Interview mit Taking Back Sunday
Interview mit Gitarrist Eddie Reyes am 31.05.2005 Taking Back Sunday wird es noch eine ganze Zeit lang geben
Taking Back Sunday simon: hi eddie! ich hab gehört, du kommst gerade von einem interview? wieviele waren es denn heute schon?
eddie: das ist jetzt das zweite und auch letzte für heute.
simon: also das heißt heute gibts jede frage doppelt?
eddie: kann sein, aber dieses interview fängt schon mal anders an als das letzte.
simon: ok, wir haben ein paar fragen vorbereitet. hoffentlich wird das für dich kein deja vu!?
joe: das ist jetzt das 3. mal, dass ihr in köln spielt und auch das 3. mal, dass ich euch hier sehe.
eddie: ja, beim ersten mal haben wir in diesem art center gespielt und ich habe ein paar echt nette amerikanische army-kids kennen gelernt. mein bruder lebt hier, er ist auch bei der army.
joe: ich kann mich noch ganz gut daran erinnern... ich war eins von den army-kids damals. (grinst)
eddie: oh! .... AH! (lacht) stimmt! ich erinner mich an dich.
joe: wir machen das nicht in das interview.
eddie: wieso denn nicht? das war doch ein toller abend! man ist auf einer langen tour irgendwo auf der welt und rennt in seine nachbarn. das ist doch klasse!
joe: wie lange seid ihr jetzt schon auf dieser tour in europa?
eddie: 3 wochen, 2 davon in england.
simon: auf dieser tour promotet ihr euer neues album "louder now". spielt ihr viele neue songs oder mixt ihr jedes set mit songs von allen alben?
eddie: wir spielen songs von jedem album. wahrscheinlich 4 neue, 4 alte, 4 alte alte und vielleicht ein paar ganz alte. die alten sachen machen zwar immer wieder spaß, aber grundsätzlich ist es im moment schon wichtig, wenigstens ein paar songs von "louder now" zu spielen.
joe: vielleicht auch ein cover song heute abend?
eddie: nein.
simon: habt ihr ab und zu einen im programm?
eddie: schon, aber nur für besondere ereignisse.
simon: gib mal ein beispiel! was habt ihr schon mal gecovert?
eddie: songs von the cure spielen wir gern oder welche von the police. wir haben zum beispiel auch ein cover von den descendants für den tony hawk soundtrack gemacht. das problem ist, das es zwar spaß macht, seine lieblingssongs anderer bands zu spielen, aber wir wollen nicht bekannt werden,als die band, die den oder den song gecovert hat. es gibt bands, die wurden groß allein wegen eines cover songs. guck dir mal alien ant farm an!
simon (lacht): da hast du recht!
joe: ok. louder now! wer hatte die idee für diesen titel?
eddie: ich glaube es war fred. wir haben gerade im studio darüber geredet, als er irgendwie meinte: "it's louder now!" und schon hatten wirs! (grinst) also schnell die plattenfirma angerufen und ihnen den titel genannt. wir machen uns darüber aber prinzipiell nicht soviel gedanken. manche bands haben immer eine eine mystische oder legendäre story, wie sie auf einen titel gekommen sind oder wie irgendein song geschrieben wurde. weißt du was, wir sitzen in einem keller neben einer waschmaschine und spielen einfach drauf los. und wie nennen wir das album? louder now! ok, das ist es! so läuft es bei uns, es ist wirklich nichts besonderes.
joe: ich dachte mir irgendwie, dass ihr vielleicht die titel von den beiden vorherigen alben fortsetzt. im sinne von "tell all your friends"...
eddie und joe (gleichzeitig): ..."were you want to be"... (beide lachen)
eddie: ..."louder now"! das ist es doch! lauter, schneller, aggressiver! wir haben darüber nachgedacht, ob wir das mit den titeln fortsetzen wollen, aber wir alle hatten den gleichen gedanken: that's cheesy! (grinst) für uns ist das neue album genau das, was der titel aussagt.
simon: kam die veränderung von alleine oder hattet ihr einen masterplan?
eddie: diese dinge passieren einfach. veränderungen, entwicklungen... jeder macht sich soviele gedanken und sorgen um alles. uns ist das egal! wir machen unser ding. that's punk rock! wir wollen eine country platte aufhemen? also machen wir das! oder ein hartes, schnelles album? dann eben das! es kommt einfach aus einem raus. teilweise waren auch ein paar echt miese songs dabei. (lacht)
joe: und sind da ein paar davon auf dem album?
eddie: natürlich nicht! (grinst)
joe: vor dem interview haben wir uns gegenseitig mitch hedberg witze erzählt.
eddie: ah! mitch hedberg!
joe: du kennst ihn!?
eddie: natürlich! mitch hedberg is a comedic god! (mark, der drummer läuft gerade vorbei)
eddie: watch! wanna hear something! hey, mark! mitch hedberg line!
mark: if carrots were made of alcohol the rabbits would be fucked up! (alle lachen)
simon: this is one of my favorites: escalators don't break. they just become stairs. you would never see an 'escalator temporarily out of order' sign, just 'escalator temporarily stairs, sorry for the convinience!' (alle lachen)
joe: ok, weiter gehts! wir haben gerade über "louder now" gesprochen. ihr habt es auf dem major label warner music veröffentlicht. wie ist es zu dem wechsel zu einem major gekommen?
eddie: viele labels haben uns angesprochen. bei warner hat uns gefallen, wie sie mit anderen bands, die wir kennen, umgehen. sie sind eine plattenfirma, die zusammen mit der der band ein team und eine einheit sein wollen. sie haben uns alle kreativen freiheiten gelassen, um uns und unseren sound zu entwickeln. deswegen sind wir zu ihnen gegangen.
simon: warner ist eines der big four labels im musikbusiness. habt ihr jetzt angst, dass euch eure fans jetzt als sell-outs bezeichnen?
eddie: ich denke wir sind nah genug an unseren fans und den ganzen kids da draußen, dass sie wissen, wer wir sind und was wir machen. es gibt eine ganze menge indie.labels da draußen, die sind viel schlimmer als die majors. wir könnten auf einem indie sein und hätten es dann härter als auf einem major, also hat es meiner ansicht nach nichts mit sell-out zu tun, sondern es ist eher eine art von natürlicher entwicklung. man versucht sich mit menschen zu umgeben, die hinter einem stehen, die mit dir arbeiten, die dich unterstützen und dich voran treiben und das ist die philosophie von warner. sicher gibt es bands, denen das passiert ist - kaum sind sie auf einem major, schon schreien alle sell-out, mainstream...
simon: ja, aber das ist mir egal, wenn irgend jemand meine lieblingsbands als sell-out oder mainstream bezeichnet und das sollte den bands eigentlich auch egal sein...
eddie: so sehen ich das auch. man wird aber immer wieder leute finden, die sich über sowas aufregen. das muss man ignorieren. mann, selbst ich habe manche bands als sell-outs betitelt und bin trotzdem zu ihren konzerten gegangen und habe ihre platten gekauft. aber ich habe meine meinung geändert, seitdem ich weiß, was das alles überhaupt bedeutet und das wußte ich vorher nämlich nicht. ich will nicht, dass mich jemand als heuchler bezeichnet.
joe: es gibt wohl kaum eine band, die nicht auf einem major sein will. das ist doch das ziel jeder band, die es einigermaßen ernst meint mit einer musikkarriere, oder!?
eddie: es ist ein großes ziel. you get to hang out with the big boys, now see what you can do! für uns läuft alles super. warner ist ein klasse label und wir sind sehr glücklich, dass sie sich für uns wir uns für sie entschieden haben.
joe: die nächste frage stammt mehr oder oder weniger aus einem forum, in dem wir die mitgleider vor diesem interview gebeten haben, fragen zu posten, die sie gern taking back sunday stellen würden. was denkst du über die öffentliche meinung, eure musik ist emo oder emocore?
eddie: ich achte nicht auf solche dinge. das ist schubladendenken und führt zu nichts. im interview vorhin wurde ich das auch gefragt und ich habe geantwortet, dass 'emo' bei uns in den usa ein schimpfwort ist, mit dem man andere bands verarscht. wir sind eine rock band, eine punk rock band, eine hardcore band - wir sind einfach musik. emo existiert eigentlich nicht. all music is emotional! das ist einfach eine bescheuerte idee, ein label, um es irgendwelchen bands anzuhaften, aber es ist leider auch das einzige, was die meisten kids verstehen. was kann man da machen!? ich bin sicher, dass einige rock bands früher auch nicht als grunge bezeichnet werden wollten, aber weh getan hat ihnen das sicher auch nicht, oder!? uns kann man nennen wie man will - emo, screamo, hardcore, punk, pop - es ist egal! wir gehen auf die bühne und spielen eine gute rock show und haben spaß! it's just rock 'n' roll and it'll always be rock 'n' roll!
joe: musik berührt menschen auf unterschiedlichste art und weise. wie fühlt es sich an zu wissen, dass man vollkommen unbekannten menschen helfen kann mit dem, was man macht und das man in der lage ist, gewisse dinge zu verändern?
eddie: es ist wundervoll! es ist fühlt sich toll an! viele bands haben das für mich getan, also kann ich das sehr gut verstehen. es ist eine ehre, wenn man weiß, dass menschen so über einen denken. es zeigt, dass die menschen wissen, worum es bei unserer musik geht.
joe: mir ging es so, als ich im irak war.
eddie: mein bruder war auch dort. und in panama und im kosovo. er hat mir gesagt, dass er seinen soldaten von mir und taking back sunday erzählt hat, aber keiner hat ihm geglaubt, dass ich sein bruder bin. (lacht) ich komme mir schon irgendwie dumm vor bei der vorstellung, dass ich in der weltgeschichte herumreise und musik mache und er bewegt wirklich etwas. ich bin sehr stolz auf meinen bruder und das solltest du auch von dir sein. ich versuche auch den dingen für mich mehr sinn zu geben. an einem freien tag, haben wir ein militärkrankenhaus in washington besucht. wir haben dort die ganzen verwundeten soldaten getroffen und mit ihnen geredet. all das hat mir den wert dessen gezeigt, was mein bruder und auch du getan haben. man muss nicht stolz auf die gründe sein und auf die ursache dieser konfilkte, aber man kann auf sich selbst stolz sein, wenn man versucht, die dinge mitzugestalten.
joe: wie kam es zu euren beiträgen auf den soundtracks zu den filmen fantastic four uns spiderman?
eddie: wenn man so eine chance bekommt und einem der film gefällt...
simon: aber fantatsic four war richtig schlecht!
eddie: ja, schon, aber hier ging es um den comic und der ist klasse! und spiderman... it's the amazing spiderman, dude!!
simon: er hat im 3. teil wohl seinen schwarzen anzug an.
eddie (grinst): so mag ich ihn am liebsten.
simon: der song "error operator" war auf dem soundtrack zu fantastic four dabei und ist jetzt auch wieder auf eurem neuen album, nur in einer anderen version. weshalb habt ihr ihn verändert?
eddie: damals war er für ein comicbuch-film und jetzt ist er auf einem unserer alben. er sollte einfach persönlicher werden, also haben wir einfach ein paar dinge verändert.
simon: ihr spielt dieses jahr auf rock am ring und rock im park, 2 der größten festivals in europa.
eddie: mann, ich bin jetzt schon nervös! so viele leute!
simon: und viele verschiedene genres sind vertreten. spielt ihr das erste mal auf so einem festival in europa?
eddie: wir waren schon mal beim download festival. und wir hatten einmal das zweifelhafte vergnügen direkt nach slayer aufzutreten. (lacht) bei slayer haben sich alle gegenseitig getötet und gegessen und dann kamen wir auf die bühne. "hi! we're taking back sunday!" und alle orks und trolle sind gegangen, dann kamen alle kleinen kinder wieder raus. aber taking back sunday waren besser als slayer, mann! als wir auf der bühne waren, war es wie als wäre satan höchstpersönlich da, spielt ein konzert und geht nach einer stunde wieder. es war großartig! eine tolle erfahrung! später hab ich mich vor wurfgeschossen von slayer fans hinter einem dixie-klo versteckt. (alle lachen)
joe: bei rock am ring habt ihr einen ziemlich späten auftritt, irgendwann nach mitternacht glaub ich.
eddie: stimmt! ein früher und ein später auftritt. also ist es wahrscheinlich so, dass die meisten die dann noch da sind, uns auch wirklich sehen wollen.
simon: taking back sunday haben von ganz unten angefangen und ihr seid jetzt schon ziemlich weit oben. was für ziele habt ihr noch?
eddie: keep playing and touring! wer weiß das schon!? ich werde ja auch so langsam alt. vielleicht mache ich irgendwann mal platten mit anderen bands. oder ich gehe zu irgendwelchen kleinen clubshows und schaue mir an, welche bands für einen plattenvertrag in frage kommen.
simon: aber es stecken immer noch ein paar alben in euch!?
eddie: ja, sicher! man kann die zukunft leider vorhersagen. aber ich werde immer der musik treu bleiben. eine tour mit the cure wäre mal toll. wenn ihr jemals unsere freunde von thursday trefft, dann sagt ihnen sie sind scheiße, die waren nämlich gerade mit the cure unterwegs. (lacht) aber mal im ernst - es geht um die musik und um den spaß, den wir und unsere fans haben. wir sind zufrieden mit dem was wir machen. taking back sunday wird es noch eine ganze zeit lang geben!


Adam Lazzara — vocals
Fred Mascherino — guitar, vocals
Eddie Reyes — guitar
Mark O’Connell — drums
Matt Rubano — bass

www.takingbacksunday.com

autoren: Coney & Zoolander | 31.05.2006
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