Interview mit Candiria
E-Mail Interview mit Carley Coma im Mai 2005 Wir werden uns nie von unseren Verletzungen erholen
Candiria dosenmusik: ich bin schon seit längerem ein ausgesprochener Candiria-Fan und deshalb bin ich froh und glücklich mal die möglichkeit zu haben, ein interview mit euch zu machen! am liebsten würde ich so manchen song mit euch gemeinsam anhören und eure stellungnahmen dazu hören und über eure musik richtig ins gespräch kommen. das werk candirias ist jetzt schon so umfangreich, es bietet so viele facetten, dass es sehr viele fragen und aspekte gibt, die man ansprechen könnte. aber da dieses interview schriftlich erfolgt und die länge natürlich begrenzt sein muss, sind hier nur einige fragen in einer art brainstorming verfasst, das heisst stichpunkte, die mir im prinzip allgemein bei musikern auf der zunge liegen. fragen zu candiria im speziellen sind ungeordnet gemischt.

während ich das schreibe höre ich einige candiria sachen. ich halte eure neueste cd "What Doesn't Kill You" für einen interessanten und extrem abwechslungsreichen qürschnitt eures musikalischen könnens. vor allem fällt mir etwas auf: im grunde wechseln sich songs von typischer candiria-komplexität geradezu systematisch ab mit besonders eingängen songs mit fast hitverdächtigen qualitaten. schönes beipiel: "down", ein diskotauglicher song, folgt auf "1000 points of light", wohl eher ein song zum "zuhören" und danch eine coole hiphop-nummer "9mm solution".

dosenmusik: was ist das konzept des albums?
Carley Coma: wir wollten ein album schreiben, das unseren damaligen zustand - mental, musikalisch sowie spiritüll - wiederspiegelt. das resultat war ein genreübergreifendes album, welches in der lage ist, unglaublich viele emotionen anzuregen.
dosenmusik: ich kenne keine vergleichbare band die so viele elemente verschiedener musikalischer genres so passend zusammenbringt wie CANDIRIA - elemente des jazz, des hiphop und der harten metal-musik. hierzu gehört ja ein grosses musikalisches wissen, vor allem was auch die technische umsetzung dieser idee angeht, welche musikalische ausbildung habt ihr?
Carley Coma: wir haben einfach mit den grundlegenden dingen angefangen. alles, was danach kam, haben wir uns selbst erarbeitet. wir haben viel zeit damit verbracht, unser spiel an den instrumenten zu meistern und zu verfeinern, bevor wir uns erlaubt haben, auf tour zu gehen. wir wollten uns einfach sicher sein, dass wir uns bei live-auftritten auch professionell präsentieren können.
dosenmusik: wie sind eure kompositionstechniken? wie erarbeitet ihr eure stücke?
Carley Coma: wenn wir einen metal-song schreiben, fängt eigentlich alles mit einem gitarrenriff an. wenns es mehr ein rock-song wird, dann ist die melodie der vocals das element, auf dem wir den song aufbaün. und wenn es ein hiphop-song ist, dann fängt meist alles mit der produktion der beats an. daraufhin fügen wir unsere ideen hinzu, bis wir das gefühl haben, der entsprechende song sei vollständig. das ist manchmal sehr herausfordernd, da innerhalb der band so viele ideen rumschwirren. aber letztlich wählen wir die unserer meinung nach besten ideen aus und lassen sie dann nach und nach in unsere songs einfließen.
dosenmusik: welche musiker/bands - egal aus welchem genre - kannst du/könnt ihr nennen, die dich/euch massgeblich beeinflusst haben?
Carley Coma: ich denke es sind: Michäl Jackson, Tool, Metallica, Miles Davis, Björk, Herbie Hancock, Depeche Mode, Duran Duran, Helmet, Biohazard, Alice In Chains, Wu-Tang Clan, Eric B. and Rakim, Parliament Funkadelic, Kool And The Gang, Mötley Crüe, Tupac Shakur, Portishead, Primus, Obituary, Smashing Pumpkins, Sepultura, Sick Of It All... the list gös on and on!
dosenmusik: welche musik hörst du/hört ihr aktüll bzw. hast du/habt ihr heute im cd-player gehabt?
Carley Coma: ich höre A Perfect Circle während dieses interviews. vorher hab ich Chevelle, The Game, Mars Volta, Muse, Ray Charles Jr. und Norah Jones gehört.
dosenmusik: viele eurer songs sind so komplex und jazzy - z.b. bei "coma imprint", eine mischung aus fusion jazz, trompetensoli, fendersound - dass ich sie fast als musik für musiker bezeichnen könnte. extrem inspirierend, wenn man sich drauf einlassen kann... was meint ihr, für welche zielgruppe macht ihr eure musik?
Carley Coma: für jeden, der aufgeschlossen und unvoreingenommen ist. wir fordern den hörer. wir haben reine metal-fans zu fans von jazz und hiphop gemacht. genau wie ein koch in einem restaurant, der möchte, dass du alle gerichte der speisekarte kostest, so wollen wir, dass du das musikalische menü unserer alben mit seinen vielen unterschiedlichen stilrichtungen ausprobierst.
dosenmusik: wenn du/ihr einen soundtrack zu einem film machen müsstet, für welchen regisseur?
Carley Coma: ich würde gern einen soundtrack für Qüntin Tarantino machen. ich liebe seine filme - dunkel mit einer spur comedy. mit dieser art des filmemachens kann ich mich identifizieren. ich denke, dass die musik, die wir ausserhalb von CANDIRIA schreiben, perfekt zu einem seiner filme passen würde.
dosenmusik: ich nenne mal kurz einige bands und musiker. du/ihr dürft assoziativ zu denen stellung nehmen, die dir/euch bekannt sind oder zu denen du/ihr lust habt, überhaupt stellung zu nehmen:

dosenmusik: Meshuggah
Carley Coma: tolle band, gehen immer an ihre technischen grenzen
dosenmusik: Converge
Carley Coma: -
dosenmusik: Frank Zappa
Carley Coma: in genie, seiner zeit voraus
dosenmusik: Hatebreed
Carley Coma: my lieblings-metal-, hardcore-band und gute freunde von uns; sie geben mir genau das, was ich brauche - schnelle breaks, knüppelharte dance riffs und fantastische heavy vocals
dosenmusik: Herbie Hankock
Carley Coma: ein genie, toller songwriter
dosenmusik: El-P
Carley Coma: toller m.c., verdient mehr anerkennung
dosenmusik: Cannibal Ox
Carley Coma: hab einige gute sachen von ihm gehört, bin aber noch kein fan
dosenmusik: John Zorn
Carley Coma: genie
dosenmusik: Duke Ellington
Carley Coma: großartiger songwriter
dosenmusik: Soulfly
Carley Coma: gute band, schöne fangemeinde
dosenmusik: Miles Davis
Carley Coma: genie, ikone und ein meister seines instruments
dosenmusik: Paul Motian
Carley Coma: -
dosenmusik: Return Forever
Carley Coma: -

dosenmusik: ihr seit wenig in europa bzw. deutschland aufgetreten, ist das in planung?
Carley Coma: wir werden im september 2005 in einigen teilen europas - auch in deutschland - mit devil driver und all that remains touren (die geplante Tour findet so nicht statt - anm. d. red.). für die zukunft planen wir, europa häufiger zu besuchen.
dosenmusik: wird das projekt "The Ghost In The Canal" fortgesetzt?
Carley Coma: ich selbst bin nicht in dieses projekt involviert. es besteht aus Kenneth Schalk, Michäl Macivor und John Lamachia. soviel ich weiß nehmen sie sich gerade eine pause und konzentrieren sich auf Candiria.
dosenmusik: mit welcher band würdet ihr besonders gern mal auf tour gehen?
Carley Coma: eine tour mit Tool, Deftones, Mudvayne und System Of A Down wäre klasse.
dosenmusik: habt ihr den unfall gut überstanden und sind alle bandmitglieder gesundheitlich wieder auf dem damm?
Carley Coma: wir haben den unfall überlebt, daher auch der albumtitel ("what dösn't kill you..." - anm. d. verf.), aber wir werden uns nie von unseren verletzungen erholen. sie sind alle permanent. wenn du zu einer CANDIRIA-show kommen würdest, wäre dir aber nicht bewusst, dass wir diese verletzungen erlitten haben. auf der bühne drehen wir voll auf und wir befassen uns mit den konseqünzen erst wenn das konzert vorbei ist. das ist es, worum es beim rock 'n' roll überhaupt geht!

dosenmusik: hier mache ich einfach mal einen break. ich habe zwar noch eine fülle von fragen und viele würden sich sicher im gesprach ergeben, aber ich schliesse nun und denke, dass dieses kleine interview nun eben mal einen kleinen einblick in eür schaffen und werk bringt.

ich bedanke mich für eure musik, bei der es immer wieder neüs zu entdecken gibt und wünsche euch viel glück und gesundheit für die zukunft!

thank you very much


Carley Coma – Vocals
Michael MacIvor – Bass
Kenneth Schalk –Drums
John LaMacchia – Guitar
Eric Matthews – Guitar

www.candiriamusic.com

autor: att | übersetzt: coney | Mai 2005
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