Interview mit Lost Prophets
Interview mit Sänger Ian Watkins am 19.12.2006 in Köln Es ist sehr einfach "Sellout" zu rufen, wenn man zuhause hinter Papas PC hockt.
Lost Prophets Das Interview mit den gut gelaunten Walisern wurde anlässlich des Konzerts am 19.12.2006 in Köln geführt. Anfangs standen uns Sänger Ian Watkins und Gitarrist Mike Lewis Rede und Antwort, zweitgenannter wurde jedoch nach ein paar Minuten von Jamie Oliver, dem Keyboarder und Shouter der Band abgelöst.

Dosenmusik: Es ist schön euch hier zu haben. Liberation Transmission ist schon seit über einem halben Jahr auf dem Markt und war bisher vor allem im UK ein riesiger Erfolg. Wie denkt ihr jetzt über das Album, nachdem ihr schon so lange damit auf Tour wart?
Ian: Es war das Album was wir (schon immer) schreiben wollten. Wir wollten ein sehr Song-begründetes, eingängiges Album machen. Das haben wir geschafft, und es hat wirklich Spaß gemacht, es rauszubringen, vor allem weil wir viel Zeit hatten um es live zu spielen. Jetzt stehen wir allerdings schon in den Startlöchern, um das nächste Album aufzunehmen.
Dosenmusik: Jetzt schon?
Ian: Ja, wir wollen, dass es schon nächstes Jahr auf dem Markt ist. Das haben wir bis jetzt noch nie gemacht, wir haben uns immer eine Weile zum Schreiben zurückgezogen. Dieses Mal wollen wir aber nicht weggehen, sondern weitertouren und live spielen, und dabei schon anfangen, das Album aufzunehmen. Und dann, bevor die Leute es gemerkt haben sind wir schon wieder mit einem neuen Album da.
Dosenmusik: Wie schon bei Start Something wurde euch auch bei Liberation Transmission der Ausverkauf vorgeworfen.... .
Ian: Die Sache ist die: Wenn wir das getan hätten, von dem alle wollten das wir es tun, aber nicht das was wir wollten, dann hätten wir uns verkauft. Denn dann würden wir nicht das machen was wir eigentlich tun wollen. Man kann sagen, dass wir bei jedem Album nur das gemacht haben was wir wollten, völlig unabhängig von der Meinung anderer, was gewissermaßen das ultimative Beispiel dafür ist, sich selbst treu zu bleiben.
Dosenmusik: Legt ihr es denn auf die dadurch folgende Zweispaltung der Fans an?
Ian: Eigentlich überhaupt nicht. Wir zielen darauf Musik zu schreiben die wir mögen, und uns selbst beim Schreiben treu zu bleiben. Das ist das einzige woran wir uns halten. Die Musik, die dabei rauskommt, kann sehr poppig oder aber auch sehr heavy sein. Wir denken nicht darüber nach, das wir einige Fans damit verärgern, nach dem Motto: "Auch wenn wir das Lied nicht mögen, lasst es uns so schreiben, damit es den Fans gefällt". Dann würden wir uns verkaufen. Dann würden wir für jemand anderen schreiben, aber es würde uns nicht glücklich machen. Nur weil es einigen Leuten nicht gefällt was wir tun betiteln sie uns als Sellouts, haben aber keine Ahnung was das Wort eigentlich bedeutet.
Dosenmusik: Man hat euch bis jetzt auch...
Ian: (unterbricht)... in alle Genres gesteckt? Oh ja.
Mike: Das wiederum regt mich auf.
Ian: Ja, vor zwei Jahren waren wir Nu Metal, jetzt sind wir angeblich Emo, das ändert sich bald täglich.
Dosenmusik: Was meint ihr denn kommt als nächstes?
Ian: New Emo.
Mike: Oder Elmo!
Ian: Oder Momo? Meumo? (lacht)
Dosenmusik: Abgesehen von den falschen Kategorisierungen, was denken die Leute noch über euch das nicht stimmt?
Ian: Dass wir Arschlöcher sind.
Mike: (verbittert) Mich regt immer noch die Nu Metal Sache auf...
Ian: Die Leute denken das wir arrogante Arschlöcher sind, ich weiß nicht wirklich warum. Wobei, nicht wir alle, hauptsächlich ich. Aber weißt du, ich habe erst vor kurzem mit Sean (Smith, Sänger von The Blackout) darüber geredet, und er hat mir erzählt, dass er mittlerweile denselben Mist zu hören bekommt. Ich glaube es liegt daran, dass wir einen ähnlichen Humor haben. Wir versuchen ständig irgendwelche Witze zu machen und lustig zu sein. Selbst wenn wir etwas lustig finden, tun andere Leute das scheinbar nicht und denken wir sind arrogant.
Dosenmusik: Wie geht ihr mit den teilweise sehr negativen Reaktionen der Fans um was das neue Album oder euch als Personen betrifft?
Ian: Weißt du, es scheint so ein ungeschriebenes Gesetz zu geben: Die Fans dürfen sagen was sie wollen, aber Band Mitglieder nicht. Verstehst du wie ich das meine? Wenn jemand aus der Band mal was erwidert kommt sofort so was wie "wie kannst du es wagen, ich bin dein Fan, ich habe deine Platte gekauft, wie kannst du nur?" Ich denke mir dann einfach nur, warum ist es okay, wenn du Mist über mich redest, aber in dem Moment, wo ich anfange etwas zu erwidern ziehst du die "Ich hab deine Platte gekauft" Karte. Scheiß drauf. Wenn es nur darum geht wäre es mir lieber, du kaufst die Platte nicht und führst eine ordentliche Diskussion mit mir. Denn darum geht es, dass wir auf einer Ebene sind. Mit den Fans und uns ist es nicht so, dass wir auf einem hohen Thron sitzen, die Fans was sagen und wir nicht die Erlaubnis dazu haben. Ich denke, die meisten sind nur schockiert, da Bands normalerweise nicht antworten. Oder nicht wirklich darauf eingehen. Aber wenn die Leute Mist über mich reden, kriegen sie eine Antwort darauf. Und dann kommt wieder die ganze "Booo, du hast keinen Respekt vor deinen Fans" Geschichte und ich denke nur, doch, den habe ich. Ich habe und zeige Respekt indem ich dir antworte! Ich fordere dich zu einer Diskussion heraus. Wie viele Bands tun das?
Dosenmusik: Wie viele Leute antworten dir denn darauf noch?
Ian: Hah. Nicht viele. Die meisten müssen dabei eh einstecken, niemand kriegt mich in einer Diskussion klein, vor allem, da es meistens recht dumme Diskussionen sind. Viele Leute haben keinerlei Argumente, sondern sind nur am rummeckern.
Dosenmusik: Und wie sieht es mit Band-internen Diskussionen aus? Schlägt dich da auch niemand?
Ian: Schon. Wir sind alle sehr argumentierfreudig, wie im Debatier-Club. Wenn wir in der Band eine Diskussion anfangen dauert die ewig. Es ist einfach... weil wir die Musik so schreiben wie wir es wollen, regen sich die Leute, die uns nur aus einem bestimmten Grund mochten, auf. Nach dem Motto "Ich mochte euch als ihr noch härter wart, jetzt wo ihr seichtere Sachen spielt habt ihr euch verkauft" und so ist es einfach nicht, da wir immer noch das tun, was wir tun wollen und uns daher nicht verkauft haben.
Jamie: Es ist vor allem sehr einfach "Sellout" zu rufen, wenn man zuhause hinter Papas PC hockt.
Dosenmusik: Als ihr das Album geschrieben habt, was war euch, abgesehen davon natürlich das zu machen was ihr wollt, am wichtigsten? Gab es bestimmte Dinge die ihr unbedingt einbringen wolltet?
Ian: (überlegt) Wir wollten... das einzig bewusste war, dass wir Songs im klassischen Sinn schreiben wollten. Auf die Art, dass wir nicht zu viele willkürliche Riffs oder Teile haben, nur weil sie ganz gut klingen, sondern das sie im Gesamtzusammenhang eingängige Songs ergeben. Was aber nicht heißt, das es auf dem nächsten Album überall willkürliche Riffs gibt. Nur weil wir einen Weg einschlagen heißt es noch lange nicht, dass wir auch auf diesem bleiben. Auf der anderen Seite denke ich aber auch nicht, dass wir uns so sehr verändern...
Jamie: Wir fordern uns selbst heraus, und das ist meiner Meinung nach das, was man tun sollte. Ansonsten langweilt man sich nur selbst. Man muss sich dieser Herausforderung stellen und es kann sein, dass sie einen auf verschiedene Wege bringt, aber es heißt nicht, dass man sich ständig verändert oder versucht etwas zu sein, dass gerade Hip oder "In" ist.
Dosenmusik: Liberation Transmission wurde von der britischen Presse recht gut aufgenommen, habt ihr trotzdem das Gefühl, doppelt so hart arbeiten zu müssen, um von ihr anerkannt zu werden als z.B. amerikanische Bands?
Ian: Es ist nicht nur die Presse im UK, sondern vor allem auch die weltweite Presse, aber ja. Aus irgendeinem Grund werden wir ständig missverstanden und in Schubladen gesteckt, das war schon von Anfang an so. Erst gestern hatten wir ein Interview, wo sie meinten, wir würden doch wie P.O.D. klingen, ich dachte echt nur "was zum Teufel, lasst uns das doch einfach sofort beenden". Welche unserer drei Alben haben die bitte gehört, auf denen Rap ist? Okay, vielleicht auf Demos, aber diese Leute würden keine Demos kennen! Auf der anderen Seite zählen Demos auch gar nicht wirklich, da waren wir wie alt? 17? Die sind nicht mal veröffentlicht worden, die haben gerade mal 20 unserer Freunde aus Wales. Da frage ich mich dann immer, warum wir nicht nach den 3 Alben gefragt werden die wir tatsächlich rausgebracht haben, nicht nach Sachen die wir als Kinder vor 12 Jahren gemacht haben.
Jamie: Es ist, als ob man mir jetzt sagt, du hast in die Hose gemacht. Ja, als ich drei war, mittlerweile benutze ich das Badezimmer.
Ian: Ja, man denkt sich dann nur, lass uns über etwas reden das relevant ist, ansonsten ist es einfach nur dumm. Es gibt ständig diese Missverständnisse. Im UK geht es mittlerweile, da verstehen uns die Leute jetzt einigermaßen. Wahrscheinlich, weil wir dort immer schon mit befreundeten Bands wie My Chemical Romance oder Taking Back Sunday getourt haben, nicht aber im Rest der Welt. Unglücklicherweise... na ja, vielleicht nicht unglücklicherweise, aber auf jeden Fall rein zufällig sind wir zur selben Zeit rausgekommen wie Linkin Park und haben auch mit ihnen getourt. Aber nur weil wir mit einer Band getourt haben sind wir noch lange nicht diese Band.
Jamie: Wir haben mit Run DMC getourt.
Ian: Ja, aber nur weil wir mit Run DMC getourt haben, bedeutet es, dass wir Hip Hop machen? Ich meine, wir haben auch mit the Bronx getourt, sind wir verdammter La Streetpunk? Oder mit Avenged Sevenfold, aber sind wir diese Band? Nein. Ich könnte jetzt alle möglichen Bands nennen mit denen wir getourt haben, die nie erwähnt werden, aber jeder kommt sofort auf Linkin Park.
Jamie: Ja, und dann meinen sie noch "ohh, ihr habt ja auch beim Ozzfest gespielt. Ja, zusammen mit The Used und Glassjaw.
Ian: Momentan kommt so was eher außerhalb vom UK vor, hauptsächlich im Rest von Europa. Wenn wir da Interviews machen kommt meistens so was wie "also, ihr und Linkin Park und P.O.D.". Und ich denke echt nur, was zum Teufel, was soll so was? Ja, wir sind zur selben Zeit rausgekommen, aber das war's. Wir sind 6 Kerle, die eingängige Rocksongs schreiben, aber wir kamen alle aus Hardcore Bands und der Rest war nur Zufall. Wir müssen uns ständig beweisen, wobei beweisen ist vielleicht das falsche Wort, aber wir müssen ständig mit den Vorurteilen aufräumen, die Leute uns gegenüber haben, weil sie uns missverstehen. Im UK ist es besser geworden, weil wir oft dort sind, so dass die Leute es jetzt langsam begreifen. Aber weil wir im Rest von Europa nicht soviel Zeit verbringen sind die Meinungen der Leute im Jahr 2004 stehen geblieben und man muss wieder von vorn anfangen...
Dosenmusik: Du sagtest, das nächste Album soll schon nächstes Jahr rauskommen, könntet ihr euch vorstellen ein Konzeptalbum zu machen?
Ian: Hm... vielleicht... wahrscheinlich... Ich denke schon. Manchmal denke ich, wir sind zu zynisch und zu bodenständig als Band, um uns von der Fantasie verleiten zu lassen. Nach dem Motto, wir probieren es, aber denken es klingt zu kitschig. Wir singen gerne über die Realität und Dinge, die uns beschäftigen. Aber das nächste Album wird düsterer, wesentlich düsterer.
Jamie: Ich bin in der Band der Art-Freak, und ich denke ich würde viele Wege finden ein Konzept Album eben nicht kitschig klingen zu lassen. Wir sind in einer Band, also ist es wie in einer Demokratie...
Ian: Mal schauen, wer weiß. Aber wir haben immer sehr positive Alben gemacht und ich will ein richtig negatives machen, weil wir so was halt noch nie gemacht haben. Der Gedanke daran macht mich schon ganz nervös, denn das erwartet echt niemand!
Jamie: Na, jetzt schon, wenn du es ausplauderst!
Ian: Naja, nicht wirklich, gehört hat sie es ja noch nicht! (lacht)
Dosenmusik: Als Last Train Home erfolgreich war, wolltet ihr nicht, dass es rauf und runter gespielt wird, damit man sich nachher nicht anhand dieses einen Liedes an euch erinnert. Wenn ihr jetzt die Wahl hättet, gibt es ein Lied anhand dessen man sich an euch erinnern sollte?
Ian: Von unseren? Nicht lieber allgemein? (Lacht) Nein. Wir haben zwar ein paar gute Lieder gemacht, aber ich denke nicht das wir bisher DAS eine Lied geschrieben haben. Obwohl, ich mag "Can't catch tomorrow" sehr, ich glaube wenn, würde ich das nehmen.
Jamie: Wenn wir jetzt "God gave Rock n'Roll to you" geschrieben hätten... da hätte ich echt nichts gegen, das wäre schon klasse.
Ian: Oder... Oh man ich weiß nicht, da gibt es so viele...
Jamie: Hey, da gibt's den "Bill and Ted saved the world song", das kannst du nicht überbieten, der hat die Welt gerettet!
Ian: Kiss haben die Welt gerettet.
Dosenmusik: Ihr habt bis jetzt das gesamte Artwork...
Jamie: (unterbricht) Ian behauptet gerne, er hätte das alles gemacht...
Ian: Nein, das sage ich doch gar nicht... Jamie und ich haben beide Abschlüsse in Kunst, lass mich das vorwegnehmen. Ich mache Grafik Design, Jamie Fine Art, also ist es eine Zusammenarbeit. Eigentlich müssten wir eine Kunst Firma aufmachen...
Jamie: Ich wäre dann der international anerkannte Künstler und du...
Ian: Hey, ich hab schon Sachen für Channel 4 (britischer Fernsehsender) gemacht, das ist auch international!
Jamie: Du hast Sachen für Channel 4 gemacht, die über mich berichtet haben!
Ian: Naja, einmal...
Dosenmusik: Besteht ihr immer noch darauf, alles was die Band betrifft, selbst zu machen?
Ian: Ja, wir machen alles selber. Unser Merchandise, das Design für unsere Alben und die Homepage... das sind alles wir. Warum sollte man so was abgeben? Ich denke mir, wenn man soviel Zeit mit der Musik verbringt, warum sollte man jemand anderen darüber entscheiden lassen, wie es aussieht?
Jamie: Design ist verdammt cool, genau wie Kunst im allgemeinen.
Ian: Wenn du die Audio Aspekte fertig hast, brauchst du die visuellen Aspekte um es für ein Gesamtbild zusammenzubringen. Wenn wir unsere eignen Videos machen könnten, würden wir das tun.
Dosenmusik: Was hindert euch daran?
Ian: Weißt du was, das einzige Video, bei dem wir unsere eigene Idee durchbringen konnten und wo uns alle in Ruhe gelassen haben, war unser letztes, und wahrscheinlich bestes. Bei den ganzen anderen Mist-Videos hat sich die Plattenfirma eingemischt.
Dosenmusik: Das heißt, ihr mögt keines eurer bisherigen Videos?
Ian: Nein. Das einzige Video was ich sonst noch halbwegs mag ist "Burn burn", weil man uns auch da das Sagen überlassen hat. Was du merken wirst ist, dass alle Videos, bei denen wir das Sagen hatten, gut sind, die Videos bei denen die Plattenfirma was zu sagen hatte, sind hingegen Mist.
Jamie: Nur unserer Meinung nach natürlich.
Ian: Das hat mit Meinung nichts zu tun, die sind Scheiße!
Jamie: (lacht) Nein... Ich persönlich mag das (Town called) Hypocrisy Video.
Ian: Ich nicht, es war nicht das, was es hätte sein sollen. Es hätte düster sein sollen.
Jamie: Es ist trotzdem gut. Es hat Aspekte unserer Band gezeigt, die zutreffender sind als das, was die anderen Videos gezeigt haben.
Ian: Ich widerspreche.
Jamie: Wir machen Witze, sind lustig... .
Ian: Ich denke Can't Catch Tomorrow hat das viel besser gezeigt, mit wesentlich mehr Klasse. Trotzdem haben wir rumgealbert und gelacht.
Jamie: Klasse? Wir haben keine Klasse!
Ian: Ich schon, schließ nicht von dir auf andere!
Dosenmusik: (schlichtend) Ich finde es ist ein gutes Video...
Jamie: Danke.
Dosenmusik: ....aber ich finde es passt nicht so ganz zum Lied.
Ian: Ja genau, danke!
Jamie: Aber genau darum ging es doch!
Ian: Nein, tat es nicht!
Jamie: Es sollte doch gar nicht so düster und furchtbar...
Ian: (unterbricht) Weißt du worum es ging? Es sollte düster, aber eher ähnlich wie Charlie und die Schokoladenfabrik sein. Aber das war es nicht. Es war wie ein verdammter Regenbogen! Keine Schokoladenfabrik, das hätte ich gewollt. Das Problem ist, dass wir nicht unsere eigenen Videos machen können, daher fehlen uns die technischen Möglichkeiten. Wir müssen uns auf Regisseure verlassen, und die sind der totale Schwachsinn. Wir hatten allerdings Glück, weil ein Freund von uns Videos macht, sodass er unsere Ideen übernehmen kann, wie wir das beim letzten Video gemacht haben.
Jamie: Die anderen Male hatten wir einfach nicht das Geld. Also, wir, die Band, hatte nicht das Geld, wir müssen uns das Geld leihen, um Videos zu machen. Und wenn man sich das Geld leiht, egal von wem, kommt sehr schnell die Frage "Moment, wofür braucht ihr das noch mal?"
Ian: Ja, und dann haben sie auch noch eine eigene Meinung, nach dem Motto "Oh, da wir für den Großteil des Videos zahlen, hätten wir gerne ein paar Skateboarder im Video". Wir natürlich nicht, darum denken wir, lassen wir's dann lieber ganz.
Dosenmusik: Ihr seid schon seit einigen Jahren zusammen in einer Band (Jamie: Viel zu lange) was stört euch an den anderen am meisten?
Jamie: Der Fakt, dass sie am Leben sind.
Ian: Genau, ihre Existenz! (lacht)
Jamie: Sie können reden und denken.
Ian: Der Fakt, dass sie eine Meinung haben. Es wäre viel besser, wenn keiner von ihnen eine Meinung hätte, dann wäre es nach dem Motto, cool, man kann machen was man will und es gäbe nur... mich. Wir wären die beste Band der Welt! (Lacht) Ohne das mich fünf Leute zurückhalten!
(An dieser Stelle musste das Interview wegen allgemeinem Gelächter für einen Moment unterbrochen werden, Ian beteuerte aber keine Pläne für ein Solo Album zu haben, da es ihm ohne den Rest der Band dann doch zu langweilig ist)
Jamie: Genau das ist das allerbeste daran, auf Tour zu sein: Wir lachen total viel. Ich meine, niemand sieht uns lachen. Alle denken, wir sind total ernst, wegen der Videos und den Fotos von uns. Aber wir lachen so viel, praktisch die ganze Zeit!
Ian: Der lachende Bus.
Jamie: Genau so ist es! Selbst wenn alles total schief geht, wir lachen trotzdem.
Dosenmusik: Habt ihr irgendwelche besonderen Angewohnheiten, bevor ihr auf die Bühne geht? Ich habe zum Beispiel gehört, dass Lee (Gaze, Gitarrist) gar nicht erst auf die Bühne geht, bevor er einen Starbucks Kaffee hatte?
Ian: Der würde, glaube ich, gar nichts machen, bevor er einen Starbucks Kaffee hatte. Er wacht auf und macht sich auf die Suche nach einem Starbucks Cafe, egal wo wir sind. Selbst wenn er sich ein Taxi rufen muss.
Ian & Jamie: Aber er ist nicht süchtig!
Ian: Ja, das sagt er dann immer gerne dazu. (lacht)
Dosenmusik: Ihr habt schon mit Größen wie Metallica getourt, gibt es noch jemanden, mit dem ihr gerne mal auf Tour gehen würdet?
Ian: Hm, das ist mir eigentlich egal. Ich toure mit jedem.
Jamie: Wenn wir noch mal zurück in die 80er könnten wäre es interessant, aber so...
Ian: Ja, ich meine, es gibt sehr viele ältere Bands, aber eigentlich würde ich mit jedem touren.
Jamie: Viele andere Bands sind natürlich auch cool, aber die Band, in der ich bin ist eigentlich schon meine Lieblingsband.
Ian: Und es ist gut, wenn man mal seiner lokalen Szene helfen kann, wie wir jetzt mit The Blackout und The New 1920's, denn es sind richtig gute Bands.
Dosenmusik: Da ihr ja nächstes Jahr schon das neue Album rausbringen wollt, wie sehen allgemein eure Pläne für 2007 aus?
Ian: Hauptsächlich bestehen die Pläne aus dem neuen Album. Wir wollen versuchen zu touren und dabei Aufnahmen zu machen, und natürlich viele Festivals! Wir werden versuchen auf so vielen Festivals zu spielen wie nur irgendwie möglich, Rock am Ring, Rock im Park und Hurricane... am liebsten alle. Und hoffentlich haben wir im September das neue Album raus, auf das ich mich jetzt schon sehr freue!
Dosenmusik: Dann noch mal vielen Dank das ihr euch die Zeit genommen habt und viel Erfolg im neuen Jahr!

Lost Prophets:
Ian Watkins - Vocals
Lee Gaze - Guitar
Mike Lewis - Guitar
Jamie Oliver - Keyboard
Stu Richardson - Bass

www.lostprophets.com

autor: jerseydevil | 19.12.2006
Dosenmusik : der neue Shop
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