Interview mit Killswitch Engage
Interview mit Gitarrist Adam Dutkiewicz am 21.09.2006 in Köln Wenn mir danach ist, kann ich sie auch mal anbrüllen
Killswitch Engage das neue album von killswitch engage steht vor der tür und hört auf den schönen namen "as daylight dies". mitte november ist es soweit. but one step back in time. es ist ende september an einem lauen spätsommermittag, ich sitze im auto, die monumetalen, schwermütigen und gleich schon fast unverschämt druckvoll und lebendigen riffs und melodien des titeltracks fräsen sich durch meine gehirnwindungen. noch ein salvenähnlicher riff, break! augen zu und abheben. der refrain klingt als würde sich plötzlich alles öffnen, einfach schön. howard jones überzeugt mit mit melodiösem, klarem gesang, gleichauf brechen seine alles durchdringenden shoutings die stille, stehen aber nie aufdringlich im vordergrund, sondern fügen sich wunderbar in den gesamtsound der platte ein. für den ist adam dutkiewicz verantwortlich. adam zersägt nicht nur mit großer laune seine 6-saiter bei killswitch engage und bereichert die band mit seinen gitarren attacken, er ist auch zugleich seit beginn der produzent der band und zieht die fäden im studio. so auch diesmal.
die autotür fällt ins schloss und ich mache mich auf, noch mehr herauszufinden, über "as daylight dies". aber lest selbst, was der überaus lustige (und durstige) adam, der aus allem das geräusche macht seine inspiration zu ziehen scheint, zum album und zur band zu sagen hat.

dosenmusik: fangen wir mit dem an was am meisten interessiert. wie würdest du jemandem der das album noch nicht kennt erklären, was er von "as daylight dies" erwarten kann?
adam: nun es ist das was wir schon immer machen erst einmal. es hat sicher den typischen killswitch sound, keine frage, aber diesmal viel feiner abgestimmt im ganzen. das was nach metal klingen soll, klingt noch mehr danach. der gesang darauf ist noch besser ausgefeilt, es herrscht eine noch bessere balance zwischen howards geschrei und dem gesang. das wofür wir bekannt sind, soundmäßig, aber er drückt mehr, das ganze hat noch mehr dampf.
dosenmusik: an metal fehlt es dem album sicher nicht, eine portion thrash ist auf jeden fall mit drin, schöne eingängige melodien und natürlich die gehörige portion killswitch on top!
adam: ganz genau. von den ur-metal einflüssen werden wir uns auch sicher nie lösen, auf das zeug stehen wir alle viel zu sehr.
dosenmusik: gehen wir noch ein bisschen mehr ins detail: wenn du es mit den alten vergleichen sollst, was würdest du sagen ist an diesem album brandneu?
adam: hm, schwierig zu sagen, aber ich würde es so einschätzen, dass die songs mehr hochs und tiefs haben als früher. das heftige zeug und die harten teile drücken natürlich verstärkt durch, aber insgesamt passiert einfach noch viel mehr. klarer gesang ist nun fast in jedem song zu finden und er ist sehr gut verteilt und platziert, dass ist schon sehr cool geworden. es passieren viele interessante dinge, sehr kontrastreich ist das album insgesamt geworden wie ich finde.
dosenmusik: wie z.b. akkustik gitarren die in einem song einfach wie aus dem nichts in einen der songs einbrechen?
adam: ja genau. das gibt der platte farbe.
dosenmusik: du hast die platte nicht nur als gitarrist eingespielt sondern sie auch gleichzeitig produziert...
adam: yeah, yeah... (etwas angestrengter, müder, tonfall, grinst)
dosenmusik: schon öfter gehört die frage heute? (grinst)
Adam D. Killswitch Engageadam: nein nein, darum geht's nicht, es war nur einfach ein verdammter riesen haufen harter arbeit, daran habe ich gerade gedacht, that's all. (grinst)
dosenmusik: sehr gut. das wollte ich hören. erklär doch mal was du da eigentlich gemacht hast auf "as daylight dies", wie arbeitest du als produzent, was treibst du da eigentlich?
adam: ich versuche eigentlich clever mit der ganzen produktion umzugehen. das ist in dem fall gar nicht so leicht weil es ja schließlich in dem fall auch deine band ist. man ist immer so besorgt ob auch alles richtig ist und ob du den und den part jetzt auch wirklich so lassen sollst. was ich versuche, ist das richtige zu tun und zu entscheiden. das war bei diesem album richtig schwer, wenn du als bandmitglied so sehr eingebunden bist. ich achte darauf, dass das ganze ding einfach läuft, dass jeder seinen job macht so gut wie es nur irgendwie geht. ich schaue das jedermanns part auch der richtige ist für jeden einzelnen song. das was du machst wenn du produzent bist, du versuchst situationen richtig einzuschätzen. man tut das beste für das album, dass was ihm am dienlichsten ist.
dosenmusik: funktioniert das gut? ich stelle mir das recht schwer vor gleichzeitig der produzent zu sein und im selben moment bandmitglied?
adam: es geht darum, dass man lernt, beides im kopf irgendwie zu trennen. als produzent muss ich natürlich ein stückweit der außenstehende zuhörer bleiben, gehöre aber im selben moment auch zur band. das ist aber auch irgedwie das lustige daran wenn du einen produzenten in der band hast. ich kenn die jungs alle gut, d.h. wenn mir danach ist, kann ich sie auch mal anbrüllen, ohne dass sie es mir gleich krumm nehmen. wir sind freunde und hängen zusammen rum, so ist das eigentlich schon eine coole situation. insgesamt funktioniert es sehr gut und hat außerdem den immensen vorteil, dass ich in dem fall ein produzent bin der wirklich nach dem besten für die band sucht, weil ich in der band bin!
das ist eine gute sache. ich denke auch, dass viel mehr bands versuchen sollten, sich selbst zu produzieren. sicher verstehe ich den ganzen zusammenhang und warum es gut ist, wenn du jemanden hast, der neben der band steht und das album mit beeinflusst. aber es besteht immer die gefahr, dass die band in eine richtung gedrückt wird, die sie vielleicht nie hat einschlagen wollen. die band sollte die verantwortung über ihren sound selbst haben. so denke ich darüber.
dosenmusik: woher habt ihr eure ideen und anregungen für das album genommen? ich hörte das das album in sehr kurzer zeit entstanden ist. in nicht einmal 6 wochen?
adam: unsere inspiration war sicher unsere pause zwischen den touren (lacht). wir touren soviel man, kein witz. das waren...ich weis es nicht mehr, es kommt mir vor als waren wir mehrere jahre durchgehend auf tour (lacht). als es schließlich an der zeit war und die tour zuende, waren wir uns alle einig das wir die auszeit einfach brauchen. jeder kümmerte sich erst einmal um seinen kram um den kopf wieder freizubekommen. so haben wir uns auf die platte vorbereitet. und als es wieder daran ging aufzunehmen, waren alle sehr begeistert und es ging frisch ans werk. die lange auszeit hat allen gut getan, denn jetzt gab es wieder ideen über ideen....
dosenmusik: und ihr habt die nächte wieder im killswitch proberaum verbracht...
adam: sozusagen. jeder kam mit seinen ideen und riffs da rein und wir haben ausgiebig und schnell daran gearbeitet.
dosenmusik: also schreibt jeder irgendwie sein zeug zuhause und ihr arbeitet schließlich zusammen dran.
adam: genau so ist es.
dosenmusik: schreibt ihr auch auf tour? viele bands tun das ja...
adam: oh nein, das machen wir nicht. auf tour müssen wir trinken... da bleibt keine zeit dafür. (lacht) und wenn wir zuhause sind trinken wir eigentlich auch die ganze zeit. man könnte also auch einfach sagen: die platte wurde von bier inspiriert. (gelächter)
dosenmusik: wie sind die andern band mitglieder mit in die produktion eingebunden?
adam: wie bei jeder platte die wir aufnehmen versuchten wir auch diesmal den kreis immer komplett zu schließen. den andern dinge vorsetzten, ihre meinungen dazu hören. eigentlich denke ich das es sehr wichtig ist jeden in die produktion einzubeziehen. es ist ja nicht nur meine band, es ist nicht ausschließlich howards band, es ist unsere band. über die songs sprechen, und schauen das jeder sich freut und sich in dem song wohlfühlt.
dosenmusik: wo habt ihr aufgenommen?
adam: zuhause in massachusetts.
dosenmusik: warum gerade da? weil ihr da zuhause seid?
adam: ja grundsätzlich schon. wir sind alle gerne zuhause, mögen es mit unseren freundinnen rumzuhängen, ich hab hunde man, um die muß ich mich ja auch kümmern. (lacht) einfach angenehm, wenn man sich auch während den aufnahmen locker machen kann. speziell wenn du wie wir sonst konstant auf tour bist.
dosenmusik: empfindest du das touren als harte arbeit? es gibt ja schon einiges zu tun.
adam: ja das stimmt und das sehen viele auch nicht. aber eigentlich (überlegt, lacht).... nein, touren ist eigentlich keine harte arbeit. du wachst auf und kannst eine show spielen und das dauernd.
dosenmusik: und man kann den ganzen tag bier trinken (lacht)
adam: jaaa, den ganzen tag bier trinken, genau. das ist wunderbar, echt jetzt, kein scheiß. (lacht) das einzige negative daran ist eigentlich nur die abwesenheit zuhause und das du deine freunde und die familie so wenig siehst.
dosenmusik: gibt es jemanden der bei euch die songs schreibt? zum beispiel "as daylight dies" wer hat den geschrieben?
adam: "as daylight dies" habe ich geschrieben. bei einigen songs ist das sicher so, dass eine person den kompletten track geschrieben hat, aber genauso viele schreiben wir zusammen. die single "as daylight dies" habe ich eines tages mit in die probe gebracht und jeder mochte den song so wie er war. also haben wir ihn auch so gelassen. anfürsich schreibe ich mal einen alleine, einer ist auch komplett von joel.
dosenmusik: und wie sieht das aus bei den texten?
Adam D. Killswitch Engageadam: die texte sind komplett howards ding. das schreibt er alles. höchstens wenn ihm mal in einer zeile was bestimmtes nicht einfällt oder so was, hilft da auch mal jemand aus, aber eigentlich sind die texte sein baby. auch wenn jeder mal seine kreative lücke hat, ich meine auch ich schreibe manchmal schreckliche riffs. (lacht) nicht alles schafft es bis ins studio (lacht) .die texte sind ansonsten typisch für killswitch engage. wir reden da auch durchaus während den aufnahmen darüber, weil man ja schon wissen will was so dahinter steht. viele verschiedene themen, es geht gefühlsmäßig rauf und runter. es gibt sicher keine direkte aussage oder richtung in die das album spricht.
dosenmusik: denkst du das es wichtig ist eure texte überhaupt auseinanderzunehmen?
adam: na ja gut, also man kann "as daylight dies" und unsere texte auswringen bis zu erbrechen wenn man will und das den ganzen tag lang, aber am ende geht es doch auch einfach um den spaß an der sache. es geht doch bei der ganzen veranstaltung hier um enternainment oder liege ich da falsch? (lacht)
dosenmusik: wann beglückt ihr europa wieder mit eurer anwesenheit?
adam: wir kommen im januar wieder nach deutschland und europa auf tour! (tour mitlerweile bestätigt anm. d. red.)
dosenmusik: welches ausmaß wird das haben? große hallen oder eher kleine?
adam: oh, kleine angenehme klubs & läden. diese ganzen große nummern wie auf festivals usw. sind nicht so mein ding. ich hab lieber den direkten kontakt zu den menschen. wen irgendwelche leute auf der bühne rumrennen und abgehen, ein paar stagediven, das gefällt mir viel besser. es ist doch eine riesengroße party alles, so soll das sein. die köpfe von deutschen kids zu nehmen und einfach mal dagegen zu bangen und zu hauen, weil es gerade einfach abgeht. (lacht) es soll eine riesenparty sein, und jeder soll spaß haben. wir kommen und spielen ein paar geile riffs. und alle headbängen! (lacht) als wir auf der letzten tour in hamurg spielten sprang dieser typ auf die bühne und wir haben zusammen geheadbangt und im eifer des gefechts sind wir mit den köpfen zusammengeknallt. (lacht) alter, ich hab mir ein stück zahn rausgebrochen und ihm die größte geschwollene beule verpasst die er wahrscheinlich je hatte. ich könnte nicht glauben wie groß das ding war, ein richtiges ei. (lacht) ich hab" es nicht gleich gesehn, weil er zurück in die menge gefallen ist, aber nach der show haben wir draußen rum gestanden und er lief mit seinem scheiße großen riesenei am kopf lachend vorbei "schau was du mir angetan hast" und ich nur so "mir fehlt ein stück zahn man" (lacht) ist schon ein riesenspaß, das ganze.
dosenmusik: können wir die songs durchgehen? und du gibst zu jedem ein kurzes statement ab, dass man irgendeine vorstellung davon bekommt?
adam: klar gerne. schieß los.
dosenmusik: "as daylight dies"
adam: der title track. der hat einen riesen gong im intro. das fanden wir irgendwie eine riesenidee (lacht)
dosenmusik: "this is absolution"
adam: der wirkte vom feeling auf uns mal ganz anders, weil er einen sehr gechillten chorus hat. das ist der song, in dem plötzlich wie aus dem nichts auch mal ruhige akkustik gitarren einbrechen. gleichzeitig sind die strophen sehr "metal".
dosenmusik: "the arms of sorrow"
adam: definitiv ein cooler song. sicher für howard ein wenig anders, weil in dem song geht es um paranoia. es geht darum angst zu bekommen (grinst)
dosenmusik: "unbroken"
adam: ganz sicher ein song der schnelleren sorte. uhm...(lacht sich kaputt) ich merke gerade das ich mich gar nicht mehr so richtig an die songnamen erinnern kann. ich hab ihnen im studio immer andere namen gegeben. (lacht) aber ja doch das ist der richtige an den ich denke, der schnelle ripper, bei dem mir der arm wehtut wenn ich ihn spiele.
dosenmusik: dann muss er wirklich ordentlich heftig zu spielen sein. du hast die gitarre ja sogar weiter oben hängen als die meisten.
adam: oh ja, ich kann so einfach besser spielen.
dosenmusik: "my curse"
adam: der hat einen schicken rock riff. 4/4 mötley crue style.
dosenmusik: "for you"
adam: einer von den songs an denen alle beteiligt waren. ein sehr typischer killswitch engage song. dosenmusik: "my heart still beats your name"
adam: oh ja. der hatte den arbeitstitel "the ripper" (lacht). der läst die zeit still stehn. justin geht bei dem song immer sehr ab, das macht einen riesenspaß.
dosenmusik: "through the eye of the storm"
adam: typisch killswitch.
dosenmusik: "break the silence"
adam: ah genau. noch so ein ripper. ich hasse den, aber nur weil er so schwer zu spielen ist. viele schnelle hammer-ons.
dosenmusik: "desperate times"
adam: "the powerballad for dudes who lift weights" (lacht) die arbeitstitel sind herrlich oder. der song den typen hören wollen wenn sie gewichte heben. fette snaredrum mit viel reverb, richtig viel davon.
dosenmusik: "reject yourself"
adam: der song hat den wohlfühlriff des jahres. (lacht) definitiv einer meinen liebsten riffs der platte die ich spiele. ich mag die texte auch sehr, da kommt viel positives rüber.
dosenmusik: okay. thanks for these comments. was mich noch interessieren würde, den job als produzent, wie ging das eigentlich los? du machst das ja nicht erst seit gestern, sondern hast auch schon bands wie "from autum to ashes" und "every time i die" produziert?!
adam: oh, das ist schon sehr lange her, als ich damit angefangen habe. als ich noch zur high school ging fing das schon an. da war ich schon immr dabei musik aufzunehmen, habe songs geschrieben und musik gespielt. und habe immer gedacht das das doch verdammt cool wäre das später auch als job zu machen. ich habe mich auch durchgeschlagen zu anfang, das war harte arbeit, ich hatte viele scheißjobs für die ich mir den arsch aufgerissen habe. irgendwie bin ich aber die leiter raufgeklettert und war auf einmal der, der mit richtig vielen bands gearbeitet hat.
dosenmusik: wie auch mit "every time i die"?
adam: ja deren erste platte. wobei ich finde das ich bei der noch viel besser hätte sein können (lacht). das war eine der ersten größeren produktionen von mir. aber man lernt ja immer dazu.
dosenmusik: würdest du sagen das deine arbeit mit anderen bands auch dein spiel bei killswitch engage und insbesondere auf "as daylight dies" beeinflusst?
adam: nun die sache ist die: wenn du platten schreibst, beeinflusst dich fast alles. jede musik die du hörst kann da reinfließen und alles andere auch. sogar dieses bier hier hat sicher einfluss auf mein kreatives schaffen. das essen das du isst, die leute mit denen du rumhängst, all das beeinflußt dein tun.
dosenmusik: also würdest du auch schon sagen, dass man einfluß einfach schwer an etwas festmachen kann.
adam: oh ja natürlich. ich hab schon riffs beim kacken geschrieben, man. ohne scheiß. ich schreibe riffs wenn ich handy klingeltöne höre. so in etwa: "oh das ist ein cooler "ring" und dann entsteht ein riff daraus. alles mögliche, ganz sicher.
dosenmusik: das ist ein wort. zum schlusswort noch etwas was du deinen hörern und fans mitteilen möchtest? any last words?
adam: last words? werde ich sterben? (gelächter) nein, spaß (grinst) es ist schön in deutschland zu sein, ich danke allen die unsere shows besuchen, weil ohne euch....(überlegt) wären es verdammt beschissene shows (gelächter)
dosenmusik: cool man. dann wünsch ich euch noch eine schöne zeit in köln. und wir sehn uns im januar bei euren shows.
adam: ja, cool. vielen dank für das interview.

"as daylight dies" erscheint am 17.11.2006 bei roadrunner records.


Adam Dutkiewicz - guitar
Joel Stroetzel - guitar
Mike D"Antonio - bass
Howard Jones - vocals
Justin Foley: drums

www.killswitchengage.com

autor: Shavo | Oktober 2006
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