Interview mit Megadeth
Telefoninterview mit James Lomenzo am 11.03.2008 The Mighty Megadeth is back!
Megadeth Megadeth lassen mit dem neuen Album "United Abominations" den klassischen Metal wieder auferleben. Durch die Einflüße der neuen Musiker um Dave Mustaine ist ein tolles neues Werk entstanden und die gefüllten Hallen zeigen, dass diese Band über die Jahre nicht mal ansatzweise an Ansehen verloren hat. Wir hatten die einmalige Möglichkeit mittags vor der Show in Neu Isenburg ein ausführliches Telefoninterview mit Bassist James Lomenzo zu führen, der mit seinen 49 Jahren sicher zu den erfahrensten Musikern seines Genres zu zählen ist. James, der seit den frühen achziger Jahren bereits mit Größen wie Ace Frehley von Kiss und Richie Blackmore am musizieren war, bringt mit seiner ganzen Erfahrung und seinem sympathischen, enspannten Wesen definitiv etwas in die Band, dass positiver nicht sein könnte.
Die Musiker die er sonst noch zu nennen hat, mit denen er mal ab und zu so auf der Bühne stand, bringen mich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Definitiv etwas ganz besonderes, von jemandem wie ihm ausführliche Geschichten aus seinen Musikerjahren und den letzten beiden mit Megadeth zu hören. Als Augen auf und aufmerksam weiterlesen, was ein extrem gesprächiger und freundlicher James Lomenzo kurz nach dem Aufstehen um die Mittagszeit im Hotel nach einer kurzen Nacht alles über Megadeth, Dave Mustaine und seinen beneidenswerten Lebenslauf so in den Hörer plaudert.

Dosenmusik: Hi James! Grüß Dich, wie geht es Dir? Wo treibst du dich gerade rum?
James: Mir geht es fantastisch! Ich hab mich gerade erst aus dem Bett gerollt. Wir sind heute so gegen vier Uhr morgens angekommen und sind jetzt in einem Hotel in der Nähe vom Flughafen (Flughafen Frankfurt... Anm.d.Verf)!
Dosenmusik: Gerade erst aufgestanden. Na du hast es gut!
James: Bin wohl eher aus einem Koma erwacht, könnte man sagen (lacht)
Dosenmusik: Ah, schön. Dann lass uns doch mal direkt loslegen mit einer Frage die du sicher dauernd hörst, aber die denoch sehr interessant ist: Wie hat das eigentlich mit dir und Megadeth angefangen? Wie hast du Dave kennengelernt? Gab es eine Session/ Audition oder wie war das?
James: Nun, dann werde ich mal versuchen, dass kompakt zusammenzupacken: Kurz nachdem ich aufgehört habe bei Black Label Society mit Zakk Wylde zu spielen, habe ich eigentlich nicht nach irgendtwas neuem gesucht. Also habe ich erst einmal so 4-5 Monate zuhause rumgesessen, nicht wortwörtlich, man beschäftigt sich ja schon irgendwie. Ein Freund von mir hat zu diesem Zeitpunkt und auch schon früher für die Ashdown Amplifier Company an Endorsments und all sowas gearbeitet. Und ich habe zu dieser Zeit bei ESP gearbeitet. Also sind wir über die Jahre Freunde geworden. Eines Tages hatte er mich einfach angerufen und gefragt: "Hey, du suchst doch bestimmt nach einer Band oder?" und ich nur so: "Na dann erzähl mal, was du so anzubieten hast!" Er meinte erkönne mir nicht sagen wer es ist, aber es wäre eine der 4 großen, schon lange existierenden Thrash-Metal Bands. Und ich meinte sofort: Oh, es ist wohl Megadeth!" Er wiederholte das er es nicht sagen kann und erklärte, dass ich am besten ein paar Aufnahmen mit schnellem, harten Bass von mir zusammenstellen sollte. Davon hab' ich eigentlich nie sonderlich viel! (lacht) "Also willst du mir jetzt doch auf jedenfall sagen, dass ich hier ein Tape für Dave Mustaine von Megadeth aufnehmen soll!" Der Gute schwieg sich immer noch darüber aus. Also hab' ich ein paar CD's rübergeschickt und ein paar Tage später rief Dave an und meinte: "Hey, ich hab dein Päckchen immer noch nicht bekommen, dauert wohl noch etwas, aber ich melde mich wieder sobald es da ist!" Das war erstmal das letzte was ich von ihm gehört habe. Später rief er wieder an und sprudelte los: "Ich hab mir deine CD angehört und ich finde echt, dass du ein verdammt guter Bassist bist. Du solltest bei Megadeth spielen. Also warum schaust du nächste woche nicht einfach im Büro von meinem Manager vorbei?" Mit dem Wissen habe ich mir dann 2 Megadeth Songs angehört, weil ich nicht wirklich vertraut war mit dem vollen Programm der Band. Also begab ich mich dann zum vereinbarten Treffpunkt auf dem Sunset Boulevard in L.A. in dieses seltsame, kleine Straßenbüro.Winzig, sag ich dir. Und ich habe wie so immer bei Auditions, einen meiner Verstärker dabei. Nicht gerade klein, denn ich besitze eigentlich keine kleinen Bass Verstärker. Also hab ich die 4x12er Box samt Verstärker und Effektpedalen, sowie meinen Bass da reingequetscht.
Dosenmusik: Laut genug um das Büro weg zusprengen,was? (lacht)
James: (lacht) Nunja, mir hat halt so keiner richtig gesagt was wir jetzt machen. Ich saß da also zwischen Sekretärin und Manager und so einigen Büchern, und harrte der Dinge. Und dann kamen auch schon Dave und die Jungs zur Tür rein! Ich habe einfach mal einen Megadeth Song angespielt aber Dave meinte nur so: Ja, aber das kenn ich ja alles...! Spiel mal bitte was von dem Zeug auf deiner CD!" Da hab ich mal, trotz das es eigentlich Lieder für einen 6-Saiter Bass sind, einfach damit angefangen. Also hab ich lauter gedreht, ein bißchen distortion reingehauen und losgelegt und die Beine und Wände mal ordentlich zum zittern gebracht. Und es hat wohl gefallen. Dave meinte wann ich mit ca. 27 Megadeth Songs am Start sein könnte. Und ich war scheinbar also schon viel mehr involviert als ich dachte. Das ist die lange Version der kurzen Geschichte.
Dosenmusik: Erzähl uns mal was über Dave. Ich und viele kennen ihn ja nicht persönlich oder nur von der Bühne!
James: Ich mag Ihn sehr als Mensch. Er ist ein großartiger Kerl.
Dosenmusik: Ihr seid also gute Freunde?
James: Ja, auf jeden Fall. Wir haben zuletzt erst wieder viel zusammen gemacht, als wir in San Diego auf Achse waren. Vor einigen Jahren als ich zur Band gestoßen bin, grinste er mich an und plauderte los: "Du hast wahrscheinlich einige schlechte Dinge über mich gehört und einiges davon stimmt auch. Nur eigentlich will ich nur Megadeth wieder auferleben lassen und uns dahin bringen wo wir früher einmal standen. Ich mache mir viel aus der Musik, aber so einiges anderes ist manchmal halt einfach auch mal im Argen. Whatever!" Und er hat recht. Er ist ein außenstehender, extrem cooler Kerl. Der genau weis wer Megadeth sind und wohin er mit Ihnen gehen will. Er hat mich dazugeholt und ich ziehe gerne mit, weil ich sehe was er tut und wie er es tut. Wir verbringen eine großartige Zeit zusammen.. Auf der Bühne passt alles, im backstage ist es immer lustig. Ja, ich kann nur Gutes erwähnen.
Dosenmusik: Cool. Und wie sieht es mit dir aus? Außer, dass du Bass spielst und schon mit Größen wie Zakk Wylde, Slash und nun Megadeth die Bühne teilen durftest?
James: Weist du was? Ich mache Musik seit ich 7 Jahre alt war. Bass hat mich irgendwann sehr interessiert. Eigentlich habe ich mit Gitarre und Schlagzeug angefangen! Und um eine endlose Geschichte wirklich etwas kürzer zu machen: Musik hat mich vorangetrieben, eigentlich mein ganzes Leben lang! Als ich das Glück hatte mit Leuten Musik zu machen von denen man über die Jahre viel gehört hat, die du oder ich als Kind bewundert haben, begann das alles irgendwie Sinn zu machen und es hat " Klick" gemacht! Ich fühlte mich musikalisch bereit, mit solchen großen Musikern zu spielen. Ich kann mich sehr gut daran erinnern mit einem Kerl Namens Bobby Rondinelli gespielt zu haben, der mal Schlagzeuger der Band Rainbow (die Band wurde 1975 von Deep Purple's Gitarrenlegende Ritchie Blackmore gegründet und hatte diverse Line Up Wechsel zu verzeichnen u.a. stand hier hier Ronny James Dio am Mikrofon. Anm. d. Verf.) war. Als dann Felix Pappalardi von Mountain ( populäre Rock Band in Amerika in den frühern 70igern Anm d. Verf.) ermordet wurde, ersetzte ich Ihn am Bass. Das war eine wirklich coole erste, große Band in die ich geraten bin. Sehr talentierte Musiker. Von da an hatte ich regelmäßig die Möglichkeit mit Richie Blackmore zu spielen, als sein Bassist und Background Sänger. Also wenn einem da als 19, 20 Jähriger wie ich damals, nicht der Kopf platzt weil es einem die Sprache verschlägt, dann weiß ich auch nicht. Das war der Startpunkt meiner Karriere. Die ging von der West- bis zur Osküste. Auch in vielen unbekannteren Bands. Bis ich bei White Lion gelandet bin. (wem die kein Begriff sind, dem sagt sicher der Pop/Rock Welthit "When the children cry" etwas. Oder 80iger Videos wie "Love don't come easy". There you have James Lomenzo back in the day. Anm. D. Verf.). Diese Band ging los wie eine Rakete. Und nach dieser Band kam es, dass ich mit vielen hervorragenden und bekannten Künstlern spielen konnte. Es ergaben sich immer mehr Situationen. Solche wie Ace Frehley, Zack Wylde natürlich, Ossy Osborne und nicht zu vergessen: Slash!
Dosenmusik: Wie kam das mit Slash? Das finde ich persönlich sehr interessant. Den zähle ich zu meinen Vorbildern.
James: Ich habe mit Slash zusammengearbeitet in "Slash's Snakepit". Wir waren 1995 in Europa auf Tour. Wieder zuhause angekommen, haben wir dann zusammen an einem Album gearbeitet, dass nie mehr veröffentlicht wurde weil wir nicht den passenden Sänger gefunden haben. Slash ist klasse, ich mag Ihn sehr. Es sind alles einfach coole Menschen und wenn man sie persönlich kennenlernt, sind sie es immer noch.
Dosenmusik: Jetzt spielst du in Megadeth. Wenn Du die ganzen Musiker wie Slash, Zack Wylde, Ace Frehley und Dave Mustaine mieinander vergleichen müsstest, was würdest du sagen?
James: Ich würde sagen, dass das alles Typen sind, die ganz oben mitspielen. Die führen auf jedenfall mit die Spitze des Ganzen an. Das war kein Unfall oder Zufall, dass sie oder Ihre Bands da stehen wo sie heute stehen. Das ist alles ein sehr angenehmes Umfeld in dem ich mich gerne bewege. Ich fange nicht an zu zittern oder werde nervös wenn ich so jemanden treffe, weil ich das selbst schon mal gemacht habe und in einer ähnlichen Position war. Ich habe auch Platin Scheiben an der Wand. Immer wenn ich solche Musiker treffe, haben sie einen übermäßigen Grad an Vertrauen und Zuversicht. Auch Dave.Er weis genau wer er ist und was er musikalisch tut und das auch auf professioneler Ebene. Ich auch. Wenn sie mir also über den Weg laufen, ist das für mich einfach natürlich. Unser neuer Gitarrist Chris Broderick, der gerade erst zur Band gestoßen ist, hat mich erst gestern abend im Backstage gefragt ob ich nervös werde bevor wir auf die Bühne gehen. Und nein, werde ich eigentlich nicht mehr. Ich mache das schon so lange, es fühlt sich vertraut und angenehm an vor großen Menschenansammlungen zu spielen. Ein grundnormales, tolles Ereignis für mich.
Dosenmusik: Könntest Du ein paar Musiker nennen die die und dein Bass Spiel beeinflußt haben oder die dich begeistern? Die Frage ist sehr allgemein und schwer zu bantworten, aber schieß einfach mal los...!
James: Das ist sie, da hast du recht, denn grundsätzlich ziehe ich meinen Input aus eigentlich allem, was ich höre. Es gibt definitiv Superhelden wie Jaco Pastorius. Jemand dem ich gerne schmeichele. Ich jage diesen Jaco Pastorius Geist bzw. Sound jeden Tag wenn ich meinen Bass in die Hand nehme. Es muss immer genug Platz für den Gedanken sein: Genau so genial möchte ich auch spielen können! Aber mein Limit ist eben das ich James Lomenzo bin und nicht Jaco Pasorius und ich komme nur so weit wie es mir mein Talent erlaubt. Andere Bassisten deren Spielweise ich mag? Ich habe Gene Simmons Songs gespielt, er wurde nie als ein großer Bassist erwähnt und hat sogar immer gerne über sich selbst Witze gerissen wie: "Ach es geht doch mehr ums Geschäft als um's Bass spielen!" Aber auf den alten KISS Platten geht irgendetwas ab, das mir sehr gefällt. Paul McCartney und insbesondere Stanley Clarke sind sehr starke, erschreckend gute Basisten. Für mich gibt es also einige Typen die außen vor sind und mich auf irgendeine Art sehr interssieren.Dean Murray wäre noch so einer, der hat das ganze Bass Zeug bei Elton Johns Songs gespielt. Wenn man sich das mal genauer anhört, mekt man das Eltons Songs wirklich von der Bass Line angetrieen werden. Auch wenn es einfache, melodische Parts sind, Aber die Art wie er die Töne anschlägt, geben den Songs nochmal einen Kick. So versuche ich es auch manchmal, aber dazu musst du dir die alten Alben anhören auf denen ich mitspiele, um festzustellen, ob du einer Meinung mit mir bist.
Dosenmusik: Lass uns nochmal zur neuen Platte "United Abominations" von Megadeth kommen: Wie weit warst Du in das Songwriting involviert?
James: Es gab schon Demos von United Abominations als ich anfing. Dave ist sehr fanatisch darin, Musik über die Jahre anzusammeln. Als ich ins Studio kam hatten Shawn, Dave und Danny schon 5 Songs ausgearbeitet. Ich habe von Ihnen ein paar demos ohne Bass bekommen, habe die mit nach Hause genommen und einige Bass Parts dazu geschrieben in Pro Tools (sehr weit verbreitete Recording Software, weltweit Anm. d. Verf.) Zurück im Studio gab es also das Song-Skelett wie Dave Mustaine es geschrieben hatte und er bat uns mit guten Ideen alles noch besser werden zulassen, was mich verwunderte, da ich dachte er sei da dominanter was Songwriting von Megadeth angeht.
Dosenmusik: Was passiert mit Megadeth wenn ihr die Tour beendet habt?
James: Wenn sie denn mal endet die Tour (lacht). Die Relese von "United Abominations" hat sich erst kürzlich gejährt und seitdem sind wir auch auf Tour. Wir haben in einem Jahr die Welt praktisch zwei mal umtourt. Wir habe sämtliche pazifischen Randgebiete abgespielt und fligen als nächstes nach Indien. Dann geht es für 3 Wochen zurück in die Staaten. Wohlverdiente Wochen, die man für sich hat übrigens. Dann geht die Tour weiter durch Amerika und anschließend wahrscheinlich nach Südamerika. Und dann machen wir uns ans nächste Album, was wir in backstage Gesprächen schon öfter so in Betracht gezogen haben.
Dosenmusik: Megadeth wird also in dieser Bestzung weitermachen!?
James: Es ist etwas besonderes an dieser Band, was die Stimmung untereinander angeht. Ich war in so vielen Bands, wo diese hysterischen Charaktere versucht haben die anderen irgendwie auszustechen, Chris Broderick, der erst zur Band stieß ist ein außergewöhlich guter, klassisch ausgebildeter Gitarrist, der sehr inspirierend sein kann, genauso wie M. Friedman. Kein Neuland für Dave, vertrautes Gebiet. Nachdem Dave nun 3 Jahre mit Shawn Drover und seit über zwei Jahren mit mir zuammenspielt, haben wir wirklich so etwas wie einen gesunden Bandzusammenhalt entwickelt und Dave setzt diess Gefühl auch wirklich durch. Viele Jornalisten versuchen uns aus dem Konzept zu bringen und uns ein Bein zu stellen mit solchen Aussgen und Fragen wie: " Ihr seit doch eh' alle nach der Tour nicht mehr dabei...!?"
Dosenmusik: Das habe ich jetzt ja nicht so gesagt (grinst) Ich halte es für ein interessantes Thema. Es ist gut zu hören, dass ihr zusammenbleibt. Wenn alles passt, es könnte doch nicht besser sein!
James: Weist du was das Problem mit Megadeth ist? Und warum alle die Auflösung schon wieder heraufprophezeien wollen? Ich habe darüber nachgedacht und mir das für mich so beantwortet: Ich liebe das klassische, alte Line Up der Band. Das ist ein wichtiges Thema, weil als ich neu in der Band war, war es das eben nicht mehr vorhanden. Wir hatten also ca. ein Jahr Zeit wieder ein solides Line Up entstehen zu lassen. Wenn man an Megadeth denkt, sieht man da immer diese eine Konstante, Dave Mustaine! Es gab das klassische Line Up noch andere und jetzt sind wir im Hier und Jetzt! Lasst uns sehen was passiert! Wir lassen es jedenfalls auf uns zukommen!
Dosenmusik: Was das aktuelle Megadeth Album "United Abominations" angeht, wie würdest du es jemandem Nahe bringen, der noch so keine richtige Vorstellung davon hat? Was würdest Du sagen?
James: Politisch & inhaltlich schießt es etwas über das Ziel hinaus, aber das ist bei dem politischen Klima der letzten Jahre in den U.S.A. auch kein Wunder. Und das weitet sich weltweit aus, wie ich heute morgen wieder feststellen mußte, als ich die Glotze eingeschaltet habe. Aber das gehört so irgendwie zu Megadeth dazu, also ist es vollkommen ok. Ich würde definitiv empfehlen "Sleepwalker" von dem Album anzuhören. Das ist ein klassischer Megadeth Song. Hört euch Songs an wie "United Abominations", der hat irgendwie Einschläge von Pink Floyd. "Washington's Next" spielt auf jeden Fall auch ein zentrale Rolle auf dem Album. Das Album hat starke Songs, die an ein klassiches Megadeth Album aus frühen Zeiten erinnern. Natürlich sind sie neu und entwickeln sich an manchen Stellen anders, was ganz natürlich ist. Meine Empfehlung wäre sich einfach mal hinzusetzen, Kopfhörer auf die Ohren setzten und genau hinzuhören. Es ist eine sehr einzigartige Platte. Auch andere Bands haben über die Jahre viel neu Musik herausgebracht, z.B. Judas Priest, AC/DC und Iron Maiden. Und deren Musik will keiner wirklich neu gestaltet serviert bekommen. Die Fans möchten die Klassiker hören. Wir sind jetzt seit einem Jahr auf Tour und es ist schön zu sehen, dass "United Abominations" angenommen wird. Fast schon. als wären wir jetzt eine neue Band, die sie gerade erst endeckt haben. Sehr erfreulich.
Dosenmusik: Kannst Du uns zum Schluss noch eine durchgeknallte Geschichte aus deinem Tourleben erzählen? Ihr tourt mit dem aktuellen Megadeth Album schon seit einem Jahr durch die Welt und du für deinen Teil bist schon seit Jahrzehnten unterwegs!
James: Da gibt es so viele Kleinigkeiten, die jeden Tag passieren und die erzählenswert sind. Was mir immer gerne im Gedächtnis hängen bleibt, sind Situationen bei denen es irgendwie um Leben und Tod ging (lacht). Spontan fällt mir da eine Geschichte aus den Tagen mit White Lion ein. Da hatte wir einen sehr durchgeknallten Busfahrer. Also wir sitzen hinten im Tourbus und der Teil war getrennt von der Fahrerkabine und plötzlich kommt der Busfahrer einfach zur Tür rein. Und wir schauten uns an: "Who the fuck is driving the Tourbus?” denn es gab keinen anderen Fahrer. Der Idiot hatte doch glatt den Tempomat eingschaltet und ist einfach aufgestanden und latschte so durch den Bus um der ganzen Fahrt ein wenig mehr Nervenkitzel zu verpasssen. Sowas bescheuertes hatte ich lange nicht gesehn.Den haben wir am nächsten Tag rausgeschmissen.(lacht) Als ich mit David Lee Roth tourte, hatten wir einen ähnliches Superhirn am Steuer. Der blieb einfach mal auf den Bahngleisen stehen und als David aus dem Fester schaute kam da ein Zug auf uns zugerast, genau dahin, wo er saß. Zu Glück kamen wir da noch rechtzeitig weg. Manchmal kam ich mir da echt vor wie in einem Bugs Bunny Cartoon (lacht).
Dosenmusik: Dieses Interview werden viele Fans von euch lesen, könntest Du abschließend noch ein paar Worte an sie richten?
James: Es ist ganz einfach so: Die Metal Community ist sehr eng, weltweit und vorallem hierzulande. Sie hat einen richtigen Geist der nie verschwindet wie bei anderen Musikbereichen. Das ihr als Fans immer noch in die Clubs kommt und Bands wie uns abfeiert und allem den letzten Schliff gebt und dieses Gefühl weiter auferleben lasst, ist unglaublich. Das lässt sich mit nicht vielen anderen Musikgenres vergleichen. So lange es Musik geben wird, wird es Metal und seine Fans geben. Besonders hier an Frankfurt habe ich generell gute musikalische Erinnerungen. Mit White Lion haben wir hier in vergangenen Tagen das Album "Pride" aufgenommen. Immer wenn ich hier bin, kommen gute Erinnerungen zurück, auch wenn das damals jetzt eher klassischer Rock war.
Dosenmusik: Ein schöner Abschluss. Vielen Dank für das ausführliche Interview James. Genießt weiterhin eure Tour und Viel Erfolg für die Zukunft.
James: Danke, ebenso. Genießt unsere Shows.

Dave Mustaine - Vocals and Guitar
Shawn Drover - Drums
Chris Broderick- Lead Guitar
James Lomenzo - Bass Guitar

www.megadeth.com

Autor: Shavo | 19.03.2008
Dosenmusik : der neue Shop
dosenmusik at Facebook Follow dosenmusik on Twitter RSS Feed
cd-empfehlungen
Asking Alexandria - From Death to Destiny I Is Another - I Is Another
Five Finger Death Punch - The Wrong Side Of Heaven and The Righteous Side Of Hell Alice in Chains - The Devil Put Dinosaurs Here
Heaven Shall Burn - Veto Le Fly - Grüß Dich Doch Erstmal!