cd-reviews
Interpret: Napalm Death
Titel: Smear Campaign
Label: Century Media
Erschienen: 15.09.2006

Bewertung:
Autor: 11 von 15 (spac)
Leser: 0 Punkte (Durchschnitt)


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  Cover

Schmierenkomödie
Tracklist: 01. Weltschmerz (Intro)
02. Sink Fast, Let Go
03. Fatalist
04. Puritanical Punishment Beating
05. When All Is Said And Done
06. Freedom Is The Wage Of Sin
07. In Deference
08. Short-Lived
09. Identity Crisis
10. Shattered Existence
11. Eyes Right Out
12. Warped Beyond Logic
13. Rabid Wolves (For Christ)
14. Deaf And Dumbstruck (Intelligent Design)
15. Persona Non Grata
16. Smear Campaign
Um ehrlich zu sein, ich hatte mehr erwartet. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch, und vielleicht war das Vorgängeralbum "The Code Is Red... Long Live The Code" einfach ZU gut, als dass Napalm Death dieses unglaubliche Niveau gleich mit dem nächsten Album wieder hätten erreichen können.

Eine "Smear Campaign" oder "Smear Tactic" ist das, was man im Deutschen wohl als "Schmierenkomödie" bezeichnet. Es geht dabei darum, jemandes politische Reputation zu beschädigen, indem man Gerüchte streut und über ihn Dinge in Umlauf bringt, die mit der Sache, um welche es gerade geht nichts zu tun haben, aber diese Person diskreditieren.

Leider fand ich die Lyrics zu "Smear Campaign" nirgendwo im Netz, aber ein paar Zeilen von Shouter Barney Greenway, bezüglich der Texte:
"I guess people know about the album title now but to give a brief explanation the general thread is actually a question asking why exactly we need religion to give us a basis on how to run our lives. Can we not be trusted as human beings to make our own decisions? This applies in my eyes to everything from Christianity to Paganism to Satanism. Surely the world would be more peaceful without religious restrictions and all this false morality!"

Obwohl nicht ganz so brachial wie der Vorgänger - "Smear Campaign" ist dennoch ein gutes Album. Es beginnt mit einem atmosphärischen Intro, genannt "Weltschmerz" (bei dem übrigens Anneke van Giesbergen von den Gothicmetallern "The Gathering" ihre Stimme beisteuerte), bevor "Sink Fast Let Go" mit dem Napalm Death-typischen Blastbeats losbrettert. Das ganze Album ist durchzogen von drei Elementen, die sich untereinander abwechseln: Blastbeats, Stakkato-2/4-Takte und Moshparts. Dazu gesellt sich oft die für Napalm Death so typische, etwas verschobene und beinahe orientalisch anmutende Melodik im Aufbau der Gitarrenlinien. Hinzu kommt, dass der Gesang nicht nur die so typischen Growls enthält, sondern auch in großem Maße hohes, Blackmetal-artiges Gekreische eingesetzt wird. Leider wird bei vielen Songs Barney Greenways Stimme, die sonst sehr brutal wirkt, mit einem Chorus-Effekt verdickt - und dadurch meiner Meinung nach in ihrer Brutalität gemildert.

"Smear Campaign" wirkt sehr direkt und roh, trotz einiger weniger elektronischer Elemente wie dem Synthie in "In Deference". "Identity Crisis" z.B. ist ein sehr punk/hardcore-angelehnter Song. Vielleicht hatten Napalm Death auch die Absicht, "Smear Campaign" roher klingen zu lassen als den Vorgänger - gleichzeitig wurden einige atmosphärische Elemente eingebaut. Leider erreicht eben "Smear Campaign" nicht die durchschlagende Brutalität des Vorgängers - dies scheint zwar beabsichtigt, doch ich persönlich schätzte an Napalm Death immer eher die fette Brutalität, als die punkige Rotzigkeit, die auf "Smear Campaign" dominiert. Und pathetische Hymnen wie "All Hail The Grey Dawn" und "Pledge Yourself To You", die den Vorgänger zu einem Hitalbum machten, sucht man auch vergeblich.

"Smear Campaign" endet mit dem Titelsong, einem langsamen, sehr harten Instrumental, das stark an Neurosis erinnert, und lässt mich etwas verwirrt zurück. Was war das jetzt? Im Nachhinein wirkt "smear campaign" wie der Versuch, eine Richtung zu finden. Ein Haufen Blastbeats, Moshparts, Geschrei, bedeutungsschwere Gitarrenlinien und einige elegische Momente zusammengerührt... Immerhin wirkt "Smear Campaign" nicht wie das kraftlose Spätwerk einer Band, die sich nicht mehr bewegt und nichts mehr zu sagen hat. Es wirkt wie die Werkschau einer Band, die sich bewegt, sich im Moment aber wiedermal auf dem Weg irgendwohin befindet. Und das lässt noch einiges erwarten.
Ähnliche Band: Nasum
Weitere vergleichbare Bands: Bolt Thrower, Burntbythesun
 
meinungen zu der veröffentlichung
29.09.2006 | 22:20 Uhr | Rockronin: 0 Punkte Das ist keine Musik, das ist extrem nerviges und chaotisches Geschrammel ohne Inhalt und Struktur. Sorry, aber harte Mucke klingt anders, dass ist einfach nur peinlich und frech. Und dann verkaufen sie das auch noch als "immer gegen den Trend"... na ja, wenn gute Musik der Trend ist, dann hauen die Veteranen aus England enorm dagegen an. Napalm Death sollten sich mal ne Portion Musikunterricht erteilen lassen.

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