Interview mit The Fall Of Troy
Interview mit Thomas Erak und Andrew Forsman vor dem Konzert im o25 in Frankfurt am 05.10.2007 Zwischen Genie und Wahnsinn, Spaß und Ernst, Freude und Depression, Routine und Chaos
Foto von Helmi Als wir am o25 ankamen, herrschte dicke Luft. Thomas und Tim hatten sich gerade beim Soundcheck miteinander gefetzt und gingen sich aus dem Weg. Probleme mit dem "dummen Soundtypen" taten ihr übriges. An ein Interview war zunächst nicht zu denken. Thomas verschwand eine Weile, um sich zu frisch zu machen und Tim blieb bis kurz vor dem Auftritt komplett verschollen. Nachdem wir uns mit der Tourmanagerin und Merchverantwortlichen von der Supportband Daughters etwas die Zeit vertrieben hatten, tauchte Andrew plötzlich auf, gut gelaunt und redselig, so dass wir anfingen, uns mit ihm zu unterhalten. Natürlich interessierte uns der akute Stress, den er aber als Normalität abtat.

Andrew: So ist das eben, wenn man auf Tour ist. Man fährt in einem kleinen Van durch die halbe Welt, lebt aus dem Koffer, muss sich mit irgendwelchen Dingen rumschlagen, die eigentlich unnötig sind und dann krachts auch mal kurz. Ehrlich gesagt ist so ein Streit bei uns normal. Keine große Sache. Die kriegen sich auch schnell wieder ein.
Simon: Aber im Zusammenhang mit The Fall of Troy wird auch immer wieder von internen Schwierigkeiten berichtet.
Andrew: Und wir haben aus der Vergangenheit gelernt: Wir brauchen Pausen! Die nehmen wir uns jetzt regelmäßig - nach dieser Tour, vor der nächsten Tour mit Coheed and Cambria, auch danach wieder, vor den nächsten Studioaufnahmen – einfach mal raus aus diesem Chaos oder dieser Routine und abschalten, durchatmen und dann weitermachen.
Joe: Die Tourmanagerin von Daughters hat uns eben erzählt, was gestern bei euch so los war...
Andrew: (lacht) Das ging etwas zu weit. Am Abend davor hatten wir im Magnet in Berlin Karaoke mitgemacht - und ohne Alkohol geht das natürlich nicht - und gestern dann in München haben wir genau da weitergemacht und wohl ein bißchen zu viel getrunken. Das ist wohl auch ein Grund, warum die Gemüter so gepannt sind. Ich brauch vor der Show heute noch Whiskey.

...sagte er und ging auf die Suche nach einer Whiskeyflasche. Endlich kam Thomas vorbei, den wir sofort einhakten und mit nach draußen nahmen, bevor er wieder abhauen konnte. Wir setzten uns nach draußen in den Biergarten, da die Vorband drin gerade ihren Soundcheck machte. Auch Andrew gesellte sich noch zu uns und das Interview konnte endlich beginnen.

Thomas: Hast du mal eine Zigarette, Andrew?
Andrew: Na, sicher!
Simon: Genieß deine Zigarette. Heute Abend darf hier drin nicht mehr geraucht werden.
Thomas und Andrew: Ernsthaft?
Simon: Ein neues Gesetz gegen Rauchen in der Öffentlichkeit.
Thomas: Zuerst die Sperrstunde für heute und dann auch noch das!
Simon: Sperrstunde?
Thomas: Ja, das ist eine "early show" und ich glaub bis 22:00 Uhr müssen wir mit unserem Set fertig sein.

Wir wollten nicht nochmal in die Wunde greifen, die der Streit eben verursacht hatte und auch nicht auf den nicht gerade idealen Voraussetzungen dieses Abends rumreiten. The Fall of Troy hatten bereits vor 2 Jahren im o25 gespielt und danach gesagt, dass es bis dato eine ihrer besten Shows außerhalb der USA war.

Simon: Erinnert ihr euch noch an diesen Club?
Thomas: Auf jeden Fall! Als wir heute das erste Mal in den roten Raum kamen. Das Konzert damals war super.
Joe: Das steht sogar noch auf dem Flyer für heute: "Heimlicher Headliner".
Simon: Wie waren denn die Auftritte in Hamburg, München und Berlin in den letztebn Tagen?
Andrew: Berlin war der beste bisher.
Thomas: Wir haben immer eine gute Zeit in London. Ich denke London und Deutschland im Allgemeinen sind sehr gut für uns. Und das Essen...
Andrew: ...heute gabs Grilled Cheese Sandwiches!
Simon: Wer entscheidet über die Städte und Clubs, wo ihr auftretet?
Thomas: Unsere Booking Agency.
Simon: Habt ihr Mitspracherecht?
Andrew: Wenn ein Auftritt mies läuft, dann sagen wir, dass wir da nicht mehr spielen wollen.
Thomas: Und wenn etwas gut geklappt hat, dann teilen wir ihnen mit, dass wir da gern wieder hinmöchten. So wie hier. Wir wollten wieder nach Berlin und auf jeden Fall nach Frankfurt.

Vor 2 Jahren waren The Fall of Troy noch Support und jetzt sind sie zum ersten Mal als Headliner in Deutschland unterwegs - ein großer Unterschied, auch hinsichtlich der Setlists.

Joe: Ihr seid jetzt der Headliner. Nicht so wie letztes Mal als ihr nur Support Act wart. Damals meintet Ihr, es sei deswegen unmöglich, während einer Show zu jammen. Macht ihr das als Headliner?
Thomas: Absolut! Das ist die Vorteile an Headliner-Shows. Mehr Spielzeit, mehr Zeit für Kommunikation mit dem Publikum und wir können die Songs ausufern lassen und einfach drauf los spielen.
Simon: Als Headliner könnt ihr eure Songs und Alben besser präsentieren. Wie reagieren die Leute auf eure alten und neuen Sachen?
Andrew: Da wir ja lange nicht hier waren, wollen die Leute mehr alte Songs und reagieren dementsprechend auf die "Doppelgänger" Songs etwas besser als auf die Songs von "Manipulator". Auf dieser Tour gibts so ungefähr ein 50/50-Verhältnis zwischen alten und neuen Sachen.
Joe: Habt ihr eine Setlist?
Thomas: Nein, niemals! Es ist wenn überhaupt mehr eine Art Rahmen, an dem wir uns orientieren.
Andrew: Wir switchen ständig Songs.
Simon: Nehmt ihr Wünsche aus dem Publikum entgegen?
Thomas: Manchmal kommt das schon vor. Wenn mir jemand bestimmtes auffällt und wir dann Lust haben, diesen Song zu spielen, dann bauen wir den direkt ein. Sowas geht aber meist auch nur als Headliner.

Genauso kam das Publikum in Frankfurt kurze Zeit später in den Genuß von "Whacko Jacko steals the Elephant Man's Bones". Ein Fan schrie so lange nach diesem Song, bis Thomas ihn letztlich anspielte und ihm diesen Wunsch erfüllte. Lange gewünscht hatten sich The Fall of Troy, mit ihren Vorbildern, den Deftones, auf Tour zu gehen. Im Frühling diesen Jahres war es dann soweit - eine große gemeinsame USA-Tournee fand statt.

Thomas: Es war großartig! 2 Monate mit den Deftones auf Tour! Wir sind mittlerweile richtig gut befreundet. Am Ende der Tour haben alle ständig an unserem Van rumgehangen und waren garnicht mehr in ihrem Super-Tourbus. (lacht) Wir haben Chinos 34. Geburtstag vor unserem Trailer gefeiert.
Simon: Als wir vor ein paar Monaten ein Interview mit Abe und Frank hatten, sagten sie uns, wie sehr sie sich freuen, mit euch auf Tour zu gehen.
Andrew: Abe ist derjenige, mit dem wir am meisten in Kontakt sind. Die Jungs schreiben uns ständig irgendwelche Textnachrichten.
Thomas: Abe zum Beispiel schreibt uns sowas wie „Ich bin in Disneyland mit meiner Frau und den Kindern. Und ich hasse mein Leben!“
(Alle lachen)
Thomas: Ich konnte mit ihnen zusammen auftreten. Einmal haben wir gemeinsam "Say it ain't so" von Weezer gespielt.

Eine Steilvorlage für Fragen zu ihrem aktuellen Album "Manipulator" und insbesondere zu dem Song "Oh! The Casino!?" - ein deutliche Anlehnung an die Band um Rivers Cuomo, aber darüber hinaus ein Song mit noch weit mehr Bedeutung für Thomas.

Thomas: "Oh! The Casino!?" klingt absichtlich wie Weezer. Es ist eine Hommage, einerseits an Weezer und andererseits an einen Freund von mir, der an einer Überdosis Heroin gestorben ist. Das wird deutlich, wenn du die Lyrics liest. Er war derjenige, der mir das "Blue Album" von Weezer in die Hand gedrückt hat und meinte, ich soll mir das mal anhören. Er hat mir auch die "Nevermind" von Nirvana gegeben und "Diary" von Sunny Day Real Estate. Er sagte mir, ich soll das alles lernen und dann würde er Musik mir mir spielen. Da war ich in der 4. Klasse. Er war 3 Jahre älter als ich. Also hab ich alles gelernt und wir haben dann irgendwann zusammen Musik gemacht. Wir waren die besten Freunde. Als wir dann gerade "Manipulator" einspielten, starb er – am Sylvesterabend 2006...
Andrew: ...das beschissenste Neujahrsfest, das es jemals gab.
Thomas: Der Song erinnert mich an ihn. Ihn zu hören oder zu spielen macht mich so depressiv.
Simon: Ist es sehr schwer...
Thomas: ...diesen Song zu spielen?
Simon: Ja. Durchlebt man dann immer nochmal diese schwierige Phase?
Thomas: Ja, allerdings. Deswegen spielen wir ihn sehr selten.
Simon: Auf "Manipulator" hat Nouela Johnston von der Seattle Band Mon Frere die Keyboards eingespielt und Backing Vocals übernommen. Wie setzt ihr das live um?
Andrew: Garnicht. Da bleibt alles rau und ungeschliffen. Es war für das Album ganz ok. Es gab allem eine etwas rundere Atmosphäre, einen feinenen Klang.
Thomas: Wir haben tatsächlich mit ihr geredet, ob sie mit uns auf Tour kommen will in den USA ab Ende Oktober, aber sie ist zurzeit sehr beschäftigt mit ihrer neuen Band Say Hi to your Mum. Die waren übrigens gerade in Deutschland, vor einer Woche.
Andrew: Nouela hat Thomas eine Nachricht auf der Wand im Berliner Magnet hinterlassen. Da stand "Nice Hit". Das war ein Inside-Joke zwischen ihnen.
Thomas: Niemand sonst konnte das wissen. (lacht) Da steh ich da in dem Konzertraum und lese diesen Spruch an der Wand und da sagt mir so ein Typ, dass ihre Band gerade hier gewesen sei. Ich bin fast durchgedreht.

Coverversionen sind ein großes Thema für die Band, besonders nach dem Trip mit den Deftones,die ja bekanntermaßen viele Songs gecovert haben - auf der Bühne und im Studio.

Simon: Du sagtest du hast mit den Deftones einen Weezer Song gecovert - das ist ja etwas, was die Deftones vor allem früher sehr häufig gemacht haben. Spielen The Fall of Troy auch Coverversionen live auf der Bühne?
Thomas: Ja, gerne. Eigentlich recht häufig in letzter Zeit.
Andrew: Vielleicht heute Abend. (lacht) Wir haben vor kurzem auch mal einen Weezer Song gespielt - "My Name is Jonas".
Thomas: Aber kein Weezer heute Abend. Was heute kommt, bleibt eine Überraschung!

Mittlerweile wissen wir, welche Covers sie gespielt haben. In Frankfurt wurde "Come as you are" von Nirvana angespielt, dazu ein paar Slayer-Riffs und "Change" von den Deftones in voller Länge. In Köln gab es "Lithium" von Nirvana allein von Thomas, während Andrew und Tim gerade etwas durchatmen konnten. Auch wenn die Meinungen zu diesem Thema etwas auseinander gehen, so konnte man größtenteils in begeisterte Gesichter blicken bei den Anwesenden. Sich einerseits in eigenen Songs mit den Vorbildern auseinander zu setzen und dann bei einem Konzert hier und da mal ein Cover einzubauen, ist etwas, was den Unterhaltungswert einer Show nur steigern kann. Die Idole sind noch immer aktiv und bei Major Labels mit guten Verträgen ausgestattet - ein Ziel welches The Fall of Troy mit ihren kommenden Releases nicht unbedingt verfolgen.

Simon: Bei unserem letzten Treffen hast du, Thomas, von Gesprächen mit Capitol Records erzählt. Gibt es eurerseits irgendeine Annäherung an die Major Labels?
Thomas: Um ehrlich zu sein, versuchen wir, genau in die andere Richtung zu gehen. Die Freundin, die uns damals für Capitol haben wollte, wurde von der Firma ausgebootet und macht jetzt ihr eigenes Label. Aber wir haben erstmal noch ein weiteres Album mit Equal Vision vor uns, um den Vertrag dort zu erfüllen.
Simon: Wird das "Phantoms on the Horizon" sein, die überarbeiteten Ghostship Demos?
Andrew: Nein, wir haben neue Songs geschrieben.
Thomas: "Phantoms" bleibt erstmal eine Weile auf Eis. Wir müssen die Songs noch etwas ruhen und sich entwickeln lassen.
Simon: "Semi-Fiction" war ursprünglich eine der Ghostship Demos. Warum habt ihr euch entschlossen, den Song auf euer aktuelles Album zu machen?
Andrew: Er passte ganz gut in das Gesamtbild des Albums. Nachdem wir neue Songs für "Phantoms" geschrieben hatten, fiel eine der alten Demos etwas aus der Reihe, so dass wir es dann für "Manipulator" genutzt haben.
Simon: Was ist mit der geplanten Split-EP mit The Number Twelve looks like You?
Thomas: Ihre Plattenfirma lässt sie die EP mit uns noch nicht machen. Aber das ist etwas, was wir in Zukunft auf jeden Fall machen werden. Wir hoffen Number 12 werden irgendwann die Vorausstzungen dafür haben. Letztlich wollen wir einfach endlich mal ein Split-Album machen.
Simon: Warum das?
Thomas: Als ich jünger war, fand ich diese Alben immer toll - meine Lieblingsbands machen eine Platte zusammen. Ich denke es ist etwas, worauf sich Fans der beiden Bands freuen würden. Bevor Downloading populär wurde, hatte man auf diese Weise gleich die Arbeit von 2 Bands in seinen Händen.
Joe: Ich habe beispielsweise eine Split-Vinyl von Hot Water Music und Alkaline Trio.
Thomas: Yeah! Das ist ein gutes Split-Album. Oder At the Drive-In mit Sunshine, Get Up Kids und Anniversary...
Andrew: Get Up Kids waren die erste Band abseits von MTV, die ich wahrgenommen habe und die mich in Richtung Independent gebracht haben.
Joe: Ja, das war damals wirklich mal was anderes.

The Fall of Troy suchten sich ihren Bandnamen aus einem Geschichtslexikon, in dem sie einfach zufällig auf geschichtsträchtige Orte und Events tippten und letztlich bei Troja hängenblieben, woraus sie schließlich ihren Namen machten. Genauso war es auch bei ihrer Vorgänger-Band Thirty Years War. Die Band benannte sich dann nach dem Ausstieg des 2. Gitarristen Mike Munro um in The Fall of Troy.

Simon: Eure Fans assoziieren sicherlich einiges mit eurem Bandnamen. Hat er nach 4 Jahren mittlerweile eine Bedeutung für euch?
Thomas: Es ist ein epischer Name und ich glaube wir haben uns musikalisch da etwas angenähert. Wir schreiben teilweise epische Musik. Ich will ein Vermächtnis hinterlassen und der Name hilft uns dabei.

In der Zwischenzeit fand der Haupteinlass statt und der Biergarten um uns herum füllte sich zusehends mit Leuten, die interessiert zu uns rüberschauten. Es wurde Zeit das Ende des Interviews einzuläuten - zumindest dachten wir das.

Joe: Wir haben da so eine Art Spiel. Das machen wir mittlerweile bei einigen unserer Interviews, insofern Zeit und Lust vorhanden ist. Wie siehts bei euch aus?
Thomas: Na, klar! Reden wir einfach weiter, dann haben wir noch etwas Ruhe vor den anderen.
Joe: Ok, es heißt "Dies oder Das". Und irgendwie kann man vielleicht ein paar psychologische Schlussfolgerungen daraus ableiten. Danach könne wir euch dann sagen, wie lange ihr noch als Band zusammen bleibt.
Thomas und Andrew: (beide lachen) Ok, leg los!
Joe: Sommer oder Winter?
Thomas und Andrew: Sommer.
Joe: Strand oder Berge?
Andrew: Berge.
Thomas: Strand.
Joe: Ozean oder See?
Thomas und Andrew: Ozean.
Joe: Snowboard or Surfboard?
Andrew: Snowboard.
Thomas: Skateboard! (lacht)
Joe: Sanadalen - mit oder ohne Socken?
Andrew: Ohne.
Thomas: MIT! Mit Socken! (lacht)
Simon: (lacht) Ok, jetzt wissen wir, dass ihr euch in 2 Jahren auflöst.
(Alle lachen)
Thomas und Andrew: HAHAHAHA... Nein, nein!
Thomas: Ok, OHNE Socken!
Andrew: Du änderst deine Meinung? Das geht nicht!
Thomas: Ich würde sowieso niemals Sandalen tragen!
Joe: PC oder Mac?
Thomas und Andrew: Mac.
Joe: Xbox oder Playstation?
Thomas und Andrew: Xbox! Hey, Microsoft und wir kommen aus der gleichen Gegend.
Joe: TV oder Kino?
Thomas und Andrew: Kino.
Joe: Katzen oder Hunde?
Thomas: Hunde!
Andrew: Ich bin ein Katzen-Typ. (lacht)
Joe: Ok, Affäre oder Beziehung?
Thomas: Affäre!
Andrew: Beziehung.
Thomas: HAHAHA... Von wegen!
Joe: Krieg oder Nihilismus?
Thomas und Andrew: NIHILISMUS!!
Andrew: Haha... Wir haben "The Big Lebowski" wahrscheinlich über 10 Mal gesehen: "Wie sind Nihilisten! Wir glauben an garnichts!"
Simon: "Oh, das ist nur Uli. Ihm machts nichts aus, wenn ich dir einen Blowjob gebe."
Andrew: AHH! Genau!
Joe: (lacht) Ich mach mal weiter... Bildung oder Gesundheitsleistungen?
Thomas und Andrew: Gesundheitsleistungen.
Thomas: Auf jeden Fall! Ich bin von der Highschool abgegangen ohne Abschluss.
Joe: Freiheit oder Sicherheit?
Thomas und Andrew: Freiheit!
Joe: Himmel oder Hölle?
Thomas und Andrew: Hölle!
Thomas: Nein, warte! Himmel! Da kriegst du alles, was du willst.
Simon: In der Hölle kriegt man nur alles, wenn man Mormone ist.
Thomas und Andrew: Hahaha! Classic South Park!
Joe: Sex oder Liebe?
Thomas: SEX!
Andrew: Liebe.
Joe: Kopf oder Herz?
Thomas und Andrew: Kopf.
Joe: Tiiten oder Arsch?
Andrew: Da geht nur Arsch!
Thomas: Oh, Mann...
Andrew: Seht ihr es ihm an? (lacht) Diese Frage zerreißt ihn gerade innerlich!
Joe: Das sind wie eine "einsame-Insel-Frage" - es gibt nur eine Antwortmöglichkeit.
Thomas: Na gut, dann Arsch!
Joe: Geld oder Glück?
Thomas und Andrew: Glück!
Joe: Jack Bauer oder Chuck Norris?
Thomas und Andrew: (beide lachen) CHUCK!
Joe: Bücher oder Zeitungen?
Thomas und Andrew: Bücher.
Joe: Und die letzte Frage: Major Label oder Indie Label?
Thomas und Andrew: Independent!
Joe: Gut, für Bonus Punkte: Wenn ich groß bin, will ich .... sein!?
Thomas: Musiker!
Andrew: Ein Schmetterling!
Thomas: (lacht) WAS??
Joe: Der beste bzw. schlechteste Moment auf der Bühne war .... !?
Thomas: Der schlechteste Moment war bei dem Auftritt mit den Deftones in Las Vegas. Wir hatten vorher einen Tag frei und wir hatten alle ziemlich viel getrunken, am Abend vor dem Auftritt. Ich dachte wir kriegen das irgendwie hin, aber Tim, unser Bassist, hat von Anfang an sein eigenes Ding durchgezogen.
Andrew: Wir spielten unsere Songs, aber er machte 20 min lang Noise-Rock! Dann gab er mir plötzlich ein Zeichen - so mit der Handkante am Hals - und ging mitten im Set von der Bühne. Ich dachte das wars. Kein Fall of Troy mehr. Aber er konnte einfach nicht mehr spielen.
Thomas: Der beste Moment, an den ich mich erinnern kann...
Andrew: ...ich war ziemlich gut drauf, als die Leute in London versucht haben, dir dein Shirt runterzureißen.
Thomas: Ja, das war krass!
Joe: Waren das Jungs oder Mädchen?
Thomas: Sowohl als auch! (lacht) Das war schon ein guter Moment, aber der beste war, als wir zum ersten Mal mit den Deftones gespielt haben, vor 5000 Menschen. Und als ich den Weezer Song mit der Band spielen durfte.
Joe: Und wirklich die allerletzte Frage: Die Bedeutung von heute ist .... !?
Thomas: ...in Deutschland zu sein! Und Probleme zu lösen. Ok, nochmal: Die Bedeutung von heute ist, Probleme zu lösen.
Simon: Gut, dass ihr das heute auf der Bühne machen könnt!
Thomas und Andrew: Richtig! (beide lachen)

Damit waren alle vorbereiteten Fragen zuende und das eigentliche Interview hiermit beendet, doch weil wir uns so gut unterhalten konnten, blieben wir alle sitzen und diskutierten - leider nur sporadisch dokumentiert - noch etwa eine halbe Stunde weiter.

Einige Erkenntnisse dieser 30 Minuten waren:
Die Jungs sind Videospielverrückte. Thomas Schwester arbeitet bei einer Layout-Design-Firma für Videospiele und bekommt dadurch einige Spiele vor der offiziellen Veröffentlichung.
Alltägliche Jobs sind scheisse und Musik ist ihr Leben. Ohne Schulabschluss hat man auch keine andere Wahl.
Gutes Gras ist besser als Alkohol. Daran sind die Deftones schuld.
Chino wollte immer der DJ sein bei allen Partys während ihrer gemeinsamen Tour und seine Mixtapes sind berühmt-berüchtigt.
“Jurassic Park“ ist Thomas Lieblingsfilm und er hat ihn ungefähr 20-30 Mal gesehen.
Alle sind große Fans der TV-Serien “Heroes“ und “Lost“, “Simpsons“ und “Futurama“ und Eric Cartman ist eines ihrer Vorbilder. Auf Tour laden sie immer die neuesten Folgen ihrer Lieblingsserien runter.
Sie wollen den Comiczeichner von “Heroes“ für das Artwork ihres nächsten Albums verpflichten, auch wenn Thomas und Andrew sehr zufrieden sind mit Tims Artwork zu “Manipulator“.
Die Band ist zum ersten Mal in ihrer Geschichte schuldenfrei.
Und The Fall of Troy werden aller Voraussicht nach 2008 bei den Zwillingsfestivals Rock am Ring und Rock im Park auftreten. Vielleicht haben sie auch dann wieder mehr Merch, welches auf dieser Tour leider permanent ausverkauft war.

Wir lernten noch Ron, den Tourmanager von The Fall of Troy, kennen, der uns für das ausverkaufte Konzert am nächsten Tag in Köln einlud. Spontan machten wir uns am nächsten Taf auf den Weg und erlebten einen weiteren großartigen Auftritt, eine komplett andere Setlist und die heißeste Show, die die Band jemals erlebt hatte. Das kann von unserer Seite nur bestätigt werden. Rutscht man mit einer Handbreite an ein Lagerfeuer heran, hat man eine ungefähre Vorstellung von der Hitze, die in der Werkstatt an diesem Abend herrschte. Beide Bands waren vor dem Auftritt ziemlich müde und hingen abgeschottet im Backstage-Bereich rum. Thomas ließ sich ab und zu blicken und unterhielt sich mit uns und den anderen Besuchern. Während der Show musste die Band Pausen einlegen, um nicht umzukippen, was dann Andrew wohl trotzdem passierte. Tim quittierte das mit dem Satz: "Korn killed our drummer!" und meinte damit wohl kaum die Band, sondern eher das Getränk.

Das bleibt wohl nach diesen Tagen die Essenz des Deutschland-Trips - um Andrew vom Vorabend zu zitieren - "I need some booze to warm up and play a good set!" Beide Male kotze er nach dem Auftritt und es war beide Male mindestens eine All-Time Top 5 Show!

Thomas Erak - Guitar & Vocals
Tim Ward - Bass, Backing Vocals
Andrew Forsman - Drums

www.thefalloftroy.com

Autor: coney | 11.10.2007
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