Interview mit Saosin
Interview mit Saosin am 29.05.2007 in Köln Ich denke, die meiste Musik ist scheiße, und will es besser machen.
Saosin Die beiden Gitarristen der amerikanischen "Emo"-Band "Saosin" standen dem Dosenmusik-Team vor ihrem Konzert am 29.5.07 zu einem Interview zur Verfügung. Das Gespräch fand auf einer abgewetzten Sofagarnitur im komforablen Backstage-Raum des Kölner Clubs "Underground" statt. Nützlicherweise waren Beau und Justin, wie auch alle anderen sich im Raum befindlichen Crew- und Bandmitglieder, jeweils mit einem Laptop ausgestattet.

Dosenmusik: Hey, ich bin Leonie von Dosenmusik. Bevor wir anfangen habe ich eine Frage; Hier wird immer wieder darüber diskutiert, wie man euren Namen eigentlich richtig ausspricht. "Sa-O-Sin"?
Beau: "Sa-O-Sin" stimmt. Ohne h.
Dosenmusik: Heute Abend ist das erstes Konzert eurer Deutschland-Tour. Was erwartet ihr davon?
Beau: Das letzte Mal waren wir hier mit der "Taste Of Chaos"-Tour unterwegs, und das war wirklich gut gewesen. Ich denke mal, dass es heute auch gut werden wird. Was denkst du?
Dosenmusik: Ich hoffe doch. Gibt es Unterschiede zwischen Auftritten in den USA und in Deutschland?
Justin: Vielleicht, dass wir in den USA mit allen aus der Menge reden können. Wenn du etwas sagst, dann verstehen sie es auch so wie du es meinst. Hier ist es manchmal etwas seltsam, weil sie deine Sprache nicht kennen. Ich glaube, das ist auch schon der größte Unterschied.
Dosenmusik: Naja, die meisten von uns kennen eure Sprache ja.
Justin: Ja schon, aber man kann nicht so schnell reden, weil es immer dauert, bis alles verstanden wurde. Das kann schon etwas nerven. Beau: Für mich ist es manchmal schwierig, wenn ich in Deutschland unterwegs bin und jemanden zum Beispiel nach dem Weg frage. Viele denken dann: "Dummer Amerikaner, dem helfe ich nicht." Aber ansonsten macht es Spaß hier.
Dosenmusik: Es wird immer von einem Kampf zwischen US-Bands und denen aus Großbritannien gesprochen. Ist es wirklich schwieriger als amerikanische Band in Europa zu touren?
Beau: Ich weiß nicht, ich habe damit bisher keine Erfahrungen gemacht. Für mich ist es egal ob eine Band aus der UK kommt oder nicht. Es ist traurig, wenn man Musik nur nach ihrem Herkunftsland beurteilt.
Dosenmusik: Okay, lasst uns über euer erstes Album reden. Warum habt ihr als Titel einfach die Wiederholung eures Bandnamens gewählt?
Justin: Uns fiel einfach nichts besseres ein.
Beau: Es ist unser Album. Deswegen steht unser Name drauf.
Dosenmusik: Das Album ist viel softer als eure EP "Translating the Name"..
Beau: Es unterhält mehr.
Dosenmusik: Ihr schreit nicht mehr.
Justin: Mh. Ja.
Dosenmusik: Wollt ihr euch damit von anderen Hardcore-Bands abgrenzen?
Beau: Es ist uns eigentlich egal. Aber zu der Zeit, in der wir "Translating The Name" veröffentlicht haben, gab es nicht viele Bands, die geschrieen haben. Wir dachten, wir könnten damit etwas anderes machen. Aber mittlerweile gibt es zehn Millionen schreiende Bands. Dieses Album braucht kein Geschrei.
Dosenmusik: Wie unterscheidet ihr euch denn eurer Meinung nach noch von anderen Bands?
Justin: Wie gesagt, wir schreien nicht.
Dosenmusik: Das ist alles?
Beau: Grundsätzlich ja. Es ist uns eigentlich egal, wenn andere Leute denken, dass wir alle gleich sind. Wir mögen unsere Band.
Dosenmusik: Habt ihr Angst davor, als Emo-Band betitelt zu werden?
Beau: Nein. Wir wissen, dass das bereits so ist. Aber was soll's, wenn Leute die Band "emo" nennen, muss das nicht heißen, dass das auch für uns "emo" ist.
Dosenmusik: Ihr seid von eurem eigenen Label "Death Do Us Part" zu dem großen Label "Capitol" gewechselt. Warum? Viele Bands aus eurem Genre bleiben bei ihrem eigenen Label, oder gründen sogar erst selbst eins.
Beau: Ja, das ist richtig. Aber "Death Do Us Part" war nicht einmal wirklich ein Label, es war lediglich ein Name. Es bestand nur aus drei Leuten, und wir brauchten es, um unsere EP aufzunehmen. Dass wir gewechselt haben, hat uns sehr geholfen. Wir wären sonst niemals aus den USA raus und zum Beispiel nach Europa gekommen, niemand hätte unsere Zugtickets bezahlt, und so weiter.
Dosenmusik: Eure erste Single aus dem Album war "Voices". Wie ist es, euch selbst im Radio zu hören und im Fernsehen zu sehen?
Beau: Es ist richtig cool. Als ich den Clip das erste Mal im Fernsehen gesehen habe, das war wie...ich weiß gar nicht wie man das beschreiben soll. Und wenn du dich dann mit jemandem triffst und er hat dein Poster in seinem Zimmer, dann denkst du dir:"Oh Gott, da hängt ein Bild von mir an der Wand!" Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.
Dosenmusik: Wer hat die Story zu dem Video geschrieben?
Beau: Wir haben sie uns zusammen überlegt. Sie ist eigentlich ziemlich einfach und simpel.
Dosenmusik: Gibt es auch schon ein Video zu eurer zweiten Single: "You're not alone?"
Justin: Ohja, Moment. Schau es dir an... (...3:52 Minuten später...)
Dosenmusik: Armes Mädchen. Stirbt sie?
Justin: Ja. Leider.
Beau: Wie du siehst haben wir in Schweden gedreht. Es hat geschneit und es war wirklich kalt. Aber ich finde, es ist gut geworden.
Dosenmusik: Ihr werdet im Sommer zusammen mit solchen Größen wie Linkin Park und My Chemical Romance auf Tour sein.
Justin: Ich denke, das wird großartig werden. Mit den meisten waren wir ja schon mal unterwegs. Es ist wie ein Schulausflug ins Sommer-Camp.
Dosenmusik: Was sind eure eigenen, persönlichen Helden?
Justin: Ich mag Gitarren-Spieler. Da gibt es ein paar richtig gute. Aber wenn du fragst wird dir jeder aus der Band eine andere Antwort geben.
Beau: Ich hab nicht wirklich welche. Es gibt viele Menschen die verschiedene Sachen auf ihre Weise gut machen. Aber ich kann jetzt keinen bestimmten nennen.
Dosenmusik: Hast du keine Lieblingsband?
Beau: Naja, das war der Grund, warum ich selbst eine Band gegründet habe. Ich denke, die meiste Musik ist scheiße, und will es besser machen.
Dosenmusik: Wie genau habt ihr euch gegründet?
Beau: Am Anfang gab es wirklich nur mich und Justin. Es war also nicht so, dass wir alle schon ewig auf der Highschool zusammen gespielt hätten. Die anderen Musiker kamen erst nach und nach in die Band.
Dosenmusik: Noch eine Frage zum Abschluss, die uns natürlich sehr interessiert: Wie alt seid ihr?
Justin: 23, bald 24.
Beau: 19, seit Dezember.
Dosenmusik: Gut, vielen Dank für das interessante Gespräch. Jetzt warte ich nur noch darauf, wieder abgeholt zu werden.
Beau: Party! Willst du etwas essen?

Cove Reber - Vocals
Beau Burchell - Guitar
Justin Shekoski - Guitar
Chris Sorenson - Bass
Alex Rodriguez - Drums


www.www.saosin.com

autor: panic-at-my-disco | 02.06.2007
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