essen. Wir sind sogar im Dom auf den Turm hochgegangen, das war ziemlich haarig.
Sean: Haarig?!
Gareth: Wie kann man so was als haarig beschreiben? Du hast wahrscheinlich nur irgendwo auf dem Weg in den Spiegel geschaut und gemerkt, dass du dich nicht rasiert hattest.
Gavin: Naja, wir haben 15-20 Minuten gebraucht um da erst mal hoch zu kommen, weil uns ständig irgendwelche Leute entgegenkamen, die wieder runter wollten und kaum an uns vorbeikamen, weil es so eng ist.
Gareth: Darum ist es gut, das ich nicht dabei war da ich klaustrophobisch bin. So eine schmale Treppe...nicht gut.
Gavin: Aber die Aussicht von oben war toll, man hat in der Ferne schon Hügel gesehen.
Matthew: Wir waren ja jetzt schon ein paar mal in Köln, darum kennen wir uns ganz gut aus. Irgendwie schon komisch, wenn man so weit weg von zuhause ist und trotzdem weiß, wo man hingehen kann.
Gavin: James war ganz stolz als wir hier ankamen. Das erste, was ihm auffiel war, dass er immer noch weiß wo man hier Geld abheben kann.
Dosenmusik: Hier in Deutschland seid ihr ja noch relativ unbekannt, in England seid ihr aber regelmäßig in Zeitschriften wie Rocksound oder Kerrang vertreten. Ist das immer noch merkwürdig für euch?
Sean: Wir bezahlen denen ja schließlich gutes Geld dafür!
Gavin: Scheinbar nicht genug.(lacht)
Gareth: Wir kriegen mittlerweile schon relativ viel Aufmerksamkeit, aber unserer Meinung nach nicht genug.
Gavin: Wahrscheinlich weil wir in Interviews immer Blödsinn erzählen.
Gareth: Wie dir wahrscheinlich schon aufgefallen ist als wir übers Unten-ohne Wrestling gesprochen haben (lacht). Aber wie soll ich es sagen, es gibt einige Magazine die bestimme Bands favorisieren, und nicht so häufig über uns berichten, wenn sie es aber tun sind die Berichte meist sehr positiv. Darum warten wir immer darauf, dass davon mehr kommt.
Matthew: Big Cheese und Kerrang sind meistens ziemlich gut.
Sean: Ja, Kerrang ist eigentlich recht regelmäßig, aber auch nicht so oft wie andere Bands.
Gareth: Mich wundert es jedes Mal wenn wir in Metalhammer erwähnt werden, da wir nicht gerade eine Metal Band sind.
Matthew: Es ist aber schon merkwürdig, wir spielen größere Shows als einige der Bands über die geschrieben wird, und die kriegen doppelt soviel Aufmerksamkeit wie wir. Darum denke ich, dass wir nicht soviel Aufmerksamkeit kriegen, wie wir eigentlich sollten.
Dosenmusik: Aber ist es denn für euch nicht auch positiv, das so viele Leute zu euren Shows kommen ohne das es dafür groß Werbung gibt?
Gareth: Das stimmt. Ich finde, es zeigt, dass die Leute, die zu unseren Shows kommen sehr engagiert sind, viele von ihnen kommen zu mehreren Konzerten auf einer Tour, und nicht weil es ihnen von der Presse so gesagt wurde, sondern weil sie sich ihre eigene Meinung darüber gebildet haben. Sie mögen uns einfach, ich weiß zwar nicht warum, aber sie tun es.
Dosenmusik: Habt ihr euch denn mit den Meinungen der Presse zu eurem Album " We are the Dynamite" beschäftigt?
Gavin: Die meisten Zeitschriften, die wir gelesen haben, hatten ganz gute Reviews.
Gareth: Es gab zwar meistens ein zwei kritische Anmerkungen, aber alles in allem waren die meisten wirklich gut. Es gab aber einige Underground-Onlinemagazine, die es vollkommen in der Luft zerfetzt haben. Die hassen uns. Was hat der eine noch mal geschrieben? Irgendwas wie "Ich bezweifele, dass diese Typen je ein Album von Led Zeppelin oder den Beatles gehört haben, die wissen nicht was richtige Musik ist", und der Typ, der das geschrieben hat war sogar noch jünger als ich!
Dosenmusik: Naja, wie sagt man immer so schön, frustrierte Musik-Journalisten sind nichts anderes als gescheiterte Musiker.
Gareth: Ja! Genau das ist es in dem Fall gewesen, denn der Autor vor dieser Review ist ein Konkurrent von dem Produzenten, mit dem wir das Album aufgenommen haben, sprich der hat in der Review nicht nur uns fertig gemacht sondern hauptsächlich unseren Produzenten.
Matthew: Andere sind auch einfach nur faul, ich habe ein Review gelesen, die von der riesen Akustik Ballade "It's High Tide Baby" gesprochen hat, wobei der Song nie nur mit Akustik-Gitarre begleitet war. Ich hasse Reviews die so faul sind.
Sean: Du hasst aber einfach jeden!
Matthew: Nein, aber wenn die Leute einfach über etwas schreiben ohne irgendwas darüber zu wissen...
Sean: Du bist halt einfach fies!
Matthew: Ich werde sie alle bekämpfen! Ich werde die ganze britische Presse bekämpfen!
Sean: Du hast mir auch erzählt, dass du Deutschland hasst und mit allen Deutschen kämpfen willst!
Dosenmusik: Dann sollte ich jetzt vielleicht lieber wegrennen?
Gareth: Nein, renn lieber auf ihn los, mach ihn fertig. Bei einem Kampf würde ich auf dich setzen!
Matthew: Ja, ich habe bisher jeden Tag beim Wrestling verloren.
Gareth: Gegen einige von uns sogar wenn wir mit gebundenen Armen und Beinen gekämpft haben, der hat immer noch verloren!
Matthew: Ich bin immer der erste, der aus dem Ring fliegt.
Dosenmusik: Aber zurück zum Album, wie würdet ihr es denn selbst beschreiben?
Sean: Shit! We are the dyna-shite. Es ist der totale Mist. Eine Zusammenstellung aus Liedern, die wir von anderen Bands geklaut haben, aus denen ein grausames Album geworden ist. Ich würde es nicht kaufen. (lacht)
Gavin: Nimm einfach das genaue Gegenteil von dem, was er gesagt hat und stell sicher, dass jeder es kauft!
Gareth: Ich würde sagen, dass wir in der kurzen Zeit, in der wir das Album geschrieben haben, das beste gemacht haben was wir konnten. Wir haben aber kein Lied auf das Album genommen, das nur da ist um Platz wegzunehmen, ich finde alle Lieder sind so gut geworden wie wir sie eben machen konnten. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis. Ich finde, dass diese Zusammenstellung von Songs die beste ist, die wir bisher geschrieben haben.
Dosenmusik: Warum habt ihr euch entschieden die Lieder "It's High Tide Baby" und "Murder in The Make Believe Ballroom", die ja auch schon auf der EP waren, mit aufs Album zu nehmen.
Gavin: Sie waren zu gut, um sie wegzulassen. Sie haben zu gut zu dem Rest des Albums gepasst.
Matthew: Es waren die letzten beiden Lieder, die wir für die EP geschrieben haben, und ich denke sie passen einfach besser zu der Stimmung des Albums.
Gavin: Die EP ist über zwei Jahre hinweg entstanden, wodurch dort ein Mischmasch an Songs drauf ist, mit denen wir noch versucht haben unseren Sound zu finden.
Dosenmusik: Könnt ihr uns etwas über das Video, was ihr gerade für eure zweite Single "It's High Tide Baby" gedreht habt, erzählen?
Matthew: Willst du es dir ansehen? Ich habe die ungeschnittene Fassung schon auf dem Rechner.
Dosenmusik: Gerne, aber könnt ihr für unsere Leser trotzdem ein bisschen was darüber erzählen?
Matthew: Es ist hauptsächlich ein Performance Video, wir mit ein paar schönen Lichtern.
Sean: Ich und Ian [Watkins, Sänger der Lostprophets]sehen Ex Freundinnen, bzw. Geister von Ex Freundinnen, die uns verlassen. Wie es alle Frauen tun. Sie bringen mich zum Weinen.
Gavin: Und weil Michael Bay der Regisseur war gibt es in der Mitte des Videos
Explosionen, und Armee, Soldaten die uns mit Speedbooten die Themse runter jagen.
Sean: Nein Gavin, das war James Bond.
Gavin: Mist stimmt, also leider doch nicht unser Video.
Dosenmusik: Bei der Single bekommt ihr ja Unterstützung von Ian Watkins, mit wem würdet ihr denn sonst mal gerne zusammenarbeiten?
Sean: Mike Patton von Faith no More!
Matthew: Steve Vai.
Sean: Och ne, doch nicht Steve Vai, dann eher die Band Mc Fly.
Matthew: Sind Mc Fly in Deutschland auch so erfolgreich?
Dosenmusik: Zum Glück nicht, soweit ich weiß.
Gavin: Zum Glück? (lacht)
Sean: Wie zum Glück, die sind brilliant! Was meinst du, wo wir unsere ganzen Song-Ideen klauen!? Wir klingen genau wie Mc Fly! Ich hab mir sogar die Haare gefärbt um auszusehen wie die!
Matthew: Ja, Sean sieht aus wie einer von denen.
Dosenmusik: Auf eurem Myspace habt ihr ja ein paar Bilder von Bruce Willis und Kiefer Sutherland, die euer Merch "tragen". Wenn ihr die Wahl hättet, wärt ihr eher Jack Bauer oder John McClane?
Sean: Was heißt hier, die unser Merch "tragen", natürlich haben sie die Sachen angehabt! Ich habe Kiefer Sutherland angerufen und gefragt, ob er uns mal eben einen Gefallen tut (lacht) Und es war nicht Kiefer Sutherland sondern Jack, der die Sachen getragen hat, Jack Bauer!
Gavin: Aber wer wären wir, das ist schwierig...Obwohl, ich wäre Jack.
Sean: Nein, John McClane. Nichts geht über John McClane.
Gareth: John ist auf jeden Fall der härtere Typ.
Gavin: Aber Jack Bauer hat sich selbst umgebracht. Zwei mal!
Gareth: Wie, zwei mal?
Gavin: Er opfert sich um einen der Bösen zu kriegen, aber alle denken nur er sei tot, und dann muss er später seinen eigenen Tod vortäuschen und wird mit Epinephrin wieder zurückgeholt. Also, wo sind wir jetzt, ich bin Jack, Sean ist John, wer bist du Gareth?
Gareth: Definitiv John McClane. Er wird immer Stirb Langsam sein, oder? Matt kann aber nicht antworten, der hat keinen der Filme gesehen. Der wird bestimmt Woody von Toy Story nehmen.
Dosenmusik: Sean, als wir das letzte Mal mit Ian von den Lostprophets sprachen, hat er sich darüber beschwert, dass die britische Presse ihn und seinen Sarkasmus missversteht, und das es bei dir jetzt genauso losgeht und dich, genau wie ihn, alle für einen arroganten Mistkerl halten.
Sean: Bei mir stimmts ja auch!
(allgemeines Gelächter) Einwurf von Seans Bruder, der ebenfalls im Raum ist: Ja, das ist der sein ganzes Leben lang schon gewesen!
Gareth: Das ist Seans Bruder Jay, er muss es ja wissen! Er verkauft Merch auf unserer Tour und macht seinen Job sehr gut!
Jay: Ja, magst du nicht vielleicht ein T-Shirt haben? (lacht)
Sean: Ich denke von Angesicht zu Angesicht verstehen es die meisten Leute, aber sobald man es liest fassen es die Leute so auf, dass ich arrogant bin.
Gareth: Jetzt merkt man ja, wenn er etwas sarkastisch meint, aber man kann das nur durch Text nicht wiedergeben wenn die Art, wie er es sagt oder das Gesicht, was er dabei zieht, fehlen. Wir werfen uns untereinander auch ständig solche Sachen an den Kopf, wer uns nicht kennt würde denken wir streiten uns ständig. Nimm uns also nicht zu ernst (grinst)
Dosenmusik: Was nervt euch denn aneinander am meisten?
Sean: Matthew ist ständig, und ich meine ständig, am masturbieren! Da liegt man nichtsahnend im Bus und versucht zu schlafen und dann fragt man sich irgendwann..."Was ist das für ein Geräusch?" Und dann zieht man den Vorhang weg und man sieht Matthew den Gang entlang laufen, du kannst dir ja jetzt denken was er macht. Wie ein verrückter kleiner Affe, grausam.
Gareth: Oder wenn man morgens aufsteht um sich einen Tee zu hohlen, er sitzt da, schaut die Simpsons und masturbiert. Richtig fies wird's wenn er vor dem Unten-ohne wrestlen macht.
Dosenmusik: Matthew, willst du dich nicht verteidigen? Oder etwas über die anderen sagen?
Matthew: Nein, nein, das lasse ich lieber.
Gareth: Der kann dazu gar nichts sagen. Aber unser Tourmanager/Tontechniker, der hat die schlimmsten Füße der Welt. Und dann macht der jeden Tag sogenannte "Sock-Bombs", er rollt die Socken abends zusammen und wirft sie bei einem von uns ins Bett. Ich weiß noch, bei unserer ersten Tour mit den Lostprophets, irgendwann im Sommer, wo es richtig heiß war und wir alle hinten in unserem kleinen Van geschlafen haben, Pablo ohne Socken. Das war eines der schlimmsten Erlebnisse meines Lebens!
Dosenmusik: Wie steht ihr denn, abgesehen davon, mittlerweile zum Tour-Leben?
Gareth: Es ist wesentlich härtere Arbeit als die meisten Leute denken.
Gavin: Es könnte aber wesentlich schlimmer sein.
Gareth: Das ja, aber es ist auch nicht das, was die Leute sich darunter vorstellen. Manche Tage sind einfach langweilig bis zum Konzert, man sitzt den ganzen Tag in einem Dressingroom und kann nirgendwo hin. Die meisten Leute wollen immer Backstage kommen, dabei passiert da gar nichts, wir sitzen den ganzen Tag nur rum. Dieses Interview ist das spannendste, was wir in den letzten Tagen gemacht haben, es tut gut zwischendurch mal ein neues Gesicht zu sehen, um ehrlich zu sein. Darum, bleib hier und stell mehr Fragen!
Dosenmusik: Immer gerne. Was war denn bisher der unwirklichste Moment, den ihr auf Tour oder generell in der Band erlebt habt?
Gavin: Die Kerrang Awards. Da haben wir einige wirklich berühmte Leute getroffen. Der unwirklichste Moment ist glaube ich auf einem Foto von denen festgehalten. Unser Gitarrist, James, wie er sturzbesoffen auf dem Boden liegt und Kerry King von Slayer, der seinen Kerrang Award triumphierend über ihm hochhält.
Gareth: Das lustigste daran ist, da liegt James, in Alkohol und anderen Dingen getränkt am Boden, und Kerry King hat ein T-Shirt der Anonymen Alkoholiker an! Alle: Das ist Ironie!
Matthew: Und James hat am nächsten Tag auch noch behauptet, dass er gar nicht so betrunken war, das war aber auch nur bis dieses Foto auftauchte. Er hat es damit sogar in die Nachrichten geschafft.
Gareth: Stimmt ja, die dachten er gehört zu den Lostprophets weil es ein Foto gab, auf dem Jamie [Oliver] lachend auf ihn zeigt, während James bewusstlos auf dem Boden rumliegt. Das war eine wirklich verrückte Nacht.
Matthew: Ich finde es immer noch unwirklich, dass wir z.B. nach Köln kommen und schon im Vorfeld fast ausverkauft waren.
Gareth: Die ganze Bandgeschichte ist eigentlich total unwirklich. Es kommt immer wieder mal vor, dass wir einen Moment über die ganze Sache nachdenken und dann ist es jedes Mal beeindruckend für uns, dass wir das alles überhaupt machen, dass wir unsere eigene Europa Tour headlinen. Oder bei Taste of Chaos mit Bands wie The Used spielen. Alleine der Fakt, dass wir unseren eigenen großen Tourbus haben, ist toll.
Matthew: Wir sehen nichts davon als selbstverständlich an.
Gareth: Egal zu welcher Zeit du uns auf Tour antreffen wirst, du wirst nie erleben, dass wir uns wie Rockstars aufführen. Wir unterhalten uns gerne mit allen, die sich mit uns unterhalten wollen, meistens sitzt unser Busfahrer vor den Shows mit uns hier.
Sean: Ja, und vorhin hast du ihn wieder rausgeschmissen!
Gareth: Aber nur weil ich nicht wollte, dass er Matthew so vorfindet, wie wir es immer tun! Egal wo wir spielen, wir bedanken uns immer persönlich bei allen Leuten, die bei unserer Show gearbeitet haben.
Dosenmusik: Gibt es denn nach den Kerrang Awards immer noch Leute, bei denen ihr sprachlos wärt, wenn ihr sie treffen würdet?
Sean: Das ist mir bisher nur einmal passiert, und zwar bei Wes Borland von Limp Bizkit. Ich liebe Limp Bizkit und war letztes Jahr beim Download Festival in England. "From first to Last" haben gespielt und er hat für sie Bass gespielt, aber als er auf die Bühne kam konnte ich nicht sagen, ob er Wes Borland oder Michael Jackson war, die sahen sich zu dem Zeitpunkt und aus der Entfernung sehr ähnlich. Aber ich hab mir dann gedacht egal, ich bin auch ein großer Michael Jackson Fan, also egal wen ich treffe ist es gut. Also bin ich zu ihm hingegangen und habe gefragt, ob ich ein Bild mit ihm machen darf. Und kurz bevor das Bild gemacht wurde habe ich ihm dann noch gesagt, dass ich seine Musik liebe, ich glaube damit habe ich ihn ein bisschen verschreckt. Er dachte ich sei ein verrückter Stalker.
Matthew: Ich denke je länger man mit anderen Bands befreundet ist, desto bewusster wird man sich darüber, dass es auch nur ganz normale Menschen sind, die ein bisschen Glück hatten.
Sean: Jeder der in einer Band ist, ist auch nur menschlich. Außer Jared Leto. Der ist ein merkwürdiger Echsenmensch, oder ein Alien. Ich war früher ein riesiger Verehrer von Glassjaw, bin es eigentlich immer noch, sie sind immer noch meine Lieblingsband, aber ich habe mir irgendwann Head Automatica angesehen und dadurch dann Daryl getroffen, er hat sich nach dem Konzert einfach mit mir darüber unterhalten wie mir die Show gefallen hat und solche Sachen. Für mich war das einfach der Wahnsinn, er war 3 Jahre lang mein absoluter Held, ich fand alles toll was er gemacht hat, und dann waren wir plötzlich befreundet. Man realisiert, dass keiner von ihnen auf einem Podest steht und unerreichbar ist. Außer... (Dustin von My American Heart kommt herein) die Leute von My American Heart, die sich für besser als alle anderen halten!
Gareth: Ich hoffe, dass wir dieses Jahr die Möglichkeit haben bei Rock am Ring zu spielen, weil meine beiden Lieblingsbands, Metallica & Rage Against the Machine dort spielen. Wenn ich eine von beiden treffe werde ich...das tun was Matthew immer so gerne macht.
Ich denke, dass man die meisten Idioten im Rockbusiness nicht in den Bands treffen wird, die hart für ihren Erfolg gearbeitet haben und zu richtig großen Bands geworden sind. Man muss ein guter Mensch sein und sich anderen gegenüber gut verhalten wenn man es zu etwas bringen will. Wir haben Rob Flynn letztes Jahr mehrmals getroffen, und jedes Mal war er einfach nur total freundlich. Egal was los war, er hat sich immer Zeit für jeden genommen was ja nicht selbstverständlich ist.
Dosenmusik: Gibt es denn etwas, das die Leute über euch denken was überhaupt nicht stimmt?
Sean: Da sage ich jetzt besser mal nix.
Gavin: Viele Leute denken das wir ziemliche Idioten sind.
Sean: Na, das sind wir aber doch auch.
Matthew: Einige denken aber, das wir reiche Idioten sind. Nach dem Motto, nur weil man in einer Band ist muss man auch Massen an Geld haben. Die meisten Leute, die das vermuten, haben wahrscheinlich mehr in der Brieftasche als wir.
Sean: Ja, es gab Gerüchte das wir Unmengen an Geld für bestimmte Shows bekommen haben die wir gespielt haben, zum Beispiel als wir eine Show mit Avenged Sevenfold gespielt haben,. Da meinte doch tatsächlich jemand, dass wir pro Person 3000 Pfund bekommen hätten. Was?! Wenn, dann haben wir eher bezahlt, um mit denen zu spielen. Was haben wir noch mal bekommen? 50 Pfund pro Person? Irgendwas in dem Dreh.
Gareth: Oder bei den Lostprophets Shows, das waren bestimmt 20 Shows und wir haben auch nur 50 Pfund bekommen. Aber rückblickend hätten wir das trotzdem nicht anders gemacht, weil es für uns Erfahrung war, die wir nicht missen möchten.
Sean: Dabei hast du mir damals noch gesagt, dass die Lostprophets Geizhälse sind.
Gareth: Das war aber nicht so gemeint! Wir kriegen auch immer eins aufs Dach wenn wir nicht da spielen, wo die Leute es wollen oder uns darum bitten.
Sean: Die meisten Leute denken, dass wir unsere eigenen Touren buchen, und immer ziemlich sauer sind wenn wir nicht in den Städten spielen, in denen sie es wollen. Wir haben ein Jahr lang nicht in der Stadt Newcastle in England gespielt und die Kids in Newcastle haben uns dafür beschuldigt, obwohl es nicht unsere Entscheidung war.
Dosenmusik: Apropos Entscheidungen, wie sieht es denn mit eurem Weltherrschaftsplan aus, von dem man in anderen Interviews liest?
Sean: Gib mir noch 30 Minuten und ich habe es geschafft! Wir werden dieses Jahr im März unsere erste Tour in Amerika machen, spielen bei South by Southwest und bei Bamboozle, und dann kommt vielleicht die Warped Tour. Also sollte ich ab September Präsident der Vereinigten Staaten sein, und das erste, was ich tun werde, ist Deutschland abschießen.(lacht) Nein, im Ernst, ich liebe Deutschland. Die Shows hier sind immer toll. Aber bis Oktober sollten wir das mit der Weltherrschaft schon hinkriegen!

Sean Smith - Vocals
Gavin Butler - Vocals
Matthew Davies - Lead guitar
James Davies - Guitar
Rhys Lewis - Bass
Gareth Lawrence - Drums

www.theblackoutmusic.co.uk

Autor: Jerseydevil | 15.01.2008
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