Interview mit Alexisonfire
Interview mit Alexisonfire am 04.12.2006 im o25 Sobald du die Wörter singst, ist das Gefühl wieder da
Alexisonfire Dosenmusik: Hallo, schön dich kennen zu lernen. Ich bin Simon, das ist Helmi und wir gehören zum Team von Dosenmusik, welches den heutigen Abend präsentiert.
Dallas: Hallo! Danke, dass Ihr ein Interview mit uns macht.
Dosenmusik: Wie läuft eure Tour so bisher?
Dallas: Das ist jetzt schon der 20. Tag auf dieser Tour. Vor ungefähr einer Woche haben wir unsere erste Show in Deutschland in Hamburg gespielt, dann waren wir kurz in Skandinavien, bevor wir wieder hierher gekommen sind. Vor unseren aktuellen Shows waren wir mit der taste of chaos tour in Großbritannien. Insgesamt sind wir jetzt seit drei Wochen auf unterwegs.
Dosenmusik: Und gibt es irgendwas, was heraussticht? Vielleicht gerade der Unterschied zwischen den großen Hallen bei Taste of Chaos und den kleineren Hallen auf dieser Tour?
Dallas: Die großen Hallen waren schon eine tolle Sache, besonders mit so vielen bands. Und wir waren zum ersten Mal in Skandinavien und das war einfach großartig. Bisher waren auch alle Abende in Deutschland ausverkauft. Wir freuen uns wirklich, dass es so gut läuft.
Dosenmusik: Das ist jetzt eure 2. Headliner-Tour durch Europa, oder!?
Dallas: Nein, die 3. glaube ich. Die 1. 2005 war mit Johnny Truant und die 2. vor ein paar Monaten mit Moneen.
Dosenmusik: Beschreib mal das Gefühl, wie es ist, mit einer Band live auf der Bühne zu stehen und vor hunderten, manchmal tausenden Leuten die eigene Musik zu spielen?
Dallas: Es ist das tollste Gefühl auf der Welt. Ich wollte nie etwas anderes machen, als Musik spielen und da ist es die Erfüllung eines Traums, die eigene Musik, anderen Menschen präsentieren zu können. Wir sehen die Welt und lernen so viele Menschen kennen, was kann es Schöneres geben!?
Dosenmusik: Bevor ihr in die USA zurückkehrt, spielt hier einige Konzerte in Toronto, Kanada, eurer Heimat. Fühlt Ihr euch eurem Zuhause immer noch sehr verbunden? Und habt ihr noch mit der Musikszene dort zu tun?
Dallas: Wir versuchen, so oft wie möglich nach Hause zu kommen oder dort Konzerte zu spielen. Da gibt es jedes Jahr ein Festival, das Scene Fest, und letztes Jahr sind wir extra deswegen wieder nach Hause geflogen. Am nächsten Tag ging's dann direkt wieder in die USA. Wir wollen den Bezug zu unserer Heimat einfach nicht verlieren, da macht es einfach immer noch am meisten Spaß, oder zumindest das Gefühl ist ein ganz besonderes.
Dosenmusik: Gibt es da irgendwelche Bands, die mehr Aufmerksamkeit verdienen?
Dallas: Ja, sicher! Die Cancer Bats aus Toronto haben wir ja dieses mal mitgebracht. Dann gibt es noch eine Band namens Attack in Black. Die kommen aus unserer Nachbarstadt. Sie gehören sicherlich zu meinen Favoriten im Moment. Die spielen auch mit uns auf den 6 Konzerten, die wir vor den USA spielen werden. Wir wollen auch versuchen, sie mit auf unsere nächste Tour durch Europa zu nehmen.
Dosenmusik: Du hast die Tour von 2005 mit Johnny Truant erwähnt. Ich habe gelesen, dass ihr alle das gleiche Tattoo habt.
Dallas: Ja, das ist das hier (zeigt seinen Arm), da steht "yeti".
Dosenmusik: Das kommt von einem Gary Oldmann film?
Dallas: Stimmt! "The Firm".
Dosenmusik: In diesem Film will die Hauptperson, rivalisierende Hooligans zusammenzuführen. Er hat, glaube ich, auch diese Tätowierung. Sollte das also bedeuten, dass ihr alle damit einen Beweis eurer Freundschaft, eurer Zusammengehörigkeit zeigt?
Dallas: Netter Gedanke! Also das war so, dass unser Support abgesprungen war und wir haben dann kurzerhand Johnny Truant mit an Bord geholt. Es hat nicht lange gedauert und wir waren einfach sehr gute Freunde. Irgendwann haben wir dann diesen Film geguckt - der Bösewicht heißt "Yeti" - und das Wort wurde zum Wort dieser Tour. Immer wenn irgendwas falsch gelaufen ist haben alle immer nur "yeti!" gerufen! Oder auch wenn du irgendwas schweres heben musstest: "YETI!" Am Ende der Tour waren wir einfach so gute Freunde, dass wir uns alle diese Tätowierung habe bestechen lassen.
Dosenmusik: Stimmt es, dass es ihr Leute auf eure Konzerte umsonst reinlasst, wenn sie eine Alexisonfire Tätowierung haben?
Dallas: Ja, das ist richtig! Irgendwann haben die Leute damit angefangen, sich unseren Namen oder unsere Logos zu tätowieren. Da haben wir uns dann gedacht - wenn man so viel Einsatz zeigt so, so viel Hingabe für uns als Band, das ist es uns wert, diese Leute kein Geld zahlen zu lassen, wenn sie uns live sehen wollen.
Dosenmusik: Ich muss zugeben, dass ich euch noch nicht so gut kannte. Es werden zwar in einigen Clubs immer wieder mal eure Songs gespielt, aber dennoch bin ich bis kurz vor diesem Interview nie dazu gekommen, mich intensiver mit eurer Musik zu befassen. Was ich in den letzten Tagen aber über eure Musik kennen gelernt habe, hat mich fast sprachlos gemacht. Eure Entwicklung ist wirklich nicht von der Hand zu weisen. Ständig ändert Ihr euch. Ihr seid pausenlos auf Tour. Ihr habt Nebenprojekte...
Dallas: ...du siehst, wir leben unseren Traum! (lacht) das ist alles, was ich immer tun wollte! Ich hatte zwar andere Hobbys, aber nichts davon ist vergleichbar mit Musik - Musik schreiben, Musik spielen, auf der Bühne stehen - es lässt mich nicht los. Ich liege im Bett, ich denke an Musik. Ich gehe schlafen, ich wach auf, ständig denke ich an Musik. Darüber wie man Songs verändern könnte, oder ich überlege mir völlig neue Lieder. Das ist mehr als nur mein Job, das ist unser Leben. Die meisten Mensch gehen täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr zur Arbeit und und das Woche für Woche, Monat für Monat, das ganze Jahr. Wir arbeiten auch das ganze Jahr, nur sind wir eben auf Tour oder im Studio. Es ist immer noch harte Arbeit, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendetwas anderes mehr Spaß macht, als das, was wir jetzt gerade machen.
Dosenmusik: Und was ist die negative Seite? Ist es zum Beispiel schwer, den Kontakt zur Familie und zu Freunden zu halten?
Dallas: Ja, das nervt! Man wünscht sich, alles was zuhause ist, auf Pause zu stellen, um dann wieder zurückkehren zu können und alles ist so, wie es vorher war. Aber das geht leider nicht. Dennoch - nicht viele Menschen können das machen, was sie lieben. Da nimmt man solche Sachen eben in Kauf.
Dosenmusik: Ich bin in den vergangenen Tagen durch eure Texte durchgegangen. Ein Song ist dabei hängen geblieben: "Keep it on Wax". Zu meiner Frage: wie kommt es, dass man als Musiker so persönliche Texte schreibt? Ich meine alle Texte sind persönlicher Natur...
Dallas: ...bei mir ist es so, dass ich mit der Musik und mit den Texten viele Dinge verarbeite. Was den einen Song betrifft - das fühlte sich so an, als müsste es gesagt werden. Es gab viele Probleme innerhalb der Band.
Dosenmusik: Du kennst sicher Billy Talent. Die haben einen Song namens "This it how it goes" auf dem Debütalbum. Er handelt von der Krankheit das Schlagzeugers und sie singen den Song jeden Abend. Ich denke das ist vergleichbar.
Dallas: Wenn wir wieder zuhause sind, spielen wir ein Benefizkonzert für ihn.
Dosenmusik: Spielt ihr den Song "Keep it on Wax" immer noch mit dem gleichen Gefühl bei jedem Konzert?
Dallas: Ja, natürlich! Sobald du die Wörter singst, ist das Gefühl wieder da. Jeden Abend. Das entspricht einfach der Art, wie ich Lieder schreibe. Ich habe versucht, über andere Dinge zu schreiben, aber das passt einfach nicht zu mir. Immer wieder komme ich zu persönlichen Dingen zurück.
Dosenmusik: Schreibst du alleine die Songs oder seid ihr alle daran beteiligt?
Dallas: Nein, nein, das machen wir alle zusammen. Die Musik, die Texte - das ist alles eine kollektive Arbeit.
Dosenmusik: Zu eurem aktuellen Album "Crisis" - verglichen mit eurer früheren Musik hat sich das neue Material sehr verändert. Wie ist die Reaktion eures Publikums auf die neuen Songs?
Dallas: Es gibt immer wieder die Leute, die es härter wollen, mit mehr Geschrei. Aber unsere Fans kommen so langsam aber sicher dahinter, dass sich unsere Musik immer verändert und immer ändern wird. Wir entwickeln uns immer weiter und unsere Fans scheinen sich mit uns zu entwickeln. Die neuen Songs kommen mittlerweile wirklich gut an.
Dosenmusik: Eine Frage zu eurem Musikvideos: Macht es mehr Spaß, in den Videos einen Song zu spielen, als Band aufzutreten, ohne Geschichte? Oder habt ihr mehr Spaß bei den Videos, in denen ihr schauspielern könnt?
Dallas: Die Videos, in denen wir schauspielern, machen definitiv mehr Spaß! Die, in denen wir einen Song spielen, haben viel mehr mit harter Arbeit zu tun, da wir da 20 Stunden pausenlos immer und immer wieder das gleiche machen müssen. Und nach 20 Stunden hast du einfach kein Bock mehr, immer den gleichen Song zu hören und dich dazu immer in der gleichen Art und Weise zu bewegen.
Dosenmusik: Drei Alben, einige Musikvideos, immer auf Tour und kein Ende in Sicht... Wie geht's weiter mit Alexisonfire?
Dallas: Es geht genauso weiter, wie es bisher gelaufen ist... und noch weiter - mehr Konzerte spielen, wieder eine neue Platte aufnehmen, sich um die Nebenprojekte kümmern und einfach so gut sein, wie wir nur können! Es wäre schon cool, die größte Band der Welt zu sein, aber so viele Bands versuchen genau das, da brauchen wir uns keine Gedanken mehr darum zu machen.
Dosenmusik: Immerhin habt ihr den richtigen Namen für eure Webseite gefunden!?
Dallas: (grinst) Yeah! We're the only band ever!


George Pettit - vocals
Dallas Green - guitar, vocals
Wade MacNeil - guitar, vocals
Chris Steele - bass
Jordan Hastings- drums

www.theonlybandever.com

autor: Coney, CUBTB | 12.01.2007
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