Interview mit Alesana
Interview mit Sänger Dennis Lee am 03.06.2008 in Köln Ich liebe es Kids zu treffen, auch wenn sie manchmal verrückt sind
bfmv Bei meiner Ankunft an der Kölner Werkstatt habe ich mich erst mal gefragt, ob ich an der richtigen Adresse bin. Der gesamte Vorplatz war von einer schwarzen Masse mit abstehenden Frisuren gefüllt, deren Altersdurchschnitt wohl bei etwa 15 lag und die zu dem Zeitpunkt einen großen Aufstand probte, weil das Konzert erst ab 16 sein sollte. Die Jungs von Alesana sind aber bekannterweise eine sehr Fan-freundliche Band und beschlossen kurzer Hand, das Konzert einfach eine Stunde vorzuverlegen, damit auch alle auf ihre Kosten kommen konnten. Inmitten von diesem ganzen Trubel fand der gut gelaunte Shouter Dennis dann noch ein paar Minuten Zeit, um mit uns über die Tour, das neue Album und Fan Begegnungen der anderen Art zu sprechen.

Dosenmusik Hallo Dennis, wie läuft die Tour bisher?
Dennis: Es war sehr interessant, letzte Nacht war einfach nur verrückt! In Berlin war es nicht schlecht, man hat schon gemerkt, dass die Leute interessiert waren, aber sie haben erst mal einen kleinen Schubser in die richtige Richtung gebraucht, weswegen wir sie dann mit Wasser überschüttet haben und voll aufgedreht sind! Heute stehen schon ziemlich viele Leute am Merch... Ich bin vorhin rausgegangen, um nach unserem Merch Verkäufer zu sehen, der in Amerika unser Tourmanager ist, und er begrüßte mich mit "Du hast es vermasselt!" und ich dachte mir, was meint er? Als ich nach 30 Minuten immer noch draußen war und Sachen unterschrieben habe, wusste ich, was er meinte! (lacht) Als Shawn rauskam hat irgendwer gerufen "Hey, da ist Shawn!" Und alle sind zu ihm gerannt, und ich wieder rein.
Dosenmusik Euer Album ist in Deutschland ein paar Tage früher erschienen als in anderen Ländern, war das eine bewusste Entscheidung von euch oder steckt da eigentlich gar nichts hinter?
Dennis: Ja, dadurch, dass wir jetzt auf Tour sind. Wir arbeiten hier in Deutschland mit Defiance Records und alles, was wir wollten war es, hier zu touren, und so kennen die Leute bei den Shows das Album schon. Unser erstes Album ist hier, glaube ich, erst vor 9 Monaten erschienen, das gabs in den USA schon seit einer Ewigkeit. Jetzt bombardieren wir Europa! Wir haben schon darüber gescherzt ob 2 Alben in 9 Monaten nicht zuviel ist für die deutschen Rock-Kids.
Dosenmusik Worin siehst du denn die größten Unterschiede zwischen den beiden Alben? Was war der größte Fortschritt?
Dennis: Alles. Ich denke, wir haben ein unglaubliches Album geschrieben, und ich bin sehr glücklich, dass ich das Studio mit diesem Gefühl verlassen habe. Es fing damit an, dass wir mit einem großartigen Produzenten gearbeitet haben, der ist einfach Wahnsinn und hat uns dazu gebracht erwachsen zu werden, also musikalisch reifer zu werden. Er hat uns mit den Texten unheimlich angespornt. Shawn, der andere Sänger, und ich haben zusammen daran gearbeitet, ich schreie und er singt, und diesmal haben wir auch zusammen geschrieben. Wir haben viele merkwürdige Dinge versucht und es ist dieses mal wesentlich Umgangsprachlicher und fast eine Art Dialog , also etwas ganz anderes. Wir haben uns alle sehr angestrengt. Es gibt einige Teile auf dem Album, einige Interludes bei denen ich mir nicht sicher bin, wie die Kids darauf reagieren werden. Wir haben dieses Mal Interlude mit klassischer Gitarre, ich hoffe einfach mal, das sie den Leuten gefallen werden.
Dosenmusik Ist das Song-Writing bei euch schwieriger, dadurch das ihr drei Sänger und drei Gitarristen unter einen Hut bringen müsst?
Dennis: Oh ja. Es macht aber auch umso mehr Spaß. Shawn und ich schreiben ja die Texte zusammen und dabei geraten wir eigentlich nicht so schnell aneinander, außer wenn es um Sachen wie Grammatik geht, weil wir da beide ziemliche Besserwisser sind. Es kann passieren, das wir uns in 30minütige Streitgespräche über Syntax manövrieren, oder uns um irgendein Objekt streiten. Er denkt, er hat Recht, dabei habe ich natürlich immer Recht, aber bis er das merkt muss er immer erst mal Wikipedia befragen.
Dosenmusik Er würde mir gegenüber aber wahrscheinlich dasselbe über dich sagen, nehme ich an?
Dennis: (lacht) Ja, definitv. Aber das macht ja nichts, es macht trotzdem Spaß. Als Band haben wir so eine "Was am besten funktioniert, wird auch gemacht" Einstellung. Man darf sich nicht zu sehr an bestimmte Sachen klammern, denn wenn etwas nicht gut ist, dann ist es einfach so. Wir sind meistens auch gar nicht so bestürzt ,wenn doch etwas letztendlich nicht genommen wird, meistens merken wir alle gleichermaßen, ob es funktioniert, und wenn nicht wird einfach etwas anderes gemacht. Das war das gute daran, Steve Abbot zu haben, er hat uns dazu gebracht einiges zu verändern, aber nicht, indem er es erzwungen hat, er hat immer gesagt "probiert es einmal, und wenn ihr es nicht mögt, ok, aber probiert es wenigstens aus." Meistens hatte er aber recht, und es hat dann zu dem erwachseneren, definierteren Sound beigetragen, den wir jetzt auf dem Album haben. Wir haben viel darüber gelernt, wie man Songs schreibt, und was alles dazugehört.
Dosenmusik Ihr habt drei Lieder, die bereits auf einer eurer EPs waren mit auf das Album genommen, warum genau diese drei?
Dennis: Die EP hieß "Try this with your eyes closed" und war eine so kleine Veröffentlichung und da gab es halt diese drei alten Lieder, die wir alle wirklich lieben, die aber nie große Beachtung gefunden haben, die wirklich nur ganz alte Fans kennen. Die haben wir uns darum noch mal vorgenommen und so abgeändert, dass sie auf das Album passen. Einige Kids werden sie in dieser Fassung bestimmt hassen, ich persönlich finde sie besser so.
Dosenmusik Wenn du bei einem Konzert unendlich viel Geld für die Bühnenshow hättest, was würdest du damit anstellen?
Dennis: Auf jeden Fall viel mit Pyrotechnik! Oder so was wie Judas Priest gemacht haben, sich von der Decke der Halle mit Harleys abseilen! (lacht) Wenn ich unendlich viel Geld für so was ausgeben könnte, würde das ziemlich lächerlich werden! Mit Flammen, die aus den Gitarren kommen, riesigen Scheinwerfern....- wir lieben Live-Shows! In den USA machen wir immer unsere eigene Lichtshow und bringen unser eigenes Equipment mit, da ist alles durchgeplant. Die Show ist ziemlich wichtig, eine Live Show kann eine Band entweder hoch oder zum Fall bringen.
Dosenmusik Dementsprechend würdest du wahrscheinlich sagen, dass ihr eher eine Live als eine Studio Band seid?
Dennis: Ja! Ich denke, dass unsere Live Show etwas ist, das uns von anderen Bands unterscheidet. Wir haben unsere ganz eigene Energie und lieben es einfach, live zu spielen, und das kann jeder sehen, der uns zusieht. Wir sind also eher eine Live-Band. Das heißt aber nicht, dass wir nicht auch eine gute Studio-Band sind (lacht)
Dosenmusik Was ist für dich das Beste am Tourleben?
Dennis: Das Beste ist es für mich, Leute zu treffen. Ich liebe es Kids zu treffen, auch wenn sie manchmal verrückt sind....
Dosenmusik Habt ihr viele verrückte Fans?
Dennis: Nicht viele. Die meisten sind wirklich nett und wollen nur kurz mit einem reden, aber manchmal passieren wirklich merkwürdige Dinge....
Dosenmusik Wie was zum Beispiel?
Dennis: In Berlin gab es da so eine Sache. Es war nach der Show und ich war vollkommen durchgeschwitzt, ich habe einfach da gesessen und mein T-Shirt ausgewrungen, und gerade als ich es wieder anziehen wollte spüre ich eine Hand, die mir über den Rücken streicht...Also drehe ich mich um und da steht dieser Junge, er sieht mich an und leckt dann den Schweiß von seiner Hand! Ich fand das so eklig! Ew. Das würde ich meinem schlimmsten Feind nicht wünschen. Das sind Sachen, die ich merkwürdig finde. Ein anderes Mal waren wir in den USA und haben eine Show namens Backyard Barbecue gespielt, es war so heiß, als wir von der Bühne kamen dachten wir alle, wir kippen gleich um, aber es standen ein paar hundert Kids in einer Schlange, alle mit Stift bewaffnet, die etwas unterschrieben haben wollten. Ich hab mir also ein Handtuch geschnappt, es in kaltes Wasser getaucht und mir über die Schultern geworfen, und bin wieder raus gegangen, um Sachen zu unterschreiben. Da stand dann dieses Mädchen, die fragte ob sie mein Handtuch haben könnte. Ich sagte zu ihr "Nein, tut mir leid, ohne das Handtuch kippe ich gleich um, es ist viel zu heiß". Sie meinte es sei schon okay und bat mich, ihren Schuh zu unterschreiben, doch in dem Moment, als ich nach dem Schuh griff hatte sie sich schon mein Handtuch geschnappt! Ich habe dann versucht ihren Schuh gegen mein Handtuch zu tauschen, aber am Ende ist sie einfach mit dem Handtuch gegangen, und ich habe den Schuh behalten, der hängt jetzt bei uns im Tourbus! Das ist ziemlich lächerlich, aber sie wollte lieber nur mit einem Schuh rumlaufen als das Handtuch abzugeben. Man sollte nicht versuchen uns Sachen zu klauen, wir klauen uns dann auch was!
Dosenmusik Würdest du sagen, dass solche Leute mit zu den unangenehmen Seiten vom Tourleben gehören?
Dennis: Ich würde nicht sagen unangenehm, eher peinlich berührend aber irgendwie lustig. Unangenehm sind eher Sachen wie das Wetter, oder wie viele Meilen mit einem Fahrzeug abfahren. Wenn einem der Bus in Omaha, Nebraska liegen bleibt und man eigentlich am Abend woanders eine Show spielen sollte...Einmal sind wir im Januar durch Kanada getourt, da sind wir ständig in irgendwelche Schneestürme geraten...wir hatten uns dazu einen Kleinbus von den Großeltern unseres Tourmanagers ausgeliehen, den wir innerhalb von 3 Monaten total zerstört haben. Jetzt wo wir erfolgreich genug sind, um uns Busse zu mieten ist das Gott sei Dank nicht mehr unser Problem, das ist großartig. Jetzt ist es sehr angenehm auf Tour zu gehen, wo man sich darum nicht mehr sorgen muss. Etwas, das allerdings auch nicht so toll ist, ist dass man nicht sonderlich gut isst. Ich versuche eigentlich mich gesund zu ernähren und auf mich aufzupassen, aber meistens endet es auf Tour bei irgendeiner Raststätte bei der man Hotdogs isst. Fast hätte ich heute Schnitzel gegessen, aber es sah so merkwürdig aus, dass ich mich doch lieber an die Bratwurst mit Sauerkraut gehalten habe. Ich mag deutsches Essen, das Frühstück hier ist sehr gut.
Dosenmusik Ohne welchen Gegenstand könntest du auf Tour nicht überleben?
Dennis: Ohje.... nichts geht ohne mein Blackberry, traurig aber wahr. Das Blackberry kontrolliert so ziemlich mein Leben. Es ist mein Telefon, es ist mein Freund, ich kann darauf meine E-Mails abfragen, kann mir lustige Sachen im Internet angucken... Man hat vor allem immer Zeit dazu- Wir kommen irgendwo an, bauen unser Equipment auf und sitzen danach eigentlich bis zum Beginn der Show nur rum, da muss man sich ja irgendwie beschäftigen.
Dosenmusik Wie sieht es bei euch eigentlich untereinander aus, gibt es bestimmte Eigenarten der anderen Bandmitglieder die dich in den Wahnsinn treiben?
Dennis: (lach) Ohhhhh ja. Da könnte ich dir eine Einkaufsliste schreiben. Da wäre zum Beispiel Pat, unser Lead-Gitarrist, der gerne viel früher aufsteht als wir anderen, und man kann ihn eigentlich nur mit einem Elefanten vergleichen, der sich durch einen Raum bewegt. Er ist so unglaublich laut! Er knallt die Türen oder packt seinen kompletten Koffer aus während wir einfach schlafen wollen. Dann haben wir noch ein komplettes Lied geschrieben, in dem wir uns über unseren Bassisten Shane lustig machen, der an alle möglichen Verschwörungstheorien glaubt. Er liest ständig Sachen darüber, wie die Regierung jetzt Computer-Chips in unsere Pässe tun will und da haben wir dann einen kleinen Rap drüber verfasst. Aber ich höre lieber auf zu lästern, ich habe ja auch meine Eigenarten. Dosenmusik Die da wären?
Dennis: Ich bin ziemlich merkwürdig wenn ich schlafe. Letztens erst ist Adam Nachts aufgewacht weil ich im Schlaf anfing, seine Schulter zu beißen. Er hat mich erst mal wachgerüttelt...ein anderes Mal habe ich geträumt, dass ich jemanden mit Chicken Wire einwickele und als ich aus dem Fenster geschaut habe, sah ich einen großen Elefanten, der aus Blättern bestand...ich bin mit ziemlichen Zuckungen aufgewacht, manchmal träume ich echt gestörte Sachen.
Dosenmusik Was ist der beste Streich, den ihr bisher einer Band gespielt habt, mit der ihr auf Tour wart?
Dennis: Wir waren mit einer Band namens The Sleeping auf Tour und es war der letzte Tag, da sind wir, während sie gespielt haben, auf die Bühne gerannt und haben sie mit Klebeband umrundet, bis sie alle aneinander geklebt waren und sich nicht mehr alleine bewegen konnten. Das war ziemlich lustig. Dafür haben wir aber auch unsere Quittung bekommen, wir waren die Headliner und haben danach gespielt, und uns haben sie vor unserer Zugabe mit Massen an Mehl übergossen, so dass wir alle schneeweiß wieder auf die Bühne zurückgekommen sind und wie Geister ausgesehen habe.
Dosenmusik Wie viel Einfluss habt ihr auf die kreativen Prozesse wie z.B. die Storylines in euren Videos?
Dennis: Großen Einfluss. Auch wenn man uns mittlerweile gesagt hat, dass wir in unserem Video für Ambrosia aussehen wie My Chemical Romance. Wir denken über solche Sachen scheinbar nicht genug nach, man hatte uns gefragt was wir tragen wollten und wir meinten einfach nur "Sachen die zusammenpassen, vielleicht was mit Schwarz und Rot", dann zogen wir es an, gingen raus, filmten das Video und als es fertig war haben uns alle erst mal ausgelacht. Es gibt aber auch viele Leute, die das Video wohl nicht wirklich verstehen. Ich dachte es sei ziemlich eindeutig, dass es in dem Lied um König Midas geht, der einmal Herrscher über das Königreich der Rosen war, bevor sich alles, was er anfasst in Gold verwandelt. Und daher kam auch die Idee im Video, denn diese Fähigkeit ist nur so lange toll, bis man deswegen die eine Sache, die man berühren will, in dem Fall seine große Liebe, nicht mehr berühren kann. Im Video haben wir das halt mit dem Mädchen dargestellt, das die Rose festhält, um sie später, wenn sie fortgeht, dort liegen zu lassen. Vielen Leuten war das aber viel zu obskur, aber was solls.
Dosenmusik Ist es das, wo ihre eure Inspiration größtenteils hernehmt? Griechische Mythologie und Bücher?
Dennis: Ja, auf dem ersten Album "On Frail Wings" geht es nur um griechische Mythologie Wir haben versucht den Kern der Stories zu erfassen und ihn auf die jetzige Kultur anzuwenden. Auf dem neuen Album haben wir das gleiche mit den Geschichten von den Gebrüdern Grimm versucht. Eines unserer Lieder erzählt gewissermaßen die Geschichte von Hänsel und Gretel aus der Sicht des kleinen Jungen, der zusieht wie seine Schwester in einem Käfig sitzt und die Hexe ihnen sagt, dass sie sie kochen wird und er versucht seine Schwester zu beruhigen und der Hexe sagt, dass sie damit nicht davon kommen wird. Darum heißt der Song "Sweetheart, you're sadly mistaken" (lacht) Ich finde es lustig, dadurch macht es wesentlich mehr Spaß, Lyrics zu schreiben.
Dosenmusik Kriegt ihr euch dabei für gewöhnlich in die Haare oder verläuft der Schreibprozess normalerweise friedlich?
Dennis: Wir hatten schon einige Kämpfe über bestimme Texte, weil sie sich ohne den Kontext, in dem sie sich befinden komisch oder nicht so gut anhören, aber abgesehen davon sind wir relativ friedlich. Meistens habe ich eine Idee und dann schreibe ich zusammen mit Shawn, und das klappt meistens ganz gut, abgesehen von den Grammatik Battles von denen ich dir vorhin erzählt habe.
Dosenmusik Interessiert ihr euch dafür, was Kritiker über euch und eure Texte schreiben? Dennis: Ja, ein bisschen schon. Es ist aber nicht so, dass es uns in dem, was wir tun, beeinflusst. Den Kids scheint es so zu gefallen und wir schreiben einfach weiterhin das, was wir wollen. Wir sind so eine merkwürdige Band die nicht wirklich in irgend ein Genre passt. Wir sind von Kritikern auch schon übelst zerrissen worden, aber meistens nehmen wir uns dann die schlechte Review und machen Witze darüber. Ich finde es schwer einzuschätzen wie jemand anders einen Song verarbeitet,den man gerade schreibt, deswegen finde ich es immer sehr interessant, verschiedene Meinungen dazu zu hören.
Dosenmusik Seht ihr die Kritik teilweise auch als konstruktiv an und denkt euch im nachhinein "Verdammt, damit haben sie recht, hätten wir das besser anders gemacht?"
Dennis: Das ist schon öfters vorgekommen, ja. Es gab einige Leute die dachten "Tilting the Hourglass " sei über die Legende von Zelda, was es natürlich nicht ist, aber im nachhinein leuchtet es mir schon ein, dass die Leute darauf kommen könnten. Wir lassen unsere Lieder sehr offen für die Interpretationen anderer, ich will nicht irgendwelche Lösungen vorschreiben. Ich finde es besser, wenn Kids die Lyrics lesen, verarbeiten und daraus machen, was sie wollen. Es ist echt interessant zu hören, was die Leute manchmal aus den Dingen machen, die Zelda Sache ist da das beste Beispiel. Da hätten wir in hundert Jahren nicht dran gedacht, aber für andere Leute war das offensichtlich.
Dosenmusik Inwiefern hat sich euer Bild von den USA verändert seitdem ihr soviel unterwegs seit?
Dennis: Sehr stark. Es hat allem eine neue Perspektive gegeben, man merkt wie unterschiedlich die Kultur von anderen ist. Hier in Deutschland musste ich zum Beispiel bezahlen, um eine öffentliche Toilette zu benutzen, in den USA muss ich das nicht, dafür ist sie dort aber auch richtig eklig und zerstört. Aber jetzt mal abgesehen von diesem Beispiel ist es sehr interessant, Sachen über andere Kulturen zu lernen und man lernt auch, bestimmte Dinge der eigenen Kultur mehr zu schätzen.
Dosenmusik Wird man auch kritischer?
Dennis: Das nicht so sehr. Wir sind aus North Carolina und dort gefällt es mir wirklich gut, ich kann mir nicht vorstellen, jemals woanders zu wohnen, aber es ist sehr schön so viel herumzureisen. Man wird dadurch natürlich auf viele Missstände im eigenen Land aufmerksam, findet aber auch Sachen, bei denen man froh ist, sie zu haben, ähnlich wie mit der Musikindustrie im Moment.
Dosenmusik Wie genau meinst du das?
Dennis: Momentan ist alles in einer Umbruchsphase, alle versuchen sich auf etwas neues einzustellen ohne die alten Werte aus den Augen zu verlieren. Jeder kann groß herauskommen, man braucht noch nicht mal unbedingt eine Plattenfirma. Wenn man hart genug arbeitet kann man es durch Plattformen wie Myspace schaffen.
Dosenmusik Da die Zeit drängt kommen wir mal zu letzten Frage, euer Terminplan für den Sommer ist dank der Warped Tour ja ziemlich voll gepackt, mit welchen Erwartungen geht ihr da dran?
Dennis: Wir touren sowieso von 12 Monaten bestimmt 11, darum schreckt uns das nicht so sehr ab. Ich freue mich drauf, das letzte Mal hat es einen irren Spaß gemacht. Dieses Jahr headlinen wir eine der Bühnen, und ich muss zusehen, dreimal am Tag zu essen, anstatt nur einmal ansonsten wird's ne Katastrophe. Aber ich freue mich riesig, die Warped Tour ist echt klasse, weil man so viele Leute und auch so viele Bands trifft und jeden Abend ein Barbecue macht. Es ist zwar sehr heiß, aber man gewöhnt sich daran. Es ist brutal und man hört nie auf zu schwitzen, aber diesmal haben wir einen Bus mit Klimaanlage, also wird es toll.
Dosenmusik Dann wünsche ich euch viel Spaß, erst mal für heute Abend und später für die Warped Tour und bedanke mich für das Interview.
Dennis: Vielen Dank, und vor allem Danke für das Interview.

Shawn Milke - Vocals/Guitar/Piano
Dennis Lee - Lead Vocals
Patrick Thompson - Guitar
Adam Ferguson (Huck) - Guitar/Vocals
Jeremy Bryan - Drums
Shane Crump - Bass/Vocals

www.alesanarock.com.com

Autor: Jerseydevil | 29.06.2008
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