Interview mit Every Time I Die
Interview mit Keith Buckley am 20.08.2005 Was auch immer da in meinem kopf rumschwirrt kommt aufs papier
Every Time I Die wow nicht schlecht, der tag hat mal wieder einen interessanten verlauf genommen. gerade mit a life once lost aus dem hotel und anschließend dem tourbus gepurzelt verlangt auch schon wieder unser guter shawn, seinerseits tourmanager dieses ganzen lustigen chaoshaufens, nach einer fahrt ins hotel. duschen steht auf dem programm, und zwar hat man dafür inkl. fahrzeit genau 30 minuten, da um 7:45 p.m. a life once lost die bühne betreten werden. und für genau deren sound ist mr. tourmanager auch verantwortlich, wie auch für den von hauptact every time i die und den des ohio-vierers twelve tribes. tourmanager und chief of f.o.h. in einer person - bei touren dieser größe durchaus keine seltenheit.

wir befinden uns übrigens auf der ferret under the gun tour 2005, letzter tourtag, frankfurt am main. location: das legendäre o25. durch selbiges bahne ich mir meinen weg auf der suche nach keith buckley, allseits bekannt als sänger der rock'n'roll-core combo every time i die. auf dem weg liefere ich shawn pünktlich und überglücklich frisch wieder am pult ab und a life once lost schmettern auch gleich pünktlich um virtel vor acht dem bereits gespannten publikum die ersten salven ihres neuen werkes ‚hunter' um die ohren. ich genieße noch den ersten song und stolpere dann ins backstage wo ich direkt keith antreffe der sich gleich von seiner couch erhebt und mir freundlich ein bier anbietet. nach dem obligatorischen "cheerz" und einem kräftigen schluck lässt man sich auf zwei unglaublich bequemen bürostühlen nieder um mit dem interview zu beginnen:

keith: let's do it!
dosenmusik: keith, könntest du für alle die die every time I die noch nicht so gut kennen die band kurz vorstellen?
keith: sure. mein name ist keith, ich singe für die band every time i die. wir haben zwei gitarristen, einen bassisten und einen schlagzeuger. das wären andy, jordan, chris und mike. unser neues album ‚gutter phenomenen' wird in zwei tagen, am 23.8.05 in europa bei roadrunner records und in den staaten bei ferret records erscheinen.
dosenmusik: das album ist sehr von old-school rock n roll einflüßen geprägt und hebt sich so von vielen anderen alben eures genres deutlich ab. was sind das für einflüße?
keith: wir haben uns alle ziemlich viel black sabbath und thin lizzy reingezogen. ich denke das es größtenteils darauf zurückzuführen ist. mit dieser musik sind wir großgeworden, selbst unsere eltern haben southern rock gehört. momentan versuchen wir als band eigentlich mehr unsere 80ger hair-metal einflüße in die musik fließen zu lassen, aber es geht eigentlich unbewusst immer ein stück darüber hinaus zurück in die vergangenheit. es macht uns am meisten spaß damit zu arbeiten, weil es etwas ist das wir kennen und wenn du da noch einen schuß pantera oder eine idee aus der letzten van halen tour mit in den topf schmeißt dann können da sehr interessante ergebnisse bei rauskommen.
dosenmusik: irgendeine band die für dich persönlich eine herausstehende rolle gespielt hat?
keith: auf jeden fall die beatles. die sind ganz groß! das war eine der bands, die ich immer und immer wieder gehört hab als ich heranwuchs. es ließ sich überhaupt nicht vermeiden, da die ganze zeit von haus aus beatles platten um mich herum waren.
und ihre texte sind unglaublich gut. das ganze konzept und die idee dahinter hat mich unheimlich beeindruckt. sie hatten so viele nr. 1 - hits und waren so bekannt obwohl die texte auch teilweise ziemlich deprimierend waren. morrisey würde ich auch noch dazurechnen. der wurde zwar nicht so sehr von der ganzen welt wahrgenommen aber seine texte sind bewundernswert...
dosenmusik: deine momentanen lieblingsbands? vielleicht irgendwelches zeug das du dir gestern im tourbus reingezogen hast?
keith: wir hören gerade recht viel mötorhead im bus. genauso wie die almon brothers. aber soviel musik läuft im bus gar nicht. schon gar nicht metal oder so was. meistens fahren wir einfach, trinken was und spielen black jack...um geld natürlich (lacht)
dosenmusik: also macht dir das touren spaß, verstehe ich das richtig?
keith: ja sicher, auch wenn es ein langes zusammenhängendes ding ist über das du am ende anders denkst als am anfang. wir hatte noch nicht so richtig pause, da wir direkt nach den aufnahmen zu ‚gutter phenomenen' auf tour gegangen sind mit unearth...anschließend zurück in die staaten. wir waren aber noch gar nicht so richtig zuhause als wir nach ein paar off days direkt wieder auf die sounds of the underground tour in den staaten gingen. und im anschluss daran sind wir wieder nach europa geflogen für diese tour. jetzt sitzen wir hier und es ist der letzte tag auf tour und ich denke deine meinung verändert sich einfach zu ende der tour, da man sich darauf freut auch mal wieder nach hause zu kommen.
aber generell: ich liebe es auf tour zu sein.
dosenmusik: was ist für dich das wichtigste im bezug auf ‚every time i die' ?
keith: das dem ganzen nicht der spaß verloren geht. es ist wichtig bei der ganzen musik dem tourstress und was da so alles auf einen zukommt seinen humor zu behalten. einfach dem druck dem dich plattenfirmen, stressige touren oder fans aussetzen locker und entspannt gegenüberzutreten. das sollte man sich erhalten und das ist in every time i die der fall, bei dieser band stimmt die chemie, es wird immer einen in der band geben, der dich wieder zum lachen bringt.
dosenmusik: es geht also mehr um die band als um die musikindustrie und das was sie mit sich bringt?
keith: es muß haupsächlich um die band gehen, richtig. es war für uns von anfang an locker. es ging nicht gleich ums geschäft. natürlich ist das was wir machen in dem ausmaß ein business wie jedes andere auch, wir behandeln es aber nicht als solches.
dosenmusik: wann habt ihr angefangen zusammen zu spielen?
keith: 1998 war das. es war zu anfang ein kleines schönes hobby für uns alle, das uns nicht unbedingt extrem gefordert hat. so richtig ernst wurde es dann vor ungefähr drei jahren als das fortlaufende touren begann. um 2000 herum haben wir uns erstmals hingesetzt um eine richtige platte zu schreiben und aufzunehmen. und alles was wir uns von da an erarbeitet haben tat sich eigentlich nur zu unserem vorteil auf, wir müssen uns nicht mehr zuhause hinsetzten und uns langweilige jobs suchen...
dosenmusik: also machst du sonst gar nicht soviel außer dich um die band kümmern?
keith: oh doch, zuhause spiele ich videogames, schaue mir filme an und ... ich weiß nicht ob ihr so was auch hier in deutschland habt, aber ich liebe diese judge-shows, gerichtsendungen eben...die könnte ich mir den ganzen tag anschauen (lacht)
dosenmusik: da würdest du dich hier wohlfühlen, die gibts hier von zwei bis sechs uhr auf drei kanälen im dauerdurchlauf...
keith: oh wirklich? wo gibt's hier einen fernseher? (lacht)
dosenmusik: wir haben schon 8:00 pm keith! (lacht)
keith: oh ja stimmt (lacht) ist ja auch egal jetzt...lass uns weitermachen (grinst)
dosenmusik: was passiert noch in den staaten wenn ihr zurück seid um ‚gutter phenomenen' zu promoten?
keith: wir werden anfang september mit high on fire für einen monat auf tour gehen und wenn das vorbei ist geht das touren direkt weiter. wir spielen dann im anschluß noch einen haufen daten mit ‚it dies today', ‚emanuel' und ‚haste the day'.
dosenmusik: wie sieht es mit zusätzlichen daten hierzulande aus?
keith: wir spielen noch ein paar dates in deutschland mit ‚my chemical romance' im november und würden uns freuen euch dort wiederzusehn! danach geht die tour weiter in australien und japan...weihnachten sind wir schließlich wieder zuhause (grinst)
dosenmusik: such dir mal zwei songs auf deinem neuen album raus dir am besten gefallen gerade und erzähl uns etwas darüber!
keith: ‚the new black' gehört auf jeden fall dazu. das hat einen coolen beat und es macht großen spaß es zu spielen. wir haben es noch nicht live gespielt, aber ich freu mich sehr darauf. ‚champing at the bit' ist auch richtig gut, da singt daryl von glassjaw mit. ich mag einfach wie der song entstanden ist. wir haben alle sehr viel leidenschaft reingesteckt und daryls beitrag bedeutet auch sehr viel.
dosenmusik: kennst du daryl persönlich gut?
keith: yeah, yeah. (begeisterndes genicke). daryl ist mit kumpels von mir auf long island großgeworden. irgendwann ist er dann von long island nach buffalo gezogen und wir sind freunde geworden. ich habe ziemlich viel zeit mit daryl verbracht. da gabs ein haus in dem wir alle mal gewohnt haben...auch die jungs von glassjaw. wir kennen uns schon ewig.
dosenmusik: es gibt sicher auch musiker die du noch nicht kanntest? wie fühlt man sich wenn man auf einmal so viele davon trifft...auch vorbilder evtl?
keith: sehr genial ist das. ich meine, bei der sounds of the underground tour in den staaten haben wir ‚clutch' und gwar kennengelernt. das war schon toll. so was schaue ich mir auch immer noch als fan an. wenn du älter wirst idealisierst du so viele bands und personen und dann irgendwann die gelegenheit zu bekommen mit ihnen eine bühne zu teilen, das ist schon was! da werde ich genauso nervös wie jeder andere auch, wenn ich bands treffe die mir wichtig sind.
dosenmusik: sehr sympathisch. das sollte auch immer so sein. man sollte nie zu stolz sein, fan zu sein. außerdem sind bands in der regel auch völlig normal, egal wie groß sie sind. am ende sind wir doch alle gleich und müssen morgens erstmal ordentlich einen abdrücken (lacht)
keith: (lacht) sehr richtig. selbst slipknot zum beispiel. die haben wir beim ozzfest kennengelernt. ich habe anfangs gedacht die sind zu groß um real zu sein. völliger blödsinn. mittlerweile bin ich mit corey befreundet, habe seine nummer und kann ihn anrufen wenn mir danach ist. ein bisschen surreal irgendwie immer noch, aber irgendwie auch wieder normal. als wir in iowa gespielt haben haben wir bei ihm zuhause abgehangen. man glaubt es kaum aber selbst sein haus ist ein völlig normales haus (lacht)
dosenmusik: wann und wie sind every time i die größer geworden?
keith: das "wie & warum" kann ich dir auch nicht so genau erklären. ich würde mal grob sagen so 2000/2001. mit dem album damals haben leute angefangen geld in uns zu investieren und dann nahm das ganze seinen lauf bis heute. wir machen jetzt schon ein paar jahre musik...anfürsich machen wir uns über so was aber recht wenig gedanken.
dosenmusik: ich habe gelesen das du probleme haben sollst texte zu schreiben. stimmt das?
keith: fuck no. nein so stimmt das nicht. ich bin nur manchmal etwas ängstlich, weil ich mir denke wenn ich texte fertiggeschrieben habe, dass mir das nie wieder gelingt (lacht) ich zweifle was das angeht manchmal ein bisschen an mir selbst (lacht). aber es hat die letzten der cd's über funktioniert, ich sollte mir nicht so viele gedanken machen. ich mache das jetzt schon sieben jahre lang und manchmal hast du eben phasen in denen du dich mit deiner schreiberei nicht so wohl fühlst.
dosenmusik: schreibst du auf was aus deinem kopf rauskommt oder planst du die songs? themen oder ähnliches?
keith: oh nein, so was plane ich nicht. was auch immer da in meinem kopf rumschwirrt kommt aufs papier. wo das herkommt weiß ich auch nicht, es funktioniert irgendwie und das ist gut so.
dosenmusik: die letzten worte überlasse ich an dieser stelle dir! was auch immer gerade in deinem kopf rumschwirrt....
keith: ich würde mich freuen wenn ihr alle die das lesen unsere neue cd ‚gutter phenomenen' kaufen und anhören. wenn ihr das lest wird sie bereits in den läden stehen da sie in zwei tagen auf den markt kommt. wir kommen zurück im november mit ‚my chemical romance' und freuen uns darauf euch bei den shows begrüßen zu dürfen!



Keith Buckley - vocals
Michael Novak - drums
Jordan Buckley - guitar
Andrew Willams - guitar
Steven Micciche - bass

www.everytimeidie.com

autor: shavo | 20.08.2005
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