Interview mit Raunchy
E-Mail Interview mit Raunchy Anfang Juli China, Dynamit und einfach Musik
Raunchy Zu ihrem neuen und erfolgreichen Album "Wasteland Discotheque" haben uns Raunchy Rede und Antwort in Bezug zu ihrem Dasein, der Band selbst und dem "Danish Dynamite" gestanden.

Dosenmusik: 1994 habt ihr begonnen als "Raunchy" zusammen Musik zu machen. Das ist schon eine lange gemeinsame Zeit. Versteh ihr euch immer noch so gut wie damals?
Raunchy: Eigentlich haben wir schon ein paar Jahre vorher unter einem anderen Namen zusammen gespielt. Zu dieser Zeit spielten wir nur Cover-Songs von Metallica, Pantera und ähnlichen Bands. Wir sind also schon viele Jahre zusammen in einer Band und sind immer noch gute Freunde, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Ich denke, wir kommen alle gut mit einander aus und haben viel Spass, wenn wir zusammen spielen.
Dosenmusik: Euer viertes Album "Wasteland Discotheque" hat wieder einige Veränderungen im Sound mit sich gebracht. Wie empfindet ihr selbst eure Entwicklung in dieser Hinsicht?
Raunchy: Nun, es gibt tatsächlich eine Veränderung im Gesangsstil auf dem neuen Album, vor allem, weil Kasper diesmal viel häufiger als Jeppe singt. Das heisst, dass statt vieler sauberer Vocals wie in unseren früheren Alben diesmal eine Art rauher melodischer Stil vorherrscht, der eher nach traditionellem Metal klingt. In Bezug auf die Musik denke ich, dass wir versucht haben alles, was wir in der Vergangenheit gemacht haben, miteinander zu verbinden. Meiner Meinung nach klingt es wie eine Mischung unserer letzten beiden Alben, nur mit härteren Vocals.
Dosenmusik: Wie kamt ihr auf die Idee, "Somebody's Watching Me" zu covern?
Raunchy: Jeppe begann damit an diesem Song zu arbeiten und hat die Grundstruktur des Songs entwickelt, der dann am Ende auf dem Album landete. Danach habe ich die Gitarren-Parts entwickelt und wir haben es den Jungs vorgespielt. Wir haben den Song vor der Aufnahme für das Album nicht geschnitten, sodass er fast genauso wie das Demo klingt. Als wir begannen daran zu arbeiten, dachten wir, dass es evtl. ein Bonustitel für die japanische Version unseres Albums werden könnte. Als wir ihn schließlich aufgenommen hatten, hat er uns so gut gefallen, dass wir der Meinung waren, er würde gut zu den anderen Songs passen. Also haben wir entschieden ihn in unser Album aufzunehmen.
Dosenmusik: Die Umstände der Entwicklung eurer Band klingen in der Biographie eurer Homepage schon fast Traumhaft. Denkt ihr, dass ihr dabei viel Glück hattet?
Raunchy: Das ist schwer zu sagen. Wir haben viele Jahre gespielt und drei Demos aufgenommen, ohne dass irgendwas mit der Band passierte und sich auch nur irgendein Platten-Label für uns interessierte. Nach unserem dritten Demo, welches fünf Songs unseres Debütalbums enthielt, haben wir die Band für ein paar Jahre auf Eis gelegt, denn wir dachten, dass, wenn wir keinen Vertrag mit diesem Demo bekommen, wir möglicherweise nie einen Vertrag bekommen würden. Zwei Jahre nachdem wir das Demo aufgenommen hatten, nahm plötzlich ein kleines dänisches Label Kontakt mit uns auf und wollte uns unter Vertrag nehmen, was wir natürlich angenommen haben. Kurz nachdem sie unser Album veröffentlicht hatten, wurde es von Nuclear Blast aufgenommen, die bis dahin nie zuvor eine dänische Band unter Vertrag hatten. Wir hatten also sicher ein bisschen Glück, aber wenn man in Betracht zieht, dass wir schon acht Jahre zusammen gespielt haben, bevor unser Debütalbum veröffentlich wurde, bin ich immer noch der Meinung, dass wir sehr hart dafür gearbeitet haben, damit wir dort hinkommen, wo wir uns im Moment befinden.
Dosenmusik: Euer Stil, das Keyboard und die popigen Refrain-Parts haben ja durchaus Wiedererkennungswert. Mischt sich euer Sound aus den Vorlieben der Bandmitglieder?
Raunchy: Wir alle hören viele verschiedene Arten von Musik, deshalb denke ich, dass man das so sagen kann. Aber darüber denken wir nicht so häufig nach. Ich glaube, dass die Musik, die wir heute hören, sich sehr von der Musik zu Beginn unserer Karriere unterscheidet. Aber seit unserem ersten Demo haben wir immer melodische Refrains verwendet und würden das als unseren Stil empfinden.
Dosenmusik: Mögt ihr die Bezeichnung "Danish Dynamite", die häufig in Zusammenhang mit euch fällt?
Raunchy: Danish Dynamite war der Slogan für das dänische Fussballteam in den achziger Jahren. Wenn man also Fussballfan ist, ist es, glaube ich, schon irgendwie lustig. Ich denke, der einzige Grund dafür, dass er zur Beschreibung unserer Band verwendet wird, ist eine Europatournee unter dem Namen "Danish Dynamite", auf der wir gemeinsam mit Hatesphere und Volbeat gespielt haben. Dieser Ausdruck bedeutet mir nichts, aber ich hasse ihn auch nicht oder sowas.
Dosenmusik: Mit welcher anderen Band/Musiker würdet ihr gern mal zusammen arbeiten oder auftreten? Oder seid ihr eher dahin orientiert weniger in dieser Richtung zu experimentieren?
Raunchy: Als Produzent denke ich, dass es interessant wäre mit Devin Townsend zu arbeiten. Und natürlich wäre es großartig, mit einer der großen klassischen Metal-Bands wie zum Beispiel Metallica zu spielen. Aber sonst würde mir da nichts weiter einfallen.
Dosenmusik: Was denkt ihr unterscheidet euch von anderen Musikern aus dem Metal Genre?
Raunchy: Ich denke, dass viele Bands in der Metal-Szene Angst davor haben ihre Musik mit softeren Elementen zu vermischen, weil sie wissen, dass viele der konservativen Metalfans ihnen vorwerfen, sich zu verkaufen und wie Linkin Park zu klingen. Das kommt bei jedem In-Flames-Album vorkommt. Im Vergleich dazu denke ich, dass wir immer ein wenig Angst davor hatten, Dinge zu vermischen. Wir machen immer nur das, wonach wir uns fühlen. Ich denke, wir haben es geschafft, modernen Metal zu machen, ohne unsere Wurzeln zu verlieren und ohne wie eine durchschnittliche Metalcore-Band zu klingen.
Dosenmusik: Auf eurer Tour in diesem Jahr wart ihr sogar in China unterwegs. Wie ist es dort gelaufen, waren die Shows anders?
Raunchy: Keines unserer Alben wurde ich China veröffentlicht. Aus ökonomischer Sicht hat es eigentlich keinen Sinn für uns gemacht, dort zu spielen. Der einzige Grund dafür war die Kontaktaufnahme durch "Music Export Denmark", die diese Tour mit uns machen wollten, um die dänische Kultur in China zu promoten. Darüber hinaus wurde die Tour auch durch unseren Gitarrensponsor Schechter gesponsort. Im Vergleich zu anderen Tourneen war es ein bisschen komisch, weil Auftritte täglich neu arrangiert und gestrichen wurden und sich die Tournee ständig änderte. Als Publikum waren die Chinesen großartig und sehr energiegeladen. Generell glaube ich, dass wir schon bessere Konzerte hatten. Aber die gesamte Reise war möglicherweise die beste Erfahrung, die wir in unserer Bandgeschichte hatten.
Dosenmusik: Gibt es Ziele für "Raunchy" die ihr in naher Zukunft erreicht haben wollt?
Raunchy: Wir hatten nie bestimmte Ziele für die Band, ausser Musik zu machen, die wir auch selbst gern hören würden. Wir geben einfach bei jedem Album das Beste, was wir haben, und schauen, wohin uns das führt. Ich bezweifle, dass wir jemals eine Band sein werden, die sehr viele Alben verkauft. Aber wenn wir weiter Alben veröffentlichen und Spaß dabei haben, ist das nicht besonders wichtig für mich. Derzeit spielen wir auf ein paar großen dänischen Festivals und im September auf einer Headbangers-Ball-Tour in Dänemark. Vielleicht werden wir im Herbst auch auf Europatournee gehen. Das steht aber bisher noch nicht fest.

Lars Christensen - Guitar
Kasper Thomsen - Vocals
Jeppe Christensen - Keyboard/Vocals
Jesper Tilsted - Guitar
MortenToft Hansen - Drums
Jesper Kvist - Bass

www.raunchy.dk

Autor: censored | 03.07.2008
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