Interview mit Ill Nino
Interview mit Dave Chavarri am 30.01.2006 vor dem Konzert in Aschaffenburg inside ill nino!
Ill Nino drummer dave chavarri spricht mit dosenmusik.de exklusiv über seine rolle in der band, die produktion des aktuellen albums "one nation underground" und die aufnahmen zum 25 jährigen jubiläums album seines labels‚ roadrunner united - the all-star sessions!

dosenmusik: dave, lass uns mit einer allgemeinen frage zu dem neuen album "one nation underground" deiner band beginnen. vergleiche mal das neue album mit den beiden davor... wo siehst du unterschiede, was ist diesmal neu?
dave: zuerst einmal würde ich sagen es charakterisiert die band noch besser als die beiden alben davor. es steckt noch mehr latin & tribal percussion in den songs als zuvor, was sehr markant für ill nino ist. ‚one nation underground' ist in meinen augen um einiges verständlicher und abstrakter, die storyline des albums ist sowohl textlich als auch musikalisch einfach klarer, vielleicht ist das auch das falsche wort...mir gefällt vieles einfach besser. in den letzten beiden alben hat cristian (sänger anm.d.verf.) viele seiner vergangenen erfahrungen verarbeitet, diesmal scheint es eher so, als würde eine dritte person die geschichte erzählen. inhaltlich werden viele verschiedene bereiche angesprochen und cristian geht textlich mehr auf andere themen ein, über die er nachgedacht hat oder die ihn beschäftigt haben, weniger persönliches und privates. auch der rest der band hat diesmal wesentlich mehr zu texten beigetragen und zu allem was wir mit dem album ausdrücken wollen, und damit meine ich alle mitglieder dieser band. ich bin überzeugt davon, dieses album hat einfach eier, weil es aus dem bauch heraus kommt und zusätzlich alle elemente in sich birgt, die ill nino ausmachen: akkustische gitarren, tribal drums und latin percussion.
dosenmusik: seid ihr diesmal auch anders herangetreten, die songs zu entwickeln? dieser "latin vibe" von dem du sprichst scheint mir nämlich noch um einiges stärker zu sein als zuvor!
dave: er ist viel präsenter als in der vergangenheit. so würde ich es umschreiben. was da rüberkommt, nähert sich mehr als je zuvor dem an was die band von anfang an sein wollte. wenn du als band wächst, bekommst du mit der zeit immer mehr kontrolle über deine musik, das hat sicher stark dazu beigetragen.
dosenmusik: sprechen wir in dem zusammenhang über dich und dein instrument. du spielst schlagzeug, hast du bewusst versucht etwas zu verändern? wie bist du es angegangen?
dave: ich versuche so natürlich wie möglich zu sein, wir jammen sehr viel, da funktioniert das gut. speziell auf dem neuen album finde ich mein schlagzeugspiel sehr belebt und energiegeladen. es gefällt mir viel besser als sonst, was mitunter sicher daran lag das ich entspannter war als zuvor. ich meine, ich habe dieses album mitproduziert, da hat man auch schnell mal anderes im kopf, aber sowohl die band und insbesondere unser co-produzent haben mir folgendes gesagt und er hatte verdammt recht, er sagte: "weist du was dave, spiel einfach schlagzeug und hab' spaß dabei, mann. versuch nicht irgendwas auf den song zuzuschneiden und hör' auf wie ein produzent zu denken. denk' wie ein schlagzeuger und lass' mich wie einen produzenten denken und zwar während ich deine drumspuren produziere. setzt' dich dahin und spiel einfach!" er hatte recht. früher als es noch keine band und kein studio gab, habe ich mich hingesetzt und gespielt weil es spaß gemacht hat und nicht weil ich irgendwas rüberbringen wollte oder versucht habe einen song zu schreiben, den track so hinzubiegen, das er toll ankommt, zur hit-single wird oder sonstwas.
daraufhin habe ich angefangen, einfach aus spaß zu spielen, für mich. ich habe viele fills eingebaut und die double-bass auch nicht zu kurz kommen lassen. das ergebnis kannst du dir auf der platte anhören. (grinst)
dosenmusik: wo hat das alles stattgefunden?
dave: in unserem eigenen studio in new jersey. da haben wir die platte aufgenommen. das gehört eigentlich laz, unserem bassisten. na ja, mitlerweile gehört es laz und uns allen (grinst). gemixt wurde es allerdings direkt in new york city.
dosenmusik: ich habe mich vor einiger zeit mit jemandem unterhalten, der mir sagte, das du derjenige bist, der in der in ill nino die fäden zieht und über allem wacht. ist das so richtig?
dave: ja das kann man schon so formulieren. ich habe die band gegründet vor ungefähr 5 ½ jahren. ich habe cristian in unserer szene getroffen, in einem rock club. wir haben dann viel miteinander abgehangen und uns über irgendeinen blödsinn unterhalten, wir haben uns gut verstanden und er wurde mein bassist. er war damals noch nicht der sänger der band. kurz darauf haben wir angefangen songs zusammen zu schreiben, musik die uns gefällt und dabei fiel mir auf, das er eine richtig gute stimme hat. also wir haben uns darüber unterhalten. ich war der meinung, das es einfacher ist einen bassisten zu finden, als einen guten sänger. und er hat es wirklich drauf. seitdem singt er. (grinst) danach stießen nach und nach die anderen zur band.
dosenmusik: wie kam es dazu, das die band so populär und bekannt wurde und schließlich zu ihrer ersten tour aufbrach?
dave: wie du vielleicht weißt, war ich vor dieser zeit mal der drummer von soulfly. als das thema durch war, habe ich ill nino gegründet. zuerst waren cristian und ich da. und dann haben wir musiker gesucht und gefunden zur not auch aus anderen bands geklaut. (grinst) ich habe mich in der lokalen szene umgeschaut und nach talentierten leuten gesucht und sie auch gefunden. es war irgendwie schon fast zu einfach, wenn ich heute darüber nachdenke. wir haben zuerst gedacht das es nicht leicht sein wird, weil es meistens schwierig ist leute zu finden die ihr instrument beherrschen und auch noch zu einem passen. aber aus irgendeinem grund hatten wir wohl ein gutes blatt auf der hand und es sollte so sein. drei monate später hatten wir einen plattenvertrag.
dosenmusik: hast du damit gerechnet so früh einen zu bekommen? das ist unglaublich schnell!
dave: ich hätte vielleicht ein jahr später mit einem plattenvertrag gerrechnet. aber es kam anders. eigentlich war es nur ein schnelles demo das wir aufgenommen haben. quick n' dirty. ich habe das an insgesamt vier plattenlabels geschickt, leute die dort im a&r bereich sitzen und mit denen ich befreundet war.
dosenmusik: wirklich? das klassische plattenlabelmärchen mit happy end hat stattgefunden? aufnahme hinschicken und plattenvertrag kassieren?
dave: ich habe die aufnahme damals wirklich an nur vier labels geschickt. roadrunner, century media...(überlegt)... es war eine unglaubliche situation. zwei wochen später hat mike von roadrunner angerufen und sagte: "wir lieben diese band und wollen euch live sehn!" es gab nur ein problem: wir hatten noch keine band. wir waren zu dem zeitpunkt nämlich erst zu dritt. also haben wir uns anschließend erst einmal noch drei musiker organisiert. wir haben die drei leute gefunden, haben diese show gespielt und wurden gesignt. das war exakt drei monate später.
dosenmusik: (lacht) ihr seit schon richtig krass wisst ihr das? tausende bands schicken jeden tag ihr demo an ein label und.... ich meine die meisten davon sind nicht einmal ansatzweise so gut wie ihr aber...
Ill Nino - Dave Chavarri dave: um das ganze ein wenig zu entschärfen muss ich dazu sagen, dass ich viele der leute bei den labels durch die bands kannte, in denen ich früher gespielt habe, wie pro pain, soulfly, m.o.d. . ich kannte einfach viele leute aus der szene und bin mit vielen leuten aus der szene aufgewachsen. und einige von meinen freunden aus der zeit sind jetzt im a&r bei major labels.
dosenmusik: also war das ganze etwas einfacher?
dave: natürlich. ich meine ich rufe jemanden an und meine so was wie: "lass uns mal zusammen essen gehen" weil er ein freund ist, und im zweiten satz " und übrigens ich habe da eine neue band, die solltest du dir mal reinziehen". das ist auch der grund, warum ich kontakte im buisiness sehr pflege. ich manage die band auch. seit ungefähr zwei jahren jetzt. nur so haben wir die möglichkeit glücklich zu sein und die kontrolle über die situation zu halten. wenn die band etwas unbedingt will, müssen wir nich erst unseren manager fragen, denn der bin ich. (lacht)
dosenmusik: also gibt es kein management im klassischen sinn?
dave: doch schon. ich habe eine management company. und manage auch noch andere bands. das wären ich und mein partner benji gold.
dosenmusik: benji ist auch der tourmanager richtig?
dave: ja genau. uns beiden gehört die firma. und wir kämpfen für die band. jeden tag. und das ermöglicht uns die vielen dinge zu tun, die wir mit der band bis heute erreicht und durchgezogen haben. wir sind eine familie. und alle gehören dazu und jeder wird so behandelt wie in einer familie. es geht darum die bedürfnisse der anderen zu verstehen, weist du...jeder hat bestimmte bedürfnisse in verschiedenen phasen. an erster stelle steht die freundschaft, sonst würde die band nicht funktionieren.
dosenmusik: das ist ein sehr wichtiger punkt. wenn dieser zusammenhalt den du gerade beschreibst nicht besteht, scheitert eine band früher oder später oder bricht wegen nichtigkeiten auseinander. so denke ich darüber.
dave: weist du die situation mit der band ist ist die folgende... (überlegt)... da ist das business, das geschäft was die band angeht, darum muss man sich unbedingt und zielstrebig kümmern. kein zweifel daran. ich bin sehr penibel was geschäftliches in bezug auf die band angeht. das ist superwichtig. das wichtigste auf der ganzen welt. ohne geschäftliches und harte genaue arbeit, gibt es keine musik und ohne musik erst gar kein geschäft. denk mal über folgendes nach: wenn du den ganzen tag nur in deinem keller hockst und nichts tust außer gitarre zu spielen oder schlagzeug verläuft sich das ganze irgendwann wieder im sand. geschäft und musik füttern sich also gegenseitig. aber man muss sehr vorsichtig sein, wenn es darum geht die beiden zu trennen. when it's business time, it's business time und das sollte dann auch jeder in der band wissen, dass es jetzt an die arbeit geht. but when it's family time, hat geschäftliches darin nichts verloren. das hängt alles sehr eng zusammen, aber du musst sehr vorsichtig sein, und wissen wann und wo du eine trennungslinie ziehen musst.
dosenmusik: und funktioniert das gut bei euch? business und privates zu trennen?
dave: ja. ich meine du musst es trennen. ahrue (gitarrist anm. d. verf.) wird zum beispiel bald vater. seine frau erwartet ein kind. in ca. fünf monaten. und bis dahin müssen wir mit dem touren zum neuen album fertig sein. ich meine das ist z.b. ein grund warum wir uns so den arsch aufreißen momentan. ich meine wir reißen jetzt wieder sechs wochen auf tour am stück runter...13 länder in 42 tagen! danach fliegen wir noch rüber in die türkei um ein paar shows zu spielen und anschließend nach australien um dort noch einige shows mit static-x zu spielen als co-headliner. danach fliegen wir nach japan und spielen dort in tokio und osaka und von dort aus fliegen wir nach hawaii. dann haben wir mal kurz pause. wir fliegen für 3 wochen heim, kümmern uns nebenbei noch um die planungen der us. tour, die geht vom 5. april bis zum 10. mai und dann 3 off-days und im anschluß starten wir unsere tour durch südamerika. südamerika und mexico. wieder mit static-x als support. und danach kommen wir zurück nach deutschland und europa. ende mai anfang juni. für die festivals hier. wir sind dann nochmal hier für zwei 2 wochen und sind dannam 15. juni durch mit den shows.
dosenmusik: ihr spielt im sommer wieder hier? auf welchen festivals?
dave: rock am ring und rock im park. das download festival zum beispiel. aber wir sind am 15. juni dann fertig mit der tour und dass passt wunderbar. wegen der sache mit ahrue.
und so passen wir in der band aufeinander auf. hier kannst du gut erkennen wie sich geschäft und die familie trennen: du musst einfach schauen und sagen: "hey, wir müssen unser neues album promoten und geld verdienen, aber auf der anderen seite auch das geschäft an die familie, die freunde und das private anpassen.
dosenmusik: sehr wichtige sache. so wird für den außenstehenden auch einiges transparenter. ein fan sieht in der regel meistens nur die band und die musik und versteht nicht warum die band z.B. zu einem bestimmten zeitpunkt nicht an einem bestimmten ort spielen kann. ich meine was würdest du jemandem sagen der denkt das ill nino nichts anderes machen als auf der bühne zu stehen und musik zu machen?
dave: das es stimmt. (lacht)... nein, ich meine zum album "revolucion" waren wir 23 monate auf tour, mit nur 75 off-days. ich war nur 75 tage wirklich zuhause in 23 monaten! dann haben wir zu ‚confessions' eine 16 monatige tour gefahren mit 90 off days. keiner von uns hat seine freunde gesehen, keiner seine familie oder die freundin. nicht einmal deine haustiere, du siehst einfach ewig lange nichts davon. aber wir widmen uns eben voll und ganz unserer leidenschaft, der musik. und bei diesem album ist es wieder genauso: wir hatten ‚one nation underground' im juli 2005 fertiggestellt, waren einen monat zuhause, dann 6 wochen mit disturbed auf tour, bis ende august. fuhren nach hause, für zwei wochen und haben nochmal 6 wochen mit static-x drangehängt. irgendwann um weihnachten rum waren wir dann für 10 tage zuhause und jetzt sind wir schon wieder hier in europa. dann geht's weiter bis nach hawaii. das hatten wir vorhin schon. und das ist eine lange zeit und währendessen musst du rücksicht aufeinander nehmen und wenn von einem bandmitglied die frau auf tour zu besuch kommt, dann macht er halt 4 tage lang keinen soundcheck damit er mehr zeit mit ihr verbringen kann. solche sachen eben sind es die neben dem geschäftlichen superwichtig sind. den wenn das uhrwerk der maschine nicht mehr läuft, bleibt alles irgendwann stecken.
dosenmusik: an euren freien tagen, gibt es da überhaupt noch die band. ich meine gibt es einen ill nino proberaum oder verabschiedet ihr euch alle direkt in den urlaub?
dave: einen ill nino proberaum gibt es nicht, nein. wir wären ja verrückt wenn wir uns auch noch zum proben treffen nach unendlich vielen monaten auf tour (lacht) wir mieten uns immer in dem ort, in dem die tour anfängt einen raum und spielen uns dann dort ein. dann beginnt die tour. wir sind immer 2 tage vorher in der stadt mit dem tourstart um uns dort einzuspielen. wir machen das immer so. beginnt die tour in texas proben wir 2 tage in texas, beginnt sie in deutschland proben wir zwei tage davor in deutschland. das reicht uns völlig. (zeigt rüber auf aruhe luster der gerade im internet surft) wir spielen 24/7 zusammen, ich kann dir sofort sagen was er als nächstes spielt und er weis auch was ich als nächstes spiele!
wir müssen uns dabei nicht mal mehr anschauen! wir kennen uns einfach in und auswendig. das ist wie eine hochzeit auf der bühne. das ist wie wenn du genau weißt, worüber sich deine frau als nächstes beschweren wird (lacht).
Roadrunner United dosenmusik: du weißt was als nächstes kommt (lacht) sehr cool. ich möchte an dieser stelle mal zum zweiten teil des interviews überleiten und zwar möchte ich dir noch einige fragen stellen zu deiner mitarbeit an der neuen roadrunner united 25 anniversary platte.
wie kammst du ins spiel, als es darum ging etwas für diese große platte einzuspielen (es handelt sich um track 4 der platte, "in the fire" anm. d. verf.)?
dave: ich bin ein riesengroßer king diamond fan. so haben sie mich überzeugt (lacht). ich meine, ich hatte gerade erst aufnahmen zu unsere neuen platte fertiggestellt. als musiker und gleichzeitig als produzent. heißt, ich war scheißmüde von den 16-stunden tagen, die wir runtergerissen hatten. ich bin um 12:00 ins studio gefallen und morgens um 04:00 wieder rausgestürzt. 6 stunden schlafen und das ganze von vorne. das ganze ging da gerade 23 tage am stück und wenn du in die runde schaust, hast du nur noch müde augen gesehen, die im studio fast durchgearbeitet haben. an diesem 24. tag der ein off day war sahen wir alle echt scheiße aus und fühlten uns auch ziemlich durch den wolf gedreht. alle mitglieder von ill nino inkl. andy, meinem tontechniker und mir selbst. ich habe dann gesagt: " lasst uns einfach nach hause gehen. und zwar nicht nur heute, morgen nehmen wir uns noch einen freien tag, wir sind alle völlig am ende und müssen unsere batterien wieder aufladen." das ist für aufnahmen sehr wichtig. sonst kann es passieren, das sich das negativ auf das album auswirkt weil jemand vielleicht nicht den musikalischen input geben kann, den er könnte. gesagt getan, wir sind nach hause gegangen. am "tag danach" schlurften alle ins studio mit einem fetten grinsen auf dem gesicht, die augen wieder komplett geöffnet. (lacht) und dann bekam ich irgendwann einen anruf von monte conner.
dosenmusik: der vice president of a&r von roadrunner aus new york?
dave: genau der. und wir begannen zu reden und er begann etwas von der neuen rr allstars platte zu berichten die sie gerade produzieren. und ich sagte sowas wie "oh schön, wird bestimmt eine coole sache. viel glück dabei!" und er sagte darauf " ja, da werden verschiedene songs zusammengestellt. einen schreibt z.b. matt heafy von trivium zusammen mit king diamond!" ich sagte: "king diamond singt auf diesem track? und monte "ja.". daraufhin erzählte ich ihm, dass ich jeden king diamond oder mercyful fate song spielen kann. ich muss dazusagen, dass ich einer der größten king diamond & mercyful fate fans bin. die sind ganz groß. und accept natürlich.
dosenmusik: accept? die accept aus deutschland?
dave: ja genau. amazing. deren drummer, war für mich ganz großes kino. es gab für mich früher zwei bands die ich zu den ganz großen für mich zähle: meryful fate & king diamond und accept. wegen denen habe ich angefangen schlagzeug zu spielen. die sind großartig.
dosenmusik: (zurück zum telefonat mit monte conner anm. d. verf.)
dave: also sagte ich zu monty: "wenn ich auf diesem track mit king diamond spiele, wird er genau so klingen. wie king diamond & mercyful fate. kein bißchen nach ill nino." und er sagte "alright" wir einigten uns so "let's do it". er erwähnte noch das der flug bereits in der nächsten woche gehen würde. also wurde ein flug gebucht und ich saß in einem flugzeug nach florida. als ich ankam war die überraschung groß. ich mußte statt einem angekündigten song sogar zwei einspielen. ich hatte keinen der beide je zuvor gehört. also setzte ich mich hin, hörte mir beide eine halbe stunde lang an. dann ging ich rein in die aufnahmekabine und es ging los. es waren ein oder zwei takes pro song. ich war nach 25 minuten fertig.
dosenmusik: das heißt also das alles was man von deinen aufnahmen auf der rr allstars dvd zu sehen bekommt, auch genau das ist, was auf der cd zu hören ist?
dave: ja genau. ich meine, es hat großen spaß gemacht daran mitzuwirken. mit matt (von trivium anm. d. verf.) zusammenzuarbeiten war eine tolle sache. er ist sehr talentiert. ein verdammt guter gitarrist.
dosenmusik: ein wahres wort. mit corey (2.gitarre, trivium anm. d. verf.) zusammen wohl zwei der besten neuen gitarristen im metal buisiness.
dave: ja es hat großen spaß gemacht mit ihm zusammenzuarbeiten. du hast die dvd ja auch gesehen. erinnerst du dich noch an die stelle, an der ich mich mit matt über den unterschied zwischen den drumbeats von mercyful fate und king diamond unterhalte?
dosenmusik: (nicken) yeah.
dave: irgendwie lustig wenn ich darüber nachdenke, weil ich beide bands so gut kenne. und micky d war einer meiner lieblingsschlagzeuger als er bei king diamond gespielt hat. er ist jetzt bei mötorhead. ich meine das diese ganzen aufnahmen zur rr allstars waren eine völlig neue erfahrung. der sound ist völlig eigen. es klingt als würde sich der drummer von ill nino zu king diamond stoßen und mit ihnen einen song spielen. das gefällt mir am drumming sehr gut auf diesem track. auf der einen seite klingt der sound genau nach diesem einfluß meiner lieblingsbands und auf der anderen habe ich dem song mit sicherheit unterbewußt auch etwas neues eingehaucht. nenne es new school drumming wenn du willst, diese verbindung eben zwischen beiden, mit meiner eigenen note.
dosenmusik: dann gebe ich dem interview jetzt auch noch meine eigene note und bin mal ehrlich: "in the fire" ist mein lieblingssong auf der platte!
dave: oh danke. findest du auch das er auf dem track besser gesungen hat als auf den zwei letzten king diamond alben? (lacht)
dosenmusik: ja. (lacht) der song ist einfach eine runde sache! mit einer der gründe warum wir hier heute zusammen sitzen!
dave: danke. es ging hier einfach darum spontan zu sein. ich habe da nicht groß drüber nachgedacht. ich kannte die songs nicht, habe sie mir dann ein paar mal im hotelzimmer angehört, bin da reingegangen und hab es rausgelassen ohne so zu spielen wie in ill nino. und es ist ein richtig guter song dabei rausgekommen von dem ich begeistert bin.
dosenmusik: die art wie du an die dinge rangehst schlagen sich auch sehr auf dem neuen ill nino album wieder...
dave: ich denke das sollte jeder beurteilen, der sich das album anhört. ich habe wie schon gesagt einfach versucht mich beim spielen frei zu entfalten, weg davon vielleicht eine gut produzierte hit-single zu schreiben. einfach viele songs einspielen aus dem herzen heraus.
ein paar fliegen dann auch wieder raus weil nicht alle auf die platte können. es kann auch vorkommen, dass dein label bestimmte songs beser findet und umgekehrt und man sich da dann einigt. aber das ist ein anderes thema. das breiten wir an dieser stelle nicht weiter aus. (lacht). aber was die songs im allgemeinen angeht bekommen wir jeden abend ein tolles gefühl vermittelt. wenn du wieder mit der band in irgendeinem kleinen club mitten in europa aufschlägst und alle abgehen, jeder deine texte kennt und der musik respekt zollt. besonders hier in europa, hier sind die fans sehr loyal. vielen dank dafür.
dosenmusik: vielen dank für das ausführliche gespräch dave. ich wünsche dir und der band alles gute und weiterhin viel erfolg.
dave: thank you, buddy.

eine freundliche verabschiedung später darf ich dem meister der latin-tribal-metal drums noch bei seiner einmaligen performance mit seiner genialen band ill nino beiwohnen. gehirnblast. dieser band hört man jeden ton erfahrung am instrumet an und bekommt zudem eine amtliche, perfekt eingespielte bühnenroutine vorgesetzt. wer sich selbst davon überzeugen möchte, sollte sich schnellstmöglich in den nächsten plattenladen bewegen und zu ‚one nation underground' greifen und dazu gleich noch die rr united einpacken um sich dave bei knallhartem metalgeblaste reinzupfeifen. dvd mit ausschnitten aus den studioaufnahmen zu letzterem werk inklusive.


jardel paisante - guitar
danny couto - percussion
laz pina - bass
cristian machado - vocals
dave chavarri - drums
ahrue luster - guitar

www.illnino.com

autor: shavo | 30.02.2006
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