cd-reviews
Interpret: Coltan Leech
Titel: A Seduction Of Shadows
Label: Do It Yourself
Erschienen: 01.04.2006

Bewertung:
Autor: 12 von 15 (theo b)
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  Cover

Dynamisch und doch dunkel...
Tracklist: 01. A Spiral Of Deflecting Mechanics
02. The Swarm
03. Gunpowder Will Wrap Us In Sleep
04. And Then, Hammerblows Came Ringing In
05. The Arsonist
Das ist die zweite Demo-Ep von den deutschen Metallern Coltan Leech und ich muss sagen dass die Platte als Demo einiges taugt. Einflüsse von Doom-Helden wie Will Haven und Neurosis werden hier mit der Hardcore/Thrash-Power der frühen Sepultura gemischt und damit setzen die Jungs sich ihre Messleiste ganz schön hoch. Sie bilden lange Songs, meistens über 6 Minuten lang, die dem Hörer ein Gefühl der Leere geben. Aber kann solch eine junge Band die Spannung über viele Minuten halten?

Der erste Track "A Spiral Of Deflecting Mechanics" beginnt echt gut, mit etwas krachigem Gefrickel das dem rauem Einstieg in den eigentlichen Song vorangeht. Dynamisch und doch dunkel und melodisch baut sich dieser Song zu einem netten atmospährischem Gitarrensolo und einem krachenden Höhepunkt auf. Während der 2. und der 4. Track ähnlich in Aufbau und Länge sind, schaffen sie es doch neue Elemente zum Sound der Band hinzuzufügen. "The Swarm" hat einige herausstechende Lyrics ("they shoot sedatives through our veines, kill the spark and live forever") die in einen schönen, ruhigen Part münden und dazu noch zweistimmiges Geschrei an einigen Stellen das das Leitmotiv der Gitarren schön kontrastiert. "And Then,...." lässt den Gitarristen kurze Pausen um sofort wieder loszubrechen sowie mehr Abwechslung in Sachen Vocals und eine herausstechende Basslinie.

Aber der dritte Track überrascht wirklich. Gänzlich instrumental, mit nur einigen monotonen Gitarren und einem Cello (!), zeigt dieser Song eine weitere, ruhigere Seite der Band. Mich stört hier nur das fehlende Klimax, das die Jungs in den härteren Songs so gut hinkriegen. Der letzte Song "The Arsonist" mit mehr als acht Minuten Länge ist eine andere Sache. Fast ganz instrumental gehalten, enthält er nur die Textzeile "the burden becomes a gift, everything changes everything" die mich zum textlichen Konzept dieses Mini-Albums führt. Das Zitat meint dass man sogar in den dunkelsten, hoffnungslosesten Situationen etwas Gutes finden kann, und dass das Leiden einen am Ende stärker macht. Insgesamt gab mir die CD ein Gefühl der Leere und der Sinnlosigkeit was sich auch in den Texten ausdrückt. Doch am Ende ist da dieser Hoffnungsfunke in "The Arsonist" der dem lyrischen Konzept einen Sinn gibt. Die Message ist dass wenn man sich gefangen fühlt, das Beste daraus zu machen und dem Teufelskreis zu entrinnen. Diser Grundsatz ist heutzutage für viele genauso wichtig wie früher, zum Beispiel im Dritten Reich. Abschließend ist zu sagen, dass Coltan Leech ein wirklich sinnvolles textliches und musikaliisches Konzept geschaffen hat. Die Musik selbst ist dunkel und hart, gefällt meinen Ohren aber hervorragend.
Ähnliche Band: Will Haven
Weitere vergleichbare Bands: Neurosis, Isis
 
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