Interview mit Soulfly
Interview mit Max am 08.02.2003 Bumba!bumba! oder: Dieser Tag hat gerollt!

treffen und konzert mit max cavalera und soulfly am samstag, den 8. februar in köln

jets hates in der tat geklappt:
nach einigen mails und telefonaten wurde mir nun also von roadrunner die gelegenheit gewährt, max cavalera in köln anlässlich seiner deutschlandtour zu treffen. samstag fahr ich dahin, zunächst zwei stunden vorher treffen mit dem freundlichen kumpel boddy, der für die fotos zuständig war, in der wohung eines freundes, grooven uns ein mit quatschen und so, lungern erstma gemütlich ab.

um 16 uhr sind wir im hotel verabredet, wo cavalera wohnt. um halb vier machen wir uns ziemlich adrenalisiert auf den weg dahin. da hokken wir in der lobby des hotels, etwas argwöhnisch beäugt von einem tuntigen portier.
aah, da kommt die liebe dame von roadrunner um uns abzuholen. huch! schon!
wir pakken unsern kram, boddy sein aluköfferschen miter kamera ich mein parka und mein mit den zu signiernden cedes, diktiergerät und zeuch vollgepakktes täschlein und tappen hinter ihr her. rein in den aufzug. wie istie stimmung frage ich, antwort: gut! raus aus dem aufzug.
schon schwallt uns der lekkere geruch von räucherstäbschen entgegen. hinten rechts, die zimmertüre ist angelehnt unsere begleiterin geht vor, zaghaftes anklopfen, im voraum sitzt gloria, max cavaleras gattin, an einer art sekretär über einigen papieren, steht auf, ein zarte distanzierte person. händeschütteln guten tag, nehmt platz. im hintergrund läuft tv, ein nachrichtensender. sie weist auf die sitzgruppe, boddy und ich setzen uns aufs sofa.

wie eine sehr sanfte erscheinung biegt max aus dem schlafraum um die ekke. toll! da isser leibhaftig, etwas schmaler alsich dachte, hat wohl abgenommen, nicht eben gross und eben einfach max cavalera.
zurükhaltend, freundlich lächelnd, seeehr relaxed setztsich auf den sessel gegenüber und schaut geduldig und müde aus der wäsche bzw. aus seinem vielen schmuck, seiner berühmten rastamähne und hals und arme wundervoll übersäht mit den schönsten tatoos.
gestern in leipzig gespielt grosses konzert, danach noch nachts nach köln gedüst. bisschen smalltalk kurzes geplänkel. fast hättich vergessen das diktiergerät anzustellen! aber nur fast. darf boddy foddos machen während des interviews? yeahyeah, sacht max.

er erzählt wo sie waren und was noch kommt grosse tour auch im ostblokk unter anderem russland, bulgarien, mazedonien... vorsich haben sie noch griechenland und andere. ich erzähle ihm zunächst wie gut mir sein vortrag in amsterdam gefallen hat. beim stichwort russland fälltmir die geschichte ein, die er erzählte, dass ein crewmitglied lenin mit lennon verwechselt hat. das gelächter darüber lokkert schon ein wenig auf. die folgende halbe stunde sollte auch aufgrund meiner aufregung, da laber ich selbst immer auch ein bisschen viel, mehr ein geschbräch sein als ein frage antwort interview, aber genau das war gut so.

ich frage ihn, warum sie wieder hier in deutschland sind na klar, weil sie wirklich sehr erfolgreich waren bei der letzten tour und auch den osten zum beispiel noch nicht ganz abgedeckt hatten. die derzeitige tour läuft ausserordendlich gut und das ohne neue cede oder sonstige neuartigen neuigkeiten (das konzert in köln war schon lange vorher ausverkauft). anlässich der letzten platte hätten sie offenbar zuwenig getourt und diese tour nun sei aufgrund der hohen nachfrage "very extensive". 22 dates würden besucht. allein 9 shows in deutschland.

ich werfe ein, dass ja auch die veröffentlichung des sepultura-live-albums und der dazu passenden dvd vielleicht auch eine rolle spielen mögen. da liegich schön falsch. möchte mich über die gute produktion unterhalten und erfahre dasser sie angeblich nur einmal gehört hat und dann auch noch nur 3 trakks. haha, denkich so richtig bokk hater nicht sich darüber zu unterhalten.
na gut, über die qualität von verschiedenen livealben können wir wohl sprechen, er meint viele livealben klängen ja nicht live zum beispiel motörhead und andere.
well, sachter, ich höre eigentlich musik von anderen leuten. gute moderationssituation für mich, denn ich stelle die sogleich die populäre aber immer interessante frage, was er eben grade hört.
er nimmt imme viele cedes mit auf tour das meiste ist reggae, worldmusic, dub und dasser paul simon vor allem die "greaselandthings" besonders liebt, betonter wieder einmal mehr. asian dub foundation hörter auch gern, schöne relaxte esomusik.
ich frage ihn nach den bands die ich mag wie meshuggah, candiria, alldas komplexe hc-zeuch. er kennt meshugga wohl. toll was die machen, sachter, die müssen wohl viel üben wennsie das live schbielen!

dann schwärmt er von warhammer (einer gemütlichen garagensound-hard-band aus castrop-rauxel, die es nicht mehr gibt, haha, und wennsie das jets läsen würden sie vielleicht ein kleines bisschen bereuen, sich aufgelöst zu haben...) dann kommter auf mercyful fate...(hab mir gestern was von denen gezogen und hab noch kein wirkliches urteil drüber, eine mischung aus zappa on speed für arme und metalklischees und grummeln...) ...in diesem zuammenhang, max, wie eigendlich entstehen deine songs wie werden sie einstudiert wie wird geprobt?

ermacht nicht viel soundchekk "its a waste of time" und richtige proben laufen auchnicht, schon garnicht on tour. die musiker sind gut genug mit ihm im laufe von sessions und einigen shows seine ideen die er ihnen gelegendlich vorstellt zu entwikkeln und umzusetzen. er selbst kann keine noten und fordert hier offenbar viel.
"i like to keep the band on the edge", deshalb musizieren sie wohl gemeinsam im lauf einer tour auch viel "anywhere, anytime".
mir fällt der begriff katharsis in bezug auf seine musik aus dem mund. er kenntas wort nicht. ich versuch es mit mienem deutschenglisch zu erklären, gebe es rasch auf, reite nicht darauf rum und es geht in gekicher unter.

er wirkt auf mich wie jemand, der über die mauer geschaut hat, analysen interessieren ihn nicht, das sagter nicht aber man merktes ihm an, obwohl er durchaus interessiert erzählt und lauscht, letzlich gehtes hier viel um das berühmte feeling, hier kommt er auch wieder auf den song tree of pain, meint der sei ja musikalisch relativ unorthodox für ihn, weiler eine drummachine benutzt hat und "all these accoustic stuff". sehr persönlicher song sagter.
jazz kennter nicht viel, er mag ihn aber beschäftigt sich nicht intensiv damit, ja schon zum beispiel mag er den sänger » saleif keita abbe das meiste lappt soweiso in richtung worldmusic.

magstu filme? well, sagter... dramastuff und comedy. ja! und stanley kubrik, über den er eine tolle doku gesehn hat, wie der seine filme konstruiert und seine bilder die er im kopf hat umsetzt. "a whole different world..." (dabei machter liebenswerte kamerakurbelbewegungen) sachich: also ich finde musik und film sind sehr verwand! sachter er ja, stimmt eigendlich istes similar, kubrik hat seine kamera wir haben unsere "guitars andso" (dazu schbielter luftgitarre).
ein anderer filmemacher gefällt ihm gut, david lean, regisseur des monumentalfilms » lawrence von arabien haha, auch weil dieser offenbar geäussert hat, er hasst schauspieler. "not good for the actors" sagich, er antwortet "but he makes great movies!".

wie passend! ich schbrechihn auf ein hemd an, was er auf einem foto trägt, mit dem zitat aus primitive "most artists are garbage", gibt's da was zu erläutern?
es istja nicht von ihm, ist von einem rapper und für ihn drükktes aus, dass es einfach zuviele künstler gibt, die nicht ehrlich sind, sinnlos sei vieles wassie tun und "godless".

dann geht's um die lyrics und die musik. das geht ständig hand in hand bei ihm, wenn er zum beispiel neben gloria im auto sitzt und es fällt ihm ein guter text ein, diktiert er es ihr (wohl dem der eine gloria hat!), denn er ist eigendlich kein freund der technik. hates nicht mit aufnahmegeräten und peces.
"i´m oldfashioned". ok, meinter, jets hatter letzlich auch ein 12spurgerät, abbe eigendlich liebt er das fourtrakkaufnahmeverfahren "ist pure and direct".

die berimbau, das percussioninstrument welches er immer so typisch einsetzt, bezeichnet er als challenge, herausforderung und wir amüsiern uns bei seiner schilderung wie häufig schon an flughäfen die zuständigen beamten das instrument für eine waffe gehalten haben! (dazu machter lustige bogenbewegungen) und wir stellen fest, dass ja ein instrument im weitesten sinne ja auch durchaus eine waffe sein kann! "and it looks great to!" sagich. da lachter.

wir plaudern weiter über den break von will haven und auch er ist überzeugt, dass grady avenell eigendlich "unique" ist und deshalb hat dieser ja auch beim song pain welcher sich um seinen verstorbenen stiefsohn und "the people that murder him" dreht, lyrics und gesang zugesteürt.

ok, max...langsam lassich dich gehen, boddy hastu noch eine frage? boddy zeigt max sein soulflytatoo und so verwikkeln wir uns im halben aufstehn noch in tatoobewunderung - und max hat wirklich sehr schöne und es ist klasse, diese mal ganz nah zu betrachten - aaah, zweidrei fanfoddos "sachtma schön lieblieb cheese!" wollen ja auchnoch gemacht sein!

stopp! rufich. moment hier bitte signiere noch diese 10 cedes für das gewinnspiel. er machtes brav und ich kicher derweil unkontrolliert in mein diktiergerät.
die uuuralte und erste sepultura-lp die boddy ausgegraben und mitgebracht hat, willer allerdings nicht signieren, das is vorbei, danke. mit einer freundlichen umarmung verabschieden wir uns ich bedanke mich für diese zeit, für dieses geschbräch, überhaubt für sein werk und seine musik, sage take care und viel schbass heut abend. schüss gloria, nice to meet you.

als boddy und ich vorm aufzug stehn fühlen wir uns wahrhaftig toll und beglükkwünschen uns zu diesem schönen ereignis. nach dem interview sitzen wir noch gemütlich ein dreiviertelstündchen mit mit unserer roadrunnerperson - der ich an dieser stelle nochmals herzlich danke für freundliche kooperation, gute organisation, drinks, foddoerlaubnis! - im bistro des hotels, kommen gut runter. ich fühle dies alles ist eine runde sache!

danach türkenpizza und in der wohnung bierchen trinken, im laptop foddos rumsortieren. dann um 20 uhr konzert.reingeflutscht in die livemusikhall. ich schone die vorgruppe straight, indem ich sie besser hier nicht sonderlich rezensiere.

aaber das konzert mit soulfly war wieder sehr toll! die stimmung ausgezeichnet, voll, pogen abbe grundlegend friedlich. so sanft er im geschbräch ist, so stark und kraftvoll ist max cavalera im konzert. ich habe mir die seele ausdem leib gebrüllt und kam mir vor wie auf einem riesigen volksfest. alles wurde geschbielt, was mir immernoch nicht aus den ohren herauskommt, obgleich ich glaube, dass cavalera auf dem wege ist die ethnoeinflüsse noch mehr in seine musik einfliessen zu lassen. ich bin geschbannt was als nächsts von ihm kommt!

also geht hin in die konzerte. max cavalera ist ein guter mensch.
respect!


autor: att | 08.02.2003
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