Interview mit Between The Buried And Me
E-Mail Interview mit Sänger Tommy im September 2007 Das Ziel von Between The Buried And Me war es eine Metalband zu starten, die keine Limits kennt.
Danke, das du dir Zeit nimmst für dieses Interview. Mein Name ist Helmi und ich arbeite für eine Online Community Namens Dosenmusik. Wir sind sehr aktiv wenn es um Musik geht, daher finden sich auf unserer Internetseite viele Interviews und CD-Reviews. Gleichzeitig präsentiert Dosemusik eigene Konzerte und ist in der Clubszene in Frankfurt und Umgebung sehr aktiv. Ich fühle mich sehr geehrt die Chance zu haben mit dir zu sprechen.

Dosenmusik: Wann habt ihr euch eigentlich entschlossen Between The Buried And Me zu gründen? Immerhin sind ja 3 der Ursprungsmitglieder aus der ehemaligen Band Prayer For Cleansing.
Tommy: Das war so im Jahre 2001… es war einfach an der Zeit was Neues zu machen. Das Ziel von Between The Buried And Me war es eine Metalband zu starten, die keine Limits kennt.
Dosenmusik: Wenn du von heute zurückblickst zum ersten Album, hättest du gerne irgendetwas anders gemacht?
Tommy: Also musikalisch hätte ich bestimmt nichts anders gemacht. Ich bin schon sehr stolz darauf was wir als Band erreicht haben. Das einzige was ich gerne früher gelernt hätte ist das Musikbuisness an sich zu verstehen. Das ist ein großer Lernprozess und gerade am Anfang, wenn man sich nicht gut auskennt, wird das von einigen Menschen schamlos ausgenutzt.
Dosenmusik: From A Second Story Window sind ja in der Nähe von euch aufgewachsen. Ihr Sound ist auch sehr ähnlich dem euren. Würdest du sagen, dass North Carolina einen Einfluss auf deine musikalische Ausrichtung hatte?
Tommy: North Carolina hat eine sehr spezielle und eigenständige Musikszene im Vergleich zum Rest des Landes. Jede Band schafft es, ohne eine andere zu kopieren, ihren Weg zu finden und Erfolg zu haben. Bei anderen Szenen erscheint es mir immer so, als gäbe es da eine große Band der dann viele kleinere folgen. Leider kopieren meist die kleineren Bands einfach nur die große erfolgreiche Band.
Dosenmusik: Es gab ja bei euch auch einige Line-Up Wechsel. Ich wette mit dem aktuellen Line-Up seit ihr sehr zufrieden, obwohl zwei Mitglieder gleichzeitig noch in Glass Casket spielen?! Führt das eigentlich zu Komplikationen bei Proben oder Tourneen?
Tommy: Das aktuelle Line-Up ist das endgültige Line-Up… für die Musik die wir machen, ist es einfach Perfekt. Glass Casket hat uns noch nie dazwischengefunkt und ich kann mir nicht vorstellen, dass das in Zukunft jemals passieren wird.
Dosenmusik: "Colors" ist euer viertes Victory Records Album. Hat Victory euch damals kontaktiert und habt ihr dann gedacht? Wow, wir haben es geschafft endlich ein großes Label was uns unterstützen kann.
Tommy: Zu diesem Zeitpunkt wollten wir einfach nur jemanden der unsere Musik veröffentlicht… wir waren ja eine sehr kleine Band und Victory kam auf uns zu und gab das beste Angebot ab. Außerdem dachten wir uns, dass wir auf Victory richtig gut rauskommen können. Immerhin machen wir Musik die auf diesem Label damals nicht besonders vertreten war. Wir hoben uns also von den restlichen Bands sehr gut ab.
Dosenmusik: Für mich ist "Colors" ein Meisterwerk. Immer wenn ich es mir anhöre, erinnert es mich an eine Rock Oper im Stile von Pink Floyds - The Wall oder The Whos - Tommy. War das euer Konzept für das Album?
Tommy: Ja das war unser großes erklärtes Ziel. Wir wollten ein Album raus bringen, dass man sich so anhören kann wie damals in den 70igern. Wir wollten dieses Albumgefühl kreieren und nicht einfach nur wahllos Lieder aneinanderreihen. Wir wollten einfach ein ganzes, durchgängiges Stück Musik erschaffen und ich denke das ist uns auch sehr gut gelungen.
Dosenmusik: "Colors" unterscheidet sich schon sehr von allen anderen Veröffentlichungen dieses Jahres, gerade deswegen ist es schon außergewöhnlich. Hat euch "The Anatomy Of…" auf dem Weg zum aktuellen Album geholfen? Besonders wenn man die Progressivität von "Colors" nimmt?
Tommy: Es hat uns sehr geholfen neue Dinge im Studio auszuprobieren. Und ich glaube genau das hat uns die Energie gegeben auch mal andere Arten von Musik anzutesten.
Dosenmusik: Waren die Aufnahmen von "Colors" anders als die der Vorgängeralben oder hatte sich da nichts verändert?
Tommy: Doch es war sehr viel entspannter als jedes Album davor. Wir hatten ja Jamie King für dieses Album zur Verfügung und er hat sich um alles gekümmert. Zu Jamie haben wir absolutes Vertrauen und konnten uns daher auf jeden Aspekt des Albums konzentrieren. Er ist einfach unglaublich und ich kann mir niemand anderen mehr vorstellen mit dem wir arbeiten sollten.
Dosenmusik: Mal ganz generell wo schreibt ihr eure Alben? Sperrt ihr euch zusammen in einen Raum ein und fangt einfach an zu schreiben? Oder sitzt ihr im Studio und probt und daraus entstehen dann neue Ideen?
Tommy: Wir schreiben immer alles bevor wir ins Studio gehen. Jeder von uns mag es sehr individuell zu schreiben und dann fangen wir im Studio an, die Ideen zusammen zusetzten. Wir sitzen eigentlich nie zusammen und jamen und daraus entstehen dann Lieder. Bei uns arbeitet jeder vorher sehr hart an dem was er der Band dann vorstellt.
Dosenmusik: Bitte fass doch mal "Colors" textlich zusammen. Beschreibt es mehr eine persönliche Reise oder mehr einen Blickwinkel auf unsere heutige Welt?
Tommy: Ich denke es ist ein großer Mix aus den beiden… die Gesellschaft wird analysiert, genauso wie ich mich analysiere. Das ist schon so das große Thema des Albums.
Dosenmusik: Auf diesem Album kommen immer mehr die klaren Vocals zum Vorschein. Was das ein Wunsch von dir, diese mehr mit einzubringen. Oder ergab sich das durch das erwachsen werden der Band? Immerhin sehe ich "Colors" als eines der reifensten progressiven Death-Metal Alben an, die bisher veröffentlicht wurden.
Tommy: Es passierte eigentlich sehr natürlich… die Vocals kommen immer als letztes dran. Und dieses Album bot einfach mehr und mehr Möglichkeiten für normales Singen. Außerdem macht es eine Menge Spass dich als Sänger immer wieder zu steigern. Dich von Album zu Album zu übertrumpfen und das werde ich auch weiterhin versuchen.
Dosenmusik: Ihr beide, du und Paul seid ja Veganer. Ich hab gehört die Shows in den Staaten können, was das Essen betrifft sehr kompliziert sein. Stört euch das auf Tour oder erlebt ihr das ganz anders?
Tommy: Dan, Paul und ich sind alle Veganer aber das ist nie wirklich ein Problem auf einer Tour. Klar einige Orte sind schwieriger als andere aber wir verlassen uns eh nicht auf die Clubs, wenn es ums Essen geht. Wir ziehen jeden Tag aufs Neue los und versuchen delikates Essen zu finden. Es ist ein echtes Abendteuer.
Dosenmusik: Wenn wir gerade beim Touren sind. Eure nächste Tour fängt ja schon am Ende diesen Monats an. Auf dieser Tour werdet ihr ja aller Wahrscheinlichkeit nach viele Song von der "Colors" spielen. Ist es eigentlich schwer einzelne Songs wie "Sun Of Nothing" aus dem Kontext zu reißen und ohne das nachfolgende Lied "Ants Of the Sky" zu spielen?
Tommy: Wir werden auf dieser Tour aller Wahrscheinlichkeit die "Colors" von Anfang bis Ende durchspielen.
Dosenmusik: Wie sehen denn bisher die Reaktionen der Fans zum Album aus? Ich liebe es, aber Kids die eher an der Death-Metal Ecke hängen, kommen vielleicht mit der Progressivität nicht ganz so klar?
Tommy: Es ist unglaublich, es ist die beste Resonanz die wir bisher zu einem unserer Alben hatten. Wir sind sehr gespannt was da noch kommt.
Dosenmusik: Ist es eigentlich schwer ein Album zu schreiben was beidem gerecht wird. Euren Anspruch an euch selbst und dem was die Fans gerne hören wollen. Immerhin entwickelt ihr euch ja weiter und wollt auch neue Sachen probieren. Muss man da manchmal Kompromisse eingehen wenn man ans Songschreiben geht?
Tommy: Wir schreiben einfach das was wir in diesem Moment fühlen. Wenn du versuchst den Leuten zu gefallen, mit dem was du machst, dann beeinflusst das unterschwellig schon das was du schreibst. Unsere Fans wissen, dass wir gerne neue Sachen ausprobieren, daher haben wir da keine Angst dies auch zu tun.
Dosenmusik: Da wir gerade bei den Fans sind, ist es euch eigentlich wichtig, dass eure Fans auch einen Straight-Edge Lebensstil verfolgen? Seid ihr Jungs in irgendwelchen Tierschutz- oder Umweltschutzvereinen tätig?
Tommy: Die Leute tun das was sie tun müssen. Wir sind keine Band die predigt, daher würden wir auch nie jemanden schief anschauen der nicht den gleichen Lebensstil lebt wie wir. Nicht einmal die Band an sich ist komplett Vegan oder Straight-Edge und wir haben damit kein Problem. Wir lieben einfach Musik und das gleiche wollen wir von unseren Fans, das sie die Musik mögen. Jeder von uns hat seine ganz eigenen Glauben und Ansichten, aber wir denken nicht das es nötig ist, dass in unsere Musik mit einzubringen.
Dosenmusik: Ok zurück zum Touren, wann können wir euch in Deutschland live erleben? Und welche Länder wollt ihr unbedingt mal gesehen haben auf Tour?
Tommy: Also wir hoffen das wir nächstes Jahr nach Deutschland kommen können. Wir müssen echt zu euch!! Wir wollen natürlich ganz Europa, Australien und Japan besuchen. Das sind unsere Ziele.
Dosenmusik: Famous Last Words...
Tommy: Vielen Dank.


Tommy Rogers - Vocals/Keyboards (Prayer For Cleansing, Giles)
Paul Waggoner - Guitar (Prayer For Cleansing)
Dusty Waring - Guitar (Glass Casket)
Blake Richardson - Drums/Percussion (Glass Casket)
Dan Briggs - Bass (Espinaca, Nemo, MFWC)

www.betweentheburiedandme.com

Autor: CUBTB | 26.09.2007
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