Interview mit Enter Shikari
Interview mit Enter Shikari am 25.02.2006 in Frankfurt Wir sind nicht wie "Popstars" oder sowas...
Enter Shikari Enter Shikari aus St.Albans, England veröffentlichen am 19.3 ihr erstes Album "Take To The Skies". Dosenmusik traf die vier Jungs vor ihrem Konzert in der Frankfurter Jahrhunderthalle.

Dosenmusik: Das ist eure erste Tour in Deutschland. Haben euch die Konzerte hier gefallen?
Enter Shikari: Ja natürlich, und wir freuen und darauf, im April wiederzukommen.
Dosenmusik: Gibt es Unterschiede zwischen Touren in England und in Europa, vor allem hier in Deutschland?
Enter Shikari: Ja. Wir sind ja momentan mit Billy Talent auf einer sehr großen Tour, zuhause spielen wir vor allem in kleineren Clubs und vor weniger Leuten. Das kann man nicht vergleichen. Aber die erste Reaktion die wir in Deutschland bekommen haben war sehr gut und darüber sind wir wirklich glücklich.
Dosenmusik: Ihr seid auf dem Cover der neuen Ausgabe des Uncle*Sallys-Magazin. Ist das der Anfang für euren Durchbruch in Deutschland?
Enter Shikari: Wir hoffen es! Zuerst wussten wir gar nicht, für welche Zeitschrift wir den Fotoshoot machten. Mittlerweile haben wir bemerkt, dass das ein sehr einflussreiches Magazin ist, Uncle*Sally wirklich ist wirklich überall! Wir können immer noch nicht glauben dass wir auf der Titelseite sind. (Rou): Die Katze auf dem Foto ist übrigens meine. Es sieht so aus als hätten wir sie brutal festgehalten, aber das ist nicht wahr. Und sie sieht dünn aus, aber sie ist schon neunzehn Jahre alt. Sie hat sich bei einem Autounfall die Hüfte gebrochen und ist seitdem nicht mehr gewachsen.
Dosenmusik: Zu euren Anfängen, wie habt ihr zusammen gefunden?
Enter Shikari: Wir haben uns in einem Schach-Club kennengelernt, in den uns unsere Eltern gesteckt haben. Wir konnten nie verstehen wie sich die Leute da mit so etwas langweiligem wie Schach beschäftigen konnten. Wir wollten etwas produktives mit unserem Leben machen. Dann haben wir angefangen zusammen zu spielen und Songs von Blink 182, Bob Marley oder den Backstreet Boys gecovert. Aber irgendwann wurde es uns auch zu langweilig die üblichen Rocksongs zu spielen und wir haben andere Elemente mit in die Musik aufgenommen.
Dosenmusik: Habt ihr Angst in das typische Klischee einer Emo-Band gesteckt zu werden?
Enter Shikari: Ja! Und Leute werden es immer sagen. Emo ist ein Wort, wir wissen nicht mal wirklich was es überhaupt bedeutet. Ich denke wenn dann sind wir eher Hardcore oder Punk als dass wir Emo sind. Wir singen auch nicht über dieses Zeug über das Emos singen, wie etwa "being heartbroken" oder sowas.
Dosenmusik: Ihr seht auch nicht so aus...
Enter Shikari: Oh Gott, nein! Emo waren früher Dashboard Confessional oder Weezer, jetzt sind Funeral for a Friend emo. Da hat sich einiges verändert und neuerdings wird jede erfolgreiche Band als "Emo" bezeichnet.
Dosenmusik: Was denkt ihr über Myspace?
Enter Shikari: Es ist wirklich gut, es hat uns geholfen, genau so wie es vielen anderen Bands geholfen hat. Bands brauchen kein Label mehr, sie können eine Menge Hörer über das Internet begeistern. Das erleichtert einiges.
Dosenmusik: Ihr habt auch euer eigenes Label, Ambush Reality, gegründet. Ihr wolltet also keinen Vertrag eines größeren Labels unterschreiben?
Enter Shikari: Wir hatten Angebote von großen Labels, und es gab vier bis fünf wo wir es uns zum Ende hin wirklich überlegt haben. Wir hatten also die Option entweder alles alleine zu machen oder uns auf andere zu verlassen. Aber solange man nicht alles genau auf dem Papier stehen hat, nimmt man es doch lieber selbst in die Hand. Wir wollten besonders das erste Album komplett unabhängig aufnehmen.
Dosenmusik: Es heißt "Take To The Skies". Hat der Name eine besondere Bedeutung?
Enter Shikari: Es ist eine Liedzeile von der B-Seite von "Anything can happen ...". Es beschreibt einfach unseren Weg. Wir haben ganz unten angefangen, wir haben vier Jahre gebraucht um dahin zu kommen wo wir jetzt sind. Das war eine lange Zeit und es gab soviele Gefühle und all diese Dinge. Das Album ist eine große Sache für uns, gerade weil es das erste ist und ein großer Schritt. "Take to the skies"- "Up!"
Dosenmusik: Ihr seid eher eine Liveband und spielt hundert Konzerte pro Jahr...
Enter Shikari: ...Hundert? Viel mehr! Es müssen etwa 250 sein...
Dosenmusik. ...Oh...Ihr gebt also etwa zweihundertfünfzig Konzerte im Jahr. War es ein großer Unterschied im Studio zu sein und das Album aufzunehmen?
Enter Shikari: Wir waren gerade auf Tour und nahmen das Album sogesehen nebenbei auf. Wir haben es innerhalb von zwei Wochen aufgenommen und waren anschließend wieder auf Tour. Ich kann nicht sagen, ob wir etwas anders gemacht hätten, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten.
Dosenmusik: Ihr habt gerade euer neues Video "Anything Can Happen..." veröffentlicht und es zeigt, wie auch die übrigen, nur eine Live-Performance von euch. Denkt ihr nicht, dass Videos mit Story mehr Anklang beim Publikum finden?
Enter Shikari: Wir haben ja erst drei Videos gedreht. Videos mit Story kosten viel Geld. Die ersten Videos sind dafür da dass die Leute merken wie wir drauf sind. Wir sind nicht wie "Popstars" oder sowas, wir wollen dass die Leute uns als eine Band sehen, die Musik macht.
Dosenmusik: Ihr wurdet in der englischen Presse kritisiert, weil Leute bei euren Konzerten verletzt werden. ?Enter Shikari: Ja, manchmal. Es gibt zum Beispiel dieses "Crowd-Running" wo Leute über die Köpfe der anderen rennen und schauen, wie weit sie kommen. Irgendwann kommen sie so weit, dass sie von einer Ecke in die Menge fallen, aber da ist dann keine Menge mehr. In Dublin war der schlimmste Fall. Da war nur ein Security-Guard für den ganzen Platz. Am Ende war alles voll von Notärzten und Feuerwehr. Aber wir denken das ist nicht unsere Schuld. Wir spielen die Konzerte und wie sich das Publikum verhält, dafür können wir nichts.
Dosenmusik: Warum habt ihr den Namen "Enter Shikari" gewählt?
Enter Shikari: Ehm...
Dosenmusik: Okay, vielleicht ist das eine schleche Frage...
Enter Shikari: Nein! "Shikari" heißt auf indisch Jäger... außerdem war es der Name eines Spions der angeblich im zweiten Weltkrieg mit in den Tod von Hitler verwickelt war.
Dosenmusik: Eine letzte Frage, man findet darüber nichts im Internet. Wie alt seid ihr?
Enter Shikari: Einundzwanzig, zwanzig... Wir sind alle noch sehr jung. Sogar unser Tourmanager ist erst zwanzig. Den ältesten den wir dabei haben ist dreiundzwanzig. Es ist also ziemlich lustig auf Tour zu sein. Wir kriegen ständig Ärger, es ist ja in England auch erst mit einundzwanzig erlaubt, Alkohol zu trinken oder in Clubs zu kommen.
Dosenmusik: Gut, das waren dann meine Fragen. Wollt ihr den Lesern von Dosenmusik noch etwas sagen?
Enter Shikari: Ja! kommt zu unserer Tour im April! Und "have a good time all the time". Und... was man dann halt noch so sagt.


Roughton Reynolds - Gesang & Electronics
Chris Batten - Gesang & Bass
Rob Rolfe - Schlagzeug
Liam Clewlow - Gitarre

www.entershikari.com

autor: panic-at-my-disco | 10.03.2007
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