Interview mit Emmure
E-Mail Interview mit Sänger Frank am 10.06.2007 Ich möchte, dass die Leute so ausgelassen und selbstbewusst sind wie wir selbst.
Emmure Einige Zeit nach Veröffentlichung ihres ersten Albums auf Victory Records stand uns Sänger Frank für ein E-Mail Interview zur Verfügung.

Dosenmusik: Erzähl uns doch von der Gründung von Emmure und wie ihr es geschafft habt trotz großer räumlicher Distanzen Musik zusammen zu machen...
Frank: Alles begann als ich Ben und Joe im April 2006 über ein Internet Forum kennen gelernt hatte. Wir haben zuerst mp3s ausgetauscht und dann wollten sie, dass ich am nächsten Tag zu ihnen zum jammen komme. Ich habe dann auch wirklich eine 3- stündige Busfahrt von Queens/New York zu ihnen nach Connecticut auf mich genommen. Und so ging das ganze dann jedes Wochenende für ungefähr ein Jahr. Mit Jesse bin ich schon seit Jahren befreundet gewesen, und als wir dann einen zweiten Gitarristen gesucht haben, kam er natürlich als erster in Frage. Unser alter Bassist konnte leider nicht den vollen Einsatz bringen, der nötig war um die Band wirklich durchstarten zu lassen, weil er sich um seine kranke Muttter und seine Monatsmiete kümmern musste. Wir haben dann verschiedene Leute ausprobiert, aber es war schnell offensichtlich, dass Mark der ideale Bassist für diese Band ist. Seit 2005 spielen wir nun schon mit diesem Line Up und besser könnte es kaum laufen.
Dosenmusik: Kannst du dich noch an euren ersten Auftritt erinnern?
Frank: Klar, so was bleibt natürlich im Gedächtnis, und ich hab das sogar noch auf Video! Das war im Empress Ballroom zusammen mit E-Town Concrete, und wir waren echt schrecklich an dem Abend...haha, naja, das war auch bevor Jesse und Mark in der Band waren, unser erster Auftritt mit dem jetzigen Line Up war in Don Hills, mit der Band, die diesen MTV Wettbewerb fürs Ozzfest gewonnen hat, Sicks Deep glaube ich...
Dosenmusik: Und wie habt ihr dann geschafft den Deal mit Victory an Land zu ziehen?
Frank: Jesse hatte eines Morgens eine E-Mail von Tony Brummel bekommen, in der uns fragte, ob wir nicht ein Showcase für Victory spielen könnten. Wir haben dieses Angebot natürlich sofort angenommen. Wir haben dann für ihn und ein paar andere Leute von Victory gespielt und 5 Minuten nach der Show kam Tony dann auf uns zu und meinte, dass er uns gerne einen Vertrag anbieten würde. Das war schon einer der aufregendsten Momente in unserem bisherigem Leben für uns alle, keiner wollte zuerst glauben, was da gerade wirklich passiert war. Nachdem wir unser Equipment eingeladen hatten, habe ich meine Eltern angerufen und geweint. Für uns ist damit auf jeden Fall ein Traum ein Erfüllung gegangen.
Dosenmusik: In Zeiten von itunes und myspace, braucht man da überhaupt noch zwingend ein renommiertes Label wie Victory?
Frank: Also du brauchst es, wenn du das Gefühl hast, dass du es brauchst. Es gibt Bands die kommen auch ohne Label zurecht, und es gibt andere, für die ist die Zusammenarbeit mit einem Label essentiell wichtig. Unser Traum war es immer unsere Musik mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen. Und nur ein starkes Promoteam, dass sich um Interviews, Internet, Radio und TV kümmert, macht das wirklich möglich. Die Zusammenarbeit mit Victory, die uns eben diese Möglichkeiten bieten, ist also für die Verwirklichung unseres Traums enorm wichtig.
Dosenmusik: Was war das Ziel für euer neues Album? Wie wolltet ihr euch nach der EP weiterentwickeln?
Frank: Wir sind alle mit dem Album sehr zufrieden. Das Ziel war einfach nur eine logische, reifere Fortsetzung zur EP aufzunehmen. Unser Hautziel war dabei eigentlich nur niemanden zu enttäuschen, und ich denke, dass ist uns gelungen.
Dosenmusik: Dann erzähl doch mal kurz was zu den Gastauftritten auf dem Album...
Frank: Also wir haben ein paar gute Freunde mit auf der Aufnahme, Tyler von My Bitter End, Karl von Misery Signals und Gunny von All The Heathers Are Dying. Das interessanteste ist wohl, dass Karl seinen Part irgendwo auf dem Rückweg von ihrer Tour in Europa in einer Flughafen Toilette aufgenommen hat! Aber nichtsdestotrotz klingt sein Part absolut monströs.
Dosenmusik: Wart ihr aufgeregt, als ihr erfahren habt das ihr mit Zeuss aufnimmt, der ja schon ein paar ganz große im Genre produziert hat?
Frank: Nein, also zumindest nicht aufgeregt im Sinne von nervös, sondern eher in freudiger Erwartung, wie er unser Projekt beeinflussen würde. Er hat uns dann auch bei einer Menge geholfen und uns dazu gebracht, dass Beste aus uns herauszuholen.
Dosenmusik: Ihr habt auf jeden Fall geschafft euch einen eigenständigen Sound zu erarbeiten. Wo liegen aber eure musikalischen Einflüsse?
Frank: Wir haben früher alle viel Chimaira, Korn, Slipknot oder Fear Factory gehört. Aber darüber hinaus hat jeder in der Band noch ganz eigene Einflüsse. Joe hat viel Pantera, Crowbar und Meshuggah gehört. Ben und Joe, die ja Geschwister sind gingen glaube ich besonders auf Hatebreed and Gizmachi ab. Mark war ein großer The Used Fan, und von Life In Your Way glaube ich auch...und ich stand total auf One King Down, Neck und Section 8. Eine Band die wir alle sehr bewundert haben sind auf jeden Fall Korn. In ihren früheren Jahren sind sie sowohl was Performance und Songwriting angeht allen anderen voraus gewesen. Genau wie sie damals, wollen wir heute unser Genre so weit voran bringen, wie sie es damals mit ihrem geschafft haben.
Dosenmusik: Mal ganz theoretisch gefragt, was macht eine gute Melodie aus, bzw. was. Macht einen Rhythmus heavy?
Frank: Also Melodie und Rhythmus sind wichtige Bestandteile unserer Songs, weil dass einfach unserer Art zu schreiben entspricht. Was sowohl Melodie als auch Rhythmus am meisten beeinflusst ist meiner Meinung nach die persönliche Performance. Du wirst dich nur dann wirklich an etwas erinnern, bzw. als bedeutend empfinden, wenn es dir ein gewisses Gefühl gibt. Wir probieren schon verschiedene Gefühlslagen in unseren Songs zum Ausdruck zu bringen und ich hoffe das kommt auch so herüber.
Dosenmusik: Eure Song Titel haben dagegen schon einen witzig-ironischen Unterton...
Frank: Ja, die Songtitel sind schon irgendwie Witze über den eigentlichen Inhalt der Texte. Das beste Beispiel dafür ist wohl "You Got A Henna Tatto That Said Forever". So witzig das zunächst auch klingen mag, für mich bedeutet das so viel wie: du bist nicht nur unehrlich anderen, sondern auch dir selbst gegenüber. Aber die meisten Songs sind über eine Beziehung, die in die Brüche ging, während wir gerade am Album gearbeitet haben. Ich erwarte nicht, dass sich viele Leute damit identifizieren können, aber manche tun es doch, und dann ist es auch wieder schön, dass man mit dem eigenem Schmerz jemand anders erreichen konnte.
Dosenmusik: Auf welchen Song auf "Goodby to the Gallows" bist du besonders stolz?
Frank: Wahrscheinlich "It’s Not Just A Party, It’s A Funeral". Der ist vom Text her am persönlichsten für mich und ich spiele den live am liebsten. Wenn die Jungs den Song spielen fühlen wir uns noch mal mehr als Team an, der Song ist also definitiv das Herz des Albums für mich.
Dosenmusik: Und welche Gefühle wollt ihr eurem Publikum vermitteln?
Frank: Ich möchte, dass die Leute so ausgelassen und selbstbewusst sind wie wir selbst. Wir wollen auf der Bühne Spaß haben, und die Leuten vermitteln, dass sie die eigentlichen Stars der Show sind. Es geht nicht darum, dass ich mich amüsiere, sondern um die Leute draußen vor der Bühne im Pit.
Dosenmusik: Und mit welcher Band würdet ihr gerne mal eine gemeinsame Tour spielen?
Frank: Ich denke alle in der Band würden es lieben, gemeinsam mit Meshuggah zu touren.
Dosenmusik: Was war die vernichtendste Kritik, die du über euch selbst lesen musstest?
Frank: Hm, also ich lasse mich von schlechte Kritiken eigentlich nicht herunter ziehen., aber wir haben einmal 0 von 100 Punkten in einem Review bekommen. Da musste ich ziemlich lachen. Das war irgendwie so, wie wenn du in der 7. Klasse ein 18 seitiges Essay abgibst, aber darauf eine 6 bekommst, weil das Essay nur 8 Seiten lang sein sollte...haha.
Dosenmusik: Wenn Emmure eine Reality TV-Show im Stil von The Osbournes machen würde, wie würde das aussehen?
Frank: Haha, oh mann, wahrscheinlich total stumpfsinnig. Außer wir hätten viel Geld. Dann würde es unglaublich spektakulär sein. Und man bräuchte Roboter Augen um es überhaupt zu gucken, denn dann würde es in Robo-Vision gefilmt werden...
Dosenmusik: Ok, du hast das letzte Wort!
Frank: Ein großes Dankeschön an www.dosenmusik.de für dieses Interview. Danke an alle die diese Zeilen lesen werden, und ja, wir werden auch bald in eure Stadt kommen!

Frank - Vocals
Mark - Bass
Ben - Guitar
Joe - Drums
Jesse - Guitar

www.myspace.com/emmure

autor: Vorstadtkind | 10.06.2007
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