Interview mit Day Without Dawn
E-Mail Interview mit Sänger Chris am 02.03.2006 Ironischerweise waren diese Sessions die leichtesten und spaßigsten...
Day Without Dawn dosenmusik: hallo, chris! dielen dank, dass du dir zeit nimmst, ein paar fragen für uns zu beantworten! dann schießen wir mal los! day without dawn wurde von ehemaligen mitgliedern der band the postman syndrome gegründet. wer ist denn vom lineup der alten band noch übrig?
chris: nun, das hängt davon ab. wir 4 waren alle mitglieder von the postman syndrome, aber seth ist nicht der drummer, den die fans noch aus den zeiten von the postman syndrome kennen, denn er kam erst im letzten jahr zu der band. davor war mike somers unser drummer. wir haben immer noch kontakt. brett und mike spielen jetzt in der band east of the wall.
wie auch immer, das letzte lineup von the postman syndrome war ich (chris), jim, brett, seth und matt. im mai 2005 hat matt die band verlassen, weil er wieder zur schule gehen wollte. er hat zwar noch mit uns abgehangen und manchmal auch gespielt, aber wir alle wussten, dass er nicht mehr dabei sein konnte, wenn wir diese ganze sache wirklich ernsthaft angehen wollten. das hatten wir damals wegen der terminprobleme mehrerer mitglieder nicht gemacht. so kamm es dann, dass wir uns in gegenseitigem einvernehmen von matt endgültig trennten. der rest fokussierte sich voll auf die band, so dass wir endlich wieder eine große tour machen konnten. seit 2004 war das schon nicht mehr möglich gewesen.
well, long story short... wir 4 haben alle vorher bei the postman syndrome gespielt. jim (guitar, vocals), brett (bass, vocals) und ich (guitar, vocals) waren beim terraforming album dabei, matt (guitar, vocals) und mike (drums) waren die beiden, die gegangen sind.
dosenmusik: bevor ich dieses interview geschrieben habe, bin ich durchs world wide web gesurft auf der suche nach infos zu eurer neuen band day without dawn. the postman syndrome bestand aus 5 mitgliedern, day without dawn aus 4. gibt es zwischen diesen beiden formationen musikalische unterschiede?
chris: es gibt unterschiede, aber das ist schwer zu beschreiben. es ist kompliziert, weil wir für das 2. postman album mehr material hatten, als wir brauchten und alle songs dann nicht veröffentlicht wurden. ich denke wenn man dieses 2. album tatsächlich gehört hätte, dann wäre der übergang vom terraforming album zu diesem neuen material einfach natürlich gewesen.
einige der songs von day without dawn, beispielsweise "inquisition" und der bislang unveröffentlichte song "the wake", erinnern mich an die größe und das ausmaß von terraforming, außer dass sie vielleicht zusammenhängender geschrieben worden sind. grundsätzlich versuchen wir die gleichen dinge - musik schreiben, die eine erzählerische reise über alle grenzen vermittelt - wir sind mittlerweile einfach besser geworden. ein paar andere songs wie "the plea" und "the acquittal" erinnern mich mehr an die postman songs "amputees make bad swimmers" und "rotating crib toy", die eher eine abgeschlossene geschichte erzählen.
die neue ep ist nur eine kleine stichprobe der dinge, die wir getan haben. letztlich denke ich, es klingt größtenteils nach der gleichen musik von den gleichen leuten, aber wir haben über die jahre unsere fähigkeiten verfeinert und wir versuchen von den songs abzukommen, die irgendwelche wechsel aus dem nirgendwo haben. wir wollen mit unserer neuen musik immer noch die gleichen bereiche abdecken, aber wir versuchen, den ganzen trip zu zeigen und nicht mehr nur von punkt zu punkt zu springen.
dosenmusik: ich hab auch gelesen, dass ihr immer noch an alten postman songs arbeitet, die nicht veröffentlich wurden. verwertet ihr diese songs für day without dawn oder schreibt ihr ausschließlich neue songs?
chris: bis jetzt haben wir nur einen song (in 2 teilen) aus dem fundus des unveröffentlichten postman materials verwendet. vielleicht werden das mal mehr, aber das ist nicht unsere priorität. wir haben einfach mehr spaß daran, neues material zu schreiben, aber irgendwie ist es ja auch eine verschwendung, wenn man die alten songs nicht mehr nutzt. bei ein paar spielen wir mit dem gedanken, aber es ist viel zu früh, da was definitives zu sagen. day without dawn haben in dieser zusammensetzung und unter diesem namen bisher nur ein halbes album geschrieben.
dosenmusik: ich habe nach hinweisen gesucht, warum ihr euch für den namen day without dawn entschieden habt. es gibt 2 songs von the postman syndrome, die den gleichen namen tragen (day without dawn part 1 & part 2). wie seid ihr also zu eurem namen gekommen und was bedeutet er für euch?
chris: es kam uns irgendwie passend vor, einen namen zu wählen, der mit the postman syndrome verbinden ist. außerdem mochten wir den namen auch einfach. es ist schwer, einen namen zu finden, den noch keine andere band hat, für den immer noch die .com domain frei ist, den man noch bei myspace und purevolume benutzen kann und der bei google als erster link gelistet wird. das waren alles faktoren.
dazu kam, dass ich die idee für das sonnensymbol direkt zu beginn der neuen band hatte. jim und ich wollten beide ein gutes symbol für unseren bandnamen. zuerst wollte ich ein einfacheres desing wählen - nur ein kreis mit einem dicken schwarzen strich darüber - aber das vermittelte die grundidee hinter diesem namen nicht gut genug, also musste ich mir etwas anderes überlegen. ich fand einfache bilder, die jeder zeichnen kann, schon immer toll. das symbol von black flag ist meiner meinung nach das beste symbol, das eine band jemals hatte. ihre fans konnten es nachmachen mit 4 streifen schwarzem klebeband. es ist perfekt!
dosenmusik: die songs, die ihr ins web gestellt habt, vermitteln eine tiefe, dunkle und depressive stimmung. ist das die atmosphäre, die ihr euch mit eurer musik zum ziel gesetzt habt?
chris: ironischerweise waren diese sessions die leichtesten und spaßigsten, die wir jemals hatten. die stimmung der songs begründet sich nicht durch die band selbst, sondern durch dinge außerhalb der band. außerdem waren es matt und mike, die ja nicht mehr dabei sind, diejenigen die eher dazu neigten, leichtere und und humorvolle elemente in unseren sound einzubringen als jim und brett. nicht das die musik von the postman syndrome jemals irgendwie witzig gewesen wäre!
dosenmusik: wie schreibt ihr eure lyrics? gibt es bestimmte themen, die ihr mit euren texten verarbeitet?
chris: jim und ich schreiben einfach, was uns einfällt. seitdem jim mehr singt als ich, lasse ich meistens ihn mit dem schreiben anfangen, bevor ich dann meine ideen hinzufüge. es ist sehr schwer, texte für die neuen songs zu schreiben, weil jims lyrics so persönlich sind. ich reagiere mit meinen texten auf seine. entweder erwidere ich seine aussagen oder ich gebe den kommentar eines außenstehenden ab.
dosenmusik: was sind eure kompositionstechniken? wie entwickelt ihr neue songs?
chris: 90% eines songs wird gemeinsam während dem schreiben und bei den aufnahmesessions entwickelt. es kommt häufig vor, dass einem von uns ein riff oder einen übergang zuhause einfällt. ein paar andere songs entstanden durch simples jamming, wenn wir dabei plötzlich über eine coole idee gestolpert sind. wir jammen zwar nicht im traditionellen sinn, aber wir haben bei unseren gemeinsamen sessions schon viele gute ideen gehabt.
dosenmusik: ihr habt einige dates für märz gebucht, alle in den usa. wird man day without dawn demnächst auch mal in deutschland sehen können?
chris: oh, man! das wäre fantastisch! wir würden das sofort machen, wenn wir das durchziehen könnten, ohne einen riesigen verlust zu machen. wir haben in europa noch nie eines unserer alben offizielle veröffentlicht und man kann eben keine tour machen, ohne dabei ein album zu supporten. wenn ein label jemals eines unserer alben in europa rausbringt, dann werden wir da auf jeden fall einige shows spielen.
dosenmusik: seid ihr bei den shows im märz der headliner und welche bands sind mit euch auf tour?
chris: das hängt von den einzelnen shows ab. wir sind immer noch sehr unbekannt, genauso wie unser support all parallels, so dass die lokalen bands, die uns bei den entsprechenden auftritten unterstützen, wahrscheinlich mehr publikum haben werden als wir. wie gesagt, es hängt alles von den jeweiligen shows ab.
dosenmusik: day without dawn gibt es ja jetzt noch nicht so lange. habt ihr denn überhaupt schon ein paar shows gespielt? und wenn ja, wie hat das publikum auf euch reagiert? mochten sie die neuen songs oder wollten sie alte postman songs hören?
chris: nein, wir sind in dieser form noch nicht vor publikum aufgetreten. die erste show der märz tour wird die erste show, die wir zusammen als day without dawn spielen. persönlich denke ich, dass diese band eine art evolution von the postman syndrome ist. deshab fühlt sich das nicht nach "der ersten show" an. wir haben einige emails bekommen, in denen sich die leute ein paar terraforming songs gewünscht haben.
dosenmusik: habt ihr noch "normale" jobs oder könnt ihr euch voll auf day without dawn konzentrieren?
chris: ha! keiner von uns hat mit dieser band jemals auch nur einen dollar profit gemacht! wenn ich raten müsste, dann würde ich sagen, dass jeder von uns mindestens $7.000 von seinem eigenen geld in diese band gesteckt hat - zum beispiel $2000 pro person allein diesen monat für einen neuen van und die herstellung von cds und shirts. dazu kommt noch das geld, was wir für instrumente, amps, aufnahmegeräte und andere wichtige dinge ausgegeben haben. tourausgaben, studiomieten, fahrzeuginstandhaltung etc.
dosenmusik: was denken die mitglieder von day without dawn über das internet? fluch oder segen!?
chris: ich kann ohne das internet nicht mehr leben. ehrlich! ich bin abhängig davon, meine emails zu prüfen! ich checke sie mit meinem handy alle paar stunden. meine freundin macht sich deswegen immer über mich lustig.
dosenmusik: ok, ich denke wir können das interview an dieser stelle beenden. vielen dank für die zeit, die du dir genommen hast! ich hoffe day without dawn bestehen mindestens so lange wie the postman syndrome! alles gute und viel erfolg!
chris: ich danke dir!


Seth Rheam - Drums, Percussion
Brett Bamberger - Bass, Vocals
Jim Stang - Guitar, Vocals, Keys
Chris Alfano - Guitar, Vocals

www.daywithoutdawn.com

autor: Coney | 02.03.2006
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