Interview mit Despised Icon
Interview mit Alexandre Erain am 19.11.2009 Musik ist der beste Weg vieles zu verarbeiten.
Despised Icon Despised Icon legen mit ihrem Album "Day of Mourning" eine messerscharfe Death Metal Platte hin, die bei vielen auf offene Ohren stößt. Alex Erain erklärt, wie das neue Album entstanden ist und wie er als Sänger mit dem Erfolg der Band umgeht.

Dosenmusik: Wie läuft die Never Say Die Tour bisher? Kommt ihr gut mit den anderen Bands klar?
Alex Erain: Ja, es sind die letzten Tage auf Tour. Wir hatten direkt davor die Us-Tour und nur zwei Tage frei, wo wir zu Hause waren und sind dann direkt nach Europa geflogen. Also waren wir ganze 2 Monate on the road. Wir freuen uns schon sehr endlich wieder nach Hause zu kommen. Trotzdem macht es natürlich viel Spaß. Viele Leute kommen jeden Abend zu den Shows und wir hatten etliche großartige Erlebnisse.
Dosenmusik: Ihr seid also ziemlich oft on Tour. Wie verbindet ihr das mit euren Familien?
Alex Erain: Opfer müssen in deinem persönlichen Leben gemacht werden, damit all das hier passieren kann. Wir sind im Jahr immer um die 6-7 Monate auf Tour, also nicht oft zu Hause. Ich habe eine kleine Familie, aber wir sehen uns jedes Mal, wenn ich zu Hause bin.
Dosenmusik: Was gefällt dir besser: Studio Arbeit oder auf Tour sein?
Alex Erain: Tour! Studio ist für mich immer super anstrengend und stressig, weil ich alles perfekt machen will, das aber nie möglich ist. Man achtet immer auf die kleinsten Details und am Ende ist man doch zufrieden mit dem Ergebnis.
Dosenmusik: Dann freust du dich sicherlich auf euren Auftritt gleich. Substage ist ja ziemlich klein. Gefallen dir große Locations besser?
Alex Erain: Hm, wir haben schon in so vielen kleinen Clubs gespielt und da ist eben die Interaktion mit dem Publikum großartig. Ich mag diese Shows sehr gern. Vor ein bis zweitausend Kids in großen Hallen zu spielen hat natürlich auch seine Reize. Ich mag beides wegen unterschiedlichen Gründen. In Amerika haben wir schon fast überall gespielt: Strip clubs, Locations ohne Bühne, einfach alles. Aber ich denke mir gefällt alles irgendwo.
Dosenmusik: Das hier heute ist aber nicht die letzte Show, oder? Wie gehts für euch noch weiter?
Alex Erain: Wir haben morgen noch eine Show hier in Deutschland und dann gehts nach Kanada für vier Shows und dann wars das auch mit der Tour.
Dosenmusik: ok, kommen wir zum nächsten Thema: Euer neues Album "Day of Mourning", was ihr im September rausgebracht habt. Da hat sich ja einiges verändert, zum Beispiel verwendet ihr keine Pig Squeals mehr und Gitarrensolos sind auch vorhanden. Wie kommts?
Alex Erain: Es ist unser viertes Album in neun Jahren Bandgeschichte. Wir verändern uns als Menschen und auch unsere Geschmäcker verändern sich. Daher verändert sich auch unsere Musik, was ich nicht als schlecht empfinde, sondern als wichtig. Wir wollen außerdem nicht die gleiche Platte zwei mal rausbringen und ähnliche Songstrukturen nochmal verwenden. Deswegen ist diese Platte ein wenig anders, als die vorige. Wir haben viel mehr Death Metal Einflüsse, daher auch die Gitarrensoli und mehr Melodien.
Dosenmusik: Bist du also zufrieden mit dem Ergebnis der neuen Platte?
Alex Erain: Ja, natürlich.
Dosenmusik: Hast du einen Lieblingssong auf dem Album? Was spielst du vor allem gern live?
Alex Erain: MVP. Vor allem weil hier die Lyrics auf Französich sind. Unser erstes Album war komplett in französischer Sprache, dann haben wir uns aber for "The Ills Of Modern Man" entschieden für die Lyrics nur noch Englisch zu verwenden, weil es eben eine internationale Sprache ist. Auch "All For Nothing" gefällt mir sehr gut, ich mag am liebsten die schnelleren Songs.
Dosenmusik: Wie muss ich mir das vorstellen, wenn ihr eure Songs schreibt?
Alex Erain: Es fängt meistens mit unserem Drummer an und wir passen dann die Musik dazu an. Ich schreibe viele Texte, genauso der andere Sänger Steve. Es ist alles eigentlich ganz ungezwungen. Für die neue Platte haben eigentlich immer Ben (Guitar) und Max (Bass) zusammen geschrieben. Wir schreiben also meistens in Zweier-Teams.
Dosenmusik: Im Prinzip trägt jeder einen Teil dazu bei?
Alex Erain: Ja klar. Nicht jeder trägt gleich viel dazu bei, aber alle sind immer sehr konzentriert, wenns ums Songwriting geht.
Dosenmusik: Ich habe mir euer neues zu Video zu dem Song "Day of Mourning" angeschaut. Da sieht man euch ja auf einer Beerdigung. Worum gehts genau in dem video und was habt ihr euch dabei gedacht?
Alex Erain: "Day of Mourning" das Album behandelt oft das Thema "Trennung" in Beziehungen oder auch Freundschaften. Der ganze Trauer Prozess ist also Teil der Platte und so war das Video ein guter Weg das Ganze zu verbildlichen.
Dosenmusik: Es passt also gut zu den Lyrics.
Alex Erain: Ja, genau. Zu den Lyrics gibt es noch eine andere persönliche Geschichte. Ich hatte einen guten Freund in der High-School, mit dem ich zusammen aufgewachsen bin. Wir haben zusammen Schlagzeug gespielt und viel Zeit miteinander verbracht. Irgendwann hat er aber einen großen Fehler in seinem Leben begangen und ich kann ihn deswegen nicht mehr sehen, was mich auch belastet. Daher sieht man das jeder viel Scheiße in seinem Leben durchmachen muss und das soll ein Aufruf an alle Menschen sein über Entscheidungen nachzudenken.
Dosenmusik: Musik ist also ein guter Weg zur Verarbeitung von solchen Erlebnissen.
Alex Erain: Sicher. Musik ist ein Weg etwas schlechtes in etwas gutes zu verwandeln. Anstatt etwas unproduktivs zu machen, macht man, wenn man sich musikalisch betätigt, etwas konstruktives.
Dosenmusik: Hast du dir eben The Ghost Inside angeschaut? Die Kids sind ja ziemlich aggressiv drauf. Was hälst du davon?
Alex Erain: Ja, das stimmt. Mir ist es aber generell egal, ob Metalheads zu unserer Musik headbangen oder Hardcore-Kids ihre Karate-Moves und Circle Pits machen. Hauptsache sie haben Spaß. Das einzige, was mich stört, ist, wenn es aus dem Ruder läuft und man versucht andere mutwillig zu verletzen.
Dosenmusik: Ihr habt ziemlich oft eure Mitglieder gewechselt. Wie kommt ihr damit klar?
Alex Erain: Wir machen das Ganze jetzt seit 2002. Auf unserer ersten Platte habe ich noch Schlagzeug gespielt, bis dann Alex in unsere Band kam (wir haben zwei Alexes in der Band ;-)) und ich dann den Gesang übernommen habe. Dann verließen unsere zwei Gitarristen die Band, weil sie heirateten, Kinder bekamen und einen "richtigen" Job in Angriff nehmen wollten. Sie konnten also nicht mehr mit auf Tour gehen. Trotzdem sind wir immer noch gute Freunde. Schließlich kamen Ben und Max in die Band und sie sind wirklich großartige Musiker, mit denen wir auch sehr gut auskommen. Das ist vor allem wichtig, denn man kann mit niemandem in einer Band sein, der musikalisch top ist, aber persönlich ein richtiges Arschloch. Das kann nicht funktionieren. Deswegen sind wir sehr zufrieden die beiden gefunden zu haben.
Dosenmusik: Was sind eure Zukunftspläne?
Alex Erain: Immer weiter auf Tour sein. Orte sehen, die wir vorher noch nie zu Gesicht bekommen haben. wir haben dieses Jahr zum ersten mal in Australien, Asien und Skandinavien getourt. Das wollen wir nächstes Jahr wieder durchziehen. Es ist natürlich auch toll umsonst so viele Länder kennenzulernen.
Dosenmusik: Ja, das kann ich mir vorstellen. Was hörst du denn am liebsten, wenn ihr mal wieder so lange unterwegs seid und du dir die Zeit vertreiben musst?
Alex Erain: Hm, lass mich überlegen... Das neue Black Dahlia Murder "Deflorate", die neue Set Your Goals, die ein bisschen mehr Punk Rock ist und die neue Dying Fetus.
Dosenmusik: Was willst du den deutschen Kids noch mit auf den Weg geben?!
Alex Erian: Wir sehen uns nächstes Jahr!

Alexandre Erain – Vocals
Steve Marois - Vocals
Eric Jarrin – Guitars
Max Lavelle – Bass
Ben Landreville – Guitars
Alexandre Pelletier – Drums

www.myspace.com/despisedicon

Autor: hollow_crown | 19.11.2009
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