Interview mit Job For A Cowboy
Interview mit Ravi Bhadriraju am 09.04.2007 ich weiß auch nicht, wie wir da überleben konnten
Job For A Cowboy Im April 2007 spielten Job for a Cowboy ihre ersten Shows auf europäischen Festland. Dosenmusik hatte die Gelegenheit während ihres Tourstopps in Aschaffenburg mit Gitarrist Ravi Bhadriraju zu reden.

Dosenmusik: Ihr habt es geschafft in unglaublicher kurzer Zeit einen extremen Bekanntheitsgrad zu erreichen, aber wie hat mit JFAC eigentlich alles angefangen?
Ravi: Wir haben vor drei Jahren mit der Band angefangen, wir, dass sind in diesem Fall Jonny (Vocals) und ich. Wir haben dann irgendwann angefangen lokale Shows zu spielen, und dann, zack ist es einfach passiert.
Dosenmusik: Es ist also wirklich eher Zufall als das Resultat intensiver Promotion-Arbeit, das ihr so einen rasanten Aufstieg erlebt habt?
Ravi: Nein, es gab nie irgendeinen großen Plan, wir hatten wirklich einfach nur das Glück zur rechten Zeit am rechten Orten zu sein.
Dosenmusik: War es anfangs nicht schwierig die Leute zu erreichen? Ich würde euren Stil schon als recht eigenwillig und extrem bezeichnen...
Ravi: Ja, das stimmt wohl, aber es war trotzdem nicht so schwer, wir haben eben alle unsere Freunde aus der Schule mobilisiert, und darüber hinaus kannten wir auch noch viele Musiker aus anderen Bands, so dass wir recht schnell Fuß fassen konnten.
Dosenmusik: Arizona ist ja auch nicht unbedingt das Mekka der Metal Szene, mich überrascht das schon, das eine Band wir eure, ihre Wurzeln mitten in der Wüste hat...
Ravi: (lacht) ich weiß auch nicht, wie wir da überleben konnten... als wir angefangen haben, gab es dort quasi keine Deathmetal Szene, aber mittlerweile tut sich da einiges. Das ist gut für uns als Band, aber ich freue mich auch persönlich als Fan darüber.
Dosenmusik: Hier in Deutschland wird euer Stil von vielen als Deathcore bezeichnet. Kannst du dich in dieser Schublade wiederfinden?
Ravi: Nicht so richtig. Was unsere EP "Doom" betrifft würde ich dem wohl zustimmen, das ist wohl dass, was man als Deathcore bezeichnen kann. Auf unsere neue Platte trifft das aber überhaupt nicht mehr zu, da spielen wir einfach reinen Deathmetal, ganz straight und schnörkellos. Das war zumindest unsere Absicht, und ich hoffe auch dass unsere Fans das so einordnen werden. Ich habe diese Deathcore Genre sowieso nie so richtig nachvollziehen können, keine Ahnung was das wirklich genau sein soll und wo das herkam.
Dosenmusik: Was hast du denn für musikalische Einflüsse?
Ravi: Vor allem Nile, und ähnliches, also Deathmetal!
Dosenmusik: Und wie stehst du zu Harcore?
Ravi: Hm, also ich denke das ist eine gute Sache, aber mehr kann ich dir dazu eigentlich nicht sagen, denn das ist einfach nicht meine Szene...ich hab auch wirklich keine Ahnung, warum viele das nette Anhängsel “-core” im Zusammenhang mit uns verwenden! Das ist glaube ich so eine reine Labeling Sache gewesen, irgendwann hat uns irgendwer wohl mal so bezeichnet, und das ist dann wohl auch bei vielen so hängen geblieben, aber wir haben weder eine Ahnung wie die Bezeichnung zustande kam, noch hatten wir je die Absicht Deathcore zu spielen!
Dosenmusik: Lass uns doch über euer neues Album reden...
Ravi: Ja, also wie bereits erwähnt ist es eher eine Deathmetal Platte geworden. Die Gitarren sind aggressiver, genauso die Drums, und die Vocals sind total anders als auf “Doom”. Insgesamt ist es einfach aggressiver und roher als "Doom".
Dosenmusik: Habt ihr Angst gehabt die Erwartungen eurer Fans nicht gerecht zu werden? Ihr seit sowohl als Musiker als auch als Band noch sehr jung, ihr bringt jetzt euer erstes richtiges Album heraus, denkt man da nicht zehnmal über jeden einzelnen Ton nach, bevor man ihn aufnimmt?
Ravi: Ja, wir haben natürlich viel nachgedacht, aber ich bin mittlerweile einfach an einem Punkt angekommen, an dem es mir egal ist, wie gut meine Musik bei anderen ankommt. Ich möchte mich einfach nur darauf konzentrieren können, die Musik zu machen, die ich wirklich selbst machen möchte. Ich habe mir anfangs schon gedacht, dass viele mit der neuen Platte nicht so viel anfangen konnten, aber mittlerweile ist mir das relativ egal. Wenn es jemand gefällt, super, wenn nicht auch ok.
Dosenmusik: Was darf man sonst noch von "Genesis" erwarten?
Ravi: Wir haben unter anderem auch teilweise Keyboards eingesetzt, und es gibt an sich eine menge verrückter kleine Dinge auf der Platte. Das wahrscheinlich Unerwarteste ist, das wir einen Doommetal artigen Song darauf haben, etwas das wir bislang nicht gemacht haben. Ich sag jetzt einfach nur: slow and sludgy.
Dosenmusik: Du hattest ja angesprochen, dass die Vocals insgesamt anders sind. Auf dem neuen Song, den man vorab hören konnte trifft das ja auch zu. Warum der Wandel?
Ravi: Naja, wir wollten eine Deathmetal Platte machen, und deswegen hat sich Jonny auch dafür entscheiden richtige Deathmetal Vocals einzusingen. Es gibt also komplett keine Pig Squeals mehr, und das ist auch gut so, wie ich die gehasst habe...
Dosenmusik: Was?!
Ravi: Ja, ich habe das Zeug gehasst! Wir alle haben es nicht gemocht! Aber vor 3 Jahren wollte er das unbedingt machen, und wir haben uns dann damit abgefunden. Aber jetzt will er eben das machen, und das ist auch gut so.
Dosenmusik: Lustig, besonders wenn man bedenkt, dass gerade deswegen so viele Leute auf euch abgehen!
Ravi: Jaja, wenn ich auf Shows bin und dann Leute höre... (macht Pig Squeals nach)... oh, Mann...!
Dosenmusik: Lasst uns noch etwas über persönlicheres Reden. Du warst ja noch sehr jung, als ihr gesigned wurdet...
Ravi: Ja, ich war 18, ging noch zur Schule. Und zwei Monate vor meinem Abschluss kam dann das Angebot. Damit stand ich dann vor der Wahl: College oder die Band.
Dosenmusik: Wie haben deine Eltern damals reagiert?
Ravi: Nun, sie waren anfangs natürlich nicht gerade begeistert, aber sie haben mich trotzdem immer so gut wie möglich unterstützt. Sie konnten sich unter dem ganzen halt nichts vorstellen, sie wussten nicht genau was passieren würde. Ich weiß das ja eigentlich auch nicht, aber ich genieß den Augenblick und hoffe auf das Beste.
Dosenmusik: Hast du jetzt, da du deinen Traum lebst, manchmal Angst, den Blick für die Realität zu verlieren? Ich habe über euch schon öfters gelesen, dass ihr sehr arrogant seid, aber das hat sich zum Glück nicht bestätigt...
Ravi: Danke, wirklich, danke. Ich hab das auch schon mehrmals gehört, dass Leute meinen wir wären arrogante Arschlöcher, aber ich hab keine Ahnung, wo das wirklich herkommt. Gut dass das nicht alle so sehen. Wir haben uns durch den Erfolg bislang nicht verändert, und werden es auch nicht tun.
Dosenmusik: Welche Gitarristen haben dich inspiriert?
Ravi: Kirk Hammett! Also von ihm bin ich wirklich besessen gewesen, er war wirklich ein großer Teil meines Lebens und ich liebte alles war er spielte...
Dosenmusik: Der muss sich aber momentan auch mit manch harscher Kritik auseinandersetzen....
Ravi: (lacht) Oh, mann, St. Anger, da waren sie einfach nicht sie selbst... da gab es keine Solos... das war wirklich eine andere Band, ich hoffe ihr neues Album wird wieder mehr Old School.
Dosenmusik: Wie läuft die Tour für euch?
Ravi: Da es unsere erste Tour hier ist, würde ich sagen, dass es ganz gut läuft. Es ist nicht so einfach, wir haben hier schon noch Underground Status, und Unearth ziehen ein ganz anderes Publikum, aber es läuft gut, wir können die Leute für uns begeistern und auch dementsprechend Merch verkaufen.
Dosenmusik: Was ist euch live wichtiger: möglichst präzises und exaktes zu spielen, oder soviel Action wie möglich auf der Bühne bieten?
Ravi: Beides gleichermaßen denke ich. Es gibt Abende, da gehen wir tierisch ab, spielen aber auch entsprechend viel Müll...und es gibt Abende, da stehen wir nur rum...und spielen trotzdem Müll (lacht). Nun, wir probieren da eine gewisse Balance zu finden, und wie gut uns das gelingt, kann dann heute Abend jeder selbst beurteilen.


Brent Riggs - Bass
Jonny Davy - Vocals
Ravi Bhadriraju - Guitar
Bobby Stevens - Guitar
Jon "The Charn" Rice - Drums

www.jfacmetal.com

autor: Vorstadtkind | 29.05.2007
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