Interview mit Cavalera Conspiracy
Interview mit Max und Iggor Cavalera im Januar 2008 anlässlich Reunion und Veröffentlichung des Albums der Cavalera Conspiracy Über Samba, Rammstein, Neongrün, Gesundheit, Untertitel und Minimalismus
Schon zweimal in den letzten Jahren hatte ich die Ehre und das Vergnügen Max Cavalera zu befragen. Beiden Brüdern Max und Iggor Cavalera gegenüberzusitzen war nochmal ein besonderes Sahnehäubchen für mich! Und was für ein Brett, das neue Album, welches mir zum Anhören und der Vorbereitung für das Interview freundlicherweise im Dezember 07 von Roadrunner vorab zur Verfügung gestellt wurde!

Am Mittwoch, d. 16. Januar um 10 Uhr war der Termin also mit beiden Cavaleras im Park-Hotel Köln anberaumt. Zwei Tage tummelten sie sich anlässlich einer reinen Promo-Interviewtour durch Europa u.a. auch dort und bedienten die deutschen Medien. Flott waren die Dispositionen mit der freundlichen Anna von Roadrunner im Vorfeld geklärt. An dieser Stelle danke an Sie für den reibungslosen Ablauf der Aktion und die netten Betreuung!

Ich also um Punkt 10 im Park-Hotel an der Inneren Kanalstrasse. Hier schlich Iggor Cavalera schon in der Lobby herum, offenbar frisch aus Sauna oder Schwimmbad gekommen, in Richtung Frühstücksraum. Da konnte ich mich ja auf eine längere Wartezeit gefasst machen... Es dauerte aber gar nicht lang, da war Iggor schon parat. Ich wurde von Anna in einen kleinen ungemütlichen typischen Spesenreiterhotel-Konferenzraum geführt und ermuntert, mich vom hier angerichteten Schnittchen-Kaffee-Erfrischungsgetränke-Catering selbständig zu bedienen. Dufte!

Dann kam Iggor frisch geputzt, Haare ordentlich in Form gegelt und wachen Ausdrucks rein und sagte mir nach höflichem Shakehands, dass Max später zu uns stossen würde. Eine halbe Stunde war für das Interview angesetzt, deshalb setzten wir uns sofort an zwei mit zierlichen Notizblöckchen und Gedränkesortiment wie für Bewerbung oder Seminar ausgestatteten Konferenztische. Ich fragte mich, für was wohl die Herren dieses Equipment benötigen würden, aber das gehört ja in solchen Hotels zum Ausstattungstandard einer "Sitzung".

So. Erstmal Kaffee!

Dosenmusik: Bist du eher Langschläfer oder Frühaufsteher?
Iggor: Sagen wir mal so: Ich könnte länger schlafen! Musiker haben ja eh einen anderen Schlafrhythmus durch Ihre "Arbeitszeiten". Wie bekannt ist, muss man nachts spielen, reisen und häufig am morgen schon wieder Promo- oder Studiotermine etc. wahrnehmen.
Dosenmusik: Gestern hattet ihr ja auch schon einen langen Interviewtag hier in Köln, was habt ihr vorher gemacht?
Iggor: Wir waren eine Woche in Paris und haben dort auch Pressetermine gehabt und die DVD aufgenommen, die zeitnah mit dem Album herausgebracht wird. Heut nacht gehts nach Polen, danach Schweden, nach Belgien, am Schluss London und dann wieder zurück in die Staaten.
Dosenmusik: Wann kommt denn genau das neue Album heraus und wie soll es schlussendlich heissen?
Iggor: Da musst du Roadrunner fragen, habe da eben keine genaue Ahnung.
Dosenmusik: Ich konnte ja das Album vorab schon mal hören. Es gefällt mir sehr gut und geht ja wieder auch ganz schön back to the roots, wenngleich ihr auch mit kleinen Gags und Besonderheiten aufwartet. In einigen Artikeln die ich im Netz fand, wurde ja erwähnt, wie wunderbar sich euer beider persönliche Annäherung nach den vielen Jahren seit des Bruchs von Sepultura gestaltet hat. Wie kann man sich denn die ersten praktischen Phasen der eigentlichen Produktion vorstellen, wann und wie habt ihr de facto angefangen richtig am Album zu arbeiten?
Iggor: Die Reunion war ursprünglich Max Idee. Er schickte mir einige Riffs, die er schon mehr oder weniger in der Schublade hatte. Ich beschäftigte mich damit und mein Part war u.a. auch - abgesehn vom Drumming - hier an der Strukturierung der Songs zu arbeiten.
Dosenmusik: Ihr habt euch ja auch besonders kreative und individuelle Musiker zusammengesucht. Marc Rizzo ist ja schon bewährt bei Soulfly an der Gitarre, aber über Joe Duplantier, der bei Gojira Gitarre und auf eurem Album Bass spielt, hab ich mich auch sehr gefreut, er ist ja ein Multitalent, auch ein sehr guter Sänger und Songwriter.
Iggor: Unser Kriterium für die Musiker ist nicht nur, dass sie gute Techniker sind, sondern gerade Ihre Unabhängigkeit und eigene Kreativität in den Entwicklungsprozess einbringen. Das Wichtigste ist allerdings eben, dass sie nicht nur Musikerprofis sind, sondern - und das ist ja bei allen gut funktionierenden Bands so - dass es menschlich und kreativ passt.
Dosenmusik: Zunächst sollte ja wohl der Bandname INFLICTED heissen, ihr habt ihn zu CAVALERA CONSPIRACY geändert. Der Name CAVALERA ist ja auch eine Art Garantie. Eindeutiger könnte der Bandname ja nicht sein. Wo Cavalera draufsteht ist Cavalera drin und das auch noch im Doppelpack nach so langer Zeit!
Iggor: INFLICTED heissen schon zuviele Labels ob Klamotten, Plattenfirmen pipapo
Dosenmusik: Auf dem Album sind Elektroparts eingesetzt, sparsam aber effektiv, du bist ja Hip-Hop-Fan und hast auch bei Hip-Hop-Projekten mitgewirkt, spielte sowas bei deinem Schlagzeugspiel auf dem Conspiracy-Album auch eine Rolle?
Iggor: Eigentlich sollte unsere Musik "so simple as possible" sein als Aufgabenstellung, aber natürlich spielt immer der Musikgeschmack der einzelnen beteiligten Musiker mit.
Dosenmusik: ...Schon bei Soulfly war der Einfluss von Marc Rizzo allein durch sein unverkennbares Solospiel deutlich und auf eurem Album habe ich das Gefühl, auch Duplantiers Spirit zuweilen herauszuhören.
Iggor: Was übrigens den Hip-Hop-Einfluss berifft, derzeit höre ich eher viel Techno und Elektro.
Dosenmusik: AH! das frage ich immer gerne: was hast du gestern im CD-Player gehabt?
Iggor: Ich bin auf Reisen mit I-Pot unterwegs und höre unentwegt Musik. Gestern... lass mich überlegen... BoysNoize... ein Deutscher glaube ich...kennst du den?
Dosenmusik: Iiih, Grad boysnoize is grade nicht so meine Baustelle, sorrie. Aber im weitesten Sinne kann ich schon verstehn, dass du dich als Rhythmiker mit sowas beschäftigst.
Iggor: Ja, ich dachte ja auch beim Drumming für das Album immerwieder "less than more."
Dosenmusik: ...Geschmückt auch mit ein bisschen Percussion...
Iggor: Es kamen Trommeln zum Einsatz und anderes aus der brasilianischen Percussion.
Dosenmusik: Warst du eigentlich als Kind in einer der berühmten Sambas (Anm. d. Verf.: Musikschulen in Brasilien mit Schwerpunkt auf Percussion)?
Iggor: Sowohl Max als auch ich waren im Vorschulalter in der Samba. Max war ja auch Drummer bevor er zur Gitarre kam. Deshalb funktioniert unser musikalisches Zusammenspiel ja auch so gut.
Dosenmusik: Mir ist beim Anhören des Albums wiedermal aufgefallen, dass Max Besonderheit und Einzigartigkeit auch gerade beim Gesang in seinem Timing bzw.
seiner "Groove" liegt. Und das hängt bestimmt mit diesen brasilianischen Wurzeln zusammen...
Iggor: Das habe ich zu Beginn meiner Schlagzeugerei beim Rock vermisst, die Vielseitigkeit von Grooves, rhythmisch war mir der Rock zu dürftig. Mir war immer auch wichtig, musikalisch über den Tellerrand zu schauen. Die Einflüsse unserer ethnologisch-musikalischen Wurzeln sind ja typisch für alle Projekte an denen ich und mein Bruder beteiligt waren oder sind. Ich meine, da sind Sepultura Wegbereiter gewesen für dieses neue Denken im Rock.
Dosenmusik: Man bekommt aber schon mit, dass für die blutjungen Musiker, die Sepultura-Zeiten noch nicht wirklich erlebt haben, das zwar zur Musikgeschichte gehört. Normal ist allerdings und natürlich, dass da allerdings erstmal Traditionen in Frage gestellt werden, ohne Berücksichtigung solcher historischen Entwicklungs-Aspekte. Grade Max wurde dann oft in der letzten Zeit auseinandergenommen und lapidar kritisiert auch.

- Spricht man vom Bär, kommt er daher! Just in diesem Augenblick kommt Max Cavalera verpennt und in liebenswert schlurfiger Art rein! Schnappt sich eine Cola, brabbelt fröhlich erstmal was darüber, wie verdammt dunkel es im Hotelzimmer war, dass und was er geträumt hat (so nuschelig, dassichs leider beim besten Willen auf dem Band nicht wirklich verstehe), bzw. dass er beim Aufwachen gar nicht realisiert hat, dass bereits Morgen ist.
Er plaziert sich linkerhand, rechterhand sitzt Iggor, ich mittenmang und es ist eine Freude aus dieser Position die beiden Brüder zu sehen, wie sie sich so brüderlich in schöner Bruderspache unterhalten und sie zu beobachten auch in Ihrer äusserlichen Unterschiedlichkeit. Hier Iggor, aufgemöbelt und frisch, wohl eher der Sporty und da Max, der freundliche "Zausel". Dennoch hat man gleich das Gefühl, sie verstehen sich blind und haben sich wirklich gern. Es wird also erstmal rumgelabert und gescherzt.

Während Max sich so mit Colatrinken eingrooved, ergibt es sich, dass Iggor und ich über sein Modelabel "Cavalera" ins Gespräch kommen. Ich hatte bisher gar nicht gewusst, dass es das gibt und in der Recherche vorm Gespräch hierüber einiges gefunden.

Iggor: Gefallen dir die Sachen?
Dosenmusik: Ochjo, gemütliche Schnitte. Skaterklamotten in schrillen Farben. Neongrün!
Iggor: Das mit dem Grün ist ja Max Idee! Zu Zeiten als noch alle nur in schwarzen Klamotten rumgelaufen sind, hat Max ja die punkige Attitüde reingebracht und vor allem grün getragen.
Dosenmusik: Grün ist wohl deine Lieblingsfarbe, Max?
Max: Definitiv!

- Zeitgleich zu dieser Antwort zieht sich Max plötzlich ruckartig sein Hemd über den Kopp. Ich denke: HUCH! Was macht der denn jetzt? Vielleicht hat er einen irren Tick oder dergel! Nichts davon. Unter dem Hemd explodiert ein gewaltiges Niesen, ich sage auf deutsch: Gesundheit! und reiche ihm Taschentücher.
Max: (reisst sich das Hemd wieder vom Kopf, lachend und in seiner spanisch-englischen Diktion): Haha, GESUNDHEIT! Ein tolles Wort! Ich habe mal eine lustigen Film gesehn, wo einer plötzlich im Kontext GESUNDHEIT gesagt hat.
Dosenmusik: Ist ja ein bekanntes Phänomen, dass die deutsche Sprache vor allem in Ami-Kömödien gerne als Lacher eingesetzt wird. Auf diesem Prinzip kann man ja auch einen Teil der Rammstein- Erfolges vielleicht verbuchen.
Max: Jahaa, RRRRAMSTEINNN!!
Dosenmusik: ...ein Mensch brrrennnnt...

- wir singen gemeinsam kurz zwei Takte des gleichnamigen Songs an...

Iggor: Meine Frau ist Kuratorin eines Kunstmuseums und Cineastin. Durch sie und mit ihr habe ich enorm viele Filme geguckt. Natürlich bestand sie darauf, diese im Original - mit Untertiteln - zu schauen. Da kommt ja die Emotion direkt und eindeutig rüber auch von einer Kultur.
Max: Ich habe so meine Probleme mit Originalfassungen. Selbst bei Ami-Filmen kommt es noch häufig vor, dass mir was entgeht oder ich einen spezifischen Gag nicht verstehe.
Dosenmusik: Aber du lebst doch schon so lange in den USA...
Max: Trotzdem. Es ist auch eine Mentalitätsfrage.
Dosenmusik: Da fällt mir in diesem Zusammenhang im Bezug zu euerm Album wieder auch auf, dass du ja textlich und Titelmässig zu Parolen neigst. Vielleicht gibt es da einen Zusammenhang, was das sprachliche betrifft. Was beutetet denn z.B. das Wort "Inflicted" - so heisst ein Titel auf dem Album, schwer ins deutsche zu übersetzen und wie schon erwähnt, sollte ja sogar die Band ursprünglich so heissen - für dich ganz persönlich?

- Jetzt entwickelt sich ein reges Durcheinandergespräch über die ursprüngliche Bedeutung des Wortes, von Verwundbarkeit und der daraus im besten Falle resultierenden Aggression und die Definition von Schlagabtausch, der - so Max - ja schon auch in einer normalen sozialen Situation wie einem solchen Gespräch wie eben stattfindet. Er versteht es eher als Herausforderung verwundet zu sein, sich wehren.

Dosenmusik: Verwundung, Verwirrung, Kampf und Chaos sind sowieso ein durchgängiges Thema in eurer Musik. Ich finde, das macht v.a. Max" "Genialität" aus, dass sowohl menschlich als auch musikalisch rüberkommt, dass immer aus diesem Chaos heraus was Neues entsteht. Das kathardische Element, was ja in jeder guten aggressiven Musik steckt.
Max: Angreifen heisst ja auch sich verwundbar zu zeigen.
Dosenmusik: Ich habe leider die Texte des Albums nicht gesehen, aber allein die Song-Titel sagen ja schon wieder typisches über dieses Thema aus. Alle Titel und die Texte - sowie ich sie akustisch verstehen kann - sind ja vordergründig wie immer sehr aggressiv und auf den ersten Blick, apokalyptisch, zerstörerisch...
Iggor: ...Zerstören um wieder zusammenzubauen...
Dosenmusik: Das merkt man immer wieder musikalisch, während über Tod und Teufel skandiert wird, spielt sich auf musikalischer Ebene oft bemerkenswert konstruktives und positives ab. Ich denke da z.B. an...war das der Titel "Sanctuary"?...wo im düstersten Zusammenhang vor allem die Gitarren das ganze Grobe und Aggressive mit optimistisch spielerischen harmonischen melodischen Riffs untermalen. Ein roter Faden auf dem Album. Dieser Gegensatz scheint mir so typisch für euch.
Iggor: Am Ende von Sanctuary ist die Essenz des Textes: "Im so happy, youre so happy, everybody die tonight!"
Dosenmusik: Es gibt ja diese offensive "Carpe Diem"- Message auch bei anderen Musikern. Ich denke gerade an NIN mit der Textzeile "this is the first day of your last days". Hier habe ich auch nie das Gefühl, dass es um wirklich endgültige Destruktion geht, deshalb empfinde ich diese Art Musik auch nicht als depressiv.
Iggor: Viele Menschen sagen nur "Schwarz oder Weiss!", entweder gibt es diese depressive Weltsicht oder alles ist sooo beautyfull und wunderbar! Sich aber den Widersprüchen, Konflikten stellen, ohne sich runterkriegen zu lassen, ist ein wichtiges Thema fürs Leben und in unserer Musik.
Dosenmusik: Max setzt seine Stimme eigentlich sehr instrumental ein finde ich.
Iggor: Wenn wir beide zusammen spielen ergänzen wir uns rhythmisch blind. Wie du vorhin über die "Groove" gesagt hast. Unsere Interaktion besteht sehr stark - auch was Max Gitarre betrifft - aus einer Art "Frage- und Antwortspiel". Nicht nur wir als Brüder sondern unsere "Groove" sind rhythmisch wie musikalisch absolut verwandt.
Dosenmusik: Hierüber machen sich heutzutage Bands manchmal etwas zu wenig Gedanken. Bei einigen selbst musikalisch entwickelteren Bands gibtso eine Art Leistungsdenken und eine Kopflastigkeit, die dieser einfachen Art der Intuition manchmal keinen Platz lässt. So wirkt manche ambitionierte Musik seelenlos...
Iggor: Wichtig ist dass Kopf und Bauch zusammenspielen. Am Ende bleibt doch immer "Pureness".
Dosenmusik: So ein minimalistisches Element, was sich bei euch auch äussert in der typischen Art in der Max seine buchstäblichen Prophezeiungen skandiert...
Max: ...Titel und Lyrics vom Song "Must Kill" ist z.B. daraus entstanden, dass der DJ von Slipknot (Anm.d.Verf. ich nehme an, er meint, Sid Wilson) in meinem Hause in L.A zu Gast war. Wir hingen rum mit den Kindern, ein Wochenende lang richtige Familiengemütlichkeit. Wir machten Session und chillten dazwischen. Er hatte die Textzeile "Must Kill" irgendwann auf den Lippen und ich sagte, daraus kann man doch einen schönen Song machen!
Dosenmusik: ...Irgendwie ist bei guter Musik ja auch immer ein Hauch Humor und Unernsthaftigkeit drin...
Iggor: Mit dieser Textzeile hat mich Max beinahe genervt im Studio (lacht).
Er wollte fast kein Ende finden, diese Phrase immer wieder zu gröhlen. Ich sagte zu ihm: "meinst du nicht, es ist zu lang so?" Max erwiderte nur: "nene, je mehr desto besser!"
Dosenmusik: Das klingt zwar bei euch ganz anders von der Musik her aber ich muss bei sowas immer an Neurosis denken, die Meister der Wiederholung, bis fast zur Meditation und das mit gewaltiger Instrumentierung.
Iggor: Neurosis ist die meistunterschätzte Band auf diesem Erdenrund!
Dosenmusik: Ich denke, das liegt an ihrem spirituellen und intellektuellen Anspruch. Sie strengen an.

- Nun steckt Anna schon zum zweitenmal ihr Köppchen in den Raum und macht dringende Zeichen zum Ende zu kommen. Aber die Herren Cavalera scheinen in Plauderstimmung.

Max: Meditation, ein schöner Gedanke!
Iggor: Mir gefällt das mit dem Minimalismus gut.
Dosenmusik: Das ist ja gerade für Rhythmiker interessant.

- Hieraus entsteht wieder ein Gesprächsdurcheinander, wo es um die Auffassung von Zeit im Zusammenhang mit Rhythmik und Timing geht und um die innere Gelassenheit die man hierüber anstreben sollte und die ja auch in der Message oben erwähnter Musik- und Textgedanken ihren Widerhall findet.

Max: Deshalb höre ich soviel Dub...
Iggor: ...Den hast du mir sehr nahegebracht!

- Aus der vorgesehenen halben Stunde Gespräch sind mittlerweile fast 50 Minuten geworden...ich stehe schon halb gekrümmt über meinem Stuhl, Jäckchen, Täschen und Papiere gerafft und immerwieder kommt doch noch irgendwas.
Max kritzelt schon die ganze Zeit auf einem der hingelegten Schreibblocks rum, ich frage moderationshalber ob ich das haben und teuer bei Ebay versteigern darf und beende das Gespräch mit dem Hinweis, dass ich dem nächsten Interviewer jetzt keine Zeit rauben will. Iggor bietet an, das man sich ja , wenn sie wohl im Herbst in Deutschland spielen, gerne wieder treffen und bei einem gepflegten Drink über diese interessanten Themen weiterplaudern kann. Ich sage: du wirst dich wahrscheinlich bis dahin nicht mehr an diese Einladung erinnern, aber ich werde mich wieder um einen Interview- bzw. Konzertkritikertermin kümmern. Wir stehen alle mit wohlwollendem Gelächter auf, geben uns herzlich die Hand, es kommt zu freundlicher Umarmung, bei der ich mich bei den Cavalera-Brüdern bedanke und ihnen viel Kraft und Glück für Ihre noch bevorstehende Promotour und Erfolg für die Veröffentlichung des Albums wünsche und wir uns endgültig verabschieden.

Ich verlasse das Hotel in einem gänzlich anderen Zustand als ich gekommen war. Gesättigt und erfrischt von einem Gespräch mit inspirierten und inspirierenden Menschen und erfreut über den angenehmen Verlauf des Vormittags und mit der Vorfreude darauf die Cavalera Conspiracy demnächst live zu erleben!

Nachtrag:
Mittlerweile steht wohl der Titel des Albums fest, wie sollte es anders sein "Inflicted".

Max Cavalera - Vocals and Rhythm Guitar
Iggor Cavalera - Drums and Percussion
Marc Rizzo - Lead Guitar
Joe Duplantier - Bass Guitar

weitere Cavalera Conspiracy Links: http://www.roadrunnerrecords.de/artist/Cavalera+Conspiracy
http://www.roadrunnerrecords.de/release/Inflikted
http://www.cavaleraconspiracy.com/
http://www.myspace.com/cavaleraconspiracy


autor: att | 08.02.2003
Dosenmusik : der neue Shop
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