Interview mit Devil Sold His Soul
E-Mail Interview mit Gittarist Rick Chappel im Juni 2007 Unsere Musik ist sehr atmosphärisch
Devil Sold His Soul Danke, dass Ihr Euch Zeit nehmt für dieses Interview. Wir von Dosenmusik sind sehr stolz darauf, dass wir die Möglichkeit haben mit Euch reden zu können. Für diejenigen die Euch noch nicht kennen, Devil Sold His Soul haben gerade Ihr neues Album, "A Fragile Hope" veröffentlich, kommen aus England und sind bereit Deutschland und ganz Europa mit Ihrer Musik zu überrennen.

Dosenmusik: Erzählt doch mal wie Ihr Euch kennen gelernt habt?
Rick Chapple: Ich (Rick Chapple – Gitarre), Jonny Renshaw (Gitarre) und Paul Kitney (Samples) waren schon für einige Jahre zusammen in einer anderen Band involviert. Unglücklicherweise kam die Band zu einem abrupten Ende, genau zu dem Zeitpunkt als es erst richtig losgehen sollte. Entgegen das wir nun einfach aufgegeben hätten, entschieden wir uns dazu weiterhin musikalisch aktiv zu bleiben. Wir suchten damals einen Bassisten und Vokalisten und haben daher eine menge Hörproben durchgeführt. Durch diese Vorsprechen haben wir Ed Gibbs (Vocals) und Iain Trotter (Bass) gefunden. Die beiden kannten sich schon aus einer anderen Band in der sie jahrelang zusammen gespielt hatten. Es hat augenblicklich gefunkt und der Rest ist Geschichte.
Dosenmusik: Ich persönlich habe Euch durch Myspace kennengelernt. Ihr hattet mir damals geschrieben ich soll mal in Eure Songs reinhören, an dieser Stelle, Danke dafür. Wie wichtig ist oder war Myspace in Euren Augen?
Rick Chapple: Für Bands die es nutzen wollen, ist es ein sehr wichtiges Werkzeug. Es ist der perfekte Weg deine Musik global bekannt zu machen. Ich weiß zwar, dass es ein gewisses Stigma mit sich trägt, aber im Grunde kann es einer Band wirklich weiterhelfen. Für authentische Musiker die ihre Musik an viele Menschen weitergeben wollen, ist Myspace der beste Weg dies zu realisieren. Ich glaube das viele Menschen Myspace nicht so sehr mögen da es auch ne Menge schlechter Bands gibt die dich nerven. Aber wenn man sich die Zeit nimmt und tiefer geht und sich damit mehr beschäftigt, kann man wirklich hervorragende Bands und Musiker entdecken.
Dosenmusik: Nachdem ich die "Darkness Prevails" EP gehört hatte, habe ich herausgefunden, das viele von Euch Ex-Mitglieder von "Mahumodo" wart. Ich hab die Band sehr gemocht kann aber sagen das "A Fragile Hope" alles was bisher in diesem Jahr raus gekommen ist in den Schatten stellt. Wie schwierig ist es mit der "Mahumodo"-Vergangenheit umzugehen? Hat sie Euch Türen geöffnet oder hat sie es Euch das Leben schwerer gemacht?
Rick Chapple: Gute Frage. Vom ersten Moment unserer musikalischen Karriere, waren wir darauf bedacht unsere eigene Note in die Musikszene miteinzubringen. Wir sind natürlich keinesfalls beschämt über unsere musikalische Vergangenheit, aber wir wollten natürlich auch nicht als die nächsten "Mahumodo" gesehen werden. Wir sind unterschiedlich und das war eine bewusste Entscheidung. Wir haben natürlich unsere Modo-Jahre sehr genossen, aber wir wollten unseren musikalischen Horizont durch unsere Musik erweitern. Ich bin mir sicher das die Modo-Verbindungen uns geholfen haben, immerhin haben eine Menge Leute die Band wirklich geliebt – aber es war unter keinen Umständen ein einfacher Weg zur heutigen Situation. Wir sind stolz auf alles was wir mit Modo erreicht haben, aber ich kann mit Sicherheit sagen das wir noch stolzer auf das sind was wir mit Devil Sold His Soul erreicht haben. Und ich hoffe, dass wir noch viel mehr erreichen werden.
Dosenmusik: Kommen wir zum neuen Album. Es ist unglaublich düster, trotzdem wunderbar, kurz einfach brillant. Könnt Ihr das Album bitte thematisch sowie musikalisch zusammenfassen?
Rick Chapple: Danke schön. Also ein großer Teil unserer Musik ist es den Hörern den Freiraum zu lassen sich ihre eigenen Vorstellungen zu machen – da wir ja alle aus verschiedenen Gründen und in verschiedenen Stimmungen Musik anhören. Aber mit diesem Album haben wir schon ein bewusstes Thema durchgängig gewählt. Ich würde nicht soweit gehen und sagen das es ein Konzeptalbum ist, aber wenn man sich Titel wie "Dawn of the first Day", "The Coroner" und "Hope" anschaut, kann man schon fast eine persönliche Reise heraufbeschwören. Eine Reise die fast schon so etwas wie einen persönlichen Lebensquerschnitt mit all seinen wichtigen Ereignissen darstellt – Geburt – Tragödien – Tod – Hoffnung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder in der Band seine ganz eigenen persönlichen Gefühle und Gedanken zu unseren Songs hat. Für meinen Teil möchte ich hoffen, dass jede individuelle Reaktion eine unterschiedliche, aber natürlich eine Positive, sein wird.
Dosenmusik: Wie ich finde beschreibt Eure Musik eine wunderschöne Dunkelheit. Ist das Eure Intension? Ich meine Eure Songs sind oft sehr lang und umschließen den Zuhörer eher als ihn mit brutalen Gewaltausbrüchen zu überrennen. Eure Musik scheint mehr verführerisch zu sein, denkt Ihr, dass dies mit ein Grund für Euren großen Erfolg ist?
Rick Chapple: Absolut. Wir versuchen nicht einfach was zu schreiben nur damit wir was geschrieben haben. Alles muss über eine lange Zeit gut durchdacht und realisiert werden. Es ist leicht das Radio anzumachen und dann in den Proberaum zu gehen um "sichere" Musik zu schreiben. Es ist natürlich weitaus schwieriger sich von solchen Trends fernzuhalten. Wie auch immer, dieser Weg führt natürlich nicht immer zu einem Mainstream Erfolg, aber das sollte ja auch nicht das ultimative Ziel von Musik sein. Du musst an dem was du schreibst Spass haben und natürlich auch daran glauben, denn wenn du das nicht tust, dann denke ich wird es sehr schnell offensichtlich in deiner Musik. Wenn du dagegen mit leidenschaftlich dabei bist, dann spürt das auch der Zuhörer.
Dosenmusik: Was sind die größten Unterschiede zwischen der Arbeit an "Darkness Prevails" und "A Fragile Hope"?
Rick Chapple: Die Zeit. Für "Darkness Prevails" habe wir lange gebraucht um alles fertig geschrieben zu haben. Die Aufnahmen hingegen waren schnell erledigt. Bei "A Fragile Hope" hat das schreiben ähnlich lang gedauert aber diesmal haben wir uns auch bei den Aufnahmen ordentlich Zeit gelassen. Aufgenommen hat es unser eigener Gitarrist Jonny, somit hatten wir in allen Bereichen die federführende Hand. Wir hatten kein Label im Nacken welches uns Anweisungen gegeben hat, also haben wir uns reingekniet und uns Zeit gelassen. Obwohl es sehr angenehm war keine zeitliche Beschränkungen zu haben, muss man aufpassen das man sich nicht im Kreis dreht. Das kann schnell passieren wenn man sich allzu viel Zeit lässt. Aber wir sind mit dem Endresultat alle höchst zufrieden und das ist das wichtigste.
Dosenmusik: Wenn man das Album endlich veröffentlicht hat, wünscht man sich manchmal noch was ändern zu können, so im nachhinein?
Rick Chapple: Es gibt immer Dinge wo man sich wünscht sie würden anders klingen oder Teile die länger sein sollten, oder etwas ähnliches. Aber ich denke das gehört einfach zum Lernprozess dazu. Es nützt ja auch nichts sich dann in so was zu verlieren, man muss immer daran denken – man hat etwas dazugelernt also auf gehts zum nächsten Song. Klangtechnisch sind wir mit dem Album super zufrieden, es ist hart wenn nötig und feinsinnig in den richtigen Augenblicken. Solange es dem Zuhörer die Möglichkeit bietet beim hören in eine andere Welt abzutauchen, sind wir glücklich.
Dosenmusik: "The Starting" und "Dawn of the First Day" sind bisher meine Lieblingslieder. Bei diesen Songs wechselt ihr oft von harten Momenten hin zu soften Passagen. Ist das die Essenz Eurer Musik, versteht Ihr so den Sound von Devil Sold His Soul als ein Zusammenspiel aus Licht und Dunkelheit?
Rick Chapple: Eindeutig. Einer der wichtigsten Aspekte unserer Musik ist es über die Balance zwischen Licht und Dunkelheit zu schreiben. Wenn man diese Komponenten gegeneinander setzt, wird jeder Teil eines Songs noch intensiver und effektiver. Es geht hier immer um den Kontrast zwischen Feinsinnigkeit und Dynamik.
Dosenmusik: Welche Themen behandeln Eure Lyrics hauptsächlich und gibt es dafür einen speziellen Grund?
Rick Chapple: Ich schreibe keine Lyrics für uns, dafür ist weitestgehend Ed zuständig. Ich kann natürlich nicht wirklich erklären woher er seine Inspirationen bezieht. Aber was ich stark vermuten kann ist, dass seine Lyrics auf dem realen Leben beruhen. Seine Reaktionen auf Ereignisse, Beziehungen und generellen Erfahrungen die er in seinem Leben gesammelt hat darstellen.
Dosenmusik: Wie können wir uns das Entstehen eines DSHS Songs vorstellen? Trägt jeder zu einem Song mit bei und hat dort dann jeder seine festen Rollen?
Rick Chapple: Natürlich tragen wir alle zu jedem Song etwas bei. Es Song kann aus einem Riff entstehen welches dann mit einem anderen gemischt wird. Oder einer von uns kommt mit einem fertigen Song an und dann setzten wir uns hin und arbeiten ihn weiter aus, bis wir alle damit zufrieden sind. Normalerweise kommen die Vocals immer am Ende dazu, es muss aber nicht immer so sein. Im Grunde bringt jeder seine Ideen an den Tisch und wir alle arbeiten dann an Ihnen bis der Song komplett ist. Auf diesem Weg kann auch jeder seine persönliche Note in die Songs mit einbringen.
Dosenmusik: Wann immer ich so komplexe und in sich schlüssige Musik höre, frage ich mich kommt das vom Jamen oder wird jeder Song vorher auf Papier ausgetüftelt?
Rick Chapple: Viel unserer Musik ist vorher genau durchgeplant, sogar bevor wir überhaupt zu den Probeaufnahmen gehen. Wir nehmen häufig kleine Demos daheim auf und schicken sie den anderen. Obwohl dann manchmal Song in den Probeaufnahmen komplett anders klingen als wir uns das dann vorgestellt hatten. Wenn sie dann nicht funktionieren, jamen wir an diesen Stellen und mischen sie mit anderen Ideen. Ich denke dadurch haben wir einen gesunden Mix aus geplanter Papierarbeit und neuen Elementen die durch das Jamen im Proberaum entstehen. Viele der von uns geliebten Arrangements sind in der so genannten "11th Hour" entstanden, wenn wir uns gesagt haben, lasst uns einfach mal was neues ausprobieren.
Dosenmusik: Wo ist Eurer Meinung nach der perfekte Ort um Musik zu schreiben? Müsst ihr dafür in einer besonderen Stimmung sein oder spielt das weniger eine Rolle im kreativen Prozess?
Rick Chapple: Naja wir schreiben eigentlich alles Zuhause. Wir haben noch nicht so viel Getourt das wir gezwungen waren auf Tour etwas zu schreiben. Manchmal entstehen Riffs während wir unterwegs sind. Dann hoffen wir, dass wir uns bei der nächsten probe noch an sie erinnern können. Inspiration kann an jedem Ort und zu jeder Zeit kommen, solange eine Gitarre in der nähe ist, daher denke ich das man überall schreiben kann.
Dosenmusik: Auf Eurer Myspaceseite beschreibt ihr Euren Sound als "Die Furcht einflößenden Stellen von 'Constantine'". Kommen viele Eurer Einflüsse aus Filmen?
Rick Chapple: Vielleicht ein wenig. Ich denke unsere Musik ist sehr atmosphärisch, daher kann ich schon verstehen das man zu diesem Schluss kommen kann. Aber es ist nicht so das wir konstant darauf bedacht sind so was wie Filmmusik zu schreiben. Aber jeder von uns liebt Filme und wenn eines unserer Lieder es auf einen Soundtrack schaffen würde, das wäre schon genial.
Dosenmusik: Wenn wir schon von Filmmusik sprechen. Würdet ihr gerne mal einen kompletten Score für einen Film schreiben und wenn ja was für ein Film müsste das sein?
Rick Chapple: Das wäre natürlich ein sehr spannendes und großes Projekt. Es müsste dann schon ein episches Werk sein, so wie Gladiator, mit großem Budget und all dem Kram. Ein Film der dich echt emotional mitnimmt wenn du ihn dir ansiehst. Ich mag den Soundtrack von Gladiator, wäre bestimmt sehr interessant den mal mit ordentlichem Gitarrensound zu interpretieren.
Dosenmusik: Musikvideo sind ja eigentlich immer sehr beliebt. Wie sieht es da bei Euch aus, gibts neue Videos auf die wir uns freuen können?
Rick Chapple: Wir haben gerade unser neues Video zu "Between Two Words" (jetzt zu sehen auf unserer Myspaceseite) veröffentlich. Es wurde schon auf MTV2 gesendet und wie hoffen natürlich das wir nun auch bald ein zweites Video zum neuen Album drehen können.
Dosenmusik: Im nächsten Monat werdet ihr einige Festivals nach Eurer aktuellen UK Tour spielen. Wo spielt ihr denn lieber auf so einem großen Festival oder dann doch eher in einem kleinen Club? Und wann können wir Euch in Deutschland live erleben?
Rick Chapple: Festivals sind großartig und machen eine Menge Spass, obwohl sie manchmal schon sehr hektisch werden können. Wir sind ziemlich effizient, das bedeutet wenn wir zu einer Veranstaltung kommen steht unser Set ziemlich schnell und wir wollen dann auch zügig loslegen. Aber in kleinen voll gestopften Clubs zu spielen ist natürlich auch eine Menge Spass. Wir wollen so schnell wie Möglich nach Deutschland kommen. Bisher haben wir nur gute Reactionen von euch und ganz Europa erhalten, wir hoffen also das die Tour bald ansteht.
Dosenmusik: Welche Länder wollt Ihr denn unbedingt mal getourt haben?
Rick Chapple: Also Europa als ganzes, natürlich Skandinavien, Japan, Kanada und die Staaten wären auch unglaublich cool. Ich denke es ist echt eine Schande das so wenige Britische Band eine Tour außerhalb von England bekommen. Aber mit ein wenig Glück schaffen wir es innerhalb eines Jahres den Sprung rüber aufs Festland für eine Tour. Ich war sogar früher als Kind ab und zu in Deutschland, daher freue ich mich natürlich ganz besonders darauf mal wieder vorbeizuschauen.
Dosenmusik: Wenn ihr eine Show absolviert, was macht Euch am meisten Spass, die Reaktionen der Fans zu erleben oder Eurer kreative Arbeit zu präsentieren?
Rick Chapple: Beides. Man braucht schon viele Leidenschaft für Live Shows. Immerhin muss man ja jedes Mal mit der gleichen Intensität spielen, egal ob da nun 10 oder 1000 Leute stehen. Wenn man das erreicht hat werden auch die Leute von deiner Energie gepackt und gehen ordentlich ab. Und mit unser Stroboskop gespickten verrauchten Atmosphäre die wir schaffen, lassen wir die Menschen immer nachdenklich über die Musik zurück.
Dosenmusik: Ok kommen wir mal langsam zum Ende. Welche 5 Alben haben euch inspiriert Musiker zu werden?
Rick Chapple: Metallica - Master Of Puppets
Deftones - Around The Fur
Slipknot - Slipknot
Guns N Roses - Use Your Illusions I and II
Michael Jackson - Bad
Dosenmusik: Famous Last Words.
Rick Chapple: "On my signal, unleash hell!"
Dosenmusik: Danke nochmals für das Interview und wir hoffen das wir Euch auch bald Live erleben können. Bis dahin weiterhin viel Erfolg.
Rick Chapple: Wir danken euch und sind schon jetzt seht gespannt auf den Trip nach Deutschland. Und dann werden wir mit euch Jungs ordentlich rocken.


Iain - Bass
Paul - Samples
Ed - Vocals
Jonny - Guitars
Leks - Drums
Rick - Guitars

www.devilsoldhissoul.com

autor: CUBTB | 28.06.2007
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