Interview mit Down
Interview mit Schlagzeuger Jimmy Bower am 18.04. in Wiesbaden Der Focus liegt auf DOWN!
Down Das vorerst letzte Date der Europa Tour stand am 18.04.2008 auf dem Plan von Phil Anselmo, Rex Brown, Kirk Windstein, Pepper Keenan und Jimmy Bower. Jimmy Bower der schon zu früheren Zeiten parallel mit EyeHateGod und Superjoint Ritual in der Metalwelt für Aufsehen sorgte stand uns exklusiv für ein kurzes Interview zur Verfügung. Letztes Down Date für dieses Jahr? Weit gefehlt! Jimmy gibt einen Überblick über Down's Aktivitäten in 2008, die Entstehung von ‚Over the Under' und erläutert im Schnelldurchgang die Entstehungsgeschichte von Down! Während Phil Anselmo noch im Tourbus weilt und ein Haare kämmender Rex Brown neben uns auf der Couch den üblichen Aktivitäten nach dem Aufstehen fröhnt, sitzen wir mit Jimmy bei Kaffee und Zigarette im selbigen Backstage vom Wiesbadener Schlachthof und plaudern gemütlich über die Band.

Dosenmusik: Wie läuft die aktuelle Down Tour bis jetzt Jimmy?
Jimmy: Großartig. Ich kann mich bis jetzt nicht beschweren. Wir waren zuletzt 2006 in Europa und auf der aktuellen Tour sind die Shows deutlich größer geworden. Es kommen immer mehr Fans um uns zu sehen. Wir haben eine wunderbare Zeit bis jetzt.
Dosenmusik: Ihr habt die letzten Dates vor eurem heutigen Gig in Wiesbaden in England absolviert. Wie lief es dort? Irgendwelche Unterschiede zu Deutschland?
Jimmy: Eigentlich genauso gut wie hier bei euch. Für mich macht es keinen großen Unterschied ob ich in Deutschland, England oder vor einem anderen Publikum spiele. Bis auf das die Leute anders reden. Große Moshpits gibt es bei Down Shows eh eher selten. Du wirst die Leute meist eher kopfnickend und wippend zum Groove der Musik beobachten können. Das ist anfürsich überall gleich, egal wo wir spielen.
Dosenmusik: Gibt es für euch sonst noch irgendwelche großen Unterschiede zu 2006? Oder für dich persönlich zu EyeHateGod oder Superjoint Ritual?
Jimmy: Nein, eigentlich nicht bis auf...

Das Interview wird kurz unterbrochen, da Kirk Windstein mit völlig schwarz verschmiertem Gesicht vorbeiläuft und von Rex Brown und Jimmy Bower ausgelacht wird. Kurzes schallendes Gelächter, beide sind offensichtlich äußerst amüsiert darüber, da er sich noch nicht ordentlich gewaschen hat.

Dosenmusik: Was ist den mit Kirk los? Warum ist der denn so eingesaut?
Jimmy: (lacht immer noch) Oh, der wurde gestern abend nach der Show angemalt. So wie King Diamond. Das war Phil's Werk.
Dosenmusik: Ein kleiner Tourscherz...?
Jimmy: Ja, so Dinge passieren eben mal auf Tour. (grinst) Zurück zu deiner Frage: Ich glaube das wir um einiges gesünder unterwegs sind als in 2006. Und durch das ganze touren sind Down noch besser zusammengewachsen. Die Band spielt noch tighter als vorher, wie man so schön sagt. Noch deutlich cooler als zuvor das ganze.
Dosenmusik: Erzähl uns was zu den Aufnahmen von "Over the Under", wie das ganze angefangen hat und was dir sonst noch so einfällt!
Jimmy: Wir haben uns im Januar 2006 zusammengesetzt bzw. haben da angefangen zu jammen. Wir haben sehr viel gejammt und eine Menge der Songs geschrieben. Dann waren wir erst einmal mit Black Sabbath auf Tour. Eigentlich waren wir schon im Studio in L.A., bekamen aber dann dieses verlockende Angebot. Und die Heaven & Hell Tour mit Black Sabbath durch Canada konnten wir in keinem Fall nicht antreten. Also was tun? Natürlich mit Sabbath durch Canada rocken! Zurück in L.A. ging es dann weiter, meine Drum Tracks waren zu dem Zeitpunkt schon im Kasten, wir haben anschließend die Guitar Tracks eingespielt und abgestimmt. Dann ging es straight ab nach Australien, wieder mit der Heaven & Hell Tour. Wir hatten also immer wieder Zeit uns das, was wir bereits aufgenommen und erarbeitet haben, nochmals durchzuhören. Und da kann man sich immer nochmal versichern ob es das ist, was man sich vorgestellt hat und an der eigenen Arbeit Kritik ausüben.
Dosenmusik: Aber grundsätzlich findet Ihr euch in einem Raum ein und jammt?
Jimmy: Wir schreiben alle Riffs. Wer auch immer an einem bestimmten Tag ein neues Riff in den Raum schmeißt, daraus ensteht dann meist schon etwas. Das läuft mitlerweile gut. Ich meine es ist einfacher geworden. Wir kennen uns alle schon so lange und die Chemie stimmt einfach.
Dosenmusik: Wie lange eigentlich?
Jimmy: Seit den späten Achzigern... es ist also ein sehr einfacher Prozesss, wenn wir Songs schreiben.
Dosenmusik: Der enorme Erfolg den Down mitlerweile haben, wo würdest du sagen das der herkommt?
Jimmy: Die Leute hören sich immer mehr in die Musik rein. Es reißt sie immer mehr mit. Auch durch die ganzen Shows. Es werden ja immer mehr. Wir kommen zurück nach dieser Tour und spielen hier in Europa einige Shows mit Metallica. Das wird verdammt cool. Gut, auf den Shows werden die meisten Leute wegen Metallica kommen, insofern stellt sich die Frage ob das unsere Fanbase vergrößert. Aber wir planen vor Weihnachten nochmal auf eine Solotour rüberzukommen. Das wird uns hier in Europa sicher noch mehr bei den Menschen und Fans verwurzeln.
Dosenmusik: Wie kamm es dazu da Ihr mit Metallica zusammenspielt?
Jimmy: Wir sind gefragt worden. Unser Manager kam zu uns und hat es uns gesagt. Aber so genau kann ich dir nicht sagen, wie das zustande kam. Darüber kann ich mir nicht auch noch Gedanken machen. Ich bin da um auf der Bühne alles zu geben. Um den Rest sollen sich die Manager kümmern. Dafür werden sie bezahlt.
Dosenmusik: Ihr last keine Vorband spielen sondern einen Film laufen vor der Show der sehr cool ist. Wer hatte die Idee?
Jimmy: Ich und Kirk haben recht viele Video Parts dazu beigesteuert. Mike Smith, einer aus unserer 2006er Crew hat jetzt zum neuen Film noch einiges dazugeschnitten an Backstage Footage. Und Aufnahmen aus dem Tourbus, dass ganze ist verknüpft mit den ganzen Musikvideos. Sehr cool wie ich finde. Es baut eine gute Stimmung auf vor der Show.
Dosenmusik: Hat ja auch was für die Fans. Sie bekommen schönes Zeug von euch zu sehn. Und ihr spielt länger, da keine Vorband dabei ist.
Jimmy: Ja, unsere Shows sind ja vorneweg mit zwei Stunden geplannt.
Dosenmusik: Was kannst du mir über dich erzählen, außer das du Drums bei Down spielst oder mit Phil bei Superjoint Ritual unterwegs warst?
Jimmy: Ich lese ganz gerne. Nehme zuhause oft irgendwelches 4-Spur-Zeug auf...das macht schon Spaß. So was zum Beispiel. Ich kümmer mich um mein Haus in New Orleans. Recht normales Zeug eigentlich, was jeder so tut.
Dosenmusik: Alles wieder klar bei euch da unten? Ihr habt durch den Sturm ja einiges durchgemacht damals!
Jimmy: Ja, es ist wieder besser! Es gibt sicher Teile der Stadt, die nicht mehr zurück kommen werden, aber jeder bei uns denkt positiv und das ist das Wichtige. Aber im Detail würde das zu lange dauern. Darüber kann man sich einen ganzen Tag unterhalten und das würde jetzt den Rahmen sprengen.
Dosenmusik: Denkst du Down funktionieren nur so gut, weil es die speziellen Mitglieder sind? Oder glaubst du, einer von euch wäre austauschbar?
Jimmy: Ich denke nicht. Musik machen kann man immer irgendwie, aber bei uns ist jeder so etwas besonderes, fehlte einer, würde das Gerüst zusammenbrechen. Das ist wie bei Led Zepplin. Fehlt einer, dann gibt es die Band faktisch nicht mehr. Oder wie bei Pantera, um das Thema nochmal aufzugreifen. Aus der Band ist niemand ersetzbar. Kein einziger.
Dosenmusik: Wann hat die Magie bei Down stattgefunden. Also wann habt Ihr euch gefunden?
Jimmy: Die erste Jam Session fand 1991 statt. Da haben wir "Temtations Wings" geschrieben, "Losing All" und "Bury me in Smoke". Das sind die ältesten Tracks von Down. Daraus entstand ein 3-Song-Demo, welches wir rausgegeben haben an diverse Leute und Freunde um zu schauen wie weit das führen könnte.
Von da an war jeder extrem beschäftigt mit anderen Dingen. Es war also nur eine Jam-Session mit der alles began. Immer wieder wenn wir zuhause waren haben wir damals an Nola (first Album! Anm. d. Verf) weitergearbeitet. Das Album entstand also über 2-3 Jahre. Fertig waren die Songs alle bestimmt 2 Jahre bevor das Album aufgenommen wurde.
Dosenmusik: Was hat sich für Down und für dich verändert seitdem? (What has changed since then?)
Jimmy: Rex ist zur Band gestoßen.
Dosenmusik: Noch was anderes?
Jimmy: (total verpeilt) What else? I changed my shirt! Ich versteh' die frage gerade nicht, sorry.

Gelächter, da Jimmy recht verpennt ist, man ist ja gerade erst aufgestanden. Macht nichts. Können wir überspringen.

Dosenmusik: Würdest du sagen das Down als ein Projekt angefangen hat und nun eine richtige Band ist?
Jimmy: Yeah. Zu Anfang haben wir das aus Spaß gemacht. Und irgendwann wurde von allen die bewußte Entscheidung getroffen, dass Down die Priorität hat. Jeder macht auch noch anderes, dass ist ja kein Problem. Aber alles richtet sich nach Down's Zeitplan. Egal um was es geht.
Dosenmusik: Also richtest Du es Dir auch persönlich so ein, dass du die meiste Zeit mit Down verbringst? Was das musikalische und die Band betrifft?
Jimmy: Ja, auf jeden Fall. Ich mache zuhause auch noch Aufnahmen und arbeite an Zeug mit EyeHateGod z.B. Aber wenn die Down-Glocke läutet: Time to go!
Dosenmusik: Und privat?
Jimmy: Eher weniger. Wir verbringen schon soviel Zeit auf Tour miteinander, irgendwann reicht es dann auch. Wir telefonieren eher mal und ich hänge auch mal bei Phil zuhause ab oder treffe mich mit Kirk. Aber im Großen und Ganzen ist es wie bei jeder anderen Band auch die viel zusammen touren. Zuhause ist man ganz froh, wenn man Zeit für sich hat.
Dosenmusik: Erzähl mir was zu Roadrunner Records. Warum haben Down gerade bei denen gesignt?
Jimmy: Sie waren bereit. Und es war die offensichtlichste Möglichkeit. Dieses Label hat soviel gutes für andere gute Bands getan, deshalb kam kein anders wirklich in Frage. Wir haben seitdem viel mehr Interviews, Features und Artikel in den richtigen Magazinen. Roadrunner investiert Geld in die Band und pusht sie an den richtigen Stellen, das ist sehr gut. Wir sind mehr als zufrieden.
Dosenmusik: Nochmal zu deinen Bands Down, Superjoint Ritual und Eye Hate God: Bevorzugst du eine?
Jimmy: Nun, es sind ja zwei verschiedene paar Schuhe. Bei Down sitze ich an den Drums, anderweitig spiele ich ja auch Gitarre. Aber ich mag beide von Grund her gleich gerne. Gitarre is mehr was ryhtmisches, wenn man Riffs schreibt. Ist beim Schlagzeug nicht anders, dass ist physisch aber deutlich anstrengender. Aber es ist schwer sich zu entscheiden. Eigentlich sind sie mir alle gleich lieb, der Focus liegt aber wie schon erwähnt bei Down.
Dosenmusik: Ihr seit diesen Sommer wie erzählt mit Metallica auf Tour. Was macht Ihr bis dahin? Und was steht danach für Down an?
Jimmy: Wenn es klappt, quetschen wir noch ein paar Shows dazwischen um uns aufzuwärmen bis wir mit Metallica touren. Unser Equipment bleibt vielleicht größtenteils sogar hier drüben in Europa. Aber genaueres ist noch nicht klar. Vorrausichtlich eine Tour in Japan im Oktober. Und dann vor Weihnachten nochmal hier nach Europa. Wie ich bereits sagte vorhin.
Dosenmusik: Das hört sich doch gut an. Super. Kommen wir mal Richtung Ende, Ihr habt ja gleich noch Soundcheck, richtig? Ein paar Worte an die unzähligen Down Fans da draußen, das wäre noch Klasse....!
Jimmy: Oh gerne. Vielen Dank für euren Support. Ich verspreche euch das bald noch einiges an neuer Musik von uns kommen wird! Wenn wir in eurer Nähe spielen, kommt auf jeden Fall zu einer unserer Shows! Es wird ein großartiger Abend. Das verspreche ich!
Dosenmusik: Vielen Dank für deine Zeit Jimmy! Und jetzt hau mal rein in deine Drums!
Jimmy: Thanks for spreadin' the word bro'! Have a good time. Bye!

Und zum Abschluß passiert es dann doch noch! Nach dem Verlassen der Halle und bei sonnigem Plausch mit den Vertretern des Labels am Backstage Eingang bittet uns der Security Chef der Band Scott ein paar Schritte zur Seite zu treten: ‚ Phil's comin' out of the bus to enter the venue guys! Would you mind to take a few steps back?!' tönt es pflichtbewußt. Man ist deutlich vorsichtiger geworden was die Sicherheit auf Shows ehemaliger Pantera Mitglieder angeht. Zurecht! Erklären brauch ich wohl keinem warum! Und nachdem seine Freundin das Wiesbadener Sonnenlicht zuerst erblickt, schlurft er aus dem Bus raus und an mir vorbei und grüßt freundlich mit klassischer Phil Gestik: ‚Hey, dude!'. ‚Es ist Philip Anselmo!' denke ich. DER Philip Anselmo. Als ich aus meiner 5-sekündigen Versteinerung wieder zu mir komme, grüße ich mit einem ‚Hey, Phil!' zurück! Mehr geht auch nicht mehr, denn er erläutert rasch und knapp im weiterlaufen: ‚I gotta go, first thing I need to do is taking a piss now. And the I'm havin' a real good shit!" Ich kann mir ein ordentliches Grinsen nicht verkneifen und verabschiede mich mit einem kurzen 'Bye, Phil!' Der ist ebenfalls grinsenderweise auch schon dabei die Halle zu betreten, um Angekündigtes zu tun. Was wieder mal beweißt: Auch der geneigte Rockstar ist ein Mensch wie du und ich und die Situationen mit Ihnen sind so normal und alltäglich wie zuhause nach dem aufstehn.
Trotz allem werden die Musiker dieser Band für mich Größen bleiben, vor denen ich höchsten Respekt habe, für Ihre aktuelle Arbeit und die, die sie in der Vergangenheit allen voran mit Down und Pantera, aber auch mit Superjoint Ritual, EyeHateGod, Crowbar und COC der Musikwelt beigesteuert haben.
We never gonna let you DOWN!

In diesem Sinne: Danke für die Aufmerksamkeit!


Phillip Anselmo - vocals
Rex Brown - bass guitar
Kirk Windstein - guitar
Peeper Keenan - guitar
Jimmy Bower - drums

www.down-nola.com

autor: Shavo | 18.04.2008
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