Interview mit Every Time I Die
Interview mit Keith am 24.02.2004 Was das beste im Leben einer Band ist
Every Time I Die Durch den neuen Vertriebsdeal von Ferret Records mit Roadrunner Records Europe hatten Every Time I Die als erste Band davon profitiert und konnten die nahezu ausverkaufte Tour von Chimaira sowohl in England, als auch in Deutschland supporten. Bei der Gelegenheit hatte Dosenmusik am 24.02.2004 die Möglichkeit, dem Sänger Keith Buckley ein paar Fragen zu stellen.

Keith entpuppte sich dabei als ein zwar freundlicher, aber doch recht wortkarger Geselle, der sich offensichtlich lieber auf der Bühne in Form seiner Songs äußert. Vielleicht war er auch einfach nur müde oder hungrig. Ein paar knappe Antwoten konnten wir ihm trotzdem entlocken.

dosenmusik: wann, wo und weshalb habt ihr eure band gegründet? gib uns eine kleine zusammenfassung der bandgeschichte.
Keith: in buffalo. mein bruder kannte die jungs aus der band schon und wir fingen dann einfach an musik zu machen, um die zeit irgendwie totzuschlagen. irgendwann versuchten wir dann mehr zeit in die band zu investieren und eine karriere anzustreben. wir haben aber nicht erwartet, dass wir es mal so weit schaffen würden.
dosenmusik: und in welchem jahr war das?
Keith: 1998
dosenmusik: spielt ihr nun zum ersten mal in europa?
Keith: ja, wir sind zum ersten mal hier. aber wir waren auch schon vor fünf monaten für zehn tage in großbritannien.
dosenmusik: was glaubt ihr was euch auf der aktuellen tour erwartet?
Keith: naja, nicht viel. schließlich ist alles in drei tagen vorbei (lacht). hoffentlich! unsere erwartungen wurden aber definitiv übertroffen.
dosenmusik: wie gefallen euch die frauen, das essen und alles andere in deutschland?
Keith: das essen ist ok, aber du schmeckst den unterschied nicht wirklich, wenn du jeden tag in den verschiedenen ländern bei mcdonalds essen gehst. ich hatte bisher noch kein richtig deutsches essen. aber ich hätte gerne mal frankfurter würstchen oder sauerkraut...und die mädchen reden nicht mit uns. sie reden mit chimaira (lacht).
dosenmusik: der deal mit ferret und roadrunner scheint euch ja sehr entgegenzukommen, da ihr hier ja noch nicht besonders bekannt seid.
Keith: genau, und unser album erscheint im märz. und dann werden wir zurückkommen und all diese mädchen werden sich auch mit uns unterhalten (lacht).
dosenmusik: war es eure entscheidung die show für chimaira zu eröffnen?
Keith: das kam durch den deal mit roadrunner zustande und es hat auch einfach zeitlich gut gepasst. chimaira haben ihr album erneut veröffentlicht und wir haben ja nun ein neues album fertig. außerdem waren wir noch nie in europa und hatten gerade genug zeit.
dosenmusik: also seid ihr glücklich, dass es nun so ist wie es ist?
Keith: ja, irgendwo muss man ja anfangen. denn in europa kennt uns ja niemand.
dosenmusik: ist es bereits möglich ausschließlich durch eure einkommen als musiker zu leben?
Keith: es ist sehr schwer in den staaten über die runden zu kommen. aber da wir die meiste zeit touren, sind wir auch nicht wirklich oft zu hause. denn wenn man zu hause rumhockt und nichts zu tun hat, wirft man oft sein geld aus dem fenster. das passiert uns beim touren zum beispiel nicht. außerdem brauch man sich kein essen kaufen und wir müssen auch keine lästigen rechnungen zahlen. man lebt einfach in den nächsten tag hinein und versucht nicht an die zukunft zu denken. wir haben aber natürlich auch nicht genug geld, um uns tolle häuser zu leisten und es wäre nicht möglich eine eigene familie zu gründen.
dosenmusik: wie schätzt ihr euren bekanntheitsgrad in amerika ein?
Keith: in den staaten kennen uns wesentlich mehr leute, da unsere alben dort auch schon viel früher erschienen sind. der unterschied ist sehr enorm, aber wenn wir wieder zurück sind, hat sich das hier hoffentlich schon geändert.
dosenmusik: ihr werdet es aber mit eurem chaotic hardcore etwas schwerer haben als chimaira mit ihrem new metal. auch die zusammenstellung der bands auf euren konzerten erinnert eher an die tour mit dillinger escape plan und system of a down vor ein paar jahren.
Keith: oh ja. definitiv.
dosenmusik: welche musikalischen vorlieben haben also deiner meinung die leute, die ihr zu euren auftritten lockt?
Keith: wir ziehen kein publikum an. das tun nur chimara.
dosenmusik: naja, wir kennen da schon ein paar, die wegen euch hier sind
Keith: unglaublich (lacht)
dosenmusik: macht es euch spaß in europa zu touren?
Keith: ja. ich hätte sonst auch nichts zu tun, wenn ich jetzt nicht gerade auf tour wäre.
dosenmusik: verhalten sich die leute auf euren konzerten in europa anders als in amerika?
Keith: die leute hier sind alle sehr zurückhaltend. bei chimaira tobt die ganze halle, aber wenn wir auf der bühne stehn ist es anders. das liegt aber auch daran, dass uns die meisten leute einfach nicht kennen.
dosenmusik: und wie sieht's aus mit england?
Keith: ich hab das gefühl, dass uns dort inzwischen mehr leute kennen.
dosenmusik: welche band habt ihr denn dort begleitet?
Keith: ebenfalls chimaira. aber wir waren dort schonmal mit nora unterwegs.
dosenmusik: was habt ihr denn so erlebt in europa?
Keith: ich hab viel gesoffen (lacht). aber nur, weil ich nicht wusste was ich machen und wohin ich gehen soll. deswegen bleiben wir gleich im club und betrinken uns. in großbritannien hab ich eine menge absinth getrunken. deswegen kann ich mich wohl auch an nichts erinnern (lacht). da fällt mir doch noch was ein. der gitarrist von chimaira hat sich bei einem sprung in den pool verletzt und musste ins krankenhaus gebracht werden. das war so eine art highlight. dadurch hat er zwei irland shows verpasst. es wird behauptet, dass das nicht der ausschlaggebende punkt war, weshalb er die band verlassen musste, aber ich behaupte das gegenteil.
dosenmusik: wie würdest du die us hardcore-szene beschreiben?
Keith: es ist ganz schön heftig geworden. in amerika ist sie inzwischen ziemlich groß, aber in europa ist sie noch größer.
dosenmusik: bist du dir da sicher?
Keith: naja, sie ist in england größer. etwa so wie in holland die death metal szene.
dosenmusik: ist dir der wandel vieler hardcore bands in richtung melodischem emo-pop aufgefallen?
Keith: ja, na klar. hoffentlich passiert das nicht mit uns. die wollen doch einfach nur mehr platten verkaufen und von einem majorlabel aufgenommen werden. aber ich denke nicht, dass wir sowas mitmachen würden.
dosenmusik: ich würde euch ja eher in die chaos-core schublade stecken; beeinflusst von bands wie converge.
Keith: das klingt perfekt.
dosenmusik: was sind denn eure musikalischen einflüsse?
Keith: zum beispiel converge oder snapcase
dosenmusik: was treibt ihr denn so, wenn ihr mal nicht zusammen auf der bühne steht oder songs schreibt?
Keith: nichts... trinken (lacht)... videospiele spielen
dosenmusik: wird das neue album eine art neuer anfang oder die einfache fortsetzung von "hot damn"?
Keith: das weiß ich selbst nicht. es gibt noch gar keine neuen songs.
dosenmusik: wie ist der bandname entstanden? hat er eine besondere bedeutung?
Keith: nein, er klingt einfach nur gut.
dosenmusik: wessen idee war es, zwei sich küssende junge frauen auf das cover eures aktuellen album-booklets abzubilden?
Keith: das war nur ein zufall. das sind freundinnen von uns aus buffalo. wir waren gerade an den arbeiten für unser layout und haben dann diese fotos geschossen.
dosenmusik: versteht ihr euch gut mit den anderen bands auf ferret records?
Keith: wir sind mit fast all diesen bands befreundet.
dosenmusik: was sind eure nächsten pläne?
Keith: wir werden bald neue songs schreiben und in amerika mit as i lay dying auf tour gehen.
dosenmusik: kommen wir zur letzten frage: gibt es etwas, dass dir seit der gründung von every time i die im laufe der zeit wichtiger geworden ist und du nun mit anderen augen siehst?
Keith: ja, meine freundschaften. denn wenn man so weit von seinen freunden entfernt ist, weiß man erst wie wichtig sie sind.
dosenmusik: danke für das interview und viel spaß bei mcdonalds.


Keith Buckley - vocals
Michael Novak - drums
Jordan Buckley - guitar
Andrew Willams - guitar
Steven Micciche - bass

www.everytimeidie.com

autoren: biffy, dose | 24.02.2004
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