Interview mit DevilDriver
Interview mit Dez am 10.12.2003 vor dem konzert in colorado, usa Zugänglicher als der geneigte Fan zu denken glaubt... Dez Fafara spricht über DevilDriver und wie wichtig ihm Kontakt zu Menschen ist.
Devil Driver dosenmusik: hey dez grüß dich wie geht es dir.
dez: mir geht es soweit blendend, bin gerade aufgestanden und wir bereiten uns darauf vor so in in 7 bis 8 stunden wieder auf der bühne zu stehen.
dosenmusik: wo treibst du dich den gerade rum? du bist auf tour in den staaten oder?
dez: ja richtig, wir sind gerade auf tour mit superjoint ritual und morbid angel. morbid angel haben die tour gerade gestern abend beendet, also sinds momentan nur noch superjoint und wir. gerade sind wir in colorado, hier haben wir heute abend noch einen gig und dann fahren wir noch weiter über las vegas nach los angeles.
dosenmusik: wie ist eure tour bislang gelaufen?
dez: es war unglaublich! wir touren mit superjoint ritual jetzt schon seit zweieinhalb monaten, phil (anslemo, ex-pantera sänger d.verf.) liefert jeden abend eine unglaubliche leistung ab, sein gesang, dieser heftige, große shout out den er bringt jeden abend auf der bühne ist sensationell gut. es ist toll mit solchen leuten zusammen zu spielen die einen so gut unterstüzten. das publikum war ebenfalls unglaublich.
dosenmusik: man kann also schon sagen das devildriver in den u.s.a. richtig gut laufen und gute unterstützung bekommen!?
dez: ja sicherlich, wir sind mit unserem album offensichtlich in diesen metalstrom der hier drüben gerade guten anklang findet hineingeraten, es gefällt den leuten und den kids und sie kaufen es und kommen zu den shows...es ist toll und läuft richtig gut.
dosenmusik: das hört sich super an, bei uns hier in deutschland hat euer album auch ziemlich gut eingeschlagen, seit dem freddy vs. jason sountrack mit ‚swinging the dead' wird der song hier in jedem club gespielt egal wo man hinkommt. auch eure anderen songs werden immer bekannter. ‚cry for me sky' oder ‚revalation machine'. werden rauf und runter gespielt und die leute rasten völlig aus!
dez: das respektiere ich sehr. bei euch drüben war es bislang immer so das die leute entweder voll hinter musik stehen oder eben gar nicht. das spricht sehr dafür wie ihr musik beurteilt, ihr seid gute menschenkenner. europäische fans sind generell können sehr gut beurteilen was heavy ist und was nicht. es ist gut zu hören das unsere songs gespielt werden die wir einfach so geschrieben haben wie wir sie haben wollen. und mitzubekommen das leute zugreifen und zu erkennen das ihnen die musik die ich aus tiefstem herzen heraus geschrieben habe gefällt ist ein sehr gutes gefühl.
dosenmusik: denkst du es könnte etwas damit zu tun haben das wir eine andere sprache sprechen und songs deshalb einfach mehr analysieren nach einer bedeutung suchen, statt nur auf die musik zu hören?
dez: ja das könnte sein und das gefällt mir sehr weil ich versuche mit meinen lyrics wirklich ernsthaft was zu erzählen.
dosenmusik: ich habe mich persönlich sehr viel mit texten von coal chamber und devildriver befasst und sie gelesen und weis sie sehr zu schätzen weil ich mich in manchen punkten auch damit identifizieren kann.
dez: das gefällt mir sehr! weist du ich bin anfür sich ein ganz gewöhnlicher kerl. ich bin in einer durchschnittlichen familie der arbeiterklasse aufgewachsen und ich selbst arbeite mir den arsch ab hier draußen um meine familie auch unterstützen zu können. ich höre sehr viele musik wie jonny cash und sowas. ich will den menschen ganz einfach erzählen wer ich bin, was in meinem leben los ist und worum es bei mir geht. songs wie ‚cry for me sky' erzählen genau wer ich bin und was es bracht um ein mann zu sein vor diesem arbeiter hintergrund und den kampf den man hat wenn man von da kommt.
dosenmusik: das ist es bestimmt auch was viele leute auch hier bei uns zu schätzen wissen, dass es ehrlich ist. und deshalb warten wir natürlich drauf euch auch hier bei uns zu sehen. habt ihr schon was geplant?
dez: wir werden definitiv rüber nach deutschland kommen. ich weis noch nicht genau wann aber es gibt gerüchte das es februar,märz,april rum sein müsste.
dosenmusik: habt ihr vor festivals hier zu spielen?
dez: ich würde gerne eine clubtour machen bevor die festivals beginnen.
dosenmusik: gefällt dir das besser?
dez: es ist nicht besser, auf einem festival stehe ich auch auf der bühne, da wo ich zuhause bin. nur ist es in kleinen locations persönlicher und man hat mehr persönlichen kontakt zu den menschen, das mag ich sehr. ich mag es vielen leuten die hand zu schütteln und wir können die menschen einfach besser kennenlernen, sie persönlich treffen. das ist es worum es mir gerade geht, leute zu treffen die einen bezug zu uns haben und das selbe leben leben wie ich, den gleichen lifestyle verfolgen.
dosenmusik: das ist eine gute sache, es gibt heutzutage viele bands die nicht so sehr auf ihre fans eingehen und da eher berührungsängste haben!
dez: ich habe eine band verlassen die da eher so drauf war, aber so will ich nicht sein und so werde ich auch nie sein. wenn jemand um 2 uhr morgens draussen im schnee wartet und was von mir unterschrieben haben will, dann geh ich raus und geb ihm ein autogramm! einfach weil es ihm so viel bedeutet, unsere musik und dieses autogramm ist vieleicht alles was dieses kid hat. das muss man respektieren wenn jemand die ganze nacht wartet um von mir ein autogramm zu bekommen und ich halte das für sehr wichtig. ich meine das bin ich selbst, ich war genauso bevor ich mit dem ganzen kram hier angefangen habe. ich werde euch jetzt eine kleine geschichte erzählen die nicht sehr viele kennen weil ich außerdem recht viel kaffee getrunken habe heute morgen und irgendwie mich gerade danach fühle euch das mitzuteilen: 1995 habe ich mich phil anslemo (sänger von pantera anm. d. verf.) auf irgendeiner strasse in los angeles genähert. das war bevor coal chamber überhaupt irgend etwas großes gemacht hat oder irgendwie bekannt war. ich hab mich vor ich gestellt und gesagt: "phil, ich spiele auch in einer band und eines tages werden wir mit euch zusammen spielen!" und hab noch eine weile mit ihm geredet. er war gerade beschäftigt und mit irgendeinem mädchen shoppen, aber er hat sein zeug hingestellt, die alte beiseite geschoben und sich die zeit genommen und mit mir, einem fan der band pantera geredet und mir mein autogramm gegeben. und genau derselbe bin ich heute auch noch. es ist schön das ihr die kleinen details bemerkt und ihnen aufmerksamkeit schenkt und mir darüber fragen stellt. meine jungs in der band sind da genauso drauf, sie mögen es rauszugehn und den leuten die hände zu schütteln denen es etwas bedeutet.
dosenmusik: hat dir dieses feeling bei coal chamber gefehlt und habt ihr euch deshalb aufgelöst?
dez: nunja also coal chamber hat sich ja nich wirklich aufgelöst, wir sind einfach nicht mehr miteinander klargekommen. die anderen wollte mehr irgendsoeine kommerzielle elektronische musik machen. darauf hatte ich einfach keinen bock. wir haben uns sehr viel gestritten und innerhalb der band gekämpft. und man man kann doch nicht jeden tag in einen job reingehn und sich die köpfe einschlagen, da kündigt man irgendwann einfach!
dosenmusik: ja darüber habe ich gehört, ihr hattet doch sogar auf der bühne stress zeitweise, damit muss man umgehen und...( dez fällt ins wort)
dez: ich weis was du fragen willst und antworte jetzt mal für dich direkt: im grundsatz muß ich in den spiegel schauen können und sagen das ich glücklich bin sonst färbt das auf alle um mich herum ab, meine frau meine kleinen kinder und ich kann sie auch nicht glücklich machen weil ich es selber nicht bin. also muss ich dafür sorgen das ich zufrieden bin. und glück besteht für mich darin, brutale musik zu machen ‚on the road' zu sein und dabei keine probleme zu haben. das soll spaß machen und nicht in einem großen drama enden. deshalb hat es mit coal chamber nicht mehr geklappt.
dosenmusik: hast du die jungs mit denen du jetzt in devildriver spielst schon die ganze zeit gekannt oder wie habt ihr zusammengefunden?
dez: ich wohne in einer kleinen stadt außerhalb von los angeles und da gibt es ein restaurant in dem ich jeden morgen mit meiner frau frühstücken. und an einem morgen hat mir evan da eine servierte mit seiner nummer hinterlassen und draufgeschrieben das er gerne mit mir jammen würde weil er gehört hat das ich in der selben stadt wohne und das er coal chamber fan ist. so sind wir freunde geworden so für 1 ½ jahre. eines abends hat er mich abgeholt als wir mit coal chamber ‚dark days' aufgenommen haben. ich hab da 2 monate praktisch alleine rumgehangen obwohl wir eigentlich ein album am aufnehmen waren, keiner von coal chamber hielt es aber für nötig im studio abzuhängen oder auch sonst kontakt zu haben, also hab ich ihm gesagt das dieses thema für mich durch ist. am nächsten tag haben wir angefangen für devildriver zu schreiben. tagsüber hab ich das coal chamber album aufgenommen und nachts bin ich wieder ins studio um die devildriver demos aufzunehmen.
dosenmusik: ihr habt euer debut mit devildriver in zwei verschiedenen studios aufgenommen. warum das eigentlich?
dez: der drum sound im ersten studio war dem anderen um einiges überlegen, da haben wir angefangen zu recorden. das zweite studio war etwas in den bergen gelegen, ab vom schuß sozusagen und es war sehr ruhig in der gegend und das gefiel mir. einfach um einen besseren vibe zu bekommen um den gesang aufzunehmen.
dosenmusik: wie lange hat das gesamte songwriting gedauert?
dez: ein bißchen seltsam das ganze eigentlich, es gibt ältere songs wie ‚swinging the dead' oder ‚revalation machine' und andere haben wir erst ca. 4-5 wochen geschrieben bevor wir ins studio gingen. wir haben soviel musik im ganzen, ich habe 300 songs die ich geschrieben habe weil weil wir einfach ständig spielen. das geht den andern auch so. und das ist wichtig und es ist gut zu wissen mit solchen musikern zu arbeiten die durchgehend ihr instrument spielen und ständig neue ideen haben.
dosenmusik: das album ist auf einem hohen niveau eingespielt. ihr müsst ja wie die wahnsinnigen geübt und gearbeitet und eingespielt haben wenn ihr manche songs in nur 4 wochen fertigbekommen habt.
dez: ja das haben wir. schon in dem jahr davor haben wir bis zu 7 stunden pro tag geschafft. und da habe ich gemerkt das die jungs das haben was wichtig ist: a) du musst genau wissen wie du dein instrument spielst b) du musst wirklich was mit heavy music anfangen können, einfach ‚drin' sein und c) man sollte rechtzeitig da sein, nicht megapünktlich aber schon rechtzeitig. sind das nette jungs mit denen man abhängen kann? können sie ihre instrumente spielen? haben sie ziele? alle diese frage konnte ich mit ja beantworten und es hat gepasst. das ist sehr wichtig das der zusammenhalt stimmt, speziell wenn man soviel zusammen auf tour ist wie wir es gerade tun. ich habe großes glück von soviele wundervollen menschen umgeben zu sein, deren familien ich kenne. ich hatte die zeit jeden von ihnen individuell kennenzulernen. es läuft richtig gut gerade.
dosenmusik: keine line up changes also seit ihr angefangen habt?
dez: nicht seit dem album. es gab schon einige kleine änderungen. unser drummer war mal kurz gitarrist und hat letzlich wieder zu den drums gewechselt, jeff hat die gitarre an seiner stelle übernommen.
dosenmusik: ich für meinen teil bin sehr textbegeistert...erzähl mir was zu deinen!
dez: also für alle von euch die auf texte abfahren...ich wollte auf keinen fall abstrakt schreiben sondern meine das was ich schreibe sehr wörtlich und wollte genau das rüberbringen was in meinem leben abgeht und das vermitteln was in mir los ist. ich komme nunmal daher wo man kämpfen muss, es hieß immer du musst gewinnen und kannst und darfst nicht verlieren. insgesamtt geht es eigentlich grundsätzlich darum seine seele an den rock ‚n roll, an die musik zu verkaufen. im positiven sinne eben, es geht darum musik so zu lieben, das du dich selbst immer wieder von deiner familie losreißt, von deinen kindern und die ganze nacht durchfährst um eine show zu spielen und am nächsten tag fährst du wieder die ganze nacht durch um noch weiter weg eine show zu spielen und fünf jahre später wachst du auf und duliebst es immer noch so wie am ersten tag. die großartigste frage die mir zu dem thema je gestellt wurde das war gerade vor 2 tagen in einem anderen presse interview. sie haben gefragt: " seit du angefangen hast und in deinen ersten tourbus/van eingestiegen bist auf deiner ersten tour, was hat sich in dir verändert, dez?" und ich schwöre bei gott meine antwort war: "nichts,einfach gar nichts. ich wache immer noch jeden morgen auf und meine ersten beiden fragen sind: wo zur hölle ist hier ein bad und ein klo? & um wieviel uhr ist stage time heute abend?" die leute solle wissen was ich für ein mensch ich bin ein famielienmensch der verdammt nochmal hart arbeitet und sein ding durchzieht. außerdem mag ich es auch denen die diesen ganze pop metal scheiß hierzulande fabrizieren, nur um im radio gespielt zu werden mal die meinung zu geigen und mal kurz den finger zu heben. mein vater hat mir immer gesagt, kann mann auch in meinen ganzen danksagungen im album nachlesen: sag niemals "ich kann nicht" oder "ich will/werde nicht" und so lenke ich mein leben seitdem, jedesmal wenn einer zu mir sagt: kannst du nicht sagte ich "fuck you, ich machs trotzdem"!
dosenmusik: exakt...es gibt vielzuviele die mitschwimmen im mainstream ohne zu hinterfragen was da eigentlich läuft und sich zu sehr leiten lassen!
dez: ich denke mal das ihr da wahrscheinlich so seid wie ich und auf den ganzen mainstream scheißt. ich meine als ich mit coal chamber raus kam war das auch nicht im main stream bis diese ganze richtung dann das aushängeschildchen "nu metal" bekam. für mich war das dann auch genug und ich bin von dem zug abgesprungen und in einen andern eingestiegen der ein für mich schöneres ziel hat. ich schwimme lieber stromaufwärts und jeden den ich respektiere im musik buisness macht genau das gleiche. superjoint ritual z.b. wo ich gerade ihren tourbus neben mir stehen sehe. phil hätte in den u.s.a. auch sehr einfach einen radio hit landen können wenn er es gewollt hätte aber er hatte keinen bock drauf. und das ist echt zu bewundern. meine familie würde vielleicht auch viel besser leben wenn ich einen radio hit hätte, aber ich will mit meinen verdammten stiefeln sterben..verstehst du. ich will das sie sich an mich erinnern wie an lemmy (mötorhead anm. d. verf.). der hat auch immer auf alles geschissen...oh ja man. (lacht)
dosenmusik: (pause)
dez: ihr seid gerade ziemlich baff jetzt oder wie?
dosenmusik: naja was heist baff es ist ein ziemlich cooles gespräch und wir hätten nicht unbedingt damit gerechnet soviel mit dir zu reden.
dez: also das ist so hört mir mal kurz zu ok: ich hab endlos viele interviews die ganze zeit über und mitlerweile merke ich ob jemand in harter musik und in musik im allgemeinen drinsteckt und die band mag und auch unterstützt oder nicht. wenn nicht, bekommt er ein knappes interview mit schnellen kurzen antworten. aber wenn ich fühle das da jemand freundliches ist, der dabei ist und musik ehrlich unterstüzt dann öffne ich mich auch mehr. ich habe sogar viele journalisten die freunde von mir sind weil wir uns einfach verstehn und ich ich sein kann und nicht ein dummer rockstar der sich hinter einem dunklen image verstecken muss. ich mag vielleicht nicht der fröhlichste aller menschen sein, aber das gehört einfach zum leben, ich mag es genauso mich zu unterhalten und mag gute gespräche.

eine freundliche einladung in den tour bus auf einer geplanten deutschlandtour später, verabschieden wir uns ganz freundlich und freuen uns auf die geplanten konzerte hierzulande. thanx dez, richtig nett der "böse, dunkle" frontman, respekt. ich werde definitiv auf eines der konzerte gehen. dicker stein im brett !

autor: basti / shavo | 10.12.2003
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