Interview mit Anima
E-Mail Interview mit André am 14.03.2010 „Textlich greifen wir auf die Thematik der Serienmörder zurück.“
Anima "Enter The Killzone" heißt das neuste Werk der jungen deutschen Band AnImA, die es schon früh schafften bei Metal Blade Records unterzukommen. André Steinmann, Gitarrist und Songwriter des Quintetts aus Nordhausen, erzählt im Folgenden, wie er selbst die Entwicklung der Band erlebt hat, warum das neue Album so hörenswert ist und womit man in Zukunft bei AnImA rechnen kann.

Dosenmusik: Da es das erste Interview für Dosenmusik ist, stell Dich doch mal vor.
André: Hi, ich bin Andre´ (20) der Gitarrist der Band, ich bin momentan in meiner zweiten Ausbildung. Als erstes lernte ich Ausbaufacharbeiter (WKS- Isolierer) und jetzt lerne ich Zerspanungsmechaniker (CNC- Technik). Also kurz gesagt bin ich noch Stift… Benni (19, und stolzer Vater) befindet sich ebenfalls in seiner zweiten Ausbildung (Bankkaufmann). Steven (20) beendete erst letzte Woche seine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker. Robert (21) beendete ebenfalls seine Ausbildung zum Verkäufer. Und als letztes Justin (19), der ist gerade dabei sein Abitur zu Absolvieren. Also sind wir demzufolge eine recht junge Band. Ich denke viele Möglichkeiten stehen uns noch offen…
Dosenmusik: Eure neue Platte "Enter The Killzone" gefällt mir echt gut, obwohl ich eigentlich eher nicht Euren Stil höre. Fass doch mal das neuste Werk inhaltlich und musikalisch zusammen.
André: „Enter the Killzone“ beinhaltet wie gesagt viele meiner Einflüsse und Ideen. Diese Platte ist viel ausgereifter als sein Vorgänger, d.h. jeder Song ist viel strukturierter und durchdachter. Diesmal bewegen wir uns auf einem noch schnelleren Bootes des technischen Deathmetal. Jeder hat sich an seinen Instrument oder Gesang sehr positiv weiterentwickelt, was uns die Möglichkeit gab eine solch geile Platte zu produzieren. Wir bewegen uns zwischen Melodie Passagen, derben Death Geknüppel, Doomparts einigen Solis, düster blackig angehauchten Parts und Orchester Passagen… Textlich griffen wir in den Beutel der Serienkiller…(natürlich wird keiner namentlich erwähnt, aber wer raus finden will um wen es geht, der sollte sich mit den Texten befassen!) Serienmörder ist sicherlich ein ausgelutschtes Thema in der Szene, aber wir haben versucht durch verschiedene Ansichten des Erzählers die gesamte Thematik interessanter zu gestalten. Wir wählten mehrere Erzählformen: Mörder berichtet das Geschehen, Opfer erzählt über Vorhaben und Gefühle oder eine nicht involvierte Person (nicht da gewesener Beobachter- ausgedachte Person) beschreibt Mord und Aktivitäten des Schänders… Ich denke das mag recht interessant sein.
Dosenmusik: Wo würdest Du sagen liegen die Unterschiede zum Vorgänger "The Daily Grind"?
André: „The Daily Grind“ ist eine gute Deathcore Platte… Heutzutage würden mir viele Faktoren einfallen, was ich an dieser CD ändern wolle, weil wir mittlerweile musikalisch viel ausgereifter sind. Aber ich bin sehr stolz auf das Werk, da wir mit dieser CD unseren Durchbruch zu „Metalblade“ geschafft haben. Wir gewannen auch viele Fans… Im Gegensatz zur „The Daily Grind“, ist „Enter the Killzone“ ein weitaus ausgereifteres Werk von ANIMA. Wir hielten uns nicht mit Metalcore typischen Riffing auf, griffen dafür aber mehr in die Kiste der eher traditionelleren Deathmetal Bands wie BEHEMOTH, CRIONICS, MONSTROSITY, ABORTED und diverse andere. Verwendet haben wir auch recht viele Thrash Elemente und einige Songs wie Bsp.: „XXXIII“ bekamen einen atmosphärisch düsteren Blacktouch.
Dosenmusik: Wie muss ich mir das vorstellen, wenn Ihr Eure Songs schreibt? Habt Ihr da einen bestimmten Ablauf?
André: Gute Frage, meist läuft es so ab: Ich spiel meistens allein für mich im Proberaum vor mich hin zum Üben. Wenn ich neue Sachen ausprobiert hab und diese für mich sinnvoll erscheinen, dann verwende ich diese Ideen für neue Songs von uns, die ich meist mit Benni zusammen im Proberaum fertig stelle. Bei Steven läuft das ähnlich, einziger Unterschied: er schreibt meist zu Hause… Manchmal setzen Benni, Steven und ich uns gemeinsam in den Proberaum und schreiben Songs zusammen. Stellt jemand einen Songs allein fertig, wird der immer unter uns dreien abgesegnet bevor wir letzte Einzelheiten ändern… Horn und Justin haben daher recht wenig mit dem Songwriting Prozess zu tun (Justin ist auch zeitlich sehr eingeschränkt und Robert kommentiert das ganze Geschehen meist mündlich…).
Dosenmusik: Wer würdest Du sagen ist Eure größte Inspiration? Nicht nur im musikalischen Bereich, sondern auch generell (Filme, Kunst etc.).
André: Aus dem Bereich der Filme, kann ich keine Namen nennen, eher spielt die Handlung eine große Rolle für mich. Inspiriert werde ich durch Konzertbesuche, Partys, Gefühle und die Natur… Sicher gibt es auch andere Inspirationen, aber die sind eher nebensächlich… Musikalisch höre ich am allerliebsten Blackmetal… passt allein von unseren technischen Gebeutze nicht wirklich zu mir, aber ich liebe die Monotonie, die erzeugte Atmosphäre und das Verträumte in dieser Musik. Es gibt so viele Bands die ich nennen könnte, aber ich glaube das wär zu viel… Aus dem Death Bereich würde ich spontan Behemoth, Monstrosity und Crionics nennen…alles andere ist too much.
Dosenmusik: Ihr seid nun bei Metal Blade untergekommen. Fühlt Ihr euch wohl bei dem Label? Wie habt Ihr den Wechsel zu einem Major Label erlebt? Wie kam es überhaupt dazu?
André: Wir wollten damals eine Demo produzieren mit Sebastian Reichl von Deadlock. Als wir unseren ersten Song bei Myspace hoch luden, bekamen wir nach kurzer Zeit eine Mail von „Metalblade“… Es wurde gefragt, ob wir Lust hätten einen Deal zu machen, um es kurz zu fassen… Unabhängig von dieser ersten Mail, bekamen wir eine zweite von einem anderen Metalblade Mitarbeiter, der das selbe fragte. War schon eine lustige und geile Sache. Es war natürlich keine Frage, wir unterschrieben einen Vertrag mit MB. Ohne MB hätten wir nie die Möglichkeit gehabt diese beiden CDs zu veröffentlichen. Wir sind daher sehr dankbar und freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit mit MB.
Dosenmusik: Was erhofft Ihr euch nun für die Zukunft? Ist was bestimmtes geplant?
André: Wir wollen dieses Jahr noch 1 oder 2 Touren spielen, die gerade in Arbeit sind von unseren neuen Booking Firma „MAD- Tourbooking“. Ansonsten werden wir erstmal abwarten wie die neue CD ankommt und arbeiten bereits an neuem Material. Weiteres werden sehen.
Dosenmusik: Für die Leute, die das lesen werden und Euch noch nicht so gut kennen. Skizziere doch mal kurz Eure Bandgeschichte.
André: Nun ja, wir sind ja nun eine recht junge Band. Gegründet haben wir uns im Sommer 2005. Also Benni und ich kamen auf die Idee eine Band zu gründen, da wir Kontakte zu anderen Musikern in unserer Stadt hatten. Benni lernte also Schlagzeug und ich Gitarre… Nach knapp 1 Monat hatten wir eine komplette Band zusammen (Benni-drums, Andre´-Gitarre, Steven-Gitarre, Justin-Bass und Tino-Gesang). Tino entschied sich nach relativ kurzer Zeit die Band zu verlassen, daraufhin stieg unser Freund Mario ein… Nach einiger Zeit holten wir Robert noch in unsere Combo. Auch Mario verließ die Band. Seitdem ist Robert unser fester Sänger, und ich würde sagen, da wir uns mit ihm erst richtig entwickelten, gehört er zur original Besetzung. Als erstes -in der Entwicklungsphase- spielten wir schlichten „Metalcore“. Nach unserer ersten CD „Souls of the decendents“, entschieden wir uns eine härtere Schiene zu fahren. Bei „The Daily Grind“ war dann mehr oder weniger „Deathcore“ unsere Waffe. Da ich zu „Enter the Killzone“ einen sehr großen Teil an Text und Songwriting beigetragen hab, spielen wir nun mehr einen Thrash/ Deathmetal Stil auf moderner Basis. Geplant für ein neues Werk ist meinerseits ein noch technischerer Thrash/Deathmetal ohne jegliche „Hardcore“ Einflüsse mit einem leichten Blacktouch. Natürlich kann ich jetzt nicht sagen, wie es werden wird… Ich hoffe meinen Vorstellungen entsprechend.
Dosenmusik: Euer Bandname bedeutet ja aus dem Lateinischen übersetzt "Seele" oder auch "Geist". Wie genau kann man das mit Eurer Musik und auch Euren Lyrics in Verbindung bringen? Was habt Ihr euch genau dabei gedacht?
André: Der Name hat mehr oder weniger was mit unserer Geschichte zu tun… Damals als wir noch „Today heavens dying“ hießen, entschieden wir uns mit unserem neuen Sänger Robert auch Musikrichtung und Bandname zu ändern. Als Idee hatten wir, dass „Today heavens…“ stirbt und Wiederaufersteht in „ANIMA“ klingt vielleicht etwas kitschig, aber für uns hatte das damals echt Bedeutung. Daher hat es weniger einen Zusammenhang mit Texten und Songs.
Dosenmusik: Das Artwork der neuen Platte ist sehr geil. Wer hat das gemacht und was steckt dahinter?
André: Danke! Justin ist designtechnisch etwas tätig und arbeitet mit zwei Kumpels aus Aschaffenburg zusammen, Marek (der Zeichner unseres Covers) und Moritz. Das Cover soll die „Wächter“ der Killzone zeigen. Der Mann in der Mitte predigt Hass und Verderben, Schmerzen und Tod an die Sklaven, deren ausgestreckten Hände man ja gut sehen kann… Das Cover war eine Vorstellung der ganzen Band (Löwenanteil und Idee überhaupt kam von Steve, der Rest hat nur mit ausgearbeitet) Nochmals riesen Dank an Marek und sein Meisterwerk.
Dosenmusik: Ihr habt in Songs wie "Black Night" Zitate eingebaut. Woher stammen die? Inwiefern stehen sie mit der Musik in Verbindung?
André: In den Samples kann man gut hören, wie eine Frau verfolgt wird… sie soll das recht melancholische Stück bedrückender klingen lassen und die gesamte CD etwas auflockern nach dem ganzen Geheuze. Das Sample ist aus einem Film zusammen geschnitten und bearbeitet worden, sodass Originalität nicht nachgewiesen werden kann. Aus welchem Film das nun genau stammt, kann ich gerade echt nicht sagen, da ich für Intros nicht zuständig bin.
Dosenmusik: Die Festival Saison steht an. Wo kann man Anima im Sommer live sehen?
André: Wir planen wie gesagt eine kleine Tour im Sommer diesen Jahres. Festivals kommen leider viel zu kurz, da unsere CD zum falschen Zeitpunkt rausgekommen ist. Alle Festivals haben ihre Bands bereits gebucht! Einzige Möglichkeit ist, dass wir irgendwo rein rutschen, was aber eher unmöglich erscheint meines Erachtens… Das einzig größere Festival was wir bespielen werden ist das „Baltic- Sea-Festival“ in Greifswald am 28 oder 29 August. Der Spieltag ist momentan noch nicht bekannt.
Dosenmusik: Nenn mir mal drei Scheiben, auf die Du momentan selbst abfahrt.
André: Also meine jetzigen Lieblingsscheiben wären „Marduk“ mit „Rome 5:12“ (sehr geile Scheibe); dann „Watain“ mit „Sworn to the dark“ und „Totalselfhatred“ mit „Totalselfhatred“. Sind halt alles Blackmetalscheiben, aber wie gesagt, das höre ich am liebsten. Natürlich laufen auch andere Platten bei mir rauf und runter die tiefer aus dem Underground kommen! Ob ich die jetzt nennen würde oder nicht, „da scheißt der Hund drauf“, weil es sowieso keiner kennt…
Dosenmusik: Hast Du noch letzte Worte oder etwas, was Du gerne loswerden möchtest?
André: Die neue CD bitte kaufen, wenn sie gefällt; und bitte nicht downloaden! Wenn wir in der Nähe von euch spielen sollten, dann besucht unsere Shows und hört euch die düsteren Klänge der neuen CD live an. Wenn Interesse besteht, Klamotten gibt’s bei Imperial Clothing oder auf unseren Konzerten. Cheers!

Robert Horn – Vocals
Steven Holl – Guitars
Justin Schüler – Bass
André Steinmann – Guitars
Benni Kühnemund – Drums

www.myspace.com/animamusic666

Autor: hollow_crown | 14.03.2010
Dosenmusik : der neue Shop
dosenmusik at Facebook Follow dosenmusik on Twitter RSS Feed
cd-empfehlungen
Asking Alexandria - From Death to Destiny I Is Another - I Is Another
Five Finger Death Punch - The Wrong Side Of Heaven and The Righteous Side Of Hell Alice in Chains - The Devil Put Dinosaurs Here
Heaven Shall Burn - Veto Le Fly - Grüß Dich Doch Erstmal!