Interview mit Hawthorne Heights
E-Mail Interview mit Gitarrist Micah Carli im September 2008 Zum ersten Mal seit langem habe ich das Gefühl, als hätten wir eine Zukunft.
HawthorneHeights Hawthorne Heights hatten es im letzten Jahr wirklich nicht leicht. Der Tod von Gitarrist und Shouter Casey, der sich ewig hinziehende Rechtsstreit mit Victory... Dennoch schaffte es die Band, sich trotz alledem nicht unterkriegen zu lassen und meldete sich mit einem neuen Album und Auftritten bei der Projekt Revolution Tour zurück. Bevor sie nun auf ihre eigene Tour durch die Vereinigten Staaten gehen fand Gitarrist Micah die Zeit, ein paar unserer Fragen zu beantworten.

Dosenmusik: Ihr kommt gerade von der Project Revolution Tour mit Linkin Park, wie war dieses Erlebnis für euch?
Micah: Die Tour war fantastisch. Die Shows waren toll und alles ist glatt gelaufen. Es war außerdem die perfekte Tour um uns zu helfen, die Veröffentlichung des neuen Albums vorzubereiten.
Dosenmusik: Würdest du sagen es ist mehr oder weniger Stress als bei euren eigenen Shows?
Micah: Ich würde sagen, dass es weniger stressig ist, da wir uns auf diese Weise nicht um die kleineren Dinge, die bei einer Tour anfallen kümmern müssen, wie zum Beispiel die Clubs buchen, eine Crew anheuern, sicherstellen das man eine Brandschutzgenehmigung für die Kulisse hat und noch tausend Dinge mehr. Wir mussten nur pünktlich da sein und auftreten. Weniger stressig kann es gar nicht werden.
Dosenmusik: Spielt ihr lieber vor Publikum, das euch schon kennt oder vor Publikum das ihr erst noch von euch überzeugen müsst?
Micah: Beide Szenarios sind aus verschiedenen Gründen gut. Vor einem bekannten Publikum, das unsere Musik mag, zu spielen ist natürlich ein bisschen sicherer. Man weiß, was einen erwartet und das beruhigt einen, aber ähnlich wie bei einer predigenden Religion ist es immer wichtig, neue Anhänger zu finden. Manchmal geht das natürlich auch nach hinten los und deine Gegenwart ist nicht erwünscht, aber andere Male baut man eine neue Verbindung zu Leuten auf und das ist ein aufregendes Gefühl.
Dosenmusik: Was hat euch besser gefallen, Projekt Revolution oder die Warped Tour?
Micah: Ich fühle mich auf der Warped Tour wohler, weil es eher unsere Szene ist, es macht einfach Sinn für mich... Aber wenn es um die Tour an sich geht muss ich wohl doch Project Revolution sagen. Linkin Park und alle anderen, die für die Planung der Tour zuständig sind, haben wahnsinnig gute Arbeit geleistet eine so glatt laufende, Künstler freundliche Sommer Tour zu erschaffen. Warped Tour ist toll, aber sie hat ein sehr chaotisches Vibe, was einen meiner Meinung nach ein bisschen unruhig macht. Es hat aber eigentlich nur mit der Größe zu tun. Auf Warped gibt es glaube ich um die 50 Bands die auf etwa 15 Bühnen gleichzeitig von 10:30 morgens bis 10:30 abends spielen. Das ist ziemlich viel was man da aufnehmen muss. Project Revolution besteht aus neun Bands, die nacheinander auftreten. Mit dieser Art von Biest kann man einfach wesentlich besser arbeiten.
Dosenmusik: Wie sehr treffen euch negative Kritiken, vor allem bei dem neuen Album?
Micah: Die Reviews der Kritiker haben bei mir nie einen sonderlich großen Stellenwert gehabt, aber besonders nach all dem Schmerz und all dem Leid das wir in letzter Zeit durchmachen mussten und dann in unser Album gelegt haben, ist es mir jetzt völlig egal wenn die Leute meinen, an jedem Detail rummeckern zu müssen.
Dosenmusik: Wie würdest du Fragile Future mit eigenen Worten beschreiben?
Micah: Fragile Future ist eine umfangreiche Reihe an Songs die wundervoll beschreiben was wir, Hawthorne Heights, bis jetzt durchgemacht haben. Vom musikalischen her würde ich sagen, dass es immer noch Elemente von dem beinhaltet, was wir bisher gemacht haben. Aber wir haben auf diesen Ideen aufgebaut und sie erweitert, mit anderer Instrumentierung und komplexeren Ideen bei der Strukturierung und den Melodien als wir sie jemals hatten. Textlich gesehen hat JT großartige Arbeit geleistet, in dem er sowohl unseren Wachstum beschreibt als auch einfach das zu erzählen, was wir alle fühlen. Wir sind alle unglaublich stolz auf dieses Album.
Dosenmusik: Hast du ein Lieblingslied vom neuen Album?
Micah : Wenn ich eins aussuchen müsste, glaube ich das mein Liebling "Sugar In The Engine" wäre. Ich liebe die Art wie dieses Lied entstanden ist. Der Song ist offensichtlich ein Aufbruch für Hawthorne Heights, mit seinem langsameren Tempo und dem allgemein etwas dunkleren Vibe, aber ich finde das es passt und dem Album sehr viel gibt. Ich liebe die Musik genauso wie die Aufnahmen, die Drums sind bei diesem Lied einfach der Hammer meiner Meinung nach. Die Jungs haben mich bei diesem Lied losgelassen und ich habe ein bisschen mit einer Orgel und Teilen eines Chors für den Refrain experimentiert, was beides unglaublich gut funktioniert hat.
Dosenmusik: Welches Lied war für euch das schwierigste zu schreiben?
Micah : Das Lied "Four Becomes One" war für uns alle am schwierigsten. JT hat wirklich gute Lyrics geschrieben und es ist jedes mal brutal das Lied live zu spielen. Ich liebe die Art wie es geworden ist, aber es ist schwierig diese Emotionen des Verlusts, die wir alle in uns tragen, jedes Mal wieder zu durchleben.
Dosenmusik: Ihr schreibt die Songs ja alle zusammen, gibt es da jemals Diskussionen was besser für ein Lied wäre?
Micah: Du hast recht, wir machen das alles zusammen da wir denken, dass es sehr wichtig ist, einen demokratischen Stil zu haben damit alle mit dem Endprodukt zufrieden sind. Da das gesagt ist ergibt es sich das wir uns auch alle sehr schnell einigen, aber es gibt auch zwischendurch Meinungsverschiedenheiten im Bezug darauf, was jetzt das beste für ein Lied ist. Wenn so etwas passiert spielen wir so lange weiter rum, bis alle zufrieden sind. Da muss man manchmal Kompromisse eingehen, aber es funktioniert für uns.
Dosenmusik: Wie siehst du die Zukunft der Band jetzt, nachdem ihr das Album veröffentlicht habt und wieder auf Tour seid?
Micah: Zum ersten Mal seit langem habe ich das Gefühl, als hätten wir eine Zukunft. Es hat sich ehrlich gesagt in den letzten Jahren öfter so angefühlt, als ob es vorbei sei. Jetzt, mit einem neuen Album draußen so das wir wieder touren können bin ich wirklich enthusiastisch im Bezug auf diese Dinge. Das hört sich jetzt vielleicht abgedroschen an, aber dadurch, dass wir eine Reihe von grausamen Dingen überstanden haben, habe ich das Gefühl das wir alles schaffen können.
Dosenmusik: Wie habt ihr es bei all den Tiefschlägen geschafft, immer weiter zu machen?
Micah: Ich wusste einfach das es irgendwie klappen würde. Irgendwann gibt es einen Punkt, ab dem es nicht schlimmer werden kann. I denke wir hatten unseren Teil vom Pech und noch ein bisschen mehr...und ich wusste das es, wenn wir einfach noch ein bisschen durchhalten, wieder besser wird. Ich glaube wirklich, dass genau darin das Geheimnis von jeder herausragenden Tat ist, das man einfach nicht aufgibt wenn es so einfach wäre, alles hinzuschmeißen.
Dosenmusik: Ihr habt von Victory zu Warner und jetzt wieder zu Victory gewechselt- wie kam es dazu und wie geht es euch jetzt wo ihr wieder bei Victory seid?
Micah: Eigentlich waren wir nie bei Warner. Da hast du wahrscheinlich etwas falsches gelesen. Wir haben Victory verklagt und haben uns zweieinhalb Jahre im Rechtsstreit mit ihnen befunden. In dieser Zeit haben uns andere Labels dann vertreten, aber wegen der ungeklärten Rechtslage konnten wir bei niemand anderem einen Vertrag unterzeichnen. Kurz nach Caseys Tod haben wir dann versucht eine Einigung mit Victory zu erreichen und noch ein Album bei ihnen zu veröffentlichen. Fragile Future ist also unser letztes Album bei Victory. Um zu der Arbeit mit Victory zu kommen: Es läuft gut. Wie gesagt, nach der Sache mit Casey hat sich unser Verständnis von dem, worauf es wirklich ankommt, geändert und wir waren in der Lage unsere Differenzen zu beseitigen.
Dosenmusik: Euer Stil hat sich von "If only you were lonely" zu "Fragile Future" sehr verändert- ist diese Veränderung nur vorübergehend oder werdet ihr in diesem Stil weitermachen?
Micah: Ich kann nicht sicher vorhersagen wohin wir uns in der Zukunft musikalisch bewegen, aber ich nehme an das wir weiterhin als Musiker und Menschen wachsen werden, und das die Musik beeinflusst, die wir schreiben. Ich sehe es gar nicht so, das wir unseren Stil verändern, sondern viel mehr das wir neue Dinge in unseren Stil einbauen.
Dosenmusik: Welches Lied repräsentiert die Band deiner Meinung nach am besten?
Micah: Ich habe einen Moment lang über diese Frage nachgedacht und das ist überraschenderweise komplexer, als ich dachte. Ich glaube nicht, dass ein Lied uns als Band wirklich definiert. Jedes Lied definiert einen Teil von uns, aber es gibt kein Lied, das alles über uns beinhaltet. Ich denke das Album als ganzes ist die beste Definition von uns. Vielleicht ist das nicht die Antwort, die du dir erhofft hast, aber es ist die beste die ich habe.
Dosenmusik: Was steht für euch als nächstes an?
Micah: Wir haben gerade ein bisschen frei um uns für die große Herbst Tour, die wir von Oktober bis Dezember machen werden, vorzubereiten. Wir machen eine US-Headlining Tour mit Emery Color Fred, Tickle Me Pink and The Mile After. Außerdem ist es gerade im Gespräch zu versuchen Anfang nächsten Jahres wieder nach Europa zu kommen, vielleicht im Februar oder im März.

JT Woodruff- Guitar, Vocals
Eron Bucciarelli- Drums
Micah Carli- Guitar
Matt Ridenour- Bass

www.hawthorneheights.com

Autor: Jerseydevil | 15.09.2008
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