Interview mit Lamb of God
Interview mit Gitarrist Mark Morton von Lamb of God am 20.06.2008 Walk with me in Hell!
Lamb Of God Lamb of God krönen Ihren bahnbrechenden Erfolg diese Jahr mit der Release der DVD „Walk with me in Hell“. Dieses äußerst unterhaltsame Werk hält endlos viel Backstagematerial aus dem letzten und vorletzten Tourzyklus bereit und zeigt detailierte und ausführliche Aufnahmen zur Enstehung der Platte „Sacrament“ die der Band zum absoluten und endgültigen Durchbruch verhalf. Die Scheibe stieg 2006 auf Platz 8 der Billboard Charts ein und wurde innerhalb der nächsten 2 Jahre zum bestverkauftesten Metal Album. An diesem unglaublichen Erfolg kam auch die Musikindustrie nicht mehr vorbei, was dem Quintett aus dem beschaulichen Richmond, Virginia U.S.A. Tür und Tor nach oben öffnete und in einer Nominierung zum Grammy für die Best Metal Performance in 2007 gipfelte. Bei Lamb of God hält man übrigens nicht nur in guter alter Metal-Manier die Bierkrüge nach oben, sondern sorgt auch anderweitig für Ausgleich zu mitlerweile beinahe endlosen Tourneen: Ich erwische Mark auf seinem Handy, als er gerade morgens aus einem Fitnessstudio in seiner Heimatstadt Richmond, U.S.A. stolpert um mit Ihm über die neue DVD „Walk with me in Hell“ zu plaudern. „Ich brauche das als Gegenpol“ erklärt der vollbärtige, langhaarige Gitarrenvirtuose, dem man auf den ersten Blick nicht wirklich abkauft, das er öfter mal eine Runde aufs Laufband steigt. Aber genug davon, schreiten wir zu dem was Mark zur Release der neuen DVD seiner Band zu sagen hat.

Dosenmusik: Mark, es freut uns das du Dir die Zeit für das Interview nimmst. Was liegt noch an heute, der Tag hat ja schließlich erst angefangen. Noch irgendwelche Arbeit mit der Band?
Mark: Heute ausnahmsweise mal nicht. Ich werde jetzt gleich zu meinem Haus fahren und dort dann wohl den Rest des Tages ausspannen. Ansonsten stecken wir gerade im Entwicklungsprozess zu unserem neuen Album. Wir haben bereits das Gerüst für neun neue Songs stehen und auch noch einige Demoaufnahmen fertig die in die Arbeit mit einfließen sollen. Der Beginn der eigentlichen Aufnahmen ist für September geplant.
Dosenmusik: Die Veröffentlichung eurer DVD ‚Walk with me in Hell’ steht kurz bevor. Wer hatte die Idee dazu, so eine ausführliche Produktion über ‚Lamb of God’ ins rollen zu bringen?
Mark: Es ist ja nicht unsere erste DVD. Vor einigen Jahren kam ‚Killadelphia’ in den U.S.A. auf den Markt und war sehr erfolgreich. Unser Ziel ist es diesmal eigentlich zu zeigen, was es heißt, in einer Heavy Metal Band unserer Größe für Lange Zeit auf Tour zu sein. Und das ist interessant. Weil es nicht so ist wie es sich die Meisten vorstellen. Es ist nicht so glamourös wie es sich viele Fans vielleicht vorstellen, es kann auch mal langweilig werden oder stressig und es ist auch wichtig, diese Seite aufzuzeigen. Man sieht wie wir abgehen können, aber auch viele andere Seiten aus dem ‚Lamb of God’ Tourleben.
Dosenmusik: Mich hat es phasenweise irgendwie an die Pantera Home Videos erinnert!
Mark: Ja, die haben auch sehr viel an Bühnenmaterial und Backstagefootage verwendet. Für uns ist die Zeit auf der Bühne jeden Tag die wichtigste. Das ist das Highlight eines jeden Tages. Die ein bis eineinhalb Stunden auf der Bühne jeden Tag, dafür lohnt sich jeglicher Stress. Die restlichen 23 Stunden eines Tourtages kann man ansonsten entweder vergammeln oder, weil das zu langweilig ist, denkt man sich mit den andern irgendwelchen lustigen Mist aus um den Tag einfach interessanter zu machen (lacht).
Dosenmusik: Filmt Ihr alles selbst und reicht die Kamera einmal durch die Runde oder wie läuft das bei euch?
Mark: Nein, wir haben einen Kameramann, der mit uns auf Tour ist und das ganze alles festhält. Er führt Regie über die gesamte ‚Walk with me in Hell’ DVD und hat das auch schon bei einigen Musikvideos von uns vorher getan, ebenso bei unserer ersten DVD ‚Killadelphia’. Er ist unser Auge, sozusagen schon seit langem ein Teil der ‚Lamb of God’ – Kamera.
Dosenmusik: Hast Du dir die Aufnahmen selbst schon angeschaut?
Mark:Ja, schon viel zu oft eigntlich.(lacht) Wir sind in jedem Bereich sehr stark eingebunden bezogen auf den kreativen Prozess! Wir haben für viele Schnitte usw. die Freigaben erteilt und waren so in dem gesamten Prozess. Was kommt überhaupt auf die DVD, was wird rausgeschnitten usw. Ich hab die Aufnahmen seit einigen Monaten nicht gesehen, aber freue mich darauf sie mal wieder anzuschauen nach einer längeren Pause wie dieser.
Dosenmusik: Wie würdest Du beschreiben, was man von ‚Walk with me in Hell’ als Fan erwarten kann?
Mark: Es ist eine ehrliche Dokumentation darüber was man zu erwarten hat, wenn man in einer Metal Band durch die Welt tourt.
Dosenmusik: Was waren für dich die besten Momente während der Tour die vieeleicht auch auf der DVD zu sehen sind?
Mark: Da gibt es ein paar Momente die für mich sehr herausgestochen sind. Allen vorneweg sicher unser Gig auf dem Download Festival 2007. Der ist auch vollständig auf der DVD zu sehen. Das ganze Set das wir an diesem Tag dort gespielt haben. Das war mit Sicherheit die größte Show in dieser größe die wir je gespielt haben, insbesondere was die größe des Publikums angeht. Das war das absolute Highlight meiner bisherigen Karriere als Musiker. Diese Momente auf der Bühne bei Download, die werden mir so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen. Da spreche ich aber auch für alle von uns. Während dem Song ‚Redneck’ waren 5 Pits gleichzeitig am laufen und die größe der abgehenden Menschenmasse war einfach überwältigend. Unser Sänger hat sich während dem Song noch irgendwann zum Drum Tech auf der Bühne umgedreht und geschrien: ‚Siehst du das? Wie verdammt geil ist das denn, man?’ Und dann viel Ihm ein: Oh, scheiße ich muss ja gleich weitersingen!’ (lacht). Und Ozzfest hier in den Staaten würde ich sicher auch noch dazuzählen. Ich glaube das war auch 2007? Wenn nicht sei mir nicht böse, man kommt irgendwann etwas durcheinander mit der Zeit bei den ganzen Shows (lacht). Jedenfalls, da hatte ich auch mächtigen Spaß. Die ist auch auf der DVD mit drauf. Wir hatten einen perfekten Platz im Line Up und haben jeden abend vor einem Monsterpublikum vor Ozzy eröffnet. Das war schon was!
Dosenmusik: Nicht zu vergessen euer Auftritt 2007 bei Rock am Ring hier in Deutschland. Das hat mich sehr gefreut das Ihr den auch auf der DVD verewigt habt!
Mark: Oh, ja der Auftritt war auch sehr gut und der Tag dort sehr lustig. Ich habe mir da eins von diesen Suzuki V.I.P Shuttles geschnappt und spontan ausgeliehen und bin erstmal spontan über die Rennstrecke geheizt. Leider war das Teil nicht so schnell. (lacht) Das kann man auch kurz sehen auf der DVD.
Dosenmusik: Ihr habt unglaublichen Erfolg mit Lamb of God. Eigentlich hat die Band als kleine Metal Band in Virginia angefangen. Wie erklärst du Dir, dass Ihr immer größer geworden seit.
Mark: Das ist eine gute Frage. Zum einen würde ich sagen es war unsere Beständigkeit. Wir haben einfach nie aufgehört zu spielen. Und zwar nicht weil wir dachten, dass wir irgendwann einmal eine riesige Nummer in der Metal Welt werden, sondern weil das was wir gemacht haben ehrlich war. Wir hatte einfach Spaß dabei. Deshalb gab es auch nie einen Grund damit aufzuhören. Und wir haben uns auch immer auf unseren Instrumenten weiterentwickelt. Wir spielen unsere Instrumente auch auf Tour jeden Tag länger als vielleicht nötig und stehen zuhause teilweise bis zu 5 Tage die Woche im Proberaum. Selbst mit unseren damaligen Jobs, haben wir es fast jeden Tag arrangiert 4-5 Stunden pro Tag zusammen in die Band zu investieren. Und am Ende war natürlich auch einfach noch etwas Glück mit dabei. Es gibt einen Haufen guter Bands die nicht so groß werden und es vielleich auch verdient hätten. Wir hatte vielleicht auch einfach das richtige Timing. Die richtigen Leute haben uns am richtigen Ort zur richtigen Zeit gehört. Und jetzt sind wir da. Und hoffen das es so weitergeht.
Dosenmusik: Denkst du das Ihr in den U.S.A größer seid, als in Europa?
Mark: Definitiv in den U.S.A. zur Zeit noch. In England wird es auch mehr. Aber das ist auch ein Prozess. Wir müsse einfach noch öfter in Europa spielen. Nur die Alben alleine ohne unsere Präsenz machen es auch nicht aus. Und je mehr wir um die Welt reisen mit dieser Band um so größer wird die Sache werden hoffe ich und darauf freuen wir uns. Selbst in Australien haben wir Riesige Shows gespielt und hatten eine Top 20 plazierung als wir alle zum ersten Mal diesen Kontinet betreten haben. Sowas spornt schon sehr an. Was nicht heist, dass Europa weniger Aufmerksamkeit bekommt. Außerdem trägt Roadrunner einen sehr großen Teil dazu bei. Epic (Plattenlabel Anm.d. Verf.) funktionieren in Europa nicht so gut wie in den U.S.A. finde ich. Aber Roadrunner wissen wirklich, wie man sich um eine Metalband kümmert. Und wir werden jetzt auch größere Prioritäten auf Roadrunner setzten und freuen uns auf die Zusammenarbeit. Roadrunner sind einfach ein Maßstab. Vor allem in Europa.
Dosenmusik: Erzähl mir ein bißchen was über dich selbst. Was machst du außer deinem Full Time Job bei Lamb of God als Gitarrist?
Mark: Musik nimmt wohl die meiste Zeit in meinem Leben ein. Und ich arbeite an meinem eigenen Zeug. Ich bin einfach ein Gitarrist, der sich irgendwann in Lamb of God wiederfand. Gitarre ist meine größte Leidenschaft seit ich 13 Jahre alt bin. Und ich bin glücklich das ich Lamb of God habe als eine Plattform um es weiter zu entdecken. Ich interessiere mich sehr für Autos, ich nehme manchmal selbst an Drag Racing Rennen teil. Das ist es so ziemlich.
Dosenmusik: Wie sieht es mit den andern aus?
Mark: Auf der DVD is ein sehr schöner Part in dem Teil: Making of Sacrament. Da wird jedes Bandmitglied ausführlich vorgestellt mit all seinen Macken. Das kann ich nur empfehlen. Schaut euch die DVD an und Ihr erfahrt eine Menge über uns. Das stellt es eigentlich auch deutlich cooler dar, als ich es jetzt in einem Interview erzählen könnte. Ein sehr guter Teil der DVD. Kann ich nur empfehlen.
Dosenmusik: Warum sollte man sich die DVD überhaup kaufen deiner Meinung nach?
Mark: Sie ist lustig und unterhaltsam und einfach ein tolles Erlebnis. Und sie Zeigt im Vergleich zu vielen anderen Aufnahmen die ich schon gesehen habe wie es wirklich ist. Manchmal bleibst du halt auf der Autobahn stehen und gehst auf einem eckligen Trucker Klo scheißen. Verstehst du was ich meine.Und in dem ist es wenig glamorös. (lacht) Und zudem ist einfach sauviel scheißlustiges Zeug drauf. Die ganzen Konzerte noch und ein ‚Making of’ on Top.
Dosenmusik: Wie sehen die Planungen jetzt aus? Tour, neues Album? Was passiert als nächstes mit Lam of God?
Mark: Ich kann noch nicht genau sagen wann wir wieder in Europa sein werden, vermutlich im Frühling nächstes Jahr zum neuen Album. Und dann reisen wir garantiert wieder zzwei mal um die Welt und da ist Europa auch definitiv mit eingeplant. Das neue Material ist noch als sehr roh und ungeschliffen. Schwer zu sagen, da die Songs noch in Bearbeitung sind. Ich sage einfach mal jetzt: Die songs sind sehr groovy. Im metalischen Sinne. (lacht) Es sind schnelle, kurze Songs dabei. Und längere die wieder über 6 Minuten gehen. Lasst euch einfach überaschen was wir aufs Album packen!
Dosenmusik: In diesem Sinne! Wir sind gespannt!
Mark: Vielen Dank, dass Ihr über uns schreibt und bis auf der nächsten Tour!

Mark Morton - guitar
D. Randall Blythe – vocals
Wille Adler - guitar
John Campbell - bass
Chris Adler – drums

www.lamb-of-god.com

Autor: Shavo | 19.07.2008
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