Interview mit Madina Lake
Interview mit Matthew Leone am 17.09.2007 in Köln Wir können vor 5 oder 500 Leuten spielen, wir spielen trotzdem dieselbe Show
Madina Lake Dosenmusik: Schön euch hier zu haben, ist es das erste Mal, dass ihr in Deutschland seid?
Matthew: Für uns als Band ist es das erste mal, dass wir in Deutschland sind. Nathan und ich sind vor längerer Zeit schon mal hier gewesen, allerdings in unserer Freizeit.
Dosenmusik: War das zu der Zeit, wo ihr in Florenz Fußball gespielt habt?
Matthew: Ja genau. Wir haben für eine Weile da gelebt, und wenn wir frei hatten sind wir rumgereist. Wir sind dann hierher gekommen, na ja, nach München um genau zu sein, zum Oktoberfest. Es war ziemlich unheimlich (lacht). Wir haben so einen großen Kerl gesehen, der sich mit etwa 10 Mädels geschlagen hat, und wir standen da und dachten nur "Oh mein Gott!"
Dosenmusik: Was erwartet ihr von den Shows hier?
Matthew: Gute Frage, wir haben ehrlich gesagt keine Ahnung, was wir erwarten sollen. Aber wenn es nur annähernd so ist wie in den letzten paar Nächten - wir haben in Paris in der ersten Nacht gespielt und in Holland die letzten beiden Nächte -, und unser Album ist da noch nicht mal erschienen, trotzdem waren um die 300 Kids bei den Shows, was für uns echt aufregend ist. Für uns ist es egal, wir können vor 5 oder 500 Leuten spielen, wir spielen trotzdem dieselbe Show. Wir freuen uns einfach, dass Leute aus anderen Ländern Interesse daran haben uns zu sehen.
Dosenmusik: Was können wir also von eurer Show erwarten?
Matthew: Kompromisslosigkeit. Wir verletzen uns ziemlich oft auf der Bühne. Nathan springt immer in die Menge, ich habe mir schon die Rippen gebrochen, er hat schon Narben im Gesicht. Ich schätze, wir sind ziemlich unberechenbar (lacht)
Dosenmusik: Ihr kommt gerade von der Projekt Revolution Tour, was war das für eine Erfahrung für euch?
Matthew: Es war das beste was unserer Band je passiert ist. Wir waren von Anfang an eine Band, die sich ihren eigenen Weg geebnet hat, uns hat nie jemand einen Gefallen getan. Wir haben zwei Jahre lang unsere eigenen Shows organisiert und sind durch die USA gefahren, wo wir in wirklich kleinen Clubs aufgetreten sind und vor 5 bis 10 Leuten pro Nacht gespielt haben....Das war also eine echt lange Zeit. Dann zu so was eingeladen zu werden... Linkin Park sucht sich die Bands, die auf der Tour spielen selber aus, und wir hätten nicht mal gedacht, dass die überhaupt wissen wer wir sind, und trotzdem haben sie uns ausgewählt. Das war also wirklich sehr schmeichelhaft, und darüber hinaus waren sie total cool, richtig nett und bodenständig, keine großen Egos, wie sie einige Leute bei so einer Tour vielleicht erwarten würden. Es war eine echte Überraschung für uns, und es hat uns echt gut gefallen. Wir hatten echt Glück.
Dosenmusik: Ich habe gehört, dass ihr im Gegensatz zu den anderen Bands auf der Tour (die mit mehreren Bussen gereist sind) immer noch in eurem alten Van unterwegs wart?
Matthew:(lacht) Jup. Kleine Schritte nach vorn. Auf dieser Tour haben wir unseren ersten Bus! Na gut, wir teilen ihn mit einer anderen Band, aber es ist das erste mal, dass wir in einem Bus sind, und man denkt einfach nur..."Wow, das könnte gut werden."
Dosenmusik: Na, ich hoffe ihr habt den Bus bisher soweit intakt gelassen?
Matthew: Haha, ja es wird langsam ziemlich fies da drin.
Dosenmusik: Wie hat sich eure Ansicht über die Musik-Industrie geändert, seitdem ihr ein Teil von ihr seid?
Matthew: Ziemlich dramatisch, aus den offensichtlichen Gründen, mit dem Internet und dem Downloading. Aber was eine viel größe Auswirkung hat ist die Art, wie sich die Strategie, Geschäfte zu machen, aus dem Hip Hop in den Rock'n'Roll verlagert hat. Wie zum Beispiel die ganze Sache mit Fall Out Boy, Fueled by Ramen, das ist wie ein Hip-Hop Imperium geworden, nur eben in der Rock-Szene. Wo sich die Bands gegenseitig hochbringen, und versuchen, ein bestimmtes Image für sich zu beanspruchen. Sie nehmen sich ihr Produkt, sagen wir mal Band X, und plötzlich denken sie, das sie jetzt, wo sie Erfolg haben eine Kleidungsmarke rausbringen können, oder einen Drink oder all solche Sachen. Wenn man wirklich ein Künstler oder ein Musiker ist, dann tut man nur das. Man macht Musik, oder beschäftigt sich mit Kunst. Darum denke ich, dass Musik ein bisschen homogenisiert wurde, bzw. zu sicher oder verwässert, seitdem wir uns damit beschäftigen. Darum wollen wir wieder ein bisschen mehr Biss dort hineinbringen.
Dosenmusik: Also würdet ihr es nie in Betracht ziehen etwas in der Richtung zu machen?
Matthew: Nein, nie.
Dosenmusik: Ich habe gehört, dass du aber zum Beispiel sehr viel schreibst, wie die Geschichte zu eurem Album und auch daran denkst, ein Buch daraus zu machen. Würde das denn nicht auch in diese Richtung gehen?
Matthew: Hm, wir haben zwar ein Buch darüber geschrieben, aber es ist nichts, was wir verkaufen. Wenn, dann verschenken wir es an Leute. Vor allem, weil wir es als eine Art Gesamtkunstwerk ansehen, wir hatten die Story schon niedergeschrieben, bevor wir als Band zusammen geprobt haben. Wir haben einfach über Philosophie diskutiert, und über die Ansichten, die wir in Bezug auf die amerikanische Kultur und auch Pop-Kultur im Allgemeinen haben. Darum wollten wir eine Art Plattform kreieren, über welche wir diese Ideen vermitteln können, die so unsere Musik ergänzen. Und weil das anfangs unsere Ambition war, dachten wir uns, dass wir es auf diese Weise alles zusammen präsentieren können. Also ist es nicht so, als ob wir dadurch etwas völlig anderes an die Leute bringen wollen. Und es ist nichts womit wir Geld machen, denn wir machen uns nichts aus Geld oder Berühmtheit.
Dosenmusik: Habt ihr darum auch eure EP umsonst über Myspace an die Leute geschickt?
Matthew: Ja, wir geben die meisten dieser Dinge umsonst weg, und jetzt sind wir selber total pleite!(lacht) Aber gut, dafür können wir überall auf der Welt touren, mehr als das brauchen wir nicht.
Dosenmusik: Haben Nathan und du, nachdem ihr für 9 Monate in Florenz gelebt habt, eine andere Einstellung zu den USA gehabt?
Matthew: Ja, auf jeden Fall. Ich denke, dass die Leute, die unglücklicherweise nicht die Möglichkeit haben zu reisen, eine sehr eingeschränkte Ansicht vom Leben haben, und man muss einfach verschiedene Aspekte kennen, verschiedene Kulturen kennen lernen und sehen, wie sie leben, um die Welt und die Menschen besser zu verstehen. Als wir dort [in Florenz] gelebt haben, hatten wir die Möglichkeit wirklich in diese Kultur einzutauchen, und es hat uns geholfen zu realisieren, worauf es im Leben wirklich ankommt. Auf die Familie, auf Liebe und generell auf zwischenmenschliche Beziehungen. In Amerika sind viele Leute von Eitelkeit, Ruhm und Sachen wie Oberflächlichkeit geblendet, ich denke, dass der Zustand dort momentan ziemlich unheimlich ist.
Dosenmusik: Seht ihr die Staaten denn trotzdem noch als euer Zuhause an?
Matthew: Ja, ich würde es schon mein Zuhause nennen. Ich meine, wenn man mir sagt "Entscheide dich" oder "sag, was besser ist" fällt mir das schwer, da wir einfach nur so leben wollen wie wir es für richtig erachten, und wenn das vielleicht jemandem als positives Beispiel dient, dann ist es toll, aber wir wollen niemandem bestimmte Ideale oder Sitten aufzwingen.
Dosenmusik: Da ihr eure Ansichten aber deutlich in euren Songs vertretet, habt ihr nicht manchmal Angst, dass die Leute euch missverstehen?
Matthew: Ja, das ist eine echt gute Frage. Es ist schon ein bisschen unheimlich. Ich denke, das beste was man tun kann ist, sein Leben so zu führen, dass es einen selbst zufrieden stellt, aber es ist angsteinflößend, wenn Leute unsere Texte falsch interpretieren. Wir haben ein Lied namens "Stars", worin es heißt "let's get famous", und die Intention des Liedes ist ein Seitenhieb auf die Berühmtheit, aber viele Leute verstehen das nicht und denken "hey, lass uns bei Reality Shows mitmachen".
Dosenmusik: Wo wir schon bei Reality Shows sind, mir ist klar, dass du darauf wahrscheinlich fast jedes mal angesprochen wirst, aber ich habe gelesen, du und Nathan habt bei Fear Factor mitgemacht?
Matthew: Oh ja. (lacht) Das war lustig. Wir haben einen lustigen...sagen wir mal sehr bizarren Sinn für Humor. Ein Freund von uns hat uns für die Show vorgeschlagen, woraufhin die bei uns angerufen haben, wir wussten erst gar nicht, wer die sind, bis wir gemerkt haben, dass es um die Show "Fear Factor" ging. Nathan und ich haben uns dann darüber unterhalten und Sachen gesagt wie "Hey, wär doch witzig, wenn wir bei der Show mitmachen würden, uns über alle lustig machen, die mit der Show zu tun haben und dann in der ersten Runde des Wettstreits gegen Mädchen rausfliegen." Das war also die Idee (grinst)
Dosenmusik: Aber ihr seid nicht rausgeflogen...
Matthew: Genau. Wir haben die erste Runde gewonnen und uns gedacht "Hey, das Preisgeld würde der Band echt weiterhelfen, lass es uns versuchen"
Dosenmusik: Wart ihr zu dem Zeitpunkt denn schon eine Band?
Matthew: Wir waren gerade dabei, die Band zusammenzustellen. Wir hatten noch keinen Namen oder so, aber wir hatten schon angefangen zusammen zu schreiben.
Dosenmusik: Wann war für euch denn überhaupt der Zeitpunkt gekommen, an dem ihr euch entschlossen habt Musik zu machen? Vor allem da Fußball für euch ja davor eine große Rolle gespielt hat?
Matthew: Das haben wir gewissermaßen schon unser ganzes Leben lang mit uns rumgetragen. Es war immer etwas, das uns beschäftigt hat, immer schon eine Leidenschaft, aber eine Leidenschaft, bei der wir nicht wussten, wie wir sie ausüben sollten. Wir hatten das Gefühl, dass es schon zu spät ist, um damit anzufangen, Instrumente zu lernen, außerdem fing das Fußballspielen gerade an sich auszuzahlen. Als wir aufs College gingen, hatten wir dadurch Stipendien, und dann kam es dazu, dass wir ein Angebot bekamen bei einem Dritt-Ligisten in Florenz zu spielen, und wir mussten uns sofort entscheiden...Als wir dort waren hat uns die Sache mit der Musik irgendwann einfach überwältigt, wir haben uns Gitarren ausgeliehen und uns selbst das Spielen beigebracht, daraufhin sind wir zurück nach Chicago gezogen.
Dosenmusik: Da habt ihr dann ja eine Zeit lang in der Band Blank Theory gespielt, wann habt ihr gemerkt, dass es mit dieser Band nicht klappen würde?
Matthew: Ich glaube, dass haben wir die ganze Zeit über schon gewusst. Wir haben uns nicht so gut mit den anderen beiden Mitgliedern verstanden, um nicht zu sagen, wir sind überhaut nicht miteinander klargekommen. Wir hatten nicht dieselben Ansichten in Bezug auf das Leben im allgemeinen und die Musik, die wir gemacht haben, war immer ein Kompromiss für uns. Und wenn du zu viele Kompromisse machst endet es damit, dass es nur mittelmäßig ist. Als wir dann dabei waren die Aufnahmen für unser erstes Blank Theory Album zu beenden, haben wir gemerkt, dass wir nicht ehrlich zu uns selbst waren, haben es auf der Stelle beendet und in dem Moment, wo wir die beiden anderen [Mateo Camargo und Dan Torelli] getroffen haben, wussten wir, dass es das richtige ist. Darum haben wir uns von unserer Band getrennt, sie sich von ihrer und wir haben uns zusammengetan.
Dosenmusik: Könntest du mir etwas über das Konzept, welches hinter Madina Lake und eurem Album steckt, erzählen?
Matthew: Klar. Madina Lake ist ein fiktives Dorf , das wir erfunden haben und das als Kulisse für unsere Story dient. Dieses Dorf ist ein mystischer, magischer Twin-Peaks artiger Ort, und die Leute, die dort leben, sind die Personen, die in unseren Liedern sind. Nathan schreibt die Lyrics, und er schreibt über die Leute die wir kennen, oder über uns bzw. ihn. Wir haben sie dann in der Story in einen Kontext gebracht, in dem jeder die Leute mit Personen aus seinem eigenen Leben identifizieren kann. Das sind also die Charaktere in der Story, die, wie wir ja schon vorher besprochen haben, als Buch herauskommen wird. Die Story dreht sich um Adelia, ein Mädchen aus vornehmem Hause, das verschwindet. Im Buch geht es also um ihr Verschwinden und darum, was ihr passiert ist.
Dosenmusik: Wie seid ihr überhaupt auf dieses Konzept gekommen?
Matthew: Hm, ich weiß nicht. Das hat sich mir einfach irgendwie in den Kopf gesetzt. Wir haben uns darüber unterhalten wofür wir thematisch stehen wollen, und von da an habe ich angefangen über Geschichte nachzudenken, und ich bin auf die 50er Jahre gekommen, weil ich das Gefühl habe, dass da der Wendepunkt war, wo Amerika anfing nach dem Krieg selbstgefällig zu werden. Charaktere wie Marilyn Monroe, die Besessenheit mit Berühmtheit, die Werte haben sich verändert. Bis zu dem Zeitpunkt waren die Werte eher den europäischen angepasst, dann ist es zu dieser Hollywood-Sache geworden. Darum habe ich mir diesen Zeitrahmen ausgesucht, und der Rest hat sich von da aus ergeben.
Dosenmusik: Da die Story von Adelia sich als roter Faden durch das Album zieht, wie wichtig ist euch der Einfluss auf Sachen wie eure Musikvideos oder die Homepage, auf der man sich kleine Videos zu dem Thema anschauen kann?
Matthew: Die Videos auf der Homepage haben wir selbst gemacht, als wir auf Tour waren. Wenn wir zum Beispiel in Seattle waren sind wir ab in die Berge gegangen und haben da ein bisschen was gefilmt, so was macht uns echt Spaß. Dann hatten wir auf einmal so viel zu tun, dass wir monatelang keinen Tag frei hatten, und als es dann an der Zeit war, unsere "richtigen" Videos, die dann an MTV und so gehen, zu machen, haben wir dafür gekämpft unser Konzept durchzubringen, mussten aber Kompromisse schließen. Das haben wir also bei "Here I stand" nicht genau so hinbekommen, wie wir es eigentlich haben wollten. Hoffentlich kriegen wir, wenn wir ein bisschen mehr Erfolg haben, ein bisschen mehr Kontrolle über diese Dinge.
Dosenmusik: Über den Verbleib von Adelia findet man ja in euren Lyrics, dem Artwork und den Videos Hinweise, wann habt ihr denn vor das Geheimnis zu lüften oder wird es bei einem offenen Ende bleiben?
Matthew: Wir haben vor die gesamte Geschichte in drei Alben abzuhandeln und aufzudecken. Wir haben das Ende zwar im Kopf, aber wir wissen noch nicht genau, wie wir da hinkommen, da wir das für diese Reise offen halten und darauf beziehen wollen, was uns in den nächsten Jahren so passiert, um dahin zu kommen, wo wir hinwollen, wenn das gerade irgendeinen Sinn ergeben hat. Das erste Buch hat jedoch ein klar umrissenes Ende, wenn man das also liest und alle Puzzleteile zusammenfügt kann man herausfinden was passiert.
Dosenmusik: Also kommen auch drei Bücher raus?
Matthew: Ja. Naja, das ist zumindest unser Ziel (lacht)
Dosenmusik: Aus dem bisherigen Gespräch geht eindeutig hervor, dass ihr euch nicht viel aus Geld und Ruhm macht, aber wie geht ihr mit der großen Aufmerksamkeit, die ihr bekommt um, und wie war es für euch, einen Kerrang-Award als bester Internationaler Newcomer zu bekommen?
Matthew: Ruhm und Berühmtheit sind wahrscheinlich das, wovor ich am meisten Angst habe, und ich glaube, ich kann da auch für die anderen in der Band sprechen. Ein Award wie der Kerrang-Award ist, denke ich, genau die Art von Award, den wir wollen. Für uns war ein Kerrang Award immer ein cooler, unglaublicher Award der Klasse hat, und es geht dabei um die Musik. Bei dem Award geht es nur um die Musik, darum sind wir unglaublich glücklich so einen Award zu haben. Andere Sachen, die mit Image oder so was zu tun haben sind uns völlig egal. Solange der Fokus auf der Musik liegt finden wir es gut.
Dosenmusik: Sprich, wenn man euch einen Mtv Award für das beste Video geben würde, würdet ihr da nicht auftauchen?
Matthew: Wir würden schon hingehen, denn ich denke das alles was du tust, solange du es mit Ehrlichkeit tust okay ist. Wir würden bestimmt nicht da auftauchen und uns in einer Mtv-Suite mit Champagner übergießen und auf große Macker machen. Wir wären bescheiden und sehr dankbar, und würden hoffen das sich dadurch nichts an dem ändert, was wir hier tun. Es würde uns in keiner Weise ändern denke ich.
Dosenmusik: Inwieweit lässt du dich denn von dem, was die Presse über euch schreibt beeinflussen? Denn man findet entweder Reviews die das Konzept des Albums toll finden, oder solche, bei denen ihr als eine der Emo-Bands kategorisiert werdet, die mit dem Hype untergehen werden.
Matthew: Dem schenke ich eigentlich gar keine Beachtung. Es ist mir egal. Ein Großteil der Musik ist mittlerweile homogenisiert, aber ich glaube das Ehrlichkeit und Integrität sich durchsetzten werden. Wenn also etwas künstlich ist und die Leute es kaufen, werden sie das nicht langfristig tun, es ist nicht sehr wahrscheinlich das es bestand hat. Also denke ich das wir, so lange wir unsere Songs vom lyrischen und musikalischen Standpunkt mit Ehrlichkeit und Integrität schreiben, auch in solchen Zeiten ausharren. Ich denke jede Band macht dasselbe durch. Jeden, der den Football hält wollen die anderen tacklen. Sprich, wenn du die Aufmerksamkeit kriegst, wollen dich erst mal alle hassen. Wenn du allerdings weiterkämpfst, und über deine Ehrlichkeit redest und über das, was du wirklich machen willst, dann wirst du es überstehen.
Dosenmusik: Welche Musiker haben für dich denn diese Ehrlichkeit und Integrität ausgestrahlt und haben dich auf diese Weise beeinflusst?
Matthew: Ich würde sagen Refused und Bob Marley. Ich meine, wenn du über Reggae nachdenkst, es ist wirklich ein faszinierendes Musik-Genre, weil es eine Art Überlebens-Mechanismus für die Leute war. Dadurch ist ein gesamtes Land glücklicher geworden, da es ja wegen der politischen Situation in Jamaika entstanden ist, und die Menschen zu sich gesungen haben um glücklich zu sein. Sie haben Partys geschmissen, um glücklich zu bleiben und sie haben die Entscheidung getroffen das Leben zu genießen. Es ist jeden Tag eine Entscheidung- ob man glücklich sein will, oder nicht. Und da war es ein ganzes Volk, das diese Entscheidung trifft- und dadurch Reggae Musik erschafft, durch die sich jeder gut fühlt. Darum ist das sicherlich ein Einfluss. Und dann Refused, ihr Punk-Attitude, die Tiefe der Sachen, die sie gemacht haben.
Dosenmusik: Würdest du sagen das du und der Rest der Band weitgehend ähnliche Einflüsse habt?
Matthew: Ja, eigentlich schon. Ich weiß nur das Mateo, der bei uns der musikalische Kopf ist- der momentan nicht da ist, ich weiß nicht ob du davon gehört hast? Die haben ihn nicht einreisen lassen weil er aus Kolumbien ist und sie sein Visum nicht freigegeben haben, der sitzt jetzt in den USA und wartet auf die Uk-Tour. Ich weiß, ziemlich übel. Aber wir haben einen Ersatz-Gitarristen, Seth (Johnson, Gitarrist von The Audition). Wir haben ihn zwei Tage, bevor wir geflogen sind angerufen, er hat die Lieder dann im Flugzeug durchs iPod-Hören gelernt. Aber zurück zum Thema. Er (Mateo) war ein großer Nine Inch Nails Fan, und er ist hauptsächlich der musikalische Teil bei uns, Nathan, Dan und ich sind eher der philosophische Teil .
Dosenmusik: Inwieweit interessieren euch die Lösungsansätze der Fans, wenn es um die Geschichte von Adelia geht?
Matthew: Das interessiert mich sogar sehr. Aber, von meiner Perspektive aus gesehen finde ich es auch vollkommen okay wenn jemand einfach nur unsere Lieder im Radio hört, sie ihm gefallen und er deshalb Fan wird, sich aber auf den Rest nicht einlässt. Ich will einfach nur den Leuten, die bereit sind tiefer zu graben auch mehrere Schichten zum abtragen geben, und ihnen mehr bieten. Sprich, den Leuten mehr geben, wenn sie mehr wollen. Ich habe auch ein paar der Theorien gelesen und es ist wirklich interessant, aber es wird echt verwirrend für mich wenn ich zuviel davon lese (lacht)
Dosenmusik: Dann wünsche ich euch viel Spaß bei dem Konzert und bedanke mich für das Interview!

Nathan Leone - Vocals
Mateo Camargo - Gitarre
Matthew Leone - Bass
Dan Torelli - Drums

www.madinalake.com

Autor: Jerseydevil | 19.09.2007
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