Interview mit Parachutes
Email-Interview mit der Band Parachutes im Februar 2008 Seid gefasst, dass wir euch auch mit 60 noch voll auf den Sack gehen werden...
parachutes Bei vielen E-Mail Interviews ärgert man sich, dass man bei der ein oder anderen Antwort nicht noch einmal genauer nachfragen konnte, da die Fragen nicht vollständig oder nicht zufriedenstellend beantwortet wurden. Nicht so bei den Parachutes, die sich unseren Fragen geduldig und mit einer guten Prise Humor gestellt haben.

Dosenmusik: Könnt ihr eure Band-Geschichte kurz für unsere Leser zusammenfassen?
Parachutes: Gegründet haben wir Parachutes 2002. Seit 2004 sind wir nach einem Wechsel des Bassisten im derzeitigen Lineup unterwegs und haben rund 200 Shows in Deutschland und England gespielt. In dieser Zeit durften wir die Bühne mit vielen supergeilen Bands teilen und haben unglaublich viele tolle Leute kennenlernen dürfen und haben jede Menge schlechte Witze auf unzähligen Bühnen erzählt.
Dosenmusik: Was hat sich für euch persönlich am meisten verändert seitdem ihr euer erstes Album veröffentlicht habt?
Parachutes: Naja wir sind etwas älter und reifer geworden aber grundsätzlich sind die Ziele und Träume die gleichen geblieben: soviel spielen wie wir können, soviel Spass haben wie möglich und weiterhin soviele Leute kennenlernen und die dann möglichst auch noch zu unterhalten.
Dosenmusik: Wie würdet ihr euer neues Album "Vultures" für jemanden beschreiben, der bisher noch nichts von euch gehört hat?
Parachutes: Vultures ist ein Mix aus Hardcore, Punkrock, Metal und auch einigen poppigen Elementen und für uns selbst schwerer zu beschreiben, als ich dachte. Aber da die Musik im Vordergrund stehen soll würde ich wahrscheinlich demjenigen solange mit einem MP3 Player, einer Stereoanlage oder einem dieser neumodischen Handys hinterherrennen, bis ich Ihn in eine Ecke gedrängt habe und Ihn dazu zwingen kann einfach mal reinzuhören. Wenns sein muss auch mit Verbalattacken oder 1 000 000 Bulletins auf Myspace...
Dosenmusik: Welches Lied von dem neuem Album ist euer persönlicher Favorit und warum?
Parachutes: Schwere Frage, ich denke da hat jeder so seinen heimlichen Favoriten, aber im Grunde sind wir mit dem kompletten Album total zufrieden und freuen uns, dass alles so gut geklappt hat vom Schreibprozess über die Aufnahmen bis hin zur Veröffentlichung auf Redfield lief diesmal alles rund.
Dosenmusik: Wie war die Arbeit mit Produzent Phil Hillen?
Parachutes: Phil hatte ja auch das erste Album mit uns produziert und wir hatten uns im Vorfeld zu Vultures schon mit Ihm zusammengesetzt und besprochen, wohin die Reise gehen soll. Er ist ein wirklich verdammt angenehmer Zeitgenosse, kann aber auch zum absoluten Schinder werden, wenn es darum geht, das beste aus einem herauszuholen. Wir hatten uns diesmal auch im Studio viel mehr Zeit gelassen und den Feinschliff an den Songs erst mit Phil zusammen gemacht.
Dosenmusik: Wie seid ihr auf den Album Titel "Vultures" gekommen?
Parachutes: Vultures, also die Geier, sind für uns eine einfache Versinnbildlichung vieler Dinge, die wir als schlecht oder unrecht erachten, was sich dann auch in allen Songs niederschlug. Ausserdem wollten wir ein kurzes prägnantes Schlagwort, das das Album einfach gut als ganzes vertritt und es war echt nervig den alten Songtitel aufzusagen und hat immer ewig gedauert.
Dosenmusik: Gibt es im Nachhinein etwas (im Bezug auf das Album), von dem ihr euch wünscht, ihr hättet es doch anders gemacht?
Parachutes: Nein, eigentlich nicht. Momentan sind wir mit allem noch absolut zufrieden, was natürlich evtl auch daran liegt das das gute Stück noch sehr frisch ist. Bald haben wir bestimmt eh wieder jede Menge daran zu meckern und zu mäkeln. Ich kenn uns doch Mit einem Zwinkern würde ich auch sagen: es ist das beste Album, das wir jemals gemacht haben.
Dosenmusik: Was würdet ihr sagen ist eure größte Weiterentwicklung seit "And I Won't Stop Until You've Lost Everything You've Ever Loved"?
Parachutes: Ich denke, dass wir viele Erfahrungen gesammelt haben und so auch musikalich etwas reifen konnten. Wir haben viel gespielt und sehr hart an unserem Songwriting gearbeitet. Ich denke, Vultures ist insgesamt einfach runder und schlüssiger als unser erstes Album. Damals ging es darum, in windeseile ein Album aufzunehmen und diesmal sind wir mit einem gewissen Konzept an Vultures herangegangen.
Dosenmusik: Würdet ihr sagen, dass dieses Album kommerzieller ist als der Vorgänger?
Parachutes: Schwierig zu sagen, denn harte Musik ist ja allgemein momentan sehr beliebt und lässt sich dadurch kommerziell besser verwerten. Unser Album ist mit Sicherheit härter geworden als ursprünglich geplant. Aber das kam während dem Schreibprozess ganz von selbst und war kein Kalkül. Hardcore/Screamo/Emocore-Bands machen ja wie auch viele andere noch immer eine Spartenmusik die noch nicht so extrem kommerzalisiert ist. Also leg ich mich fest und sage Nein.
Dosenmusik: Was war für euch die größte Umstellung nachdem ihr von Lockjaw Records zu Redfield gewechselt seid?
Parachutes: Wir haben mit unserem ehemaligen Label Lockjaw eine Weile über die Möglichkeiten für uns diskutiert mehr für den deutschen Raum zu machen. Ohne Frage war Lockjaw eine Hilfe für uns in Großbritannien, aber die Möglichkeiten hier waren einfach begrenzt. Dadurch wurde uns relativ schnell klar, dass wir einen starken Partner finden müssen der uns die Unterstützung bieten kann. Wir haben uns dann in aller Freundschaft von Lockjaw getrennt und mit Redfield/Cargo einen starken Partner gefunden, der uns die benötigte Perspektive und Unterstützung bieten konnte, worüber wir auch superfroh sind da, dort bei aller Professionalität und Arbeitseinsatz immer ein familiäres Gefühl vorhanden ist.
Dosenmusik: Auf eurer Website kann man die ganzen Bands nachlesen, mit denen ihr schon gespielt habt, mit wem würdet ihr denn gerne mal spielen wenn ihr freie Wahl hättet?
Parachutes: Oh je die Liste ist noch ewig lang denke ich aber wenn ich jetzt schnell was sagen müsste würde ich sagen: Atreyu, Iron Maiden, Alexisonfire, Guns 'n Roses, Killswitch Engage, Smashing Pumpkins auch wenn das in manchen Fällen passen würde wie Arsch zu Apfel wären das doch so die Wünsche, da uns all diese Bands sehr viel bedeuten.
Dosenmusik: Ist die Band für euch ein Vollzeit-Job oder macht ihr noch andere Dinge nebenbei?
Parachutes: Also 3 von uns gehen arbeiten und 2 studieren, da ist alles schon sehr aufwendig und manchmal schwierig unter einen Hut zu bekommen. Wäre natürlich super, wenn man das ganze irgendwann mal Vollzeit machen könnte, aber wie sagte einst ein weiser Mann: It's a long way to the top if you wanna rock n roll...
Dosenmusik: Wer sind eure musikalischen Vorbilder? Da hat jeder von uns fünf wohl andere Einflüsse die wir alle irgendwie versuchen einzubringen.
Parachutes: Von 80er Rockbands über 80er Metal weiter zum Punkrock und zum Melodycore hin zu Mid 90s Emo bis zu den heutigen Hardcore, Metal und Emocore Bands ist da von allem etwas dabei. Allerdings darf ich nie glitzernde Spandexanzüge auf die Bühne anziehen, was mal ein wirklicher Traum (für alle die es ansehen müssten ein Alptraum) wäre
Dosenmusik: Inwieweit stören euch die Schubladen, in die man heutzutage als Band sehr schnell gesteckt wird?
Parachutes: Naja eigentlich fast nichtmehr. Wir sind da wohl etwas abgehärtet worden. Wir pochen immer darauf, dass die Musik als solches im Vordergrund stehen muss und nicht als was diese bezeichnet wird. Wenn unbedingt jemand einen neuen Namen dafür brauch, damit jeder weiss was gemeint ist (oder auch keiner dann bitteschön, solange wir uns nicht all diese Schubladen merken müssen kein Problem. So wie ich uns kenne, könnten wir uns pro Bandmitglied eh nicht mehr als 2 merken genauso wie Akkorde, Geburtstage, Texte oder Autobahnabfahrten
Dosenmusik: Wie steht ihr zu dem Hype vieler Bands eures Genres durch Seiten wie Myspace und wie unterscheidet ihr euch von ihnen?
Parachutes: Myspace hat natürlich vielen Bands geholfen und als Promowerkzeug gedient, um viele Bands auf sich aufmerksam zu machen, was ich als solches nicht als unbedingt negativ ansehe. Ich denke, dass man auch heute noch jede Menge Bands für sich über Myspace entdecken kann. Allerdings ist Myspace auch ein Fashionboard und Medium zur absoluten Selbstdarstellung. Das kann man als großes Ganzes gut oder schlecht finden. Für uns war und ist es imer wichtiger viel zu spielen und präsent zu sein, anstatt nur eine Seite auf Myspace für uns arbeiten zu lassen.
Dosenmusik: Im März seid ihr ja mit Fire in the Attic und Sonah auf der Royal League Tour 2008, was können wir live von euch erwarten?
Parachutes: Natürlich wird live das neue Album eine große Rolle spielen, um auch einfach mal die Reaktionen der Leute auf die neuen Songs zu sehen. Wir werden aber weiterhin auch Stücke vom alten Album spielen, da wir eigentlich immer darauf bedacht sind jedem etwas bieten zu wollen. Und dazu gibts natürlich jede Menge Spass und noch mehr schlechte Witze.
Dosenmusik: Welches eurer bisherigen Konzerte ist euch am besten in Erinnerung geblieben?
Parachutes: Jedes für sich war eine Erfahrung, die wir niemals missen möchten. Mit Sicherheit waren die Shows mit Boysetsfire in Saarbrücken und die Show in Trier mit Silverstein absolute Highlights oder die beiden Auftritte auf der Taste of Chaos, aber auch jede show mit unseren Freunden von Crash my DeVille, die leider diese Tage Ihren Split bekanntgegeben haben (Jungs, wir werden euch vermissen) oder die Tour mit Across five Aprils sehen wir als absolute Highlights an. Da gab es mittlerweile soviele, dass es schwer fällt sie aufzuzählen. Ich denke jede Show war uns wichtig und auch etwas besonderes für uns. Uns macht das alles einfach einen Riesenspass und solange das so bleibt und sich richtig anfühlt, machen wir das auch. Also seid gefasst, dass wir euch auch mit 60 noch voll auf den Sack gehen werden, wenn unsere dann künstlichen Hüftgelenke es zulassen.

Stefan Kinn - Gesang
Carsten Jung - Gesang, Gitarre
Elmar Weyland -Gesang, Bass
Christian Hunsicker - Gitarre
Markus Bauer - Schlagzeug

www.theparachutes.com

Autor: jerseydevil | 04.02.2008
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