Interview mit Talk Radio Talk
E-Mail Interview mit Talk Radio Talk im April 2008 Schlimm wäre, wenn wir ignoriert würden.
trt Anlässlich der Veröffentlichung ihres Debütalbums "Beyond These Lines" haben sich die sechs jungen Herren aus Stade die Zeit genommen, uns ein paar Fragen per E-Mail zu beantworten.

Dosenmusik: Die bisherigen Reviews für euer neues Album (zumindest die, welche auf eurem Myspace zu finden sind) sind ja sehr positiv ausgefallen. Hattet ihr mit so guter Resonanz gerechnet oder eher Angst vor der Kritik?
Fabi: Bisher haben wir noch kein Review verheimlicht. Es ist jedes Mal spannend auf ein neues Review zu stoßen, und es freut mich Positives über uns zu lesen. Es bestätigt und motiviert. Aber man kann nie erwarten, dass es jedem gefällt. Das werden wir auch noch erfahren. Kritiken können schon starken Einfluss auf unser Image ausüben, das ist uns bewusst. Angst haben wir trotzdem nicht. Auch negative Kritik bringt uns letztendlich voran. Schlimm wäre, wenn wir ignoriert würden.
Dosenmusik: Wie viel nervöser wart ihr bei diesen Aufnahmen mit dem Wissen im Hinterkopf, dass es keine EP sondern euer Debütalbum wird?
Arne: Da das Album in Zusammenarbeit mit unserem Freund und Produzent Olman Viper (mit dem wir auch schon unsere Demos aufgenommen hatten) entstanden ist, waren wir nicht nervös was die Qualität der Aufnahme betrifft. Wir wussten, dass Olli sehr gute Arbeit macht und es eine sehr entspannte Zeit mit ihm werden würde. Klar wollten wir alles gut machen und waren guter Dinge als es dann endlich mit den Aufnahmen losgehen konnte.
Simon: Nervös waren wir höchstens ein wenig, da der Deal mit Swell Creek noch nicht so ganz in trockenen Tüchern war. Im Studio haben wir relativ entspannt und konzentriert gearbeitet - da war dann wenig Platz für Nervosität.
Dosenmusik: Gibt es auf dem Album einige Lieder bei denen euch jetzt, wo es erschienen ist, noch etwas auffällt, was ihr ändern wollt?
Fabi: Es ist bei sechs Leuten nicht immer einfach die Ideen jedes Einzelnen zu verwirklichen. Da mussten Kompromisse geschlossen werden. Bei dem Projekt, ein Album aufzunehmen, wird man ohnehin nie wirklich fertig. Irgendwann muss dann entschieden und weitergearbeitet werden. Letztendlich haben wir es hinbekommen jeden zufrieden zu stellen. Keiner von uns würde wohl jetzt noch etwas am Album ändern wollen. Es ist gut so, wie es ist.
Dosenmusik: Welches eurer Lieder hat bei euch untereinander bisher den meisten Stoff für Diskussionen geliefert bevor ihr es auf ein Album/eine Ep genommen habt und über welches Lied wart ihr euch am schnellsten einig?
Manuel: ‚Between walls and lions' hat wohl den Stoff für die meiste Diskussion gebracht. Da wir diesen Song schon seit unserem ersten Gig gespielt haben und er somit verhältnismäßig nicht so reif schien. Im Studio haben wir dann noch ausgiebig daran gefeilt und versucht einen "roten Faden" ins Album zu bringen. Ich denke wir haben es geschafft, die etwas älteren Songs auf einen Standard mit den Neueren zu bringen. Am schnellsten waren wir uns bei ‚First girl on the moon' einig. Der Song ist an einem Tag, eine Woche vor Aufnahmebeginn entstanden. Trotzdem war sofort klar, dass er noch aufs Album musste.
Dosenmusik: Was würdet ihr sagen hat sich seit der ersten EP musikalisch für euch am meisten geändert?
Fabi: Wir sind zielsicherer geworden. Wir wissen wo wir mit unserem Sound hinwollen. Dazu tragen wir zunehmend mehr Einflüsse in unsere Musik, die sie vielschichtiger, variabler klingen lässt als zuvor.
Simon: Kurz nach den Aufnahmen zur ersten EP ist unser Tastenmann Daniel zu uns gestoßen. Zuvor hatte Fabi die Orgel für die Aufnahmen eingespielt. Live haben wir die ersten drei oder vier Auftritte auf den Orgeleinsatz verzichtet, bis ein aufmerksamer Zuschauer uns darauf hingewiesen hat, dass die Tasten live fehlen würden. Schwupps! war Daniel mit an Bord.
Dosenmusik: Wie war für euch die Erfahrung bei einem Event wie Taste of Chaos aufzutreten? Seid ihr auf viele Rockstar-Egos getroffen oder von allen gut aufgenommen worden?
Daniel: Die Erfahrung an sich war großartig, mal davon abgesehen, dass wir auf gefühlten 3qm einer an sich riesen Bühne eingezäunt wurden. Von den großen Rockstars haben wir kaum jemanden zu Gesicht bekommen.
Simon: Die Leute zu denen wir da überhaupt Kontakt hatten waren das Publikum, die anderen Bands, die wie wir auf der "kleinen" Bühne gespielt haben, Fire in the Attic von der "großen" Bühne und der für uns zuständige Tourmanager. Die waren alle sehr nett. Über die Roadies schweigen wir mal.
Dosenmusik: Wie kam es zum Wechsel zu Swell Creek Records und was hat sich seitdem für euch verändert?
Fabi: Nachdem wir Bauke von SwellCreek kennen gelernt hatten waren wir zunächst etwas überwältigt, zumal er eine von unseren favorisierten Bands gemacht hat (JrEwing). Somit war klar, dass wir den Richtigen gefunden hatten. Durch seine Erfahrung und Einstellung ist er die optimale Ergänzung in unserem Team. Dazu ist die persönliche Nähe von großem Vorteil. Swellcreek sitzt wie unser Management FDI Music in Hamburg, wodurch ein starker persönlicher Bezug zustande gekommen ist. Dieser Bund funktioniert. Wir werden optimal unterstützt, wie wir es alleine nie hinbekommen hätten.
Dosenmusik: Ihr kommt ja aus Stade, wie würdet ihr die Musikszene dort beschreiben?
Fabi: Sie ist sehr aktiv. Es gibt viele ambitionierte Jugendliche, die Bands gründen um Gigs zu spielen. Der Raum Stade hat schon viele gute Musiker hervorgebracht, die sich dann in die Hamburger Szene integriert haben um dort mitzuwirken. Aktuell gibt es ein paar wirklich gute Bands, von denen man sicherlich noch hören wird.
Dosenmusik: Wie steht ihr zu Betitelungen wie Emo, Screamo & Hardcore?
Daniel: Da streiten sich die Gelehrten. Sie sind einerseits nützlich um Musik zu kategorisieren. Andererseits ist das Spektrum der einzelnen Kategorien so groß, dass sie auch wieder gar nichts aussagen, wenn man bedenkt, dass Michael Jackson und Coldplay beide "Pop" und die Gorilla Biscuits und Refused "hardcore" machen.
Simon: Drei sich mit der Zeit in der Bedeutung ändernde Begriffe, die alle schon auf Plakaten/ Konzertankündigungen für unsere Gigs zu lesen waren.
Dosenmusik: Habt ihr euch schon an Sachen wie Interviews und Reviews gewöhnt oder ist es immer noch befremdlich diese später gedruckt/online zu sehen?
Arne: Nein so viele waren es dann doch noch nicht. Es ist immer wieder ein tolles Gefühl was über sich selbst zu lesen.
Dosenmusik: Was ist die letzte CD die ihr euch selber geholt habt?
Arne: Editors- An end has a start
Manuel: Elbow - The seldom seen kids
Simon: Burial - Untrue
Fabi: Tegan & Sara - The Con
Daniel: Hercules & Love Affair - dto.
Matze: : Say Anything - In Defense Of The Genre
Dosenmusik: Was bleibt euch von einem Konzert selbst am besten in Erinnerung?
Arne: Im Endeffekt glaube ich die Veranstalter und das Publikum. Sie sind meistens der Dreh- und Wendepunkt ob der Abend uns Spaß gemacht hat oder nicht. Selbst ein Konzert vor 5 Gästen kann wunderbar sein, wenn man das Gefühl hat, der Abend stimmt einfach.
Simon: Ich erinnere mich (leider) sehr gut an negative Dinge wie versalzene Suppen, Verspieler oder schmierige Sanitäranlagen. mmmh..
Dosenmusik: Was war der schönste/ beeindruckendste Moment seitdem ihr in der Band seid?
Manni: Das fertige Album in den Händen zu halten!

Manuel Ploetzky - Vocals
Simon Geschke - Guitar
Arne Keitzel - Guitar/Voc
Matthias Reinhardt - Bass
Fabian Eichstaedt - Drums
Daniel Wernich - Keyboards

www.myspace.com/talkradiotalk

Autor: jerseydevil | 03.04.2008
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