Interview mit Red Tape
Interview mit Jeff am 11.02.2004 Hardcore meets Singalong-Punkrock...
Red Tape jeff jaworski spricht über die produktion und entstehung des beeindruckenden debütalbums "radioactivist".

dosenmusik: hey jeff, alles klar bei dir? ihr seid gerade auf tour in den staaten richtig?
jeff: ja wir sitzen hier gerade im van...fahren durch oregon...gestern hatten wir unsere erste show in oregon, es war grossartig, die kids haben am ende der show die bühne eingenommen und sind völlig durchgedreht...es war unglaublich.
dosenmusik: eure neue cd ‚radioactivist' ist gerade erst bei uns in deutschland erschienen und die leute sind noch nicht so vertraut mit red tape, erzähl ihnen doch mal worum es bei red tape geht und wie ihr überhaupt zusammengefunden habt.
jeff: sehr gerne. die band hat sich 1999 zusammengefunden. kurz vorher hatte ich gerade angefangen an punk rock songs zu arbeiten, auf so einem kleinen vierspurgerät. ich hab einhergehend also angefangen nach anderen musikern zu suchen, mit denen ich spielen kann. zwei hab ich auch gefunden, die waren zwar nicht so sehr im punk rock drin wie ich, aber sie waren sehr motiviert und wollten auch live spielen, also haben wir angefangen mit meinem material einige shows zu spielen. wir haben unser erstes demo herausgebracht und das gute stück hieß ‚high revoltage'. wir haben danach weiterhin beständig unsere show gespielt...und nach einiger zeit und einigen umbesetzungen in der band ging es voran. die umbesetzungen mussten sein, da ich mit leuten zusammenspielen wollte, die punk-rock wirklich mögen und wissen was sie da spielen. in diese richtung wollte ich auch die band drücken und das gelang mit neuerungen gut. unseren bassisten haben wir gewechselt, twig war ab sofort für die tiefen töne zuständig . anschließend gab es eine neue e.p. rausgebracht die sich 'constructivism' nennt. die ist dann in die hände von amir gefallen der unbedingt ein punk-rock album aufnehmen wollte. das heißt wir haben das getan, das demo kam allerdings nie wirklich raus, ist aber roadrunner records in die hände gefallen. und da wir ständig unsere live shows gespielt haben da das unsere eigentliches element ist in dem wir erst richtig aufgehn, sind sie mal vorbeigekommen, ihnen hat gefallen was sie sahen und sie haben uns einen deal angeboten. jetzt ging es also weiter mit plattenvertrag. wir haben unseren man für die zweite gitarre wenig später gefunden, den job übernahm mark. und unseren drummer habe ich schlußendlich auch noch gekickt, dafür koplettiert j.d. nahezu perfekt unseren punk rock vierer. und jetzt sind wir da angelangt wo wir immer hin wollten: wir haben eine platte draussen und sind auf einer grossen tour.
dosenmusik: ihr habt mit amir dekrah an ‚radioaktivist' gearbeitet richtig?
jeff: ja richtig. amir ist ein richtig guter produzent. er hat schon mit system of a down zusammengearbeitet.
dosenmusik: interessant, wie seid ihr genau auf ihn gekommen?
jeff: wie ich schon sagte, wir haben zuerst dieses demo mit ihm aufgenommen, auf das er zufällig aufmerksam geworden war. wir hatte ja keine ahnung es uns einen major deal bescheren würden. mit dem deal in der tasche waren wir uns sicher, das genau er der richtige sein würde um ein gutes album zu arbeiten. amir ist trotz seines erfolges auf dem boden geblieben. ein sehr lockerer typ einfach, der sehr bescheiden ist und hart arbeitet. ich meine er schläft kaum und arbeitet ständig an seinen aufnahmen um das best mögliche resultat zu erzielen.
dosenmusik: heißt also, ihr habt richtig viel energie reingesteckt in das album, hart gearbeitet und mit ihm wurde es noch besser?
jeff: kann man so sagen ja. dazu muss ich allerdings anmerken das die freie zeit und der spaß auch nicht zu kurz kamen. es gab eine menge techniker die mitgearbeitet haben, die vieles vorbereitet haben während wir rumsassen und videogames gezockt haben.aber wenn wir aufgenommen und gearbeitet haben haben wir alles gegeben.
dosenmusik: wenn du die musik auf diesem album mit deinen worten beschreiben müsstest, was würdest du dazu sagen?
jeff: vor kurzem hab ich das ganze mal brash-punk genannt...weil die musik ein stück weit die frühen achziger verkörpert, als sich viel dem punk-rock angenähert hat. es liegt aber auch diese gewisse schwere in der musik, dass kommt denke ich auch aus unserer heimatstadt sacramento, dort gibt es eine grosse metal szene, genauso wie eine street-punk szene. letztlich ist es musik die dir in den arsch tritt, ihn hochhebt und dich ins moshpit wirft. sie fordert bewegung und entfaltet live noch mehr ihre stärke.
dosenmusik: welche songs auf eurer neuen platte bedeuten dir am meisten und sind deine favourites momentan? sagen wir mal du darfst dir 2 ausuchen...
jeff: das ist schwer. high revoltage mag ich sehr gerne, genauso aber divebomb und stalingrad... ich würde mal sagen die drei.
dosenmusik: solche titel wie stalingrad, denkst du nich das die ein wenig misverständlich sein könnten, vor allem hier drüben bei uns?
jeff: ich denke nicht. ich meine hier bei uns in den u.s.a werden meine texte ja auch nicht missverstanden, insofern gehe ich davon aus, dass in deutschland die leute auch soweit denken können und sich ihren eigenen kopf machen. stalingrad ist ein symbol für politischen wahnsinn, der viele menschen das leben kostete. für mich steht das für den politischen kampf, bei dem es keine gewinner gibt. das lässt sich symbolisch aufs leben und die gesellschaft übertragen.
dosenmusik: es gibt ein video zu stalingrad richtig?
jeff: ja gibt es. wir haben ein bisschen was riskiert dabei und wussten erst nicht so recht was daraus wird. wir haben das ganz simpel wie eine unsere shows hier auf tour aufgezogen und einen haufen leute in einen winzigen konzertraum eingeladen.man weis nicht was daraus wird, die leute könnten faul rumstehn und es wird nichts draus oder sie fangen an sich zu fighten. es besteht ja sogar das risiko das die polizei auftaucht...aber das war nicht der fall alles in allem ist es grossartig gelaufen.
dosenmusik: wir haben vorhin über amir gesprochen, orgy gitarrist und jetzt euer produzent, hatte er auch einfluß auf dein songwriting?
jeff: nein.amir kümmert sich darum das der sound stimmt und darin ist er einzigartig gut. was unsere songs angeht läuft das ganze eigentlich ziemlich demokratisch ab, wir entscheiden alle gleichberechtigt, mark (Meraji/Gitarrist anm.d.verf.) kommt sehr oft mit ideen zu uns was die riffs angeht und sitzt mit jd daran. daran arbeiten wir gemeinsam weiter. meine texte schreibe ich selbst. da hatte die anderen bislang nichts mit zu tun.
dosenmusik: was denkst du was die menschen über jeff jaworski wissen sollten?
jeff: wenn das jemandem was bedeutet details zu wissen (lacht). ich weis gar nicht ob das so gut ist alles zu wissen. bands die ich mir jahrelang angehört habe, mit denen war es auch nicht immer so wie gedacht. ich meine du würdest dir ihre musi für immer anhörer weil sie dir soviel bedeutet, aber wenn du sie persönlich triffst sind die meisten doch nicht so wie du immer dachtest oder das was du aus ihrer musik rausgenommen hast für dich. und was mich und uns angeht, wir sind grosse fans von musik und zählen uns nach wie vor zu musikfans, einfachen fans ebendie alles da reinstecken weil wir so einen spass daran haben. wir haben damit nicht angefangen um einen plattenvertrag zu bekommen oder geld damit zu verdienen, es ist ein ventil um seinen gefühlen raum zu schaffen. und um überhaupt was zu tun. (lacht)
dosenmusik: würdest du sagen es ist das wichtigste was du je gemacht hast in deinem leben?
jeff: ähm..nein (lacht) nein das denke ich nicht. das wichtigste was ich gemacht habe in meinem leben, ist selbstbewusst zu werden, bücher zu lesen und die dinge anzupacken. genauso rauszugehn und ein nettes, schönes mädchen zu finden und eine glückliche beziehung zu haben. das ist wesentlich wichtiger als musik.
dosenmusik: ich habe gehört das du mit musik angefangen hast musik weil du einfach gelangweilt und unzufrieden warst..?
jeff: das hat wieder damit zu tun das man einfach manchmal ein ventil braucht. wir kommen aus sacramento und hier gibt es einfach nicht wirklich was zu tun.wenn man in l.a. oder san franciso wohnt ist das was anderes. da ist viel mehr leben und man kann viel mehr lustiges zeug machen, in diesen städten gibt es viel mehr freizeitmöglichleiten. und für uns ist eben das mit der musik unser hobby und unser ventil. jeder braucht einen ausgleich irgendwo. (krachen und klappern im hintergrund)
dosenmusik: was sind das für seltsame geräusche da im hintergrund?
jeff: oh die andern sind die andern, wir sind doch mit dem van unterwegs und die wollten glaub ich essen oder sowas.
jeff: (zu den andern) habt ihr schon gegessen, können wir vielleicht bei einem KFC stehenbleiben demnächst?
dosenmusik: (grinsend und wartend am hörer)
jeff: oh sorry...
dosenmusik: kein problem, essen muss sein...was macht ihr in eurer freien zeit? übt ihr wie die hölle?
jeff: wir treffen uns dreimal die woche in unerem proberaum, ansonsten haben wir alle noch vollzeitjobs, die band beansprucht zwar mehr zeit jetzt aber wir versuchen unser normales lebe parallel weiterzuführen. job, familie, all die normalen dinge eben.
dosenmusik: die lustigste story eurer tour bislang?
jeff: oh das ist schwierig. vielzuviele dinge die ich an dieser stelle lieber nicht erzählen möchte. (lacht)
dosenmusik: so schlimm bei euch. (lacht)
jeff: ach nein, aber mir ist gerade nicht so danach. es ist immer verdammt lustig tsol tour stories anzuhören als sie als punk band in den 80ern getourt sind...da ist wirklich alles dabei, alles was du dir vorstellen kannst. das macht richtig spass mit den jungs.
dosenmusik: wir erwarten euch euch bei uns in deutschland auf tour, dann kannst du eine der geschichten mal zu besten geben. (lach)
jeff: schauen wir mal (lacht). wir freuen uns sehr bei euch zu spielen in naher zukunft hoffentlich.

Jeff Jaworski - vocals/guitar
Twig Von Wussow - bass
JD - drums
Mark Meraji - lead guitar

www.redtapearmy.com

autor: shavo | 11.02.2004
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