Interview mit Chimaira
Interview mit Mark und Matt am 16.10.2003 Über "impossibility of reason" und Abwechslung...
chimaira dosenmusik: ich würde mit euch gerne über euer neues album "the impossibility of reason' sprechen. wo seht ihr die unterschiede zu euren vorherigen alben?
matt: du meinst zu ,pass out of existence'?
dosenmusik: ja genau!
matt: also musikalisch gesehn würde ich sagen das es auf jeden fall anders ist. das letzte war irgendwie elekktronischer, irgendwie etwas mehr überproduziert würde ich sagen. also unser neues album hat mehr dieses ‚live' feeling, als hättest du die band direkt vor dir. außerdem geht es einfach mehr in die richtung was wir metal nennen. es klingt mehr wie das richtige metal zeug weist du...der ‚real stuff'...
mark: ja genau...ich meine wir sind mit so sachen wie pantera und slayer aufgewachsen...einfach mehr diese einflüße die wir auf dem neuen album benutzt haben und das zeigt auch wie wir uns so generell entwickelt haben als musiker.
dosenmusik: wie kam es eigentlich zum titel des albums?
mark: ich hab mir den film platoon angeschaut, da schreibt jemand einen brief aus vietnam an seine grossmutter und da kommt der satz drin vor ‚...hell is the impossibility of reason and thats what this place feels like..it's hell'. und als ich mir den film so angeschaut hab hab ich mir gedacht das das eigentlich ein recht cooler name ist. und so wie ich es in dem moment verstanden und gesehen habe ist eben, dass dieser typ sich am schlechtesten platz der erde befindet und auch so fühlt und sich mental darauf vorbereitet eben bei sinnen zu bleiben und nicht durchzudrehen. und dann dachte dann so was wie: stell die band an den schlechtesten platzt der erde, ich meine wir gehen alle mal durch die hölle, es läuft was falsch und du kommst nicht damit klar und es geht ja irgendwie darum einen weg zu finden da rauszukommen, weiterzumachen und einfach über diesen dingen stehen zu können. es ist eine sehr positive message die ich damit rüberbringen will. grundsätzlich auch drei definitionen die sich dadurch äußern: die erste wäre das du mich und uns nicht verarschen kannst und sollst weil wir zweitens das machen was wir wollen und sind wer wir sind und uns da auch nicht reinreden lassen. und auch wenn wir uns vielleicht manchmal in einer schlechten situation befinden, müssen wir oder muss man generell einfach da durchbrechen. zum dritten um noch mal den film aufzugreifen, sich einfach gedanklich mehr auf die schönen, besseren dinge im leben einzustellen.
dosenmusik: denkt ihr das die fans das album genauso mögen wie die davor weil's mehr ‚metal' ist oder vielleicht auch nich? wie waren die reaktionen so bisher?
matt: wir kommen mit unseren fans an für sich ziemlich gut aus und wissen was sie denken, da besteht schon ein guter einklang. als wir das album aufgenommen haben gings mir persönlich aber schon so, das ich mir echt nicht sicher war ob das album jetzt wirklich einer mögen wird weil es eben ganz anders ist als alles was wir bisher gemacht haben. in der selben sekunde dachte ich mir aber auch: mein gott und wenn sies nicht mögen, für jeden fan den du damit verlierst gewinnst du 10 neue. das ist so ein philosophisches ding, ich meine wenn unsere hardcore fans es nicht mögen dann war das album eben nicht für sie bestimmt, aber ich garantiere es wird genug leute geben denen es gefällt. letztlich würde ich aber sagen das ich schon glaube das die fans die wir durch unser anderes album gewonnen haben dieses zu 99% lieben werden und sogar mehr lieben werden als die anderen alben. es war aber eigentlich viel wichtiger für uns mit dem gedanken da ranzugehn, uns keine gedanken darum zu machen was jemand über die ‚neue' musik denkt, es war vielmehr wichtiger sich den kopf darüber zu zerbrechen was wir als band eigentlich wollen und nicht songs und lyrics zu schreiben um unsere fans zufriedenzustellen weil das einfach nicht fair wäre uns selbst gegenüber.
dosenmusik: wie seht ihr das mit der musikalischen entwicklung was euch persönlich betrifft, ich meine es gibt bands die bringen ein album nach dem andern raus und...
mark: alle klingen gleich ?(grinst)
dosenmusik: (grinst) ja auf jeden fall und ich denke das das eben gerade bei euch überhaupt nicht der fall ist!
mark: sehr richtig! ich hab da eigentlich zwei gedanken was das betrifft: es gibt bands von denen erwartest und willst du es gar nicht das sie sich grossartig verändern, z.b. cannibal corpse. ich meine wenn die einen song rausbringen würden wo was gerapptes oder ne schöne melodie drin wär würde ihnen jeder einen vogel zeigen und sie auslachen, das wäre einfach kein cannibal corpse album mehr. dann gibt es da bands wie metallica die sich auch verändern und da auch unterstützt werden und sogar pantera haben sich von album zu album etwas verändert. ich denke das sich solche bands wie cannibal corpse solche sorgen darum machen ihre fanbasis zu verlieren, das sie ständig irgendwas für die gleichen fans machen und die gleichen leute zufrieden stellen wollen das da einfach kein platzt ist für wachstum. im gegenzug dazu gibt es bands wie metallica die ihre fans haben, dann kommt plötzlich ‚ride the lightning' raus und plötzlich haben sie noch mehr fans, sie entwickeln sich insgesamt immer weiter, wobei es gerade ein bisschen ähnlich ist wie das was ich eben sagte, es geht etwas bergab mit ihnen was das angeht wie ich finde...
dosenmusik: waaas? glaubst du das wirklich? (entsetzen)
mark: ja man...
dosenmusik: also schon klar das die ganzen älteren platten besser sind als das neue zeug, aber also komm...metallica gehen doch nicht den bach runter..(grinst)
mark: (lacht) ja ok ok...aber weist du was erstaunlich ist und das trifft eigentlich den kern der sache über die wir gerade reden, die machen sich einen kopf darüber was sie wollen und was sie für eine musik spielen und schreiben wollen und das respektiere ich. aber um noch mal auf uns und unsere absichten zurückzukommen, wir wollen das jede scheibe anders ist. der grundstein unserer musik wird immer der gleiche sein aber ich sehe uns nich ständig das völlig selbe zeug spielen...
dosenmusik: was hat euch motiviert diese platte aufzunehmen...?
matt: also als wir unsere erste cd aufgenommen haben wurden wir praktisch ins studio geschmissen und sie haben uns gesagt: so los und jetzt nehmt mal eine cd auf! wir haben den plattendeal unterschrieben und waren wortwörtlich eine woche später im studio und hatte noch nichtmal genug songs zusammen...und da mussten wir uns ziemlich beeilen um noch material zusammenzukriegen. als die platte dann fertig war haben wir sie angehört und waren schon der meinung das wir auf jeden fall eine bessere scheibe hätten produzieren können, wir wussten alle das es möglich ist. danach waren wir ständig auf tour und haben jeden abend unsere instrumente gespielt und das hat uns noch mehr zusammengeschweißt und übung macht eben den meister...
dosenmusik: ihr wart ja schon recht lange auf tour...?!
matt: über ein jahr so in dem dreh und es war einfach genial alle diese bands spielen zu sehn diese ganzen unglaublich guten musiker und das hat uns wirklich gezeigt was wir auch auf unserer musikalischen seite noch verbessern können. dafür hatten wir eine menge zeit. wir haben im oktober 2001 ernsthaft angefangen an ‚the impossibility of reason' zu schreiben ...als unser letzter rauskam so um die zeit. wir haben im tourbus gesessen und die ganze zeit riffs geschrieben uns rumprobiert das zeug auf ein kleines tapedeck aufgenommen und an diesem und jenem riff rumgefeilt...
mark: ..und diese richtung hat uns gefallen und von da an war uns eigentlich klar, dass es ganz anders werden würde als das was wir da gerade auf dieser tour spielten. später haben wir dann über drei monate im proberaum zusammengesetzt und die songs weiterbearbeitet, noch neues zeug eingebaut...also insgesamt würde ich sagen das unsere motivation darin bestand ein besseres album zu schreiben für uns...
dosenmusik: mir ist aufgefallen, das du auch vielmehr mit deiner stimme spielst...
mark: ja schon...ich meine das geht ein her damit, dass ich eben ständig auf tour war und da auch ausprobieren konnte. und wenn zum beispiel mal ein nicht so toll besuchtes konzert dabei war dann kannst du da eh etwas mehr rumprobieren weil wenig kids da sind und es nicht so auffällt wenn ich mehr mit meiner stimme spiele...als wir dann ins studio gegangen sind war meine stimme so gut vorbereitet von der langen tour her. außerdem war das ganze umfeld viel familiärer weil jemand den ich gut kannte das album produziert hat, da konnte man einfach auch mal eher scheiß machen während den aufnamen und viel mehr ausprobieren weil es einfach eine lockerere atmosphäre war bei den aufnahmen. wenn ich einen part im kopf habe ist es manchmal so das ich denke das er scheiße klingt wenn ich ihn dann singe aber diesmal hab ich mich in die kabine gestellt und ich einfach rausgesungen und unseren produzenten gefragt ob es gut ist und er meinte meistens: hey auf jeden fall das lassen wir.
dosenmusik: wie suchst du dir deine texte aus, worüber schreibst du, was verarbeitest du da...?
mark: also auf dem ersten album hab ich so grunsätzlich eine zusammenfassung von gefühlen und dingen die passiert sind seit dem ich 3 jahre alt war bis zu dem punkt an dem wir das album aufgenommen, haben so in der art: hier is mein leben, habt viel spaß damit...dieses mal wollte ich nicht wieder ähnliche lyrics schreiben. es gibt so viele bands bei denen auf jedem album so was kommt wie (macht ein heulgesicht und grinst): oh ich bin so traurig und einsam und alleine, so was wie korn oder so. also und ich mein man kann doch vielleicht auch mal über was anderes schreiben. für mich hat es diesmal länger gedauert um rauszufinden über was ich eigentlich reden wollte, teilweise sind es sache über die band dinge diewir nicht gut finden. ich interessiere mich sehr für serienmörder, es gibt zwei songs die über dieses thema gehen(‚stigmurder' und ‚eyes of a criminal' anm. d. verf.) und wie ich das sehe. bei dem song ‚pictures in the gold room' hab ich mir meinen lieblings horror film ‚the shinnig' reingezogen, aber anstelle ihn mir anzuschauen, hab ich einfach nur zugehört mit nem stift in der hand und habe da meine eigenen visionen dazu aufgeschrieben...ich wollte einfach für mich interessante themen verarbeiten und sie aber auch so verfassen das jeder für sich einen bezug herstellen kann, egal in welcher situation weil es mir einfach sehr nahe geht und viel bedeutet wenn unsere fans meine lyrics mit leidenschaft heraussingen und schreien können...die bisherigen reaktionen der fans waren gut weil es nich so depressiv ist, mehr direkt ein ‚fuck you' an vieles was einem nicht passt, mit viel überzeugung. so bin ich heute eben und wird und will mich da auch nicht verstellen nur für irgendwelche kids die die neuen lyrics nicht mögen.
dosenmusik: wie siehts mit den bands aus die ihr am meisten respektiert? über metallica haben wir uns ja schon unterhalten? noch mehr davon? oder gibt's vielleicht andere nicht von diesem schlag...?
mark: uhm... nich von dieser art...da gibt's nicht so viele (lacht)...ich hätte da noch im angebot: iron maiden, pantera, sepultura...alles dieser art aus der ära 1988-1994. sehr viele metal bands aus dieser zeit und aus diesem genre eben. ein paar neue bands gäbs da noch...in flames gehen ab wie die hölle, killswitch engage finde ich sehr gut.
dosenmusik: ich hab gehört ihr habt bei der produktion auch selbst mit pruduziert abgemischt und an den reglern gedreht?
mark: gemischt hat es schon eine andere person, aber weil wir mit dem was bei der letzten platte rausgekommen ist nich so 100% zufrieden waren waren rob und ich diesmal von morgens bis abends dabei um sicherzugehen, dass alles am ende so klingt wie wir es auch gerne hätten also hatten wir da schon viel mehr input, wobei colin richardson seinen job sehr gut gemacht hat und es meistens auch schon von vorne herein genial geklungen hat.
dosenmusik: was mich noch interessieren würde wäre der letzte song auf der platte, das instrumentalstück ‚implements of destruction' der mir sehr gut gefällt, wie kam dazu?
matt: also die idee dahinter war das es letztlich um die bands geht die wir selbst sehr gehört haben und gut finden eine art homage oder sowas, ich hab viel davon selbst geschrieben und wir fanden es sehr geil so was mit auf unsere scheibe zu packen, auch weil das heute keiner mehr wirklich macht...so ein langes instrumental auf einem album...
mark: ausser dream theater...(grinst)
matt: (grinst) ja außer dream theater. wir hatten viele geniale riffs zusammen und teilweise konnte oder wollte mark über bestimmte einfach nichts singen weil es nicht gepasst hätte und hat vor geschlagen ein instrumental draus zu machen und wir fanden alle das es eine gross-artige idee ist und so kams dazu. es hat über ein jahr gedauert bis wir den so hatten wie wir wollten..wir haben nicht jeden tag dran gesessen aber so alle zwei wochen meinte mal wieder einer: ‚hey lasst uns mal an dem instrumental weiterarbeiten'.
dosenmusik: was können wir von euch in der nächsten zeit erwarten?
mark: wir bleiben wahrscheinlich auf tour bis nächstes jahr um diese zeit, nur wenn's bei uns in den staaten kalt wird werden wir uns zurückziehen um zu schreiben...das ist eine gute stimmung um zu schreiben
matt: (guckt fett grinsend den spineshank sänger an der in der ecke sitzt und was liest)...ich meine wenn wir in den tropen wären wo es sonnig ist würden wir wahrscheinlich am ende noch einen spineshank record schreiben (schallendes gelächter) (schallendes gelächter von allen inklusive mir)
mark: jaja..es ist sehr sonnig in l.a. ... (spineshank kommen aus l.a.)
dosenmusik: wollt ihr den lieben fans noch irgendwas mitteilen dann könnt ihr das jetzt tun... ihre letzten worte bitte jetzt! (grins)
mark: wir freuen uns sehr das wir die möglichkeit haben hier bei euch zu spielen, hoffentlich sehn wir uns nächstes mal auch wenn wir wiederkommen und wenn ihr interessiert seid an einer neuen guten heavy metal band, dann zieht euch unsere scheibe rein! (blöckt in das diktiergerät) los kauft unsere platte und gebt euer geld für merchandising aus!!! (grinst) (alle lachen)
dosenmusik: das werden sie (grins)...danke fürs interview jungs!

mark hunter - vocals
matt devries - guitars
rob arnold - guitars
jim lamarca - bass
chris spicuzza - electronics
andols herrick - drums

www.chimaira.com

autor: shavo | 16.10.2003
Dosenmusik : der neue Shop
dosenmusik at Facebook Follow dosenmusik on Twitter RSS Feed
cd-empfehlungen
Asking Alexandria - From Death to Destiny I Is Another - I Is Another
Five Finger Death Punch - The Wrong Side Of Heaven and The Righteous Side Of Hell Alice in Chains - The Devil Put Dinosaurs Here
Heaven Shall Burn - Veto Le Fly - Grüß Dich Doch Erstmal!