Interview mit Caliban
Telefoninterview mit Marc Görtz, August 2009 Alles wie früher, aber trotzdem auch irgendwie anders...
CALIBAN Dosenmusik: Hi Marc, danke daß Du dir Zeit für das Interview nimmst, ich denke zur Zeit geht es diesbezüglich hoch her, oder?
Marc: Ja, generell schon, aber heute gehts eigentlich, ich hatte heute Abend erst ein Telefonat.
Dosenmusik: Na dann ist ja gut. Ich möchte auch gleich starten, denn bei euch gab es ja einiges an Veränderungen in letzter zeit, über die es zu sprechen gilt. Eine grundlegende Sache dabei ist zunächst einmal der Wechsel eures Labels. Wie seid ihr (wieder)zu Century Media gekommen?
Marc: Nach der Trennung von Roadrunner hatten wir ein paar Angebote von verschiedenen Labels vorliegen, aber der Weg zu Century Media war irgendwie logisch. Wir kennen viele Leute des Labels persönlich schon seit ewigen Zeiten, da es seinen deutschen Sitz in Dortmund hat und das ja quasi um die Ecke ist. Wir wissen auch, daß die Jungs eine fantatische Arbeit bei unseren Freunden von MAROON und HEAVEN SHALL BURN abliefern, daher war es klar, daß sie auch bei uns vollen Einsatz bringen werden. Somit eine ganz natürliche Entscheidung.
Dosenmusik: Eine weitere "Veränderung" lässt sich im Design eures Auftritts erkennen; ihr habt einen neuen Schriftzug, auch das Artwork hebt sich von euren bisherigen Sachen ab. Wie kam das?
Marc: Für das Artwork ist "Basti Basti" (Sänger der Band Callejon) verantwortlich. Der hat ja in letzter Zeit mit seinen Werken für Callejon und HSB auf sich aufmerksam gemacht. Wir fanden seine Sachen richtig gut und haben ihm daher einfach mal die Pre-Production unseres neuen Albums zusammen mit den Texten gegeben. Er hat sich dann damit eingeschlossen und alles was ihr jetzt davon seht, ist seine Interpretation des Albums. Der Wechsel des Schriftzugs war dann auch wieder eine logische Konsequenz, da der alte einfach nicht mehr zu dem neuen Artwork gepasst hat.
Dosenmusik: Für mich sieht das alles nach einem absoluten Neubeginn aus: neues Label, neues Auftreten...
Marc: Ja irgendwie schon, aber das ist absolut positiv. Es ist eine gute Sache und mit diesen Veränderungen ergibt das alles ein rundes Bild.
Dosenmusik: Was auch zu diesem Neubeginn passt, ist die relativ lange Pause, die jetzt zwischen den Veröffentlichungen lag.
Marc: Das stimmt auch. Wir haben diese Zeit auch intensivst für das Album genutzt. Diese Zeit haben wir uns bei den letzten Veröffentlichungen nie genommen und somit hat sich auch die gesamte Arbeitsweise ein bischen geändert. Bisher war es immer so, daß alles, was wir geschrieben haben, auch auf dem Album gelandet ist. Diesmal haben wir aus insgesamt zwanzig Songs wählen können. Und bei den Songs selbst war es auch so, daß wir diese einfach auch mal liegen lassen konnten, um nach einer gewissen Zeit nochmal damit zu arbeiten. Das hat auch einiges gebracht.
Dosenmusik: Womit wir beim Thema wären, erzähl doch mal ein bischen was über das neue Album...
Marc: Es besteht aus 11 regulären Songs und einem Coversong (in the name of progression - unbroken) und wie schon gesagt, wir konnten hier aus den 20 vorhandenen Titeln die besten rauspicken. Das Album wird in zwei Versionen erscheinen, einmal in der normalen 12 Song Ausführung und zusätzlich in einer limitierten Digipak-Edition mit noch 2 zusätzlichen Livetracks die beim WITH FULL FORCE Festival aufgenommen worden sind. Dabei handelt es sich um zwei Titel von der Shadow Hearts.
Dosenmusik: Wieso ausgerechnet zwei Titel von der Shadow Hearts? Ich habe im Vorfeld schon darüber gelesen, daß ihr euch mit eurem neuen Material wieder in Richtung eben dieser Shadow Hearts bewegen wolltet, hat das was damit zu tun?
Marc: Nö, überhaupt nicht. Die beiden Songs haben sich einfach am besten angehört. Hier haben wir fehlerfrei gespielt und somit haben wir die einfach draufgepackt.
Dosenmusik: Wie sieht es denn sonst mit der Rückbesinnung auf ältere Werke aus? Seid ihr wieder härter geworden?
Marc: Schwer zu sagen. Es ist eine Mischung aus neuen und alten Sachen. Der cleane Gesang zum Beispiel ist immer noch da, aber er wird jetzt ein wenig anders eingesetzt als zuvor. Wir hatten bei den Songs der letzten Alben meist eine sehr ähnliche Songstruktur, das heisst grade der cleane Gesang kam isoliert zu ähnlichen Zeitpunkten in den Liedern, entweder als PreChorus oder Chorus. Jetzt mischen wir das Ganze viel mehr. So wird Andis harter Gesang hier und da mit cleanem Gesang gedoppelt und das gibt auch dem cleanen Gesang wieder einen ganz anderen Charakter. Ich denke, daß es dadurch wieder auch härter wirkt.
Dosenmusik: Die Zeit die ihr für das Songwriting hattet, spielt da wohl auch eine Rolle, oder?
Marc: Natürlich, wir konnten einfach eine Menge ausprobieren und versuchen das Beste aus den SOngs rauszuholen. Ich denke, das ist uns gelungen.
Dosenmusik: Nenn mir dann doch bitte mal deinen persönlichen Hit des neuen Albums.
Marc: Das ist schwer. Die Songs decken eine grosse Bandbreite ab, daher fällt das wirklich nicht einfach. Ich mag den Opener, "24" sehr gerne, dann mag ich "Caliban's Revenge" wegen seiner punkigen Attitüde und "All I Gave" wegen seinem untypisch düsterem und depressiven Charakter.
Dosenmusik: Um nochmal zum Thema "Zeit" zurückzukommen. War wohl auch wieder eine neue Situation, an einem längeren Stück daheim rumzuhocken, oder? Sonst die ganze Zeit auf Tour und jetzt auf einmal daheim, wie war das?
Marc: Es hatte definitiv was Gutes. Wenn man soviel unterwegs ist wie wir, verpasst man natürlich auch viel in seinem Freundeskreis: Geburtstage, Partys und so weiter. Das konnten wir diesmal voll und Ganz geniessen, das hat wirklich Spass gemacht.
Dosenmusik: Aber so langsam kribbelts wieder, oder?
Marc: Auf jeden Fall, es wird wieder Zeit, daß es losgeht.
Dosenmusik: Apropos, das tut es ja auch. Wie sehen die Pläne hier aus?
Marc: Erst gehts für 5 Wochen in die USA, dann 2 Wochen Pause um dann in Deutschland zu touren. Der Frühling ist noch in Planung, aber es wird höchstwahrschenlich wieder die USA.
Dosenmusik: Viel USA, wie schätzt ihr eure Akzeptanz dort ein.
Marc: Prinizipiell ganz gut so, nur hatten wir mit unserem letzten Album unglaubliches Pech.
Dosenmusik: Inwiefern?
Marc: Es gab Probleme mit unserem Label Abacus, welches uns dort vertreiben sollte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in Europa ging Abacus Bankrott. Somit keine Veröffentlichung und Tour in den Staaten, das Album selbst ist dann 16(!) Monate später rausgekommen, als eigentlich angedacht. Wir müssen somit jetzt einigen Boden wieder aufholen.
Dosenmusik: Das ist ja wirklich dumm gelaufen. Um nochmal zum touren zurückzukommen: Wie vertreibst Du dir Zeit "on the Road"? Viele deiner Musikerkollegen klagen über die viele Warterei.
Marc: Hmmm... ich schaue sehr viele Filme. Und da wir ja mittlerweile auch ganz gut rumgekommen sind, kenn ich eine Menge Leute in allen möglichen Städten. Die besuche ich dann ganz gerne...
Dosenmusik: Zum Abschluss das beliebte Spiel: Was läuft zur Zeit in deinem MP3-Player?
Marc: The Acacia Strain - Continent, Thrice - Vheissu und die At the Gates - Slaughter of the Soul.
Dosenmusik: Na das ging ja schnell.
Marc: Bist nicht der Einzige der mich das fragt...
Dosenmusik: Unsere Zeit ist jetzt auf jeden Fall um und daher möchte ich mich nochmal für das aufschlussreiche Interview bedanken!
Marc: Kein Problem, ich danke euch für das Interesse, bis zum nächsten Mal!

v: Andreas Dörner
g,v :Denis Schmid
g: Marc Görtz
b: Marco Schaller
d: Patrick Grün

www.calibanmetal.com

Autor: DasOZ | September 2009
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