E-Mail Interview mit Devils Gift
Interview mit Lennon Murphy am 06. August 2008 Hey das ist das Musikgeschäft, wenn du nicht ständig verarscht wirst machst du das irgendwie verkehrt.
Devils Gift Ein kurzes Blitzinterview mit einer sehr aktiven und freizügigen Lennon Murphy. Mit 17 Jahren unterzeichnete das Suicide Girl ihren ersten Major Plattenvertrag und wird seither von allen Seiten mit Lob überschüttet. Nun dreht die Rockröhre richtig auf und veröffentlich mit Devils Gift ihr ersten Metal Album. Doch kurz vor dem Start dieser neuen Ära wird ihre bisherige Karriere als Musikerin Lennon durch eine Klage von Yoko Ono stark gefährtet. Erfahrt hier was Lennon dazu zu sagen hat.

Dosenmusik: Wie gehts dir denn Heute?
Lennon: Bin müde und anscheinend immer noch betrunken. Habe gestern drei Stunden lang an meinem neuen Tattoo arbeiten lassen und wollte den Schmerz mit Alkohol bekämpfen. Hat leider nicht geholfen, tut noch immer weh aber ansonsten geht's mir gut.
Dosenmusik: Na dann lass uns mal gleich zur Sache kommen. Yoko Ono hat dich verklagt, oder will dich davon abhalten Lennon weiterhin als deinen Künstlernamen zu nutzen? Aber es gibt doch auch anderen Musiker, wie die Lennon Sisters, die diesen Namen benutzen, warum wirst ausgerechnet du verklagt?
Lennon: Das eigentliche Problem ist, dass ich die Rechte für musikalische Zwecke an dem Namen "Lennon" besitze. Dies schütz mich und meine Arbeit davor, dass andere Künstler "Lennon" als Namen für irgendwelche Sachen benutzen dürfen. Zum Beispiel wenn jemand Bootleg Sachen mit dem Namen "Lennon" erstellen will. Yoko Ono will mich davon abhalten meinen Namen als Künstlerin nutzen zu dürfen, neben anderen Sachen die Sie noch verbieten möchte.
Dosenmusik: Kannst du dir vorstellen "Lennon" als Künstlernamen zu verlieren? Was würde das für deine Karriere bedeuten?
Lennon: Das würde so ziemlich meine komplette Karriere zerstören, für die ich 8 jahre hart gearbeitet habe. Wenn es Yoko schafft mir die Patentrechte wegzunehmen und dann für Sich selber zu beantragen, kann Sie praktisch jeden Laden anweisen meine Sachen aus dem Sortiment zu nehmen. Merchandise das wir bisher produziert haben wäre dann wertlos. Kurz, "Lennon" würde komplett verschwinden wenn es das ist was Yoko will.
Dosenmusik: Warum verklagt dich Yoko Ono jetzt erst, immerhin nutzt du den Namen schon seit langem und warst auch auf Tour mit Aerosmith? Hast du sie irgendwie verärgert?
Lennon: Ich habe die gute Frau noch nie getroffen. Es gibt da eine 5 jährige Frist in der man eine Trademarkbeantragung anfechten kann. Sie hat mit ihrer Anfechtung bis zum letzten Tag damit gewartet. Ich kann mir nur vorstellen das sie irgendeinen Deal in Aussicht hat, diesen aber ohne den Markennamen "Lennon" nicht abschließen kann.
Dosenmusik: Die Frage muss erlaubt sein, obwohl du schon oft gesagt hast, dass du "Lennon" nie als Türöffner für deine Karriere benutzt hast. Denkst du trotzdem, dass die Leute anders reagieren wenn sie den Namen Lennon lesen oder hören, weil die meisten an John denken?
Lennon: Da hab ich echt keine Ahnung. Was John Lennon und was ich musikalisch mache, sind zwei komplett unterschiedliche Dinge. Für mich ist es nur mein Name ich hatte keine andere Wahl als Ihn zu benutzen immerhin hat ihn meine Ma für mich ausgesucht.
Dosenmusik: Wir können also festhalten, Lennon ist dein Geburtsname und niemand sollte dich davon abhalten dürfen ihn zu benutzen. Was würdest du Yoko Ono sagen, wenn sie hier wäre?
Lennon: Das größte Problem habe ich damit wie sie die ganze Geschichte angefasst hat. So lange zu warten, dann die Klage, die mein Leben so ziemlich auf den Kopf gestellt hat. Es gibt auch noch andere Lösungen als immer gleich zu Gericht zu ziehen egal ob es nun gerechtfertigt ist oder nicht.
Dosenmusik: Ok noch eine abschließende Frage zu dieser Sache. Du hast alles nach bestem Wissen und mit Beistand von Anwälten erledigt. Nun wirst du trotzdem verklagt, fühlst du dich nun von den Anwälten oder vom Musikbusiness verarscht?
Lennon: Hey das ist das Musikgeschäft, wenn du nicht ständig verarscht wirst machst du das irgendwie verkehrt.
Dosenmusik: Wenn wir uns dein Leben anschauen passt diese ganze Geschichte irgendwie ins Bild. Du hast es echt nicht leicht gehabt, ist dein Motto daher niemals aufzugeben?
Lennon: Eigentlich ist es eher, erwarte das schlimmste dann gibt es wenigstens keine bösen Überraschungen.
Dosenmusik: Es kommt ja bald dein Nebenprojekt "Devils Gift" auf den Markt. Inwieweit unterscheidet es sich von deinen bisherigen Material?
Lennon: Es ist definitiv ein sehr viel härterer Sound. Mit diesem Album fühle ich mich sehr wohl, es ist sehr viel mehr mein wahres ich.
Dosenmusik: Warum der Wechsel, hast du einfach so viel Ausschuss oder wolltest du mal in die härtere Musik vordringen?
Lennon: Ich wollte schon immer ein viel härteres Album machen. Aber über die Jahre hab ich einfach nicht die geeigneten Musiker gefunden. Endlich habe ich dann Jason und Dave kennengelernt und mit denen klappt das.
Dosenmusik: Mit "Lennon" hast du einen sehr guten Ruf, anscheinend liebt dich jeder Musikkritiker. Bringt das zusätzlichen Druck zum neuen Projekt "Devils Gift"?
Lennon: Bei "Devils Gift" verspüre ich gar keinen Druck. Ich bin sehr stolz auf das Album, denn es ist das Album welches ich schon immer machen wollte. Kritiker und Fans werden immer ihre Meinung zu dem haben was ihre Lieblingsmusik ist. Am Ende sind beide Projekte ein Teil von mir.
Dosenmusik: Du hast mir Jason Suecof (Trivium, DevilDriver, Chimaira) kollaboriert, kein unbekannter in der Branche, wie war die Zusammenarbeit?
Lennon: Mit Jason zu arbeiten war definitiv sehr interessant. Als wir mit dem Album begannen hatten wir noch keine wirkliche Richtung. Außerdem war ich es absolut nicht gewöhnt mit anderen Leuten Songs zu schreiben. Wir haben also einfach angefangen zu arbeiten und haben die Songs sich selbst formen lassen. In einigen Nächten waren wir wirklich sehr produktiv und in anderen haben wir nur Blödsinn gemacht und Fernsehen geschaut. Alles in allem war hat es sehr viel Spaß gemacht und war eine sehr lockere Arbeitsweise.
Dosenmusik: Bitte erzähl uns mehr vom anstehenden Album. Sind die Lyrics wieder so persönlich wie bei denen Solosachen?
Lennon: Natürlich, ich habe den Glauben und die Angewohnheit nur von Dingen zu schreiben die ich persönlich erlebt habe. Man sollte generell nur über solche Dinge schreiben. Obwohl "Victim" kam durch einen "Snapped" Marathon im Fernsehen zustande. Ich habe mich auf diesem Album seelisch etwas mehr geöffnet aber auch einige Türen geschlossen. Es ist gut wenn man etwas hinter sich lassen kann und neu beginnt.
Dosenmusik: Wenn du anfängst zu schreiben, überlegst du dir vorher ob der Song für Devils Gift oder Lennon sein wird?
Lennon: Ich schreibe einfach. Obwohl Devils Gift schon eine andere Erfahrung war. Jason und Dave (Schlagzeug) schrieben die Musik, also anstatt alles allein zu schrieben, so wie ich es gewöhnt bin, musste ich ihre Musik zu mir sprechen lassen und herausfinden was sie mir sagt. Am Anfang war das manchmal richtig stressig aber am Ende habe ich diesen Entstehungsprozess sehr genossen.
Dosenmusik: Zum Namen "Devils Gift" gibt es doch bestimmt eine Geschichte oder warum wurde dieser Name gewählt
Lennon: Nun, ich hasse es mir Namen auszudenken. Ich habe mit meinem Assistenten gesprochen während ich nachts von Jason heimgefahren bin. Er erwähnte, dass Jeff mein Manager auf meinem Message Board etwas geschrieben hatte. Natürlich zum neuen Album und das es das Devils Gift für den Metal sein wird oder irgend so einen Schwachsinn. Während dem Gespräch viel uns auf, dass das eigentlich gar kein schlechter Name ist. Wir haben dann nachgeschaut und niemand hatte den Namen bereits genutzt. Tja passt halt.
Dosenmusik: Glücklicherweise wolltest du nie die neue Britney oder Aguilera werden, welche Frauen bewunderst du denn?
Lennon: Ich bewundere unterschiedliche Menschen und mache das am Geschlecht nicht fest. Der Mensch den ich am meisten bewundere ist Kirk Douglas. Wenn es um Frauen geht, müsste ich wohl Ani Difranco, Heart, Ayn Rand nennen. Die haben ihren Erfolg und sich selbst als Mensch kreiert.
Dosenmusik: Es steht ja eine große Europatour ins Haus was erwartest du von ihr?
Lennon: Gutes Bier, keinen Schlaf und kaltes Wetter
Dosenmusik: Ok kommen wir mal langsam zum Ende, eines muss ich aber noch Fragen. Denkst du, dass Suicide Girls deiner Karriere geholfen hat, oder denkst du das dich nun einige immer nur auf deinen Körper reduzieren?
Lennon: Ich geh ja fast jeden Abend mit einem Hauch von Stoff umhüllt auf die Bühne. Daher denke ich das SG mir keineswegs geschadet haben. Durch diese Seite haben mich Menschen kennengelernt die mich vorher noch nicht kannten. Was die Leute schlussendlich zu meiner Musik bringt ist mir nicht so wichtig. Du musst erst ihre Aufmerksamkeit bekommen, bevor sie ein Fan werden können. Was immer die Aufmerksamkeit auf mich zieht ist doch gut für mich. Ich will einfach nur spielen.
Dosenmusik: Famous Last Words.
Lennon: "Drink To Me" Pablo Picasso - "Friends applaud, the comedy is finished" Beethoven - "Go on, get out-last words are for fools who haven't said enough" Marx
Dosenmusik: Vielen Dank nochmal für deine Zeit und viel Erfolg mit Devils Gift und das sich die Yoko Ono Geschichte bald zu deinen Gunsten erledigt hat.
Lennon: Ich danke dir für dieses Interview.

Lennon - Vocals, Keys
Dave Eltich - Drums
Jason Sucoef - Guitar, Bass

www.lennononline.com

Autor: CUBTB | 07.08.2008
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