Interview mit Boy Sets Fire
E-Mail Interview mit Robert am 08.03.2006 Ein Künstler hat die Verpflichtung zu machen, was sein Herz sagt
Boy Sets Fire dosenmusik: hallo robert! vielen dank, dass du dir zeit genommen hast für dieses interview. ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass unsere user oder besucher noch nie von euch gehört haben, aber im fall def fälle und um einen einstieg in dieses interview zu haben - stell dich und deine band kurz vor!
robert: mein name ist robert und ich spiele bass bei boysetsfire. ich bin "der neue", naja, eigentlich sind es jetzt schon fast 4 jahre, der rest von uns ist noch die originalbesetzung, das heißt alte männer! ihre stage names sind: josh, nathan, chad und matt.
dosenmusik: im september 2003 habt ihr schon mal ein interview mit uns gemacht, also gib uns einfach mal ein kleines update über die dinge, die seitdem so passiert sind!
robert: nun, da ist ist einiges passiert... wir sind auf einem anderen label, arbeiten nicht mehr mit unserem management zusammen, haben ein neues album geschrieben und aufgenommen und waren viel auf tour.
dosenmusik: du bist wie erwähnt knapp 4 jahre bei der band. erzähl mal, wie es dazu kam!
robert: rob hat die band verlassen, als ich noch bühnentechniker (oder roadie, wenn dir das lieber ist) bei ihnen war. die jungs kannsten mich schon lange und wussten, dass ich einigermaßen bass spielen kann. also haben sie mich direkt nach robs ausstieg gefragt, ob ich nicht in die usa ziehen möchte und als vollständiges mitglied bei ihnen einsteigen will. ich hab mich dann mit rob (er ist immer noch ein sehr guter freund von mir) zusammengesetzt und darüber geredet. er sagte, es würde ihn freuen, wenn ich es versuche. also hab ichs gemacht und hier bin ich jetzt!
dosenmusik: sprechen wir über euer neues album! in welcher weise unterscheidet sich "the misery index: songs from the plague years" deiner meinung nach von euren früheren alben?
robert: ich hoffe es ist ein großer schritt nach vorne für uns was die musik und die lyrics betrifft. es ist zerbrechlich, extrem und verrückt, aber auf eine schöne art und weise. es war uns einfach egal, was letztlich dabei rauskommt, solange wir die songs genauso machen, wie sie in unseren köpfen waren und das hat meiner meinung nach wunderbar geklappt. ich denke "zerbrechlich" ist das beste wort, um die songs in einem wort zusammen zu fassen.
dosenmusik: hattet ihr ein bestimmtes konzept für das neue album?
robert: ich glaube nicht, mal abgesehen davon, dass wir es genauso gemacht haben, wie wir es uns vorgestellt haben. aber wenn ich zurückblicke und das album etwas distanzierter betrachte, dann erkenne ich eine art grundlegendes thema. es geht darum, die tumore und geschwüre in deinem leben, in der politik und in der gesellschaft zu finden und diese dunklen flecken dann zu entfernen. man fühlt die hoffnungslosigkeit, aber man geht seinen weg weiter oder versucht es zumindest. dieser kampf ist meiner ansicht nach das thema des albums.
dosenmusik: wie schreibt ihr neue songs und ist die ganze band an diesem prozess beteiligt?
robert: die neuen songs haben wir alle zusammen geschrieben und arrangiert. es ist schon ein pain in the ass, einen song zu schreiben, wenn 5 sturrköpfe wie wir daran sitzen und jeder as jedem recht machen muss. das ergebnis ist aber immer lohn für die mühe, auch wenns eine menge arbeit ist.
dosenmusik: wer ist verantwortlich für die texte? nur nathan oder sind die anderen auch aktiv mit dabei?
robert: nathan schreibt schon die meisten texte selbst, aber wir tragen alle unseren teil dazu bei. wir schauen sie uns an und helfen aus.
dosenmusik: das neue album wurde aufgenommen, ohne das ihr einen vertrag bei einem label hattet. wie kam es dazu und war es eher ein vor- oder nachteil für euch?
robert: wir haben unser altes label wind-up gefragt, uns unseren eigenen weg gehen zu lassen, da die zusammenarbeit einfach gut für keine der beiden parteien war. sie ließen uns aus dem vertrag raus, was wirklich sehr nett war. wir hatten uns schon gewünscht, dass evr und burning heart das album veröffentlichen, aber zu diesem zeitpunkt sind wir einfach ins studio gegangen und haben angefangen, die songs aufzunehmen. wir waren total abgebrannt, aber hoch motiviert, es zu schaffen. do it yourself war unsere devise und das gab uns zum ersten mal richtige freiheit, da es keine anderen meinungen gab und keine beeinflussung von außerhalb. mitten im aufnahmeprozess, kamen evr und burning heart auf uns zu und beide label wollten unbedingt mit uns zusammenarbeiten. sagen wir es mal so: die sonne schien uns aus dem arsch!
dosenmusik: burning heart ist jetzt euer neues zuhause, nachdem ihr wind-up verlassen habt. erzähl mal was zu dieser zusammenarbeit! und glaubst du, dass ihr dieses mal endlich den fluch "ein label pro album" besiegen könnt?
robert: burning heart veröffentlicht das album überall bis auf die usa, da übernimmt das evr. wir sind bis jetzt einfach unglaublich zufrieden mit beiden labels. ich kann zwar die zukunft nicht vorhersagen, aber ich glaube wir haben endlich unser zuhause gefunden.
dosenmusik: gibt es einen besonderen grund dafür, dass in der "propaganda sektion" eurer webseite so viele deutsche artikel stehen?
robert: ja, sicher! weil ich sie lesen kann! ...haha! ;) wenn ihr links habt, dann schickt sie an reverend rakus und er gibt sie an uns weiter. es wäre toll, noch mehr Vielfalt da hinein zu bringen.
dosenmusik: soweit ich das beurteilen kann, haben boysetsfire nie ein großes geheimnis daraus gemacht,eine politische band zu sein. ich weiß das ist ein kompliziertes thema, besonders wenn man nicht darüber sprechen kann, sondern eine email schreibt. nachdem ich das video zu "dear george" auf eurer website gesehen habe, kam mir die frage in den sinn, ob ihr der meinung seid, dass es als band sinn macht, offen und direkt über politische themen zu reden und zu singen, um den menschen andere meinungen zu politischen und sozialen kontroversen aufzuzeigen. zum beispiel haben fat mikes rock against bush projekt und michael moores bücher und filme allem anschein nach das amerikanische volk nicht davon abgehalten, george bush erneut ihre stimmen zu geben. was ist dein standpunkt zu diesem thema?
robert: ich denke, dass ein künstler, egal ob musiker oder sonstwas, die verpflichtung hat, das zu machen, was das herz sagt. wir finden, dass politik einfach zum leben dazugehört, ob uns das gefällt oder nicht. wie kann es einem egal sein, wenn einige firmen und verbrecher den rest der welt ausbeuten!? wir werden da immer genau das sagen, was uns auf dem herzen liegt. das ist ein teil von uns und auch ein grund, warum wir in dieser band sind, genauso sehr wie intellektuelle fragen und persönliche themen. es ist ein teil unseres lebens und deswegen ein teil von boysetsfire. ob das nun die menschen verändert oder nicht ist zweitrangig. wir machen das, was unsere herzen uns sagen.
dosenmusik: hat euer bandname eine besondere beudeutung und wie sind die anderen darauf gekommen?
robert: der name stammt aus einem buch über inspirierende poesie namens "the boy who set the fire". dieser name würde einfach etwas abgekürzt und schon war es soweit.
dosenmusik: was sind eure musikalischen einflüsse?
robert: wir alle mögen unterschiedliche musik, nur bei hip hop scheinen wir uns einig zu sein. was mich betrifft, ich liebe ryan adams, viel reggae, sinead o'connor, sade und viele andere großartige künstler.
dosenmusik: habt ihr gemeinsame lieblingsbands?
robert: dr. dre, jay-z, und die beatsteaks.
dosenmusik: was wäre euer traum-lineup für eine tour?
robert: dr. dre, jay-z and the beatsteakes! haha!! :)
dosenmusik: wann haben eure deutschen fans die chance, euch das nächste mal live zu sehen?
robert: wir sind im märz in europa! kommt wenn ihr könnt!!
dosenmusik: plant ihr, auf einigen der sommerfestivals in europa zu spielen?
robert: auf jeden fall!!
dosenmusik: und meine letzte frage - was ist das beste und was ist das schlechteste daran, in einer band zu sein?
robert: das beste: die musik! das schlechteste: das musikgeschäft!
dosenmusik: zeit für deine berühmten letzten worte!
robert: danke für das interview! ich packe grade für die tour, also sind meine berühmten letzten worte: wo sind meine sauberen socken!?


Nathan Gray – Vocals
Chad Istvan – Guitar
Robert Ehrenbrand- Bass
Josh Latshaw – Guitar
Matt Krupanski – Drums

www.boysetsfire.org

autor: Coney | 08.03.2006
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