Interview mit Deadlock
E-Mail Interview mit Deadlock im Juni 2005 Eine Band geht ihren eigenen Weg
Deadlock dosenmusik: Nimm dir kurz Zeit, um Dich und Deine Band vorzustellen. Seit wann gibt es die Band, wie alt seid ihr und geht ihr neben eurer Karriere als Musiker noch anderen Jobs nach?
deadlock: Im November 1997 wurde das Projekt DEADLOCK zum leben erweckt. Den Kern der Band umfassen die Gründungsmitglieder Joe (25 Jahre), Basti (23) und Tobi (25), welche sich für die Entwicklung der Band verantwortlich zeichnen. Nach diversen Replacements durch Tom (24) und Gert (24) an Bass und Gitarre erfreuen wir uns aber nun erst seit ca. 1,5 Jahren an einem soliden, harmonierenden und voll Studio- bzw. Bühnen-tauglichen Line-Up. Neben unserem Leben für die Musik gehen wir zum Teil unseren erlernten Berufen nach, studieren oder sind selbständig.
dosenmusik: Wann und warum habt ihr euch entschlossen, eine Band zu gründen und haben die einzelnen Mitglieder vorher schon in anderen Bands gespielt?
deadlock: Der Startschuss für Deadlock fiel eigentlich schon im Sommer 1997 als Joe und ich beschlossen eine neues Projekt zu starten. Erst als Tobi an den Drums im November zu uns stieß, wurden erste Proben gehalten und versucht einen musikalischen Weg auszuloten. Damals wollten wir einfach nur Musik machen und Spaß haben. Wir waren vor Deadlock auch zum Teil in anderen kleineren Bands aktiv.
dosenmusik: Beschreib doch mal, wie bei euch Songs entstehen?
deadlock: Die meisten Songs von "Earth.Revolt" entstanden in ihren groben Strukturierungen und Riffing in meiner kleinen Wohnung in Regensburg. Im Proberaum wurden dann einzelne Parts und Ideen mit Tobi ausgetauscht, die Drums ausgearbeitet und zu einem Song geformt. In dieser Phase wurden auch schon die Keyboard Passagen im Songwriting integriert und später dann in Zusammenarbeit mit unserer Session-Keyboarderin und Sängerin Sabine ausgearbeitet. Erst dann fügen wir die Lyrics von Joe in die Musik.
dosenmusik: Ihr seid eine deutsche Band, singt aber ausschließlich auf englisch - was sind die Gründe und welchen Stellenwert haben die Texte in euren Songs?
deadlock: Die Texte sind in Englisch aus einem ganz einfachen Grund, wir wollen uns auch international verständlich machen können. Die Texte liegen uns sehr am Herzen und behandeln wichtige Themen die auch jeder lesen und verstehen können soll. Und da ist Englisch wohl die meist gesprochenste Sprache der Welt. Außrdem ist der Wortfluß und der Klang der Sprache einfach sehr gut geeignet um ihn zu singen, schreien etc.
dosenmusik: Wovon handeln eure Songs und habt ihr ein bestimmtes Konzept, das ihr beim Schreiben der Texte verfolgt?
deadlock: "Earth.Revolt" beinhaltet die klare Kampfansage gegen die Ausbeutung der Erde und all ihrer wundervollen Kreaturen und Geschöpfe. Zugleich lässt der Titel und auch das Konzept des Albums reichlich Raum für individuelle Interpretationen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch nicht zu viel verraten, sondern fordere jeden auf, sich von "Earth.Revolt" inspirieren und motivieren zu lassen.
dosenmusik: Was sind eure größten musikalischen Einflüsse?
deadlock: Ich ziehe immer nur ungern Vergleiche zu anderen Bands, da man nie vergessen darf, auch seinen ganz eigenen Stil zu finden und weiter zu entwickeln. Wir versuchen auch zu verhindern ein Etikett verpasst zu bekommen, um dann in irgendeiner Schublade zu verschwinden und in Vergessenheit zu geraten. Es ist schwer die Einflüsse genau zu betiteln, da die neue Platte sehr abwechslungsreich ist und man jede Menge Bands als Einfluss hineininterpretieren könnte. Grundsätzlich kann man sagen, dass melodische Death und Black Metal Acts nicht ganz spurlos an uns vorbeigegangen sind.
dosenmusik: Bezogen auf eure Musik, gibt es zeitgemäße Bands, die du magst und was hörst du gerne in deiner Freizeit?
deadlock: Es gibt einige Alben die ich im Moment gerne höre. Die aktuellen Scheiben von Mercenary, Soilwork und Bloodbath um nur einige zu nennen, oder auch unser Album läuft ab un zu in meinem Player.
dosenmusik: Ältere Alben von Deadlock können eher dem Metalcore zugeordnet werden, das neue Album "Earth.Revolt" ist deutlich mehr am Metal ausgerichtet. Wollt ihr dem Metalcore den Rücken kehren und wenn ja, warum?
deadlock: Wir vermeiden grundsätzlich jegliche Form von Kategorisierungen. Aus diesem Grund blieb es immer schon dem Hörer belassen, unsere Musik zu beurteilen. In der Tat kann man ältere Alben eher dem Metalcore zuordnen. Die Entwicklung hin zu unserem neuen Output war für und aber der nächste logische Schritt und auch immer nachvollziehbar. Wir werden live nun bestimmt auch desöfteren vor Metal Publikum spielen, aber sich aus der Metalcore Szene zu entfernen ist jetzt nicht unser erklärtes Ziel. Die Musikszenen verschmelzen eh seit einigen Jahren, deshalb sollte man sich nicht über Schubladen oder Definitionen den Kopf zerbrechen. Wir machen einfach nur Musik und freuen uns über jeden, der sie hört. Egal aus welcher Ecke dieser denn kommt.
dosenmusik: Gerade der Einsatz von cleanen weiblichen Background-Vocals führen dazu, dass man "Earth.Revolt" eher dem Metal zuordnen wird. Ist das gewollt und wie kam es dazu?
deadlock: Wie gesagt, streben wir keinerlei Zugehörigkeiten spezieller Gruppierungen bewusst an - deshalb ist der Einsatz von den weiblichen Vocals eher auf unseren persönlichen Musikgeschmack zurückzuführen. Es ist es ein perfektes Stilmittel um dem Hörer Abwechslung zu bieten und ein Gefühl von Hoffnung mit im Song zu erschaffen.
dosenmusik: Durch den Gesang erinnert "Earth.Revolt" ein bisschen an erste Alben von "Within Temptation", die im Laufe der Jahre immer kommerzieller geworden sind. Ist das Musik, die man in weiterer Zukunft vielelicht von Deadlock erwarten muss/kann?
deadlock: Nein. Wir haben definitiv nicht vor in diese Richtung zu gehen. Sich in diesem Maß kommerziell zu entwickeln wird wohl nie in unserer Absicht sein.
dosenmusik: Der Metalcore aus Deutschland wird nicht zuletzt auch durch Caliban und Heaven Shall Burn immer populärer. Wie hat sich deiner Ansicht nach die Szene in den letzten Jahren geändert, welche Vor- und Nachteile hat das und hat das alles Einfluss darauf, dass ihr eher weg kommt vom Metalcore?
deadlock: Ehrlich gesagt war es uns immer egal, wie sich die Szene um uns verändert hat. Trends kommen und gehen und die letzten Jahre haben gezeigt, dass diese auch nicht recht beständig sind. Auf unsere musikalische Entwicklung nimmt dies wenn dann nur unterbewusst Einfluss.
dosenmusik: "Earth.Revolt" ist das erste Album von euch bei Lifeforce-Records. Welche Vorteile könnt ihr durch das etwas größere Label genießen - gerade auch durch den neuen Ableger des Labels in den Staaten?
deadlock: Die Vorteile liegen vor allem daran, dass Lifeforce uns die Möglichkeit gibt, unsere Musik einem größerem Publikum zu präsentieren und vertriebstechnisch sehr gut positioniert sind. Mit Lifeforce zusammen zu arbeiten, bereitet uns sehr viel Spaß und Freude. Die Kombination aus professioneller Arbeit und freundschaftlichen, persönlichem Kontakt wirkt sehr harmonisierend und gestaltet sich äußerst positiv. Durch Lifeforce USA haben wir noch zusätzlich auf dem großen Markt in Amerika eine perfekte Möglichkeit uns auch dort zu etablieren.
dosenmusik: Was hat sich an der Arbeit zum neuen Album im Verhältnis zu den alten Alben geändert?
deadlock: Es wurde soviel Zeit und Energie wie noch nie ins Album gesteckt und auch die Vorbereitungen zu den eigentlichen Aufnahmen waren gefüllt mit langen Vorproduktionen und Arrangierarbeiten. Auch im Studio haben wir dieses mal darauf geachtet so genau wie möglich zu arbeiten und nicht hektisch zu agieren. Ich denke auch, dass uns dies sehr gut gelungen ist.
dosenmusik: Das aktuelle Album klingt deutlich reifer und zusammenhängender, als die alten Alben. Es hat mehr Ohrwurmqualität. Stellt "Earth.Revolt" in deinen Augen einen Wendepunkt in der Karriere der Band dar?
deadlock: Es war auf jeden Fall ein weiterer Schritt in Richtung proffesionelle Studioarbeit und Songwriting. Ob es einen Wendepunkt darstellt ist schwer zu beantworten, da wir zu sehr im Geschehen involviert sind um dies objektiv zu beurteilen - wir bewegen uns in einem fortlaufenden Prozess. Aber wir sind mehr als zufrieden mit dem Ergebnis und hochmotiviert der Welt unser neues Baby zu präsentieren.
dosenmusik: Mit welchen Bands würdet ihr gerne auf Tour gehen und warum?
deadlock: Ich kann mir vorstellen mit großen melodic Bands wie Mercenary, In Flames, Dark Tranquillity, Soilwork etc. auf Tour zu gehen. Hier wären wir stilistisch gesehen, sehr gut aufgehoben, denke ich. Grundsätzlich aber ist uns das Wichtigste bei einer Tour, dass man sich mit den Bands versteht und auf den Straßen dieser Welt gemeinsam Spass hat.
dosenmusik: Stell dir vor, du müsstest einem Menschen, der noch nie von euch gehört, hat beschreiben, welche Musik "Deadlock" machen - was würdest du ihm sagen?
deadlock: Es fällt mir immer wieder sehr schwer, unseren Stil zu umschreiben oder gar zu bewerben... und da ich Vergleiche mit anderen Bands scheue, benenne ich unsere Musik eine Komposition aus melodischem Death- und Blackmetal umhüllt von einem für Deadlock sehr typischen und eigenen Mantel aus arrangierten, strukturierten Songs voll dynamischer Harmonie, engelsgleichem Frauengesang und perfekt insziniertem Bombast. Jeder sollte die Platte anchecken und selbst entscheiden.
dosenmusik: Um das Interview abzuschließen, gibt es irgendetwas, was du den Lesern dieses Interviews mit auf den weg geben möchtest?
deadlock: Ich bedanke mich vielmals für das coole Interview und Dein Interesse an Deadlock. Den Lesern kann ich allen nur empfehlen "Earth.Revolt" auszuchecken - Ihr werdet es nicht bereuen! Weiterhin würde es uns sehr freuen, viele von Euch auf unserer anstehenden Sommer-Tour oder Festivals/Shows zu treffen. Werft ab und an einen Blick auf unsere Website www.xdeadlockx.com für Infos rund um die Band. Wir sehen uns auf Tour Ladies and Gents. DL 2K5


Johannes Prem - vocals
Tobias Graf - drums
Thomas Huschka - bass
Sebastian Reichl - guitar
Gert Rymen - guitar

www.xdeadlockx.com

autor: dose | Juni 2005
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