Interview mit Killswitch Engage
Interview mit Joel Stroetzel Gitarrist von Killswitch Engage in Wiesbaden am 07.12.2009 Diese gottverdammten Montage...
Killswitch Engage Es ist ein verdammter Montag, das Wetter ist nasskalt und nach einer 45 minütigen Bahnfahrt von Ffm nach Wiesbaden ist man, wenn man direkt von der Arbeit kommt, auch etwas müde, so wie ich. Zusammen mit einem Kumpel geht’s dann vom Hbf in Wi zur Rhein-Main-Halle in der am heutigen Abend ein dickes Package auf uns wartet. InFlames, Killswitch Engage, Heaven Shall Burn, Everytime I Die und die Mannen von Maylene and the Sons of Desaster. Leider können die letzteren beiden Bands an diesem Abend nicht spielen, da sie einen Busunfall hatten und somit nicht rechtzeitig in Wi ankommen konnten. Den Bandmitgliedern ist dabei nichts passiert, wie uns mitgeteilt wurde.

Dosenmusik: Hi Joel, Ihr habt ein neues Album draußen, das Ihr auch betourt, beim Hören des Albums sind mir zunächst die extrem eingängigen Refrains und Melodien aufgefallen, die im Ohr bleiben, aber ich vermisse die Aggressivität der vorausgegangen Alben.
Joel: Ja das stimmt und viele haben das angemerkt.
Dosenmusik: Das gesamte Album wirkt persönlicher und melancholischer aus Sicht der Texte. Wer hat sie verfasst?
Joel: Hm, ja, Howard schreibt die Lyrics und hat diese mit Brendan O`Brien, unserem Producer verfasst, der mehr in dir Rock´n Roll Szene gehört. Die vorherigen Produzenten kamen alle aus der Metalecke und O´Brien versuchte uns eine neue Richtung zu zeigen und hat Howard stark beeinflusst.
Dosenmusik: Euer Riffing scheint stark von Pantera und Hardcorebands beeinflusst zu sein, die mit den oft zitierten Iron Maiden Doubleleads aufgepeppt werden. Von welchen Bands wurde Dein Gitarrenspiel beeinflusst als Du begonnen hast?
Joel: Als ich startete war ich einriesen Metallica, Slayer, Megadeth und Testament Fan, und kam erst später zum Deathmetal der Floridaschule. Jedoch hat mich die europäische Melodic-Death/Schweden Art, wie InFlames und Arch Enemy mehr beeinflusst, da diese melodischer ist.
Dosenmusik: Wieso habt Ihr Euer neues Album Killswitch Engage genannt?
Joel: Lacht...Das ist eine gute Frage. Wir konnten uns auf keinen Titelsong einigen. Und da wir zum ersten Mal mit einem neuen Producer, weit weg von zu Hause aufnahmen kam es uns wie ein Neustart vor und haben es einfach Selbstbetitelt.
Dosenmusik: Deshalb auch eher die popigen Elemente?
Joel: Ja, wir mochten diese neue Art und auch die durch O´Brien stark beeinflussten Vocals. Es ist einfach anders diesmal.
Dosenmusik: Die gesamte Produktion scheint auch softer ausgefallen zu sein. Was sich auch im Gitarrensound nierderschlägt, der ja auf vorrangegangen Alben mehr Druck hatte.
Joel: Hm, ja, wir haben diesesmal viele verschiedene Amps verwendet. Der Leadsound kommt von Splawn amps, einem kleinen Amphersteller in North Carolina, und die Rhythmusgitarren haben wir mit Diezel VH4 Amps aufgenommen. Für die Cleanparts haben wir mit einem 70s Fender Vibrolux aufgenommen und mit unzähligen Bodentretereffekten experimentiert.
Dosenmusik: Soweit zum Album. Wie läuft die Tour bisher?
Joel: Soweit ist alles super. Wir kommen grade aus UK und Belgien und hatten schon ein paar Shows in D und freuen uns auf heute Abend.
Dosenmusik: Wirkt sich die Finanzkrise auch auf Eure Shows aus?
Joel: Definitiv Mann. Es ist momentan schwer das richtige Lineup zusammen zu suchen, um die Hallen voll zu kriegen, da die Leute nicht mehr gewillt sind viel Geld für Tickets aus zugeben. Es ist nicht mehr das Gleiche wie einige Jahre zuvor. Wir haben deshalb genau geschaut auf welche Touren wir uns einlassen und mit den Jungs von InFlames hatten wir früher schon immer viel Glück. Mit Ihnen haben wir die Staaten betourt und im September waren wir mit Ihnen in Kanada, was echt klasse war.
Dosenmusik: Welches Album Eurer Tourpartner InFlames gefällt dir am besten?
Joel: Whoracle und Clayman, aber auch die neuer, mehr rockigen Sachen gefallen mir sehr gut.
Dosenmusik: Was hat Dir an dieser Tour bisher am besten gefallen?
Joel: Sehr wahrscheinlich die abende mit Andy Williams von Everytime I Die, er ist einer der witzigsten Kerle die ich je kennen gelernt habe. Leider fallen Sie heute Abend aus. Deshalb werden wir unser Set um 20min verlängern.
Dosenmusik: mit der Mütze und dem Spitzbart erinnerst Du mich heute stark an Dimebag Darrel.
Joel: Lacht....Thx...
Dosenmusik: Dein Gitarrenspiel ist stark beeinflusst von Ihm oder?
Joel: Ohh ja, definitiv. Ich kam erst recht spät zu Pantera, in der Mitte der 90er. Und der Gitarrensound von Vulgar Display of Power hat mich echt umgehauen genau wie sein einzigartiges Gitarrenspiel.
Dosenmusik: Ja, man kann immer direkt sagen, wenn man Ihn auf Platte hört, vor allem wenn es zum Solopart kommt.
Joel: Stimmt genau. Leider kann ich nicht spielen wie er. (Lacht) Aber man kanns ja immer versuchen. (grinst)
Dosenmusik: Schade dass wir jetzt nicht mehr Zeit haben, danke für das interessante Gespräch, und viel Glück für Eure Show.
Joel: No Problem, hat mich gefreut mit Dir zu sprechen.

Damit verabschiedet er sich und lässt mich aus dem Nightliner raus und verschwindet direkt im Backstage.

Konzertbericht:

Den Opener machten auf Grund des Ausfalls von Everytime I Die und Maylene and the Sons of Desaster, Heaven Shall burn. Die gesamte Band trat in roten T-Shirts auf und rollten direkt mit Ihren typischen Metalcoresongs über das Publikum hinweg. Der Sound der Band, vor allem der Gitarrensound war sehr untansparent, wodurch sich für mich alles nach 4 Songs gleich anhörte und wir erstmal Bier holen gingen.
Killswitch Engage traten, auch alle wunderbar einheitlich in weißen T-Shirts mit Frackaufdruck, auf. Adam Dutkiewicz erweiterte dieses Outfit durch sein schwarzes Stirnband und das Superheldencape komplettiert mit kurzen Hosen. (Könnte aber auch ein zu groß geratener Angus Young sein) Killswitch hatten ein gut gemischtes Set aus vielen Songs des neuen selbstbetitelten Albums, wie The Reckoning, Starting over und Never Again, so wie alten Stücken wie My last Serenade, When Darkness Falls und Self Revolution. Adam sprang wie immer ständig von linkes nach rechts über die Bühne und ließ sein Cape dabei fliegen. Aufgrund des Ausfalls der ersten beiden Bands konnten Killswitch 20min länger spielen und kamen somit auf ein Set von 60min Länge, wobei dieses auch gut und gerne noch 30min länger hätte dauern können, denn die Spielfreude der sypmpatischen Amis und Ihre extreme Professionalität machten diesen Auftritt zu einem wirklichen Genuss.
Doch der Headliner des Abends waren InFlames. Diese hatten ein riesiges weißes Drumkit mit 2 Basedrums aufgebaut und eine überdimensionale LED-Wand am hinteren Rand der Bühne. Als die Musiker die Bühne betraten waren die 5 Musiker schemenhaft (schwarz/weiss) darauf abgebildet. InFlames starten mit Cloud connected und brachten die Halle direkt zu beben und moshen. Auf der LED-Wand wurde konstant während den Songs Filmchen und Animationen eingespielt wodurch der visuelle Effekt der insgesamt sehr guten Lichtshow des Abends noch verbessert wurde. Zwischen de Songs wurde der Schriftzug in unterschiedlichen Farbvariationen gezeigt.
Zu den Highlights des Sets zählten Pinball Map, Only fort he Weak, The Hive, Trigger, Artifacts of the black rain, sowie das neuere Stück March to the shores. Anders Friesen holte noch einen Fan auf die Bühne der einen riesigen Circlepit von der Bühne aus filmen durfte (das Video ist bei Youtube zu finden, jedoch fehlen 1,5min der Aufnahme und der Sound ist leider auch sehr mies). Bei dem Versuch den Refrain mit zu Grölen war das Mikro aber „leider“ aus. Das Set von InFlames war gut gemischt, so dass für Fans Ihrer alten Alben sowie auch der neueren Generation genug dabei war.

v: Howard Jones
b: Mike D'Antonio
g: Adam Dutkiewicz
g: Joel Stroetzel
d: Justin Foley

www.killswitchengage.com

Autor: Fabian Schneider | Dezember 2009
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