Interview mit Subterfuge Carver
E-Mail Interview mit den Jungs von Subterfuge Carver Wir ziehen ins Land raus und treten den empfindlichen Metallerhasen auf die Füße
Sugbterfuge Carver Wir sprachen mit Subterfuge Carver über Ihren Namen und ihre aktuelle Platte. Uns wurde verraten warum man sie Deathcore nannte und wie man mit dem neuen Sänger zurecht kommt.

Dosenmusik: Erzählt doch mal ein wenig zur Entstehungsgeschichte der Band. Wo habt ihr euch alle kennen gelernt usw.?
Subterfuge Carver: Also gegründet wurde die Band 2002 von unserem Basser Bert und ein paar seiner Kumpels. Tom der Drummer kam dann recht zügig per Zeitungsannonce dazu. Er war es auch der mich in die Band holte. Danach hat sich das Bandkarussel dann kräftig weitergedreht. Vor allem der Verschleiß an Sängern ist bei uns enorm. Daniel ist jetzt Sänger Nummer 3 und recht frisch dabei.
Dosenmusik: Zu eurem Bandnamen, wie seit ihr darauf gekommen und was bedeutet er über die allgemeine Übersetzung für euch?
Subterfuge Carver: Ich weiß nicht was meine Kollegen da geritten hat. Der Name stand schon fest als ich in die Band kam. Komischer weise kann keiner von uns wirklich erklären was das Ganze für nen Hintergrund hat und was es konkret bedeutet. Die Interpretationen gehen bei uns persönlich auch weit auseinander. Jeder versteht was anderes darunter. Ich bevorzuge „hinterlistiger Schnitzer“ und bringe den Namen somit auch mit der Art und Weise in Verbindung wie wir Musik machen. Aber das ist nur eine Interpretation. Da darf sich jeder was dazu zusammenreimen.
Dosenmusik: Ihr habt ja schon einige Preise eingeheimst, darunter auch ein 4ter Platz beim Wacken Open Air. Wie war es vor so vielen Leuten zu spielen und dann solch gute Resonanz zu bekommen?
Subterfuge Carver: Naja, also den 4ten haben wir beim „W-O-A Metal Battle“ gemacht, nicht direkt beim Wacken Open Air. Die „Metal Battle“-Konzerte fanden deutschlandweit statt und im Finale, welches dann einige Wochen vor dem eigentlichen Open Air in Wacken stattfand trat aus jedem Bundesland jeweils die beste Band an. Auf jeden Fall waren da nicht annähernd so viele Leute da wie es sich anhört. Aber, wir durften auf der Wacken Ur-Bühne spielen. Das war natürlich geil.
Dosenmusik: Seit ihr seid Wacken auf den Geschmack gekommen bei großen Festivals zu spielen oder sind euch die kleineren Clubgigs wichtiger?
Subterfuge Carver: Die etwas größeren Events und Festivals die wir spielen durften waren schon klasse, aber ich denke richtig knallen tut das Ganze erst recht in kleinen Clubs. Wir waren letztes Wochenende erst mit Scrached Surface im AK47 in Düsseldorf. Der Schuppen ist so klein, dass man sich die Eier zwischen die Beine klemmen muss um nicht gleich für sexuelle Nötigung belangt zu werden. Aber der Gig war ein absoluter Abriss. Alter Vater, da hat die Bude vielleicht gekocht - obwohl nur 30 Leute reinpassen.
Dosenmusik: Ihr seit gerade, oder wart gerade auf Tour, macht es Spass? Was ist das Beste an einer Tour und was das Schlechteste?
Subterfuge Carver: Touren ist klasse wenn man ohne Standards auskommt. Aber wer es gerne gemütlich, warm und rentabel hat, dem geht das sehr schnell auf den Wecker. Noch schlimmer ist das dann natürlich wenn man, so wie unser Drummer, Probleme mit dem Rücken hat und es dann stundenlang in einen mit Equipment und alkoholisierten Halbaffen vollgestopften Transporter in den unmöglichsten Posen aushalten muss. Auf der anderen Seite ist ne Tour halt trotzdem genau das Abenteuer das man sich so vorstellt.
Dosenmusik: Wie läuft das alles mit eurem neuen Sänger? Hat sich durch ihn das musikalische Angesicht der Band verändert?
Subterfuge Carver: Nein, nicht wirklich. Also noch nicht. Dafür ist er zu frisch dabei und versucht zurzeit eher die Performance der aktuellen Platte zu erfüllen. Aber ich denke sobald wir uns dann intensiv ans nächste Album machen, wird er auch nen enormen Einfluss auf die Musik haben und die Richtung in die es gehen soll. Das zeichnete sich schon bei den Aufnahmen für unsere Akustik-EP ab, da hat der Junge echt ne klasse Leistung abgeliefert und dem Ganzen nen frischen Schwung mitgegeben. Ich denke das wird bei der nächsten Hartwurstmusik-Platte genauso.
Dosenmusik: Mittlerweile ist Daniel euer dritter Sänger, habt ihr eine Erklärung warum gerade immer die Sänger bei euch wechseln?
Subterfuge Carver: Das Phänomen dürfte allen Bands bekannt sein. Sänger sind eine sehr spezielle Type die eine außerordentliche charakterliche Leistung bringen müssen. Ich als Gitarrist kann mich hinstellen und meine Riffs runterrödeln und damit sind die Leute dann auch schon zufrieden. Als Sänger musst du dich bis zu nem gewissen Grad entblößen und dein Ego einem ständigen Zugriff von außen aussetzen weil du der Typ bist der ganz vorne steht, die Band repräsentiert und mit dem Publikum kommuniziert. Deswegen sind Sänger einfach die extremsten Typen in einer Band. Wenn du nicht vorher schon einen an der Waffel hattest, dann wirst du spätestens als Sänger in einer Band definitiv ein bisschen „banane in der Birne“. Das führt früher oder später dazu, dass Sänger mit der Zeit recht empfindlich werden und im schlimmsten Fall mit den Verpflichtungen bzw. dem Druck, den man als Bandmitglied hat, nicht mehr klarkommen.
Dosenmusik: Auf der Tour werdet ihr wohl euer Album „Deathcore" bewerben, erlaubt mir die Frage aber warum habt ihr das Album „Deathcore" genannt?
Subterfuge Carver: Weil das scheiße geil ist die Reaktionen der Leute zu sehen. Wir machen ja im Grunde nichts anderes als alle anderen Bands auch. Egal ob du das jetzt Deathcore, Metalcore, Glam-Jazz oder Hillbilly-Grind-Schwoof nennst, wenn man es auf das Wesentliche runter bricht ist es alles Rock `n Roll mit etwas mehr Kawumm als Anfang der 1950er. Werf mal heute nen Blick auf die Flyer für ein Metal-Konzert. Da kommen dir Bezeichnungen entgegen die du nicht mal mit nem englischen Fremdwörterbuch entziffern könntest, und wenn du dann auf den Gig gehst holzen viele Bands denselben Käse runter wie die Anderen auch, die aber natürlich ne ganz andere Richtung zocken. Alle wollen sie neu und frisch sein, und, nicht zu vergessen, eine gewisse Konformität bewahren, weil du ja wenn du z.B. „Hardcore“ drauf schreibst auch nur Hardcore machen darfst. Wir hatten schon immer ein Problem damit ne richtige Bezeichnung für unsere Mucke zu finden. Immer gab’s nen ganz schlauen Vogel der dann gemeint hat: „Hört mal Männer s, das is aber gar kein…“ Also haben wir den erst besten Begriff genommen der uns bis dato noch nicht untergekommen war, auf die die Platte geklatscht und, wie sollte es anders sein, haben wir damit prompt die Leute angepisst. Sehr geil! Erst haben wir ja ein bisschen doof aus der Wäsche geschaut als die meisten Leute anfingen sich deutlich mehr mit dem Albumtitel zu beschäftigen als mit der Musik, aber das schlug sehr schnell um und wir machen uns jetzt eine heiden Gaudi draus. Es ist halt auch ein tolles Gefühl immer wieder die Bestätigung zu bekommen, dass man nicht als konform anerkannt wird. Das letzte was wir wollen ist Anerkennung für unsere Szene-Credibility. Das hat nichts mit der Leistung als Musiker zu tun, also ist es uns auch schnuppe. Und genau das leben wir mit diesem Album aus. Wir haben da ja auch Skits drauf, die dem Otto-Normal-Metaller völlig abartig und missraten vorkommen, aber für uns die Erfüllung tiefer Sehnsüchte darstellen und einfach ein tierischen Spaß gemacht haben.
Dosenmusik: Euer Mix aus anspruchvollem Metalcore mit reichlich Breaks und Rhythmuswechsel erinnert mich auch an Mudvayne. Welche Bands gehören zu euren Vorbildern?
Subterfuge Carver: Also die kann man gar nicht alle aufzählen. Alles was gut gemachter Musik entspricht. Von A-Z alles durch. Vor allem orientieren wir uns recht oft an Bands die nichts mit Metal zu tun haben. Von denen lernt man deutlich mehr über das Handwerk und die Musikrichtung die du selbst machst als wenn man jetzt die aktuellste Metal-Scheibe analysieren würde.
Dosenmusik: Stuttgart ist ja nun nicht gerade als Metalhochburg bekannt. War es schwerer sich dort als Band durchzusetzen?
Subterfuge Carver: Das kannst du laut sagen. De facto existiert bei uns keine Live-Szene die man als Konsumentengruppe erreichen könnte. Es gibt da eher eine „Mucke aus der Steckdose“-Szene. Die Kids gehen lieber in die Metal-Disko, als 10€ für ein Konzert zu zahlen. Die Leute sind halt alles andere als risikobereit. In der Disko zahlst du 4€ Eintritt und weißt was du bekommst. Auf nem Konzert kann dich alles erwarten. Das ist, denke ich, für viele einfach bequemer. Es geht halt um den Kosten-Nutzen-Faktor beim Wochenendentertainment und nicht darum geile Musik zu zelebrieren.
Dosenmusik: Von Stuttgart aus wohin sollte die erste Auslandstour hingehen, in welchen Ländern würdet ihr gern Touren?
Subterfuge Carver: Das ist egal, solange da Leute sind die zu den Konzerten kommen und genug Merchandise kaufen damit man aus den Fahrt- und Unterbringungskosten rauskommt.
Dosenmusik: Erinnert ihr euch noch an den ersten Kontakt mit eurem Label, wie kam der Kontakt zustande und was war das erste was ihr nach Vertragsunterzeichnung gemacht habt?
Subterfuge Carver: Wie genau das ablief weiß ich gar nicht. Wir haben auf jeden Fall nach und nach unseren Kontakt zu Robby Beier von Supreme Chaos Records ausgebaut und lange über den Vertrag beraten. Nach der Vertragsunterzeichnung haben wir dann gesoffen.
Dosenmusik: Welche Jobs habt ihr neben der Band, davon Leben könnt ihr ja wahrscheinlich noch nicht?
Subterfuge Carver: Nö Leben kann man davon definitiv nicht. Bert der Basser ist der Einzige der als Profimusiker unterwegs ist. Der hat das studiert und macht von Jazz bis Big Band und Studiojobs alles. Ne richtige Schlampe halt der Kerl. Ich bin Grundschullehrer, der Tom (Drums)ist Entwicklungsingenieur und Daniel der Sänger ist in Ausbildung zum Heilerziehungspfleger.
Dosenmusik: Wie sieht die Zukunft aus, was sind eure Ziele?
Subterfuge Carver: Als erstes Ziel werden wir jetzt erst mal die neue Platte in Angriff nehmen und uns mal wieder ein bisschen austoben. Dann suchen wir nen total bekloppten Namen für die Platte, ziehen ins Land raus und treten den empfindlichen Metallerhasen auf die Füße.
Dosenmusik: Vielen Dank für die ausführlichen Antworten, nun bleibt mir nicht mehr als euch viel Glück und viel Erfolg zu wünschen.
Subterfuge Carver: Sehr gerne. Ich habe zu danken.

Daniel Neuberger - Vocals
Arthur Wall - Guitar
Bertram Oeler - Bass
Thomas Neuberger - Drums
www.myspace.com/subterfugecarver

Autor: CUBTB | 14.11.2008
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