Interview mit Posion The Well
Interview mit Gitarrist Bradley Clifford “Wir schreiben Songs, spielen Shows und reiten die Welle, bis sie bricht.”
Poison_The_Well Dosenmusik: Hallo Brad! Letztes Jahr führte ich bereits ein Interview mit eurem Drummer Chris bei einer Support-Show für Dillinger Escape Plan in Wiesbaden. Erzähl uns doch mal, was seitdem bei Poison The Well so passiert ist!
Brad: Nach der Tour mir Dillinger Escape Plan, waren wir in Nordamerika mit Killswitch Engage unterwegs. Anschließend waren wir in Florida, um neue Songs zu schreiben. Zwischendrin gab es immer wieder kurze Pausen, um einige Konzerte in Alaska, Costa Rica und Zentralamerika zu spielen. Zeit für eine Hometown-Show in Florida haben wir uns auch genommen. Nachdem wir alle Songs geschrieben hatten, sind wir nach Kalifornien ins Studio. Danach waren wir zwei Monate auf Tour in Australien, Großbritannien und Europa. Wir sind fleißige Bienen!
Dosenmusik: Welche Erwartungen habt ihr an das neue Album?
Brad: Ich erwarte, dass jeder in der Welt davon schwanger wird.
Dosenmusik: Was ist die Geschichte hinter dem Titel “The Tropic Rot”?v Brad: Der Titel hat viele verschiedene Bedeutungen für uns und beinhaltet mehrere Themen. Was mich betrifft, repräsentiert er bestimmte Aspekte meines emotionalen und physischen Zustands zu dieser Zeit, das Verhältnis zwischen einem Leben, das im Allgemeinen als Paradies betrachtet wird, aber das es absolut nicht ist, und der Zeit, in der wir die Songs für dieses Album in Florida geschrieben haben.
Dosenmusik: Gibt es eine Art globales Konzept für das Album?
Brad: Ja, sicher. Alles Themen fügen sich zusammen unter dem gleichen Dach, repräsentiert durch “The Tropic Rot”. Alles ist Teil eines geschlossenen Systems. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
Dosenmusik: Kannst Du uns zumindest ein paar Ansätze hinsichtlich der Thematik nennen?
Brad: Diese Dinge sind komplett offen für eure Interpretation. Jeff hat eigene Absichten mit jedem Wort, das er singt. Er trägt die Verantwortung für die Details. Grundsätzlich gehts auf diesem Album um Vorwärtsbewegung, um das Bemühen, etwas zu erreichen, und wie das mit uns und den Menschen in unserem Leben zusammenhängt.
Dosenmusik: Ihr habt vor dem Release des Albums zwei Songs davon ins Internet gestellt - „Cinema“ and „Exist Underground“ - Spiegeln sie wider, was Hörer von “The Tropic Rot” erwarten können?
Brad: Das sind zwei ziemlich aggressive Songs, aber ja, sie sind definitiv ein guter Einstieg in das Album. Es gibt weitere, die im gleichen Fahrwasser schwimmen, und Welche, die in eine andere musikalische Richtung gehen. Im Großen und Ganzen wollten wir Songs schreiben, die wieder mehr Energie haben und die beiden genannten passen gut in dieses Schema.
Dosenmusik: Für mich hat es den Anschein, das eure Entwicklung seit “You Come Before You” einem roten Faden folgt. Die neuen Songs setzen das Hörerlebnis fort, welches ich mit “Versions” hatte. Wie passt “The Tropic Rot” Deiner Meinung nach in eure musikalische Historie?
Brad: Es ist auf jeden Fall der nächste Schritt für uns. Für mich verbindet es das musikalische Können von “Versions” und die Energie von “You Come Before You”. Gleichzeitig besuchen wir Orte, an denen wir als Band noch nie waren. Bass und Drums sind viel vordergründiger als auf den vorherigen Platten. Alle entwickeln sich weiter und bringen ihr Bestes für diese Songs.
Dosenmusik: Nachdem J. Robbins aufgrund einer familiären Angelegenheit keine Zeit mehr hatte, musstet ihr einen anderen Produzenten finden. Ihr habt euch für Steve Evetts entschieden. Was konnte er bei euch einbringen?
Brad: Er hat definintiv die Peitsche gegen uns geschwungen. Er hört Dinge, die niemand auf der Welt hören kann und er ist sehr kleinlich, aber gleichzeitig weiß er beispielsweise, wann man ein echtes Live-Gefühl beibehalten muss. Er hat dafür gesorgt, dass wir nicht über-produziert klingen, was für uns außerordentlich wichtig ist. Was mich betrifft, hat er mein Spiel komplett in alle Einzelteile zerlegt, um mich auf die Details zu fokussieren, was zuvor noch niemand getan hatte. Er machte mich ganz einfach zu einem besseren Gitarristen.
Dosenmusik: Er hat mit etablierten Bands wie Dillinger Escape Plan und Earth Crisis sowie mit derzeit angesagten Acts wie Alesana und The Chariot gearbeitet und dabei die harden und sanften Klänge von Metal und Hardcore vereint. War dies ein Grund für eure Wahl?
Brad: Wir wollten klingen wie Hatebreed und Turmoil! Haha!! Im Ernst, er weiß offensichtlich, wie man einen vollen heavy Sound hinkriegt, wie man Dynamik rüberbringt und wie man bestimmte Teile atmen lässt, um die harten Passagen ideal zu komplettieren. Das ist genau das, was diese Platte brauchte.
Dosenmusik: Wie kam das Artwork zustande und wer ist das Mädchen auf dem Cover?
Brad: Wir hatten die Idee, Fotos von Jeffs Familie zu benutzen, insbesondere von seinen Großeltern aus den 60er- und 70er-Jahren in Cuba und Florida. Das Cover zeigt Jeffs Mutter als sie 15 Jahre alt war. Wir wollten, dass alles wie ein Bilder-Tagebuch aussieht, organisch, klassisch und altmodisch, um die Geschichte von “The Tropic Rot” zu erfassen. Es passt perfekt zu den Lyrics und zur Vorstelltung, die wir damit verbinden. Portland von Sons Of Nero haben das alles wunderbar zusammengestellt.
Dosenmusik: Seid ihr nervös, wie die Fans auf das neue Material reagieren?
Brad: Keinesfalls. Es ist ein energiegeladenes Album und es macht riesig Spaß, die Songs live zu spielen. Am Ende spielen wir das, was wir spielen wollen. Wenn jemand oder viele das gut finden, sehr schön. Die Leute scheinen die neuen Songs zu mögen. Ich denke, dass jeder, der irgendeine Ära von Poison The Well gut fand, auch hier etwas gutes finden wird. Für mich ist es ein Album, welches das Schaffen von Poison The Well sehr gut zusammenfasst.
Dosenmusik: Werdet ihr euch auf Tour nun komplett von den alten Sachen verabschieden oder gibt es in euren Live-Sets immer einen Platz für die Fan Favourites?
Brad: Ich bin ziemlich sicher, dass wir immer Songs von allen Alben spielen werden. Wir sind froh über jeden, der sich mit irgendeiner musikalischen Phase unserer Band identifizierte. Wir mögen auch unsere alten Platten. Es macht immer Spaß, die Songs zu spielen. Das ist ein Gefühl wie als wenn man die bestebn Spielzeuge aus der Kindheit wieder rausholt, um nochmal damit zu spielen.
Dosenmusik: “The Tropic Rot” ist euer fünftes Studioalbum und das siebte Release insgesamt. Wie gehts von hier aus weiter?
Brad: Es gibt keine langfristigen Pläne. Wir schreiben Songs, spielen Shows und reiten die Welle, bis sie bricht. Für das neue Album stehen eine Menge Tourneen an.
Dosenmusik: Was wäre Deine Überschrift für dieses Interview?
Brad: Poison the Well: Dieses Album macht Dich schwanger!
Dosenmusik: Ok, das überleg ich mir nochmal. Wenn nicht, dann lass ich es im Artikel als witzigen Spruch von Dir. Danke für das Interview! Man sieht sich im November auf eurer Tour mit Rise Against und Thursday.
Brad: Danke für euer Interesse. Wir wissen das seht zu schätzen. Bis bald!

Poison The Well

Jeffrey Moreira – Vocals
Ryan Primack – Gitarre
Bradley Clifford – Gitarre
Bradley Grace – Bass
Chris A. Hornbrook – Drums

myspace.com/poisonthewell

Autor: coney (Simon Damm) | 07.07.2009
Dosenmusik : der neue Shop
dosenmusik at Facebook Follow dosenmusik on Twitter RSS Feed
cd-empfehlungen
Asking Alexandria - From Death to Destiny I Is Another - I Is Another
Five Finger Death Punch - The Wrong Side Of Heaven and The Righteous Side Of Hell Alice in Chains - The Devil Put Dinosaurs Here
Heaven Shall Burn - Veto Le Fly - Grüß Dich Doch Erstmal!