Interview mit Knut
Interview mit der Band am 12.04.2003 Wir moegen keine nutzlosen Noten
"mike patton, gutsherr mit gutem geschmack, hat seine label-ranch ipecac grosszügig eingerichtet: neben den melvins und unserem liebsten stolperrapper sensational tummeln sich da neuerdings auch die bostoner rocker von isis. doomy post-hardcore, gloomy post-rock und boomy post-metal dröhnen ungebrochen und ohne zu viele referenz-hinweise. unterstützung kommt aus der rock-capitale lausanne: kruger und knut kreuzen die gitarren als gäbs kein morgen."

das ist die voellig ueberdrehte programmankündigung zu einem konzert in zürich in der roten fabrik von isis am 12.04.2003. support kruger und knut. wegen der genfer band knut habe ich das angenehme mit dem nützlichen verbunden und habe mit spac unsere freundin gras in schwaben abgeholt und unseren freund rhab in zürich besucht.
ich wollte das konzert unbedingt sehn und die band hatte mir ein interview gewährt.

nach einer entspannten ankunft in der nacht und am nächsten tag etwas rumgelunger im hause unseres gastgebers und am zürichsee und dispositionstelefonaten mit renaud dem tourmanager von knut wurde ich so gegen 18 uhr zum veranstaltungsort gelockt. die band hatte natürlich gerade mit dem soundchekk begonnen.
das macht immer grossen schbass sowas. in einer fastleeren halle, in der nur eine handvoll menschen herumhängen oder arbeiten zuzuschaun und den sound einer band volle dröhnung wie privat sich reinzutun.

nach einer halben stunde wurden mir roderic, der drummer und didier, der sänger der band zugeführt. wir trotteten mit hoeflichem smalltalk richtung cafe des etablissements. angesichts einiger gartenstühlschen und tischen mit ausblick auf den zürichseee, der schönen rötlichen nachmittagssonne und der feststellung der frühling sei gekommen entschieden wir uns für ein "outdoorchatting."


das interview

rhab durfte fottos machen, didier lieh ihm hierfür sogar seine eigene digicamera, überhaubt sass ich unvermittelt zwei ausserordendlich freundlichen redseligen und geselligen menschen gegenüber. konversation in french- und german-english... knut
das interview konnte beginnen. das geschbraech ergab sich fast von selbst, denn roderic und deutlich sprecher der band ergriff gerne und leidenschaftlich das wort. kaum hatten wir uns niedergestzt, erschien der rest der band machte es sich gemütlich an den übrigen tischen. zum zweitenmal wurde mir vor allem tom, der neue gitarrist, vorgestellt, welcher ehemals bei ananda seinen dienst geschoben hatte.
des übrigen zugegen der bassist, ein lustiger kleiner tätowierter bassarbeiter der sein mützschen zuweilen schbassig übers köppschen schdülpte und der andere gitarrist ähnlicher typp, so mit kettehos etc.

im ganzen hatte keiner der musiker irgendwelche typpischen rokkerattituden. zum beispiel sah roderic aus wie ein jazzdrummer der ordendlichen fraktion und didier erinnerte mich an einen gemuetlichen biologie- und religionsreferendar. das beide als musiker teufelskerle vor gottes auge sind würde man ihnen nicht ansehen, ruhig gelassen und ein stick die runde drehen lassend sassen sie so da.

zunächst durfte ich mich vorstellen, prahlte natürlich mit vorangegangenen interviews und dosenmusik überhaubt, die band wurde zutraulich. mit einer 0815-frage steige ich ein... att: habtihr selbst eine bezeichnung für die musik die ihr macht, könnte man dem genre einen namen geben?
roderic: wir sind alle musikliebhaber wir hören unterschiedliche musik...wie sollich sagen...knut nimmt sich aus vielen unterschiedlichen musikrichtungen auch ausserhalb metal und hardcore, eine art patchwork istas.
att: heute habe ich zum eingrooven das stükk march gehört. ich habe manchmal den eindruck ihr habt teile total arrangiert und andere , selbst geshoutete teile werden improvisiert...
roderic: eigendlich gibtes kaum space für improvisation in unseren stükken...
didier: ...improvisation passiert dann wenn auf der bühne irgendwas passiert was nicht vorgesehn war, ein technisches problem, ein fehler...das wird dann durchaus ausgearbeitet...
roderic: eigendlich werden die stücke schon beim proben improvisiert. basis ist zumeist der beat, inspiration kommt hier von verschiedenen seiten, manchmal bringt der gitarrist ein stück mit, wir alle spielen ja mehr als ein instrument, manchmal entstehen stücke aus sounds die wir erspielen und denen wir experimentieren.
att: macht ihr denn viele sessions um da rein zu kommen?
roderic: wir proben im kollektiv. wir sind ein kollektiv von unterschiedlichen leuten die aus unterschiedlichen richtungen kommen, wir schreiben die songs auch nicht nieder. oft gibtes halt diese grundriffs oder pattern wir sampeln die dann auch manchmal und üben sie so ein. ausserdem haben wir ein gutes gedächdnis.
att: für mich macht ihr oft eine art minimalistischer meditativer musik. selbst die harten parts modifizieren sich durch die "power of repetition" häufig zu einer art spirituellem rituellem klang...
didier lacht und dreht sich was...
att:ich finde eure musik nicht wirklich böse, nicht negativ agressiv.
didier: ich lass halt raus...
roderic: ja es gibt schon einflüsse von minimalismus und serieller musik in unserer, aber wir setzen uns nicht bewusst hin und sagen: so und so machen wir das jetzt und mischen mal metal mit minimalmusik.
didier: im grunde lassen wir uns von einem prinzip leiten: wir mögen keine nutzlosen noten!
roderic: wir gehen da manchmal radikal selektiv vor.
att: was hat jeder heute im cede-player gehabt?
roderic: wenn wir auf tour sind hören wir, weil wir ja jeden abend harte laute musik machen, eher ruhige sachen. derzeit im bandbus z.b. electronic dub. die beste art zu relaxen.
att: hat jemand von euch eine bestimmte musikalische ausbildung?
roderic: meine ohren sind sehr ausgebildet, ich wuchs in einer musikalische familie auf, mein vater hörte täglich opern und meine mutter war folksängerin. auch mein bruder ist musiker. aber ich habe musik so für mich gelernt, gitarre und schlagzeug.
wir haben dann als band viel aufgenommen beim proben und das auseinandergenommen und uns auch so technisch weiterentwickelt.
roderic: wir haben zu anfang sowieso immer viel selbst produziert, das war eine gute schule. unser erster bassist war auch toningenieur in dieser zeit haben wir sehr kritisch auf unserer musik gehört.
att: thinking mans metal, was haltet ihr von diesem begriff für musik, wie ihr sie macht, vielleicht ister auch ein bisschen arrogant, aber...
didier:...von mir aus kannstu arrogant sein, der begriff stammt schliesslich von hydrahead unserem label.
att: wie siehtas aus, ich habe euch in den letzten monaten zweimal gefragt im rahmen von dosenmusikkonzerten als support einmal für poison the well zum zweiten für ein eventuell geplantes konzert mit norma jean zu spielen, was waren die probleme, die zu euren absagen geführt haben.
roderic: ganz einfach zeit, wir fahren nicht für ein konzert nach deutschland. tom unser neuer gitarrist kommt sogar fast aus frankreich, das können wir nicht machen, allerhöchstens vielleicht wenn du sagst wir sollen mit neurosis spielen...
att: gibt's denn noch irgendwen sonst mit dem ihr besonders gerne spielen möchtet?
didier: we like to play with isis!
att: achja, was ihr nicht sagt. wie ista eigendlich der kontakt wie kam diese enge beziehung zustande?
roderic: aaron der saenger von isis ist nicht nur ein freund er produziert derzeit auch unsre platten mit (er selbst wir wiederum von patton gefeatured).
roderic: da gibtes zu ipecac, pattons label, keine direkte verbindung. unser label ist hydra, welches ja aaron gehört.
att: aber für für image passtes doch dieser connect über fünf ekken...
didier: ach image...weisstu wir haben teilweise sehr unterschiedliche und strange fans. die einen hören jazz, die anderen napalm death, eigendlich kann man nicht sagen dass unser publikum aus dem normalen hardcormetalmenschen besteht.es zieht sich auch durch viele altersklassen.
att: um auf die frage nochmal zurukkzukommen, mit wem würdet ihr denn eigendlich noch gerne schbielen, ausser isis?
roderic und didier abwechselnd: suicidal tendencies, god machine, steve reich, neurosis, avo pert
att:und wenn ihr einen soundtrack machen müsstet, mit welchem regisseur würdet ihr drehen?
roderic, didier und der rest der band: die dogmafilme von thomas winterberg gefallen, david lynch natürlich (und noch zwei franzosen werden genannt, die ich beim besten willen auch auf dem band akkustisch nicht identifizieren kann).
att: auf meinem brainstormingzettel stehen noch einige kurze stichworte.z.b. hatebreed und andere harte bands converge und bands die sich dem vaganertum verschrieben haben z.b...
roderic: eigendlich fühlen wir uns nicht unbedingt verwand mit diesen bands, wobei converge und hatebreed nicht vergleichbar sind. uns istes eigendlich ziemlich wurst, veganism ist halt eine lebenseinstellung, das kann jeder machen wie er will..."they can eat whatever they want, they can drink whatever they want". ich glaube diese bewegung wirdes in dem ausmass nicht lange gehen.
att: ok. nun, wie siehtas mit euren texten aus? ich verstehe kein wort.
didier: hastu die nicht gelesen, die stehen auf dem booklet!
att: ich habe kein booklet.
didier (grinst breit): ach!..also ich mache so texte, die haben keinen besondere bedeutung, da kann jeder reinlegen was er will. natürlich drükke ich mich selbst aus, aber im grunde sind die texte vieldeutig und bildhaft.
roderic: texte sind für mich teil der musik selbst. es ist so: ich als zuhörer empfinde das wie musikhören oder einen film sehen, bestimmte sequenzen rühren mich an und die zieh ich mir raus..."in a different time, in a different mood you will pick up different parts""

schoenes schlusswort. so... zeit zum aufbruch, noch ein wenig plaenkeln mit allen.

att: merci for the interview!
roderic: schreib mir eine mail, ich schikke dir dann die fotos, ok?

aufstehen, verabschieden aller mit korrektem handschlag, sichten der soeben gemachten fotos. mist ich habe meine videokamera fuer privatfilming dabei, aber der der akku ist lehr. gar lieb wie die band um die kamera steht und mit fratzen und gelaechter die bilder kommentiert. have a good time see you later!
(later meinte das konzert)


autor: att | 12.04.2003
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